Sonntag, 13. Juni 2021

Zeit für den Katechismus-Wal


Nettes Fundstück via Twitter: Hummerfischer aus Massachusetts wird beinahe von Wal verschluckt. 


Natürlich haben nun Viele Parallelen zum Propheten Jona gezogen, da es doch irgendwie möglich zu sein scheint, komplett von einem Walfisch verschluckt zu werden. Dass nach jüdischer Tradition (und Überlieferung der Kirchenväter) Jona nicht lebend, sondern tot drei Tage im Walfisch verbrachte, dann aber am Ufer von Gott selbst wiederbelebt wurde, zeigt gerade noch konkreter, was der Herr unter dem "Zeichen des Jona" (Mt 12,39) verstanden hat.

Hierzu sei auch auf den Bibelstudien-Kurs von Pater Dennis Gordon FSSP verwiesen, der die Pfarrei St Jan of Arc in Idaho leitet (für die übrigens derzeit auch ein Bauprojekt läuft) und neben den Live-Streams seine Videos auch auf den Youtube-Kanal Sensus Fidelium stellen lässt. 






Mittwoch, 28. April 2021

Lex Orandi, Lex Credendi - Letztendlich auch bei Hans Küng


Natürlich könnte man statt mit dem Begräbnis des Raymond Diocres bei diesem äußerst lesenswerten Artikel der Tagespost eher mit einem klassischen Küng-Witz kommen - der rückblickend doch genauso verstörend wirkt:  

"Warum würde Hans Küng nie selbst Papst werden wollen?
- Weil er dann ja nicht mehr unfehlbar wäre." 

 

[...] Die große Leerstelle dieser Feier, das ausgebliebene Zeugnis des Neuen Testamentes von Jesus Christus, dem Auferstandenen, in dem Gott selbst handelt und spricht, wurde noch vergrößert durch das verlesene Glaubensbekenntnis von Hans Küng, das am Ende des dritten Bandes seiner monumentalen Autobiographie steht. Darin dankt Küng für die Führung durch den „Urgrund, Urhalt und Ursinn unseres Seins, den wir Gott nennen.“ Über die Surrogate eines aufgelösten katholischen Glaubens konnte auch die Musikauswahl – Choral und Passionsauszug von Bach, Psalm in Vertonung von Mendelssohn – nicht hinwegtäuschen: Sie fungieren als kultureller Hintergrund, religiöse Atmosphäre, stimmungsvoller Glaubensersatz. Allerdings durfte sich durch die Überkommentierung des SWR für die Fernsehzuschauer diese Wirkung nicht entfalten. [...]



Samstag, 17. April 2021

Jonathan Pageau, Satanismus und die Hölle der Selbstobsession



Zu dem die Woche vor der Karwoche und Ostern veröffentlichten Musikvideo von Lil Nas X (das wegen pornographischen und anzüglichen Inhaltes nicht weiterverlinkt wird) kann man viel sagen - mal abgesehen davon, dass er vor einiger