Mittwoch, 18. November 2020

"Ein Exorzist erklärt, warum der Teufel Glocken hasst"




In der kirchlichen Kunst des Mittelalters ist ein Motiv, das in der Darstellung des Lebens heiliger Einsiedler und Missionare ab und an auftaucht, die Abbildung des Heiligen mit einer Handglocke, mit der er in der Lage ist, Böse Geister zu vertreiben. Ein besonders schönes Beispiel für den deutschen Raum findet sich in der Staatlichen Kunsthalle in Karlsruhe auf einer Altartafel von Martin Schaffner aus dem ehemaligen Kloster Salem von 1517, die die Versuchung des Heiligen Antonius des Großen darstellt. In der gleichen Abteilung befindet sich außerdem eine Einzeldarstellung des Einsiedlers mit Glocke in einer Gruppe von Heiligen vom Meister vom Bodensee (um 1440, siehe folgendes Bild). Darstellungen mit Antoniuskreuz und Glöckchen, sowie einem Schwein sind bisweilen noch verbreiteter. 

Während dieses Motiv heutzutage nicht mehr oft von kirchlicher Seite erklärt wird, finden sich in der Folklore immer wieder Hinweise darauf. In Irland existiert die Bell of Saint Patrick, die Glocke des Heiligen Patrick, die sich heute in der Archäologischen Abteilung des National Museum of Ireland in Dublin befindet.  Wegen ihres hellen silbrigens Klangs (weswegen sie auch auf Gälisch "Finn-Foya" - "Süße Stimme" genannt wird) heißt es in einigen Legenden, dass sie dem Heiligen angeblich sogar von Engeln gegeben wurde. Auf jeden Fall heißt es zu dieser Überlieferung ebenfalls übereinstimmend, dass ihr Klang für Unreine Geist unerträglich gewesen sei; sogar die Schlangen sollen vertrieben worden sein, nachdem er die Glocke nach vergeblichen Versuchen, diese zu vertreiben, hervorzog. 

Auch von dem Missionar Ninian von Whithorn, der in Schottland bei den Pikten predigte und nach seinem Tod durch Wunder an seinem Grab berühmt wurde, wird der Besitz einer Handglocke zugeschrieben, die in Saint Ninian´s Cave gefunden wurde, eine weitere, die dem ebenfalls schottischen Heiligen Filanus/ Saint Fillan nachgesagt wird, befindet sich im National Museum of Scotland in Edinburgh. Ebenfalls im Schottischen Nationalmuseum befindet sich die in einem wertvollen Reliquiar verwahrte Guthrie Bell, die nach ihrem Aufbewahrungsort benannt wurde und deren Besitzer, der ebenfalls ein Heiliger gewesen zu sein schien, heute leider nicht mehr bekannt ist. Im British Museum in London befindet sich die wie auch bei den anderen in einem Reliquienschrein untergebrachte Handglocken der Heiligen Conall Cael und Cuileáin. Bis heute verschollen ist die Glocke des Heiligen Ninnidh aus Irland.

Über die Missionare von den Britischen Inseln (unter anderem auch durch den Heiligen Kolumban den Jüngere, der seine "Clocca" mit sich bis nach Bregenz führte) gelangte dann der Gebrauch von Glocken zu einer größeren Aufmerksamkeit und zur weiten Verbreitung in Europa und mit ihr auch der Gebrauch der Glocke als geweihte Sakramentalie. Viel später kam auch das mit dem Glockenläuten verbundene Angelus-Gebet hinzu. 

Interessant dürfte an dieser Stelle auch sein, wie lange selbst in protestantischen Gebieten die Überzeugung überlebt hat, dass von den geweihten Kirchenglocken eine segensreiche und übelvertreibende Wirkung ausgehe bzw. in deren Folklore weiterhin überliefert worden ist. Man vergleiche dazu nochmals den Artikel von The New Advent


Ein aktueller Fall, mit dem ich mich derzeit beschäftige, ist der eines seit den 1530ern lutheranische Dorfes im ehemals kurpfälzischen Kraichgau, bei dem ein Reformator gelobt hat, dass dort "Papistische Bilder" entfernt worden seien. Mindestens zwei Kapellen gingen dabei im Laufe der Zeit ab, deren Patronat sich überraschenderweise aus der alten Glocke aus dem frühen 15. Jahrhundert ableiten lässt, wo diese als mögliche Dorfpatrone zusätzlich zur üblichen Inschrift für die in Deutschland der Gottesmutter geweihte Glocken "Rex cum pace veni" ("König, kommt mit deinem Frieden") erwähnt werden, und die bis heute von der evangelischen Gemeinde dort geläutet wird. 

Von einer zusätzlichen äußerst interessanten Sage in diesem Dorf wird berichtet, nach dem vor langer Zeit "als in den deutschen Landen das Faustrecht galt", die große Glocke gestohlen werden sollte, aber wegen des Gewichts dagegen die kleinere entwendet wurde. Nach einer nächtlichen Irrfahrt, bei der die Diebe mit Wagen und Diebesgut in einen kleinen, aber tiefen See hineinfuhren und dabei ertranken, gelangte die Glocke über Mitverschwörer, die ihre toten Genossen am nächsten Morgen entdeckten, in einen fremden Kirchturm, wo man seither die Klage hören könne: "Anne, Susanne,  z´---- möcht ich hange, möcht läute und schlage un d´Gwitter verjage." 

Eine ähnliche Sage ist aus dem katholisch verbliebenen Nachbardorf bekannt, nach dem die Glocke im Dreißigjährigen Krieg versteckt wurde und bei ihrer Entdeckung durch Soldaten geklagte haben soll: "Susanna heiß ich / Ein Sprüchlein weiß ich. In ---- bin i g´hange / In ---- will i bleiben Und alle bösen Gewitter (Geister) vertreiben.", worauf die Soldaten panisch die Flucht ergriffen hätten. 

Auch wenn der hierbei gewiss Verdacht besteht, dass es sich wahrscheinlich um dieselbe Geschichte handeln könnte (vgl. dazu auch die Notizen zur Sage der "Wunnersteiner Glocke Anna Susanna"), die man in das eigene Erzählgut übernommen hat, ist es doch bemerkenswert, wie auch in reformierten Gebieten dieses Sagengut als selbstverständlich aufgenommen und weitererzählt wurde. Unter anderem wenn man bedenkt, dass Luther selbst die Weihe von Glocken als "Aberglaube" bezeichnete und die dortige Herrschaft sehr auf die Einhaltung der "reformatorischen Aufklärung" bedacht war. Diversen Gewohnheiten, der Dorfbevölkerung ab und zu auf die Pelle zu rücken, inbegriffen. Was aber nichts daran änderte, dass das Ave-Läuten als "Vaterunser-Läuten" weiter öffentlich erhalten blieb.

Soviel zum historisch-kulturellen Teil. Interessant dürfte die Erfahrung moderner Exorzisten mit diesem Thema sein, das an die alte Handhabung durch die Einsiedler und Missionare anknüpft, über das der National Catholic Register aus den Vereinigten Staaten berichtet


[...] "Der Teufel hasst Glocken", sagte er [Fr. Theophilus, Name geändert]. "Ich benutze sie in Sitzungen die ganze Zeit. Ich habe schön-getonte Wandlungsglocken, die ich benutze."

Der Teufel hätte geschrien: "Hört auf damit!" bei dem Ton der Glocken während des Exorzismuses und versuchte, sie ihm aus der Hand zu schlagen. Der Ritus des Exorzismus macht Gebrauch von Gebeten und Weihwasser, aber Fr. Theophilus bringt viele Hilfsmittel im Kampf gegen den Teufel auf wie zum Beispiel Musik, Gesänge, Sakralkunst, ein Team von Gebetsunterstützern, Weihwasser und geweihten Glocken, um den Teufel zu übermannen. 

"Warum Glocken?", fragte ich.

"Satan greift uns immer über unsere Sinne an", sagte er. "Deswegen muss die Liturgie selbst ein Angriff auf unsere Sinne sein: unser Sehen, unser Fassen, unseren Geruchssinn und unser Hören. Wir haben wir eine Kirche gebetet mit allen diesen sinnlichen Dingen, weil sie über die Jahrtausende gelernt hat, dass es das ist, was den Feind zurückdrängt."

Pater Theophilus benutzt seine Altar- oder Sanctus-Glocken. "Wenn diese geweihten Glocken in der Messe verwendet werden, muss man sagen 'Schaut auf Ihn, das Wort ist Fleisch geworden'", sagte er. "Die Glocke demütigt den Teufel, weil es ein geistloses Objekt ist, das das tut, wozu sie geschaffen wurden, zu tun. Sie wollen Gott nicht anbeten."

Ein anderer Grund, warum der Teufel Glocken hasst, besteht darin dass sie alles Schöne und Heilige hassen, wie Pater Theophilus darlegte. "Wir werden durch Schönheit bewegt", sagte er, "Sie rührt an unserer Seele - schöne Musik, schöne Gebete, Blumen, schöne Töne... Der Teufel hasst alles Schöne und die Glocken werden speziell genutzt, um Aufmerksamkeit auf die göttliche Verehrung Gottes zu lenken."

Es ist üblich alles zu weihen, das in die Liturgie miteinbezogen wird und das Weihen von Kirchenglocken ebenso; Pater Theophilus sagte: "Weihen machen Dinge heilig - abgesondert für Gott. Alles in der Liturgie muss abgesondert werden für Gott."

Gleich wie die Sanctus-Glocken Gott die Ehre geben, so tut es auch das Läuten der Kirchenglocken, egal ob die Kirche alte Gusseisen-Glocken oder eine elektrische Aufnahme besitzt. Pater Theophilus erklärt, dass beides gesegnet werde kann. "Traditionell rufen uns Kirchenglocken zum Gebet", sagt er, "Wenn man eine Angelus App auf dem Handy hat, läutet ebenfalls eine Glocke, um dich darauf aufmerksam zu machen."

Das Angelus ist ein katholisches Gebet, das mit einer monastischen Gepflogenheit im 11. Jahrhundert entstand. Kirchenglocken rufen Leute um 6 Uhr morgens, 12 Uhr mittag und 6 Uhr abends zum Gebet des Angelus - Lateinisch für "Engel". Menschen hörten mit dem auf, was sie gerade taten, knieten nieder und beteten. Der Angelus erinnert an die Menschwerdung als der Erzengel Gabriel sie der Jungfrau Maria verkündigte und sie antwortete: " Siehe, ich bin die Magd des Herrn; mir geschehe nach Deinem Wort." Und das Wort ist Fleisch geworden und hat unter uns gewohnt. [...] 



Samstag, 14. November 2020

Seliger Kaiser Karl I. von Österreich: Charles A. Coulombe im Interview mit Dr. Taylor Marshall




Der Schriftsteller und Historiker Charles A. Coulombe, der schon einige Male bereits auf diesem Blog zitiert wurde, hat erst kürzlich ein englischsprachiges Buch über den Seligen Karl I. von Österreich veröffentlicht (das für Leser außerhalb des amerikanischen Kontinents übrigens als gedrucktes Buch oder als Ebook auf Amazon erworben werden kann). Auf dem Youtube-Kanal von Dr. Taylor Marshall wurde er dazu interviewt. Dazu muss man wissen, dass in Marshall´s Heimatland Texas wie in vielen anderen Gegenden der Welt ebenfalls zwei kleine Heiligtümer zu Ehren des Seligen Karls existieren. Und dass im Allerseelenmonat November es für Gläubige sehr erpfehlenswert und erbaulich sein kann, vom Leben und Sterben der Heiligen zu erfahren. 




[...] 
Dr. Taylor Marshall: So... Können Sie uns über die letzten... das Ende erzählen, die letzten Tage des Seligen Karls von Österreich? Ich habe zum ersten Mal davon letztes Jahr gehört auf dem Symposium über den Seligen Karl, das hier in Dallas/Texas gewesen ist. Es ist sehr bewegend und ich denke, dass es Leuten die wahre Heiligkeit des Kaisers und der Kaiserin [Zita von Bourbon-Parma, für die übrigens derzeit das Seligsprechungsverfahren läuft] zeigt.

Charles A. Coulombe: Das tut es sicher. Zum Hintergrund: Es ist wichtig, nochmal daran zu denken, bevor wir uns damit befassen, dass Kaiser Karl über alle Maßen verraten worden ist. Er wurde verraten von Karl Renner, dem Sozialisten, der natürlich später sowohl mit den Nazis als auch den Sowjets kollaborierte - ein geschickter Trick, wenn man es zustande bringen konnte. Er wurde von seinem eigenen Außenminister Graf Czernin verraten oder Woodrow Wilson, dem Franzosen Clemenceau, der die geheimen Verhandlungen für den Frieden veröffentlichte, seine deutschen Verbündeten, die nationalistischen Führer in seinem eigenen Land... Ich meine: Die Liste geht weiter und weiter und weiter und weiter...

Wäre das mir passiert, ich denke, das hätte mich extrem verbittert und ich denke ich hätte meine Völker dafür gehasst. Ich hätte das wirklich. Na ja, sie haben es besser verarbeitet als ich. Sie gingen anfangs ins Exil in die Schweiz. Ein kommunistischer Bursche namens Béla Kun riss in Ungarn die Macht an sich. Er wurde gestürzt und die Monarchie ausgerufen. Also hat sich Karl entschieden, dass es Zeit war, den ungarischen Thron zurückzuholen. Er macht zwei Versuche, diese waren erfolglos. Deshalb brachte die Alliierten ihn und Zita auf die Insel Madeira

Sie haben auch etwas anderes getan. Während sie in der Schweiz waren, hatten sie Zugang zu Geldern, nicht nur ihrer eigenen, sondern auch was auch immer Unterstützer und Verbündete und Freunde ihnen geben konnten. Als sie in Madeira waren, verweigerten die Alliierten jedem, ihnen Geld zu senden. Das muss man im Gedächtnis behalten. Als sie unmittelbar ankamen, wohnten sie in einem Hotel, Reid´s Hotel, das dort noch heute steht, aber sie konnten es sich nicht leisten, dort länger zu bleiben. Deswegen stellte ihnen glücklicherweise der portugiesische Gutsherr der Insel sein Sommerhaus zum Bleiben kostenlos zur Verfügung. 

Aber sie wissen, es ist ein Sommerhaus - es war nicht für den Winter gedacht. Und obwohl die Winter auf Madeira nicht so schlimm sind, sind sie auf den Hügeln dieser Inseln kalt und nebelig und regnerisch. Und er fing sich eine Erkältung ein. Er hatte bereits schlechte Lungen und fing sich eine Lungenentzündung ein. Und das brachte ihn letztendlich um. Es dauerte sehr lange bis er starb und sie hatten keine Antibiotika zu dieser Zeit. Deshalb versuchten sie all diese Gegenmittel, die haarsträubend waren. Schröpfen und ähnliche Dinge, einfach furchtbare Dinge.

Dr. Taylor Marshall: Was ist Schröpfen?

Charles A. Coulombe: Man nahm ein heißes Glas und brachten es auf... brachten es brennend auf dem Rücken an...

Dr. Taylor Marshall: Ja.

Charles A. Coulombe: ... um zu versuchen, die Infektion aus den Lungen herauszuziehen. Ich denke, das ist irgendwie die Theorie dahinter. Aber es ist unangenehm und sehr schmerzhaft. Und natürlich gab es kein Geld für anständige Medizin. Es gab kein Geld für eine Menge Lebensmittel. Deswegen waren sie einfach in einer schlimmen, schlimmen Lage. 

Und während dieser Zeit hindurch hatten sie die Messe. Wenn es ihm gut ging, brachte er seinen Kindern den Katechismus und ähnliche Dinge bei. Und tatsächlich war es dort in der Schweiz und auf Madeira, wo der Erzherzog Otto seinen Vater kennenlernte. Weil, wie Sie gesagt haben, Jahre später [sic! Wahrscheinlich ist an dieser Stelle eigentlich "früher" gemeint], - Sie wissen - als er die ganze Zeit entfernt im Krieg verbrachte, sah er ihn selten. Und die ironische Sache war, dass er seinem Vater am nächsten war, als es seiner Familie am schlimmsten ging. Aber noch einmal, das zeigt einem, was für eine Art von Vater er war; denn wenn er da war, dann war er sehr, sehr liebevoll. Seine Kinder kamen zuerst. 

So, wie auch immer. Er brachte immer eine Ergebenheit unter den Willen Gottes zum Ausdruck, er hat viel gebetet, er hatte kein schlechtes Wort gegenüber Anderen. Aber der Tag seines Todes - das ist oft der Fall bei Menschen dieser Art - war voll von Zeichen und Wundern wie man sagen dürfte. Er machte die Bemerkung - und die Situation in Zentral-Europa im Hinterkopf, gibt das mir viel zu bedenken - : "Ich leide dafür, dass meine Völker wieder zusammen kommen mögen." Er fühlte sich wiederholt von Gott berufen und erklärte seinen Willen, Dessen Willen zu folgen. 

Er sagte etwas sehr interessantes zu seiner Frau an dem Tag, an dem er starb. Er sagte ihr: "Ich habe mit dem König von Spanien gesprochen. Sobald meine Beerdigung zuende ist und ich begraben bin, kontaktiere ihn und er wird sich um dich kümmern. Und sie sagte: (Lacht) "Wie konntest du in aller Welt überhaupt an den König von Spanien kommen?" Und er sagte: "Mach dir keine Sorgen. Kontaktiere ihn einfach. Ich sage es dir, es wird alles gut werden." Eine der letzten Dinge, die er tat, war, dass er den kleinen Otto zu sich schicken ließ, um ihn auf dem Totenbett zu sehen, und er war auf den Tod vorbereitet. Und er wurde gefragt: "Denkst du, du bist dir sicher, dass du das sehen solltest?" Und er sagte Ja, es sein wichtig für ihn zu sehen, wie ein Kaiser und Katholik sterbe. 

Er starb also. Sie hatten die Beerdigung auf Madeira und sie konnte Alfons XIII. erreichen, den König von Spanien, der sagte: "Durchaus, ich werde dich da rausholen." Und er sandte ein Kriegsschiff, um sie abzuholen. Na ja, die Briten drohten König Alfons und sagten: "Sie wissen, wir lassen sie Madeira so lange nicht verlassen, bis sie erklärt, dass sie und ihre Kinder auf den Thron verzichten." Und König Alfons sagte: "Ich sende ein Kriegsschiff und wenn ihr darauf feuert, werdet ihr Spanien den Krieg erklären." Nun, Spanien war kein sehr mächtiges Land zu dieser Zeit, aber im Hinblick auf dieses Jahr, weil Britannia so überlastet war, dass sie sich vor den Türken zurückziehen musste, war das Letzte, was sie tun würde, gegen Spanien in den Krieg zu ziehen - auch wenn es kein großes Problem darstellte. 

Also, die Santa Elena kam, nahm sie von Madeira, sie kamen nach Spanien, sie nahmen den Zug nach Madrid und dann waren sie im Palast. Und sie sagte: "Ich bin sehr dankbar, aber warum haben Sie das getan?" Und Alfons XIII. sagte: "Na ja, das war eine sehr merkwürdige Sache. Aber in der Nacht, in der mir erzählt wurde, dass Ihr Gatte im Sterben läge, hatte ich das wirklich seltsamste Gefühl, dass wenn ich mich nicht um Sie kümmern würde, dass eines Tages das Selbe meiner Frau und Kindern passieren wird." Und dann erzählte sie ihm, was ihr Mann ihr gesagt hat. Und dann sahen sie sich an und meinten "Nun, okay..." [...]





Weitere empfehlenswerte Links:
- Informationen über den Seligen Karl I. von der Gebetsliga
- Die englischsprachige Homepage über den Seligen Karl I. 
- Die Verkaufsseite von "Blessed Charles of Austria" von Tumblar House 
- Die Amazon-Verkaufsseite des Buches "Blessed Charles of Austria"
- Ein empfehlenswertes deutschsprachiges Büchlein über den Seligen Karl I. von Österreich
- Der Youtube-Kanal von Tumblar House
- Der Youtube-Kanal von Dr. Taylor Marshall




Samstag, 7. November 2020

Schräger als Fiktion... Teil 12


O Junge, Joe Biden hat gewonnen!
Das ist genau so wie damals, als Al Gore die Präsidentschaftswahl gegen diesen Looser George W. Bush gewonnen hat!






Freitag, 6. November 2020

Samstag, 31. Oktober 2020

Allersselenablass im Corona-Jahr 2020

Ab 1. November ist es wieder mal so weit: Der Allerseelenablass kann gewonnen werden.



Jedoch ist dieses Jahr einiges anders als sonst:
Neben dem üblichen Bedingungen für die Möglichkeit eines täglichen Vollkommen Ablasses ist der Zeitraum vom 1. bis 8. November auch auf die übrigen Tage des Monats erweitert worden. 

Das soll vor allem Menschen zugute kommen, die nicht ihr Haus verlassen können oder größere Menschenansammlungen meiden müssen. Im am 22. Oktober veröffentlichten vatikanischen Dekret heißt es dazu:

[...] 
a.- der vollkommene Ablass, der normalerweise für die einzelnen acht Tagen, vom ersten bis zum achten November festgelegt ist, für die, die einen Friedhof besuchen, und für die, die – auch nur im Geiste – für die Verstorbenen beten, zum Nutzen der Gläubigen auf andere acht Tage im November verschoben werden kann. Diese Tage sind, auch in getrennter Abfolge, von den Gläubigen frei zu wählen;

b.- der vollkommene Ablass, der für den 2. November, den Allerseelentag, festgelegt ist, für die, die eine Kirche oder eine Kapelle in frommer Gesinnung besuchen und dort das „Vater unser“ und das Glaubensbekenntnis beten, nicht nur auf den vorausgehenden oder folgenden Sonntag oder auf das Hochfest von Allerheiligen, sondern auch auf einen anderen Tag im November verschoben werden kann, der von den einzelnen Gläubigen frei zu wählen ist.

Alte, Kranke und solche, die aus schwerem Grund das Haus nicht verlassen können – z. B. wegen Verordnungen, die Zusammenkünfte einer großen Anzahl von Gläubigen in Kirchen verbieten -, können einen vollkommenen Ablass gewinnen, wenn sie vor irgendeinem Bildnis unseres Herrn Jesus Christus oder der Jungfrau Maria fromme Gebete für die Verstorbenen (z. B. die Laudes, die Vesper für die Verstorbenen, den Rosenkranz, den Barmherzigkeitsrosenkranz und andere Gebete für die Verstorbenen, die sehr kostbar sind) sprechen oder das Evangelium aus der Liturgie für die Verstorbenen in der Form einer geistlichen Lesung lesen oder sich einem Werk der Barmherzigkeit widmen, nachdem sie ihre Schmerzen oder die Mühsal des eigenen Lebens dem gnädigen Gott aufopfert haben. Dies alles geschieht, indem sie sich mit denen im Geiste verbinden, die Kirchen und Kapellen besuchen, und nachdem sie sich von jedweder Sünde losgesagt haben mit dem Vorsatz, die drei Bedingungen (Beichte, Kommunion und Gebet in der Meinung des Heilige Vaters) sobald wie möglich zu erfüllen.

Damit also die Erlangung der göttlichen Gnade durch die Schlüsselgewalt der Kirche entsprechend der pastoralen Liebe leichter zugänglich ist, bittet die Pönitentiarie nachdrücklich, dass rechtmäßig befugte und zugelassene Priester bereitwillig und großzügig sich für die Feier des Bußsakramentes zur Verfügung stellen und den Kranken die Heiligen Kommunion spenden.
[...] 


Für den Erwerb eines Ablasses sind außerdem nicht nur die "üblichen" äußere, sondern vor allem auch die innere Bereitung der Seel wichtig. Das heißt, dass man keinen Ablass erwerben kann, wenn man sich im Stande der Todsünde oder der Exkommunikation befindet. Auch ist die Abkehr von jeder Sünde notwendig, der Anhänglichkeit an dieser (auch der lässlichen) sowie die Reue des Herzens. Aber an so was sollte man am besten etwas öfter als nur einen Monat lang denken...

Neben der einmaligen Beichte für mehrere Ablässe sind für jeden Ablass der einzelne Empfang der Kommunion, des Heiligen Leibes Christi, notwendig. Ansonsten kann an allen anderen Tagen, an dem diese Bedingung nicht erfüllt werden kann, ein Teilablass - wie in obigen Handzettel beschrieben -gewonnen werden.




Memento Mori, meine Kerle.

Deswegen besser regelmäßig zur Beichte gehen.




Freitag, 30. Oktober 2020

Schräger als Fiktion... Teil 11


Haben Sie schon einmal vom "Drohnenkönig" gehört?

Nein? 

Macht nichts. Diese zwanzig Minuten von Tim Pool & Co. erzählen Ihnen mehr als Sie in einem Jahr GEZ-finanzierten Medien über die Vereinigten Staaten mitbekommen. Die anscheinend immer noch nicht kapiert haben, was der "Laptop from Hell" noch so alles anrichten wird. Obwohl diverse Journalisten vor Jahren zweitweise mal auf der richtigen Spur waren. 


Auch diverse "Pannen" dürften hierzulande nicht wirklich bekannt sein. 



Bei dem jungen Mann im obigen Video in Gelb handelt es sich übrigens um Seamus Coughlin, der für den sehr empfehlenswerten Youtube-Kanal Freedom Toons verantwortlich ist und libertär-konservative Satiren zu politischen Themen erstellt. Ebenfalls eine Niveau-Stufe, die man in Deutschland an der Qualität gemessen eher selten findet.


Dieses Video ist auch sehr nett. 




Mittwoch, 28. Oktober 2020

Fr. Thaddeus Doyle: "Ist Halloween der Festtag des Teufels? Oder ein heidnisches Fest?"




Da sich der Oktober dem Ende zuneigt, wenden wir uns wieder mal der gruseligsten Zeit im Jahr zu: Halloween. 
Oder eher All Hallow´s Eve, dem Vorabend auf Allerheiligen.

Man dürfte zwar an das eine oder andere "Makabere" in der Kirche gewohnt sein (Stichwort ungewöhnliche Reliquien, Schreibtischschädel, speziellen Kirchendekorationen und Vampire im Kreuzweg), dennoch hält sich bis heute gerne die Geschichte, dass speziell das Datum für die Nacht auf Allerheiligen vom irischen Heidentum direkt von der Kirche übernommen - aka geklaut - worden sei. 

Wie bei der Sache mit dem Weihnachtsdatum gibt es auch hier einige Details, die von der modernen Popkultur gerne außer Acht gelassen werden. Neben der Tatsache, dass der 31. Oktober tatsächlich lediglich als Vigil (d.h. abendliche Vorbereitungsfeier; warum einige Vigilfeiern aus dem Mittelalter bisweilen verschwunden sind, vlg. dazu St. Walburga) noch bis 1955 liturgisch begangen wurde, sind auch die Hintergründe über die damalige Festtagsverlegung heute praktisch nicht überall bekannt - man lese uns staune, aber ursprünglich wäre Halloween am 12. Mai begangen worden. 


Das ganze mit einem anderen Video noch einmal durchgehen und das noch mit einem mehr oder weniger sensationellen Titel versehen, auf den viele Suchmaschinennutzer schon eher klicken werden, kann ja nicht unnütz sein. Besonders wenn es sich um einen gebürtigen Iren wie Fr. Thaddeus Doyle mit seinem Youtube-Kanal God´s Cottage handelt, der auf das Problem hinweist, dass Halloween einerseits von Okkultisten vereinnahmt, andererseits von Evangelikalen wortwörtlich verteufelt wird. 



[...] Lasst uns anschauen, wie der Festtag Allerheiligen entstanden ist: Als Rom bekehrt wurde, gab es einen großen heidnischen Tempel in Rom, der als Pantheon bekannt war. Pan Theon: Pan/Alle, Theon/der Götter, der Tempel all der Götter. Und er war sprichwörtlich voller heidnischer Statuen, heidnischer Darstellungen der einen oder anderen Art. Und als Rom bekehrt wurde - so berichtet die Tradition -. bot ihn der Kaiser Papst Bonifatius [IV.]  unter der Bedingung an, dass Papst Bonifatius all diesen heidnischen Statuen, die dort seit hunderten von Jahren standen, dass Papst Bonifatius all diesen heidnischen Statuen erlaube, darin stehen zu dürfen, aber er ein Kreuz darüber anbringen könne, als das allerhöchste Monument innerhalb des Pantheons. 

Und Bonifatius hat darüber gebetet. Und weiter berichtet die Tradition, dass [Schnittstelle] der Priester zu Papst Bonifatius ging und ihm sagte: "Nein." Er würde es nicht unter diesen Bedingungen akzeptieren. Wenn es von den Christen übernommen werden würde, müsse es ein wahrhaft christlicher Tempel werden. Das Gebäude dürfe stehen bleiben, aber die alten heidnischen Idole müssen daraus entfernt werden. Zum Glück nahm Papst Bonifatius dieses Wort an und so sagte er zum Kaiser Honorius, der damals in Konstantinopel lebte, dass die katholische Kirche bereit sei, das Pantheon zu übernehmen, aber es zuerst komplett gereinigt werden müsse von all den heidnischen Figuren und heidnischen Idolen. Letztendlich stimmte der Kaiser dem zu.

Und dann kam die Frage für das Datum der Weihe des Tempels an Gott auf. Und Papst Bonifatius entschied sich für den 13. Mai. Das ist aus mehreren Gründen eine interessante Entscheidung. Interessant in einem Sinne, dass viele Jahre später der 13. Mai der Festtag Unserer Lieben Frau werden wird, als die Muttergottes in Fatima am 13. Mai erschien. Der 13. Mai war aber auch der Abschluss des heidnischen Festes Lemuria, als die Römer Schutz vor lästigen Geistern suchten - sie glaubten, dass überall um sie herum Geister seien und einige dieser Geister bösartig. Vielleicht waren es nicht menschliche Geister, die sie als bösartig empfanden. Viele Menschen, die heutzutage in New Age verwickelt sind, begegnen bösartigen Geistern, aber es sind nicht die Geister von Verstorbenen. Aber die Römer vor der Bekehrung hielten ein fünftägiges Fest, während dem sie verschiedene Rituale abhielten, um ihre Häuser gegen bösartige Geister der Toten zu schützen - wie sie es verstanden haben. 

Nun, dieser Festtag ist in dem Sinne aufgegeben worden, als Rom bekehrt wurde. Aber obwohl es offiziell aufgegeben wurde, wurde es in der Praxis immer noch bei den Leuten zuhause praktiziert. Die Menschen haben immer noch diese heidnischen Rituale in ihrem eigenen Heim ausgeführt. Und manchmal ist die allerbeste Weise, etwas komplett zu verbannen, es durch etwas zu ersetzen, was sogar besser ist. Und das dürften wir vermuten, war, was Papst Bonifatius zu erreichen versuchte. 

Er hat bereits das Pantheon von all den heidnischen Idolen gereinigt und nun wollte er den 13. Mai von all den heidnischen Praktiken und Ritualen reinigen, die an diesem Tag stattfanden. Ich würde vermuten, dass Papst Bonifatius realisierte, dass die allerbeste Weise, einen schlechten Brauch loszuwerden, ist, diesen durch einen guten Brauch zu ersetzen. Und wie er das Pantheon komplett von den heidnischen Idolen reinigte, so wollte er nun den 13. Mai von den alten heidnischen Praktiken reinigen. Und deswegen weihte er das Pantheon der Seligen Jungfrau Maria und aller Märtyrer, von denen viele in Rom selbst gemartert worden sind. Und er führte den 13. Mai als das Fest aller Heiligen ein. Das fand im Jahr 609 statt oder wahrscheinlich auch 610.




Und so blieb über einhundert Jahre der 13. Mai das große Fest aller Heiligen und wurde in der gesamten katholischen Kirche gefeiert. Dann mehr als einhundert Jahre später, im Jahre 735, weihte Papst Gregor III. eine Kapelle innerhalb der Basilika St. Peter - nicht den Petersdom selbst, sondern eine Kapelle innerhalb des Petersdoms. Und aus welchen Gründen auch immer - wahrscheinlich weil die Basilika St. Peter über dem Grabmal vom Heiligen Petrus und vieler früher Märtyrer errichtet wurde - entschied er sich, dass sie den Heiligen Märtyrern und allen Heiligen geweiht werden solle. Und das tat er am 1. November 735. 

Nun, das ist interessant, weil es keinen paganen Festtag in Rom gab oder auf römischem Gebiet, der mit dem 1. November in Verbindung stand. Und für die Zeit nach 735 wurde in Rom der Festtag aller Heiligen am 1. November abgehalten und im Rest der Welt wurde er weiterhin am 13. Mai begangen. Nun, das ist nochmals sehr interessant. An einem Ort der Welt, an dem es keinen heidnischen Festtag um den 1. November gab, wurde der Festtag aller Heiligen abgehalten. Und im Rest der Welt, als die Zeit voranschritt und es einen heidnischen Feiertag am 31. Oktober gegeben hat, wurde der Allerheiligentag immer noch am 13. Mai gefeiert. Daher ist es klar, dass es auf welche Weise auch immer keine Verbindung gegeben hat mit Papst Gregor III., der den 1. November als das christliche Fest Allerheiligen in Rom einführte, und irgendeinem heidnischen Festtag. Keine Verbindung. 

Na ja, vielleicht gab es eine Verbindung. Aber der Einzige, der die Verbindung sah, der Einzige, der für diese Verbindung sorgte, war der Heilige Geist. 

Dann einhundert Jahr später - um genau zu sein 102 Jahre später - wollte Papst Gregor IV. die katholische Kirche vereinheitlichen, er wollte die Praktiken in der katholischen Kirche vereinheitlichen. Und eines der Daten [?], die er vereinheitlichen wollte, war der Tag, an dem das Fest von Allerheiligen gefeiert wurde. Und so gab er Anweisungen, dass das Fest von Allerheiligen in der gesamten Welt am 1. November gefeiert werden solle. Wir können aus all dem erkennen, dass es keinerlei Verbindung - außer, wie ich sagte, im Himmel - keinerlei Verbindung - außer durch Gottes Einrichtung - dass der 1. November als Fest Allerheiligen am Tag, nachdem das sehr altertümliche Fest von Samuin gehalten wurde, kam. Keine Verbindung - außer es war Gottes Plan, dass es eine Verbindung gibt. Aber unter menschlichen Bedingungen gibt es keinerlei Verbindung zwischen dem Fest von Allerheiligen und dem heidnischen Fest von Samuin. Reiner Zufall unter irdischen Bedingungen, dass es an einem Tag nach dem anderen gefeiert wurde. 

Daher zu suggerieren, dass die katholische Kirche das Fest Allerheiligen eingesetzt hat, um den heidnischen Festtag Samuin zu ersetzen oder - noch schlimmer - zu unterstellen, dass die katholische Kirche das Fest von Allerheiligen einführte als christlichen Anstrich über das pagane Fest von Samuin, ist eine absolute Unwahrheit. Aber in den letzten hundert Jahren entstanden verschiedene Bräuche an Halloween und durch die Verbreitung des Fernsehens - mit Verbreitung des Fernsehens - wurde es in der ganzen Welt verbreitet. So etwas wie Verkleiden mit Kostümen gab es nicht, wo ich aufgewachsen bin. So etwas wie "Süßes oder Saures" gab es nicht. Auch wenn diese Dinge in manchen Gegenden der Welt begonnen wurden, wurden sie tatsächlich erst universell mit der Verbreitung des Fernsehens. Und natürlich mit Verbreitung der Kommerzialisierung. [...] 







Weitere empfehlenswerte Links:
- Der Youtube-Kanal God´s Cottage von Fr. Thaddeus Doyle
- Seine Homepage Jesus Power Ministries
- Sein monatliche Zeitschrift The Curate´s Diary





Samstag, 24. Oktober 2020

Was meinte eigentlich Golda Meir selbst zu Pius XII. ?




Nachtrag zum Artikel über die vorgeschlagenen Umbenennung der Pacelliallee in Berlin zugunsten der israelischen Premierministerin Golda Meir:

Neben selbst jüdischen Stimmen, die sich kritisch zur Person Meirs meldeten bzw. praktisch massenhaften Artikeln, die die eher oberflächlichen und nicht weiter belegten Behauptungen der Antragsteller absurd erscheinen lassen, schienen die beiden Initiatoren Julian Reitzenstein und Ralf Balke ein weiteres Detail zu Golda Meir - die praktisch in bester Virtue Signaling-Manier präsentiert wird - nicht zu kennen: Sie war von dem Beitrag zum Schutz der europäischen Juden, den Eugenio Pacelli - so der bürgerliche Name von Papst Pius XII. - während der Terrorherrschaft der Nazis leistete, selbst überzeugt, wie sie selbst zu seinem Tod im Jahre 1958 anmerkte:

"Wir trauern. Wir haben einen Diener des Friedens verloren. Die Stimme des Papstes war während der Nazizeit klar, und sie verteidigte die Opfer."

Nachdem besonders unter Rolf Hochhuth publikumswirksam über das Theater die Behauptung verbreitet wurde, Pius XII. hätte zu der massenhaften Verfolgung der Juden geschwiegen, veränderte sich plötzlich die Meinung über ihn - mit unterstützendem Wohlwollen der kommunistischen Propaganda, die man versuchte, während des Kalten Krieges unbewusst auf den Westen und dessen Bürger auszuweiten. In einem Artikel der New York Times vom 26. Oktober 1982 geht ein Lesebriefschreiber auf einen am bereits am 12. Oktober erschienenen Lesebrief ein, bei dem nicht nur sehr kurz auf Hochhuth, sondern vielmehr auf weitere damalige Unterstellungen gegenüber Pius XII. eingegangen wird, wobei ebenfalls auf das durchweg positive Urteil von Golda Meir verwiesen wird: 

An den Editor:
Msgr. Joseph Baileys Brief vom 12. Oktober scheint den Eindruck zu erwecken, dass jedweder Versuch, Papst Pius XII. gegen des Verwurf des Schweigens während des Holocausts zu verteidigen, die Protokolle verzerre. 

Offensichtlich bildet Monsignore Bailey seine höchst fragwürdige Meinung einzig auf der Basis von Auszügen von einem Buch "Vatican Diplomacy During the Holocaust" von Father John Morley von der Seton Hall Universität. Leider ignoriert der Monsignore vollständig Bewertungen von seriösen und sachkundigen Quellen - jüdische und nichtjüdische - die jahrelang die Rolle des Papstes verteidigten, einschließlich Golda Meir, die verstorbene und geliebte Premierministerin von Israel, die dies über ihn bei seinem Tod im Oktober 1958 sagte:

"Während den 10 Jahren des Naziterrors, als unser Volk durch die Schrecken des Martyriums ging, erhob dieser Papst seine Stimme, um die Verfolger zu Verurteilen und mit ihren Opfern mitzuleiden."

Wenn sich der Staub gelegt hat und die Geschichte ihr endgültiges Urteil über diese tragische Ära spricht, darf man sich sicher sein, das dies auch ein "Gleichgewicht" einschließen wird, das leider dem Brief des Monsignore fehlte.

Man darf sich natürlich fragen, warum der Initiatorenkreis für die Umbenennung bei aller Begeisterung, die man Golda Meir entgegenbringen will, diesen Sachverhalt nicht nennt. Natürlich könnte man monieren, dass es sich dabei um Diplomatensprache handle, die man nicht immer zu hundert Prozent ernst nehmen dürfe - dann müsste man sich angesichts der bereits obig genannten Kritik nochmals fragen, warum  man eine Straße nach einer solch nach Außen undurchschaubaren und doppeldeutigen Person benennen sollte. 


Aber es gab auch andere jüdische Stimmen, die die Leistung von Papst Pius XII. während des Krieges in Europa betonten. Neben Israel Zolli, dem Oberrabbiner von Rom, der zu den Überlebenden der Judenverfolgung im von den Deutschen besetzten Italien gehörte und nach Ende des Krieges zum Katholizismus konvertierte und sich auf den Namen Eugenio Pio Zolli taufen ließ, dessen Person und Werk jedoch jahrelang bei der Diskussion ignoriert wurde, wären auch diverse große jüdische Organisationen und Zeitungen zu nennen, die die Position, die Pius XII. während der Zeit der Verfolgung einnahm, priesen. Wäre er tatsächlich ein solcher Antisemit gewesen, wie die Initiatoren der Umbenennung behaupten, warum findet man diese Anmerkung nicht einmal bei Juden, die in Italien und Rom direkt lebten, die das Geschehen aus direkter Nähe miterleben konnten - öffentliche Ansprachen inklusive? Kritik dieser Organisationen findet man nicht etwa zu Lebzeiten von Pius XII., sondern seltsamerweise erst nach den zunehmenden Diffamierungen in den 1960ern, die bis heute andauern. Die ADL (Anti-Defamation League) leugnete sogar in einem Artikel der Jerusalem Post aus dem Jahre 2009, dass Pius XII. den verfolgten Juden geholfen  habe. 

Wenn die ADL Recht hat, wie konnten dann selbst Dr. Raffael Cantoni, Präsident der Union Jüdischer Gemeinden in Italien und Chef des "Jüdischen Hilfskomitees" der italienischen Juden während des Krieges erklären: "Sechs Millionen meiner Glaubensgefährten sind von den Nationalsozialisten ermordet worden, doch es hätten sehr viel mehr Opfer sein können, wenn die wirksame Intervention von Pius XII. nicht gewesen wäre."? Auch Elio Toaff, 1951-2001 Oberrabbiner von Rom, sagte deazu: "Wir hatten die Gelegenheit, die große, mitfühlende Güte und Großherzigkeit Papst Pius' XII. zu erleben, während der unglücklichen Jahre der Verfolgung und des Terrors, als es schien, dass es für uns kein Entkommen mehr gab." 2008 heißt es von Toaff in ZENIT nochmals ganz deutlich zu Pius XII.: 

[...]  Dieser sei „mitnichten ein Antisemit“ gewesen. „Im Gegenteil: Ich weiß – auch durch direkte Zeugnisse –, dass dieser Papst viele Juden vor dem Tod gerettet hat. Die Geschichte eines Pius XII., der ein Antisemit gewesen wäre, ist nichts anderes als eine ‚schwarze Legende’. Es wäre notwendig, etwas mehr zu studieren, um die wahre Geschichte der Epochen und der Menschen zu kennen.“

1955 wurde der 17. April von den Jüdischen Gemeinden Italiens zum "Tag der Dankbarkeit" für die Hilfe Pius´ XII. erklärt, im selben Jahr gab das israelische Philharmonie-Orchester eine Aufführung von Beethoven Siebter Symphonie im Vatikanischen Konsistorium, um "die anhaltende Dankbarkeit des Staates Israel für die Hilfe auszudrücken, die der Papst und die Katholische Kirche den von den Nazis verfolgten Juden während des Holocausts zukommen ließen." Komponist Leonard Bernstein tippte nach dem Tod Pius XII. mit seinem Taktstock während eines Konzertes in der Carnegy Hall in New York, um einen Moment des Schweigens zu erbitten: "Ich bitte um eine Minute des Schweigens zum Tode eines wahrhaft großen Mannes: Papst Pius XII.

Die Empörung des Juden Gary Krupp, Gründer der Stiftung Pave the Way, gegenüber den Verleumdungen der Nachwelt über Pius XII. muss an dieser Stelle wahrscheinlich nicht weiter angesprochen werden. Ein früherer Artikel dieses Blogs ging bereits näher darauf ein. 


Es dürfte an dieser Stelle äußert Fragwürdig sein, warum Reitzenstein und Balke mit so erschreckend wenig Hintergrundwissen zur Person einer inzwischen differenzierter erforschten (im Gegensatz zum "offiziellen" Narrativ seit Hochhuth) historischen überhaupt eine Petition zur Umbenennung anstreben konnten, die bei näherer Betrachtung nichts anderes als immer unsinniger wird.

Historiker und Autor Michael Hesemann hat dazu vom inzwischen 96 Jahre alten Pater Prof. Dr. Peter Gumpel SJ von der Gregoriana in Rom, dem Untersuchungsrichter zur Seligsprechung Pius´ XII., einen Brief empfangen, in dem dieser mit Unverständnis auf die Aktion in Berlin reagiert. Hesemann hat diesen auf seiner Facebook-Seite geteilt:

Mit Empörung habe ich erfahren, dass ein gewisser Herr Felix Klein unter Berufung auf Julien Reitzenstein und Ralf Balke gefordert haben, die Pacelli-Allee in Berlin Dahlem in eine Golda Meir Allee umzubenennen.

Die Argumente, die in diesem Zusammenhang angeführt werden, sind geschichtlich völlig falsch und ohne jede geschichtliche Fundierung.

Gerne unterstütze ich hiermit Ihre Gegen-Petition, die auf den wahren Grundlagen basiert. Haben Sie vielen Dank für Ihre wissenschaftlich gut fundierte Widerlegung der trügerischen Anschuldigungen der Herren Klein, Reitzensrein und Balke.

Die Gegenpetition zum Erhalt der Pacelliallee ist noch immer am Laufen. 
Inzwischen hat sie über 1.100 Unterschriften, liegt aber beinahe mit der Anti-Pacelli-Petition auf, die einige Stimmen weniger hat.





Dienstag, 20. Oktober 2020

Seliger Carlo Acutis: Ist sein Leichnam unverwest?



Während der Vorbereitung auf die Seligsprechung von Carlo Acutis wurde von Gläubigen nach Veröffentlichung von Bildern seines Schreines häufig die Frage gestellt, ob sein exhumierter Leichnam unverwest gewesen sei wie es zum Bespiel bei Pater Pio, Bernadette Soubirous oder dem Pfarrer von Ars der Fall war (wobei man nachträglich bei Gesicht bzw. den Händen eine dünne Wachsschicht wegen Verdunkelungen hinzufügte). 

Ray Grijalba, der mit seinem Youtube-Kanal in einem vorherigen Post bereits vorgestellt wurde und den Carlo Acutis mit seiner Online-Sammlung von eucharistischen Wundern inspirierte, kann dazu folgendes berichten:



[Zur Frage,] ob er unverwest ist oder nicht: Die Antwort ist leider Nein. 
Ihr könnt es in der Catholic News Agency [und] The National Catholic Register lesen. Sie kamen an die Öffentlichkeit und sagten, dass ihre Korrespondenz in Italien erklärte, dass es nicht so sei. "Eine Sprecherin der Seligsprechung Acutis´ sagte der CNA, dass der gesamte Körper vorhanden, aber nicht unverwest sei." Nach einem der Priester "War sein Körper vollständig vorhanden, nicht unversehrt, aber vollständig vorhanden mit allen Organen. Sein Gesicht wurde bearbeitet." Wie ihr seht war er nicht vollständig unverwest und ihr könnt an diesen Nahaufnahmen sehen, dass es nicht zu hundert Prozent natürlich aussieht. 

Wenn ihr den [seinen Youtube-] Kanal abonniert habt, wisst ihr, dass ich immer nach der Wahrheit suche. Deswegen war ich der Meinung, das mit euch zu teilen. Nicht dass man hinausgeht und erzählt "Er ist unverwest, er ist unverwest!" und findet dann [das Gegenteil] heraus - oder trifft einen Protestanten oder Atheisten, der sagt: "Nein, ist er eigentlich nicht." Es ist wichtig, immer die Wahrheit zu kennen, egal wo sie uns hinführt, weil wir wissen, dass sie uns immer zu Gott führt, denn ER IST WAHRHEIT.

Man kann also die ausgestellten Reliquien mit den für Erhebungszwecke präparierten Körpern anderer Heiliger vergleichen, zum Beispiel mit Bruder Konrad von Parzham, Nikolaus von Flüe, Coelestin V. oder - was schon eher in diese Richtung gehen würde - der heiligen Philomena.


Carlo Acutis wurde am 3. Mai 1991 in London geboren, wo seine Eltern beruflich tätig waren und ein halbes Jahr später nach Mailand zurückkehrten. Carlo besuchte das Gymnasium und unterschied sich nicht groß von Gleichaltrigen. Er reiste gerne, hatte Tiere gern, spielte Saxophon, nahm Videofilme auf, spielte Konsolenspiele und beschäftigte sich mit Computertechnologie, für die er sich begeisterte und auffallende Fähigkeiten darin entwickelte.



Neben seinem bekanntestem Projekt, der Sammlung von eucharistischen Wundern, die heute von einem Verein weiterbetrieben wird, fiel er durch seine tiefe Frömmigkeit zur Eucharistie - die er täglich bis zu seinem Tod empfing und die er  seine "Autobahn in den Himmel" nannte - und zur Muttergottes auf. Durch seine vielen Fragen zum Glauben, die er seiner Mutter stellte, näherte er sie wieder dem Glauben an; einen nichtchristlichen Hausangestellten der Familie überzeugte er durch sein Glaubensbeispiel, sodass sich dieser später taufen ließ. Er verteidigte kompromisslos die Ehe und das Recht des Ungeborene Lebens, er weihte seine Reinheit der Gottesmutter und bat Ordensfrauen für die Bewahrung dieser zu beten. Auch war ihm der Wert des eigenen Lebens und die Gefahr der Anpassung bewusst: 
"Alle werden als Originale geboren, aber viele sterben als Fotokopien."


Seine acht geistliche Ratschläge lauteten:
1. Es ist notwendig, nach Heiligkeit zu verlangen, und zwar mit ganzem Herzen, und wenn Du das noch nicht tust, musst du Gott inständig um diese Gnade bitten.
2. Gehe täglich zur Heiligen Messe und kommuniziere.
3. Denk daran, jeden Tag den Rosenkranz zu beten.
4. Lies jeden Tag einen Abschnitt in der Heiligen Schrift.
5. Wenn Du kannst, mach eine kleine Anbetung vor dem Allerheiligsten Altarsakrament.
6. Versuche, jede Woche zur Beichte zu gehen, auch wenn du nur lässliche Sünden hast.
7. Bringe Bitten und Blumen unserem Herrn und Unserer Lieben Frau dar, um anderen zu helfen.
8. Bitte Deinen Schutzengel, Dir beständig zu helfen; er soll Dein bester Freund werden.
[Quelle deutsche Version, sowie Biographie stammen von einem Gebetsbildchen des FREUNDESKREISES MARIA GORETTI e.V., München] 


Am 12. Oktober 2006 verstarb der erst 15-Jährige an einer unheilbaren aggressiven Form der Leukämie (Blutkrebs), die erst seit Herbst bekannt war. Er opferte sein Leiden dem Herrn für den Papst und die Kirche auf , aber auch um "nicht ins Fegefeuer, sondern direkt ins Paradies zu kommen". 2013 wurde durch die Bischöfe der Lombardei der Seligsprechungsprozess eingeleitet. 



Im Oktober desselben Jahres kam es zur für den weiteren Prozess nötigen medizinisch nicht erklärbaren Heilung: Der damals vierjährige Mattheus aus Brasilien, der seit seiner Geburt an Pancreas anulare, einer Fehlanlage der Bauchspeicheldrüse, litt, die dafür sorgte, dass er viele Speisen nicht im Magen behalten und deswegen regelmäßig erbrechen musste - und für den bis dahin unterernährten Jungen einen frühen Tod bedeutet hätte - begann nach der Messe, wo er um Carlos Fürbitte bat, plötzlich problemlos zu essen, was dauerhaft anhielt. Untersuchungen haben ergeben, dass sich seine Organe überraschend verändert haben. 

Die Familie wurde auf Carlo Acutis aufmerksam, nachdem Fr. Marcelo Tenorio, ein befreundeter Priester der Familie, zufälligerweise online über das Leben von Carlo und dessen Seligsprechungsprozess aufmerksam wurde und seine Gemeinde zur Messe einlud, um seine Fürsprache zu erbitten. Ein - am Rande bemerkt - sehr auffälliger Zufall. 

 Am 5. Juli 2018 wurde die Seligsprechung von Papst Franziskus autorisiert, im Januar 2019 wurde sein Leichnam exhumiert und ist seit April im modernen Schrein im rechten Seitengang des Santuario della Spogliazione (auch bekannt unter dem Namen Santa Maria Maggiore) in Assisi untergebracht. Sein Herz wird in einem separaten Reliquiar aufbewahrt. 




Kurz nach seiner Seligsprechung gab es einige Protestanten und Atheisten, die über den neuen Seligen in Sportschuhe und Trainigsjacke wie üblich witzelten, wenn es um die Katholische Kirche und die moderne Zeit geht. Aber auch viele Katholiken haben in bester moderner Nerd-Tradition innerhalb  kurzer Zeit  einige Memes zum Schmunzeln über den hoffentlich bald auch ersten digitalen Kandidaten für einen Heiligsprechungsprozess munter über den weltumspannenden elektro-digitalen Äther verteilt...






Samstag, 17. Oktober 2020

"Wie die Sopranos, nur schlimmer": Joe Biden und die neue mediale Parallelwelt




Wie bei jedem Arbeitsmittel muss man sich immer bewusst sein, dieses entsprechend der realen Wahrheit anzuwenden. Liest man die Nachrichten, muss die Bedingung sein, dass diese auch stimmen - ansonsten macht es keinen Sinn, seine Zeit mit unwahren bzw. unbestätigten Meldungen allzu sehr zu vergeuden. Benutzt man eine Suchmaschine, so muss gewährleistet werden, dass die Ergebnisse auf neutraler Ebene angezeigt und nicht bevorzug werden (was bei bezahlter Positionierungen schon wieder in Frage gestellt werden darf) - sonst geht man im Zweifelsfall zu Alternativen über. Benutzt man einen Kommunikationsdienst, so sollte dieser ebenfalls keine Gruppe von Nutzern bevorzug behandeln, wenn er vorgibt, für jeden offen zum Informationsaustausch zu stehen.

Dieses Konzept wurde vorgestern auf atemberaubende Weise in einem Handschlag ad absurdum geführt.

Denn wegen einem einzigen Zeitungsartikel wurde das ersichtlich, was nach der Jungen Freiheit inzwischen von vielen Deutschen bereits gefürchtet wird - jedoch in den Vereinigten Staaten: Dass informelle und kommunikative Dienstleister das Wahlverhalten massiv beeinflussen können. Wovon Staaten wie Irland ein Lied singen können, vor allem im politisch-moralischen Bereich, der auch von den Medien zuletzt 2018 massiv beeinflusst wurde

Die Plattformen Facebook und Twitter haben einen speziellen Artikel der New York Post absichtlich blockiert; man konnte ihn einige Zeit lang nicht teilen, bei einem Klick auf den Link wurde vor einer unsicheren Weiterleitung gewarnt. Nicht einmal die New York Post selbst konnte ihren eigenen Artikel unter dem eigenen Namen teilen. 



Im April 2019 wurde ein Laptop wegen einem Wasserschaden zur Reparatur abgegeben, der nach einer bestimmten Zeit weder abgeholt noch bezahlt wurde, sodass er in den Besitz des Geschäftsinhabers überging, der mehrmals versucht hat, den Kunden zu kontaktieren. Nach eigener Aussage soll der Geschäftsinhaber festgestellt haben, dass sich brisantes Material auf der Festplatte befand: Es befanden sich neben expliziten Photos von Joe Bidens Sohn Hunter Biden auch E-Mails darauf, die nicht nur bestätigen, dass der damalige Senator, Vizepräsident und jetzige Präsidentschaftskandidat von den Geschäften seines Sohnes in der Ukraine gewusst hat (was dieser immer wieder auf Anfrage leugnete), sondern auch zeigen, dass sich Joe Biden selbst mit dem Vorstandberater BurismaVadym Pozharsky,  in Washington 2015 getroffen hat, und dafür sorgte, dass der staatlicher Ermittler Viktor Shokin entlassen wurde (nach Joe Biden wegen Korruptionsverdacht), der zur damaligen Zeit auch vorhatte, den privaten Gaskonzern (übrigens mit pro-russischen Verbindungen nach diesem BBC-Video vom September 2019) von Hunter Biden zu kontrollieren. Erreicht wurde diese Entlassung mit der Drohung Bidens, die Darlehensgarantie der damaligen Obama-Regierung von Einer Milliarden US-Dollar zurückzuhalten. 

Den brisanten Fund übergab der Geschäftsinhaber im Dezember 2019 an das FBI - für das er auch Dokumente erhielt, die ebenfalls der New York Post vorliegen. Bevor er jedoch die Festplatte übergab, machte aber er eine private Sicherheitskopie davon - anscheinend aus Misstrauen -, die er Robert Costello übergab, dem Rechtsanwalt des ehemaligen republikanischen Bürgermeisters von New York, Rudy Giuliani. Giuliani, der bereits im Februar 2020 auf die Dringlichkeit hinwies, Bidens Beziehungen zur Ukraine zu überprüfen, und sein Anwalt gingen dann auch damit an die Öffentlichkeit



Diese Daten müssen noch ausgewertet werden. Dennoch sind viele von der Echtheit alleine wegen den Bildern überzeugt, bei denen es sich tatsächlich um Hunter Biden handelt. Die Sperren, die auf Facebook und Twitter verhängten, um eine Verbreitung zu unterbinden, sorgten für einen weiteren Effekt, der auch als der "Streisand-Effekt" bekannt ist: Alleine durch den offensichtlichen Versuch, eine Information zwanghaft zu unterdrücken, sorgt man dafür, dass diese erst recht bekannt wird.





Diese Vorgehensweise war nicht nur auf den amerikanischen Kontinent beschränkt, sondern trat auch bei deutschen Twitter-Nutzern auf. Bei dem Versuch, den New York Post-Artikel zu Posten wurde der Vorgang blockiert und mir diese Nachricht hier angezeigt:

 

"Irgendetwas lief falsch, aber ärgere Dich nicht - versuch es einfach noch einmal."

Von Twitter und diversen Apologeten hieß es anschließend, dass es sich um gestohlene Daten handle und daher der Zugriff zu solchen problematischen Bericht erschwert werde. Aber wie der Journalist Tim Pool anmerkte: Wenn Berichte, die auf gestohlenen Daten basieren geblockt werden - warum wurde dann nicht der irreführende Bericht der New York Times geblockt, nach dem Donald Trump lediglich nur 750 Dollar Einkommenssteuern gezahlt hätte - was ebenfalls über illegale Wege recherchiert wurde?

Frei nach Walter Ulbricht: "Niemand hat die Absicht, unerwünschte Artikel zu zensieren."

Inzwischen gibt es nach einer Welle von Empörungen auf Twitter und Facebook keine Probleme mehr damit - der Artikel kann nun problemlos geteilt werden. Dennoch hinterlässt das Ganze - gerade wenn man auf solche Dienste als Informationsquelle angewiesen ist - einen bitteren Nachgeschmack, und zwar noch bitterer als nach diversen bizarren News-Patzern wie bei dem obigen Bild, das tatsächlich so öffentlich übertragen wurde.

Wenn bekannte Medien- und Verkaufsportale blocken, gäbe es noch die Möglichkeit, auf alternative Foren zurückzugreifen - auch wenn sich dabei mehr Probleme einstellen als bei den bekannten Plattformen, die praktisch Monopole bilden. Wenn dagegen internationale Kommunikationswege aus politischen Gründen manipuliert werden, stellt das ein weitergehendes Problem dar, da das allgemeine Informationsrecht, das zu den Elementen jeder Demokratie gehört, damit direkt angegriffen wird. 
 
Senator Ted Cruz hat dies offen in Washington als noch nie dagewesenes Politikum angesprochen - auch weil ein weiterer Artikel über Gelder auch China an Biden ebenfalls blockiert wurde. 


Aber selbst wenn man auf alternative Medien oder Funktionen umsteigen sollte, ergeben sich Probleme: Bei kleineren Plattformen gäbe es auch gleichzeitig theoretisch zahlenmäßig weniger Kontrollen durch Mitnutzer (abgesehen diese sind gut informiert und darin auch engagiert), außerdem würde das Nischendasein von den meisten als nicht vertrauenswürdiger wahrgenommen werden als ein weitgestreuter, "problemloser" Kanal. Eine ironische Randbemerkung dazu wäre, dass der Begriff "Verschwörungstheoretiker" zum ersten Mal negativ während der Watergate Affäre benutzt wurde, um Personen als Spinner abzustempeln, die an die Möglichkeit einer solchen Verschwörung glaubten. Inzwischen kann man praktisch jeden damit abstrafen, der nicht dem am weitesten verbreiteten Narrativ folgt - auch wenn diese dabei vollkommen im Recht sind. 
 
Womit wir auch beim nächsten und finalen Problemfeld wären: Der Mensch an sich. 

Dass Menschen korrupt sein können, weiß man praktisch schon seit dem Bestehen der Menschheit. Trotzdem schockiert es nicht nur, wie die Korruption in scheinbar in alltägliche Bereiche eindringt, sondern mit welcher Verbissenheit diese Dinge auch von Nichtbeteiligten verteidigt werden. 

Und das gerade von Medienvertretern, die offen gegen Donald Trump und für Joe Biden sind - egal ob er überhaupt seine Versprechen einhält (von den Plänen, die er nicht verraten will, mal ganz abgesehen), die Präsidentschaft überhaupt ein Jahr überleben würde oder sogar geplant wird, ihn abzusetzen und Vizepräsidentin in spe, Kamala Harris, automatisch nachrücken zu lassen - wahrscheinlich auch mit so richtig durchgeknallten Gestalten wie Alexandria Ocasio-Cortez in der Warteschleife. Und die auch genug Nachsprecher haben, die ihnen unkritisch folgen. 

Der Moderator Jack Murphy fragt an dieser Stelle zurecht: "Ist das nur dumm oder schon diabolisch?"



Auf diversen Nachrichtenseiten hieß es zu den Blockaden geradezu explizit, dass sich Trump und die Republikaner darüber aufregen (Neee... die Millionen neutralen Twitternutzer sind ja nicht weiter wichtig) wie beim Sender ABC (ja, dieselbe ABC die sich damals mit der Pell-Affäre so richtig selbst ins Knie geschossen hat und es bis heute zu ignorieren versucht). Die deutschen GMX News wartet mit einem ähnlichen Artikel auf - und berichtet ohne weitere kritische Überprüfung über eine kommende Simpsons-Folge, in der auch offene Falschmeldungen und Halbwahrheiten über Donald Trump oberlehrerhaft als "Gründe" aufgeführt werden, ihn nicht zu wählen. Bill Maher, ein weiterer Beschäftigter der Unterhaltungsindustrie, bezeichnete die Veröffentlichungen Giulianis als "krank " und "Schmierenkampagne", die "Fakten-Check"-Seite Snopes (die übrigens die konservative Satire-Seite The Babylon Bee vor einiger Zeit der "Faktenprüfung" unterzogen hat - was von dieser ordentlich auf´s Korn genommen wurde), sieht dahinter eine politische Strategie, um die Vorwürfen gegen Trump für dessen Amtsenthebung gegen seine Gegner zu verwenden. Vorwürfe, die in der Zwischenzeit wegen Mangel an Beweisen teilweise völlig entkräftet sind. Auch andere Nachrichtenseiten schlagen in die Kerbe der offenen Dubiosität - die Mühe, den Skandal von Joe Biden fernzuhalten, kann man förmlich wie Angstschweiß herausriechen. 

Inzwischen gehen aber einige Journalisten dazu über, Rudy Giuliani wegen seiner Veröffentlichungen selbst Verbindungen zu Russland in die Schuhe zu schieben. Was nicht nur jeglicher Ironie, sondern sogar einer ordentlichen Portion Zynismus nicht entbehrt. 


 
Vorfälle wie dieser machen wieder mal deutlich, wie abhängig der moderne Mensch von Unternehmen und Betreibern ist, von denen er nicht weiß, welche Agenden sich noch hinter dem sachlichen Gesicht  verbergen. Zugegeben, nicht jeder Metzger muss ein potentieller Fritz Haarmann sein, nicht jede in den Nachrichten gesendete Meldung muss manipuliert sein. Trotzdem sorgen gerade solche Vorkommnisse dafür, dass das Vertrauen der Bürger erodiert, da man versucht, sich ihrer meinungspolitisch zu bemächtigen auf dem bisher direktesten und vertrauenswürdigsten Weg - und dabei erst recht noch Panik vor "alternativen Berichterstattungen" schürt, für die man bereits selbst sorgt. 

Die beste mindeste Lehre, die man daraus ziehen kann, wäre für die daran beteiligten Journalisten und Medienleute, dass so etwas nicht in Ordnung ist und man durch immer neue Ausreden sich eine Wirklichkeit imaginiert und anderen aufdrängt, die irgendwann zusammenfallen wird. Die nächste wäre, dass sie eine von Gott (Agnostiker und Atheisten würden an dieser Stelle von einer "durch die Realität" reden) gegebene umfassend gesellschaftliche Pflicht zur Objektivität und zu kritischem Hinterfragen der menschengemachten sozialen Verhältnisse haben - und dass ein Ganzes damit steht und fällt.

Aber man kann natürlich auch der Überzeugung sein, dass es sich mit realen Sachverhalten so verhält wie mit epischen Geschichten á la Harry Potter als eine Art narrativen sozialen Kitt und man nach Belieben diese durch Ignorieren oder Hinzufügen ändern kann, ohne dass es jemand merken muss und man gezwungen ist, eine Täuschung so lange aufrecht zu erhalten, wie die Leser damit einverstanden sind - wenn das auf dem Hintergrund von Macht und Geld geschieht, ist man natürlich schon wieder bei einem anderen Genre: 



[EDIT 21.10.2020: Habe nebenbei erfahren, dass auf der englischen Wikipedia der Artikel über Hunter Biden um die Bemerkung erweitert wurde, dass es sich bei der Affäre um die E-Mails um  "widerlegte (!) rechte Verschwörungstheorien handelt, die von Donald  Trump und seinen Verbündeten gepusht wurde, um die Geschäfte Bidens und dessen Antikorruptions-Bemühungen in der Ukraine in Frage zu stellen". Dass man von Wikipedia nicht alles für bahre Münze nehmen sollte, ist wahrscheinlich inzwischen schon Vielen bekannt. ]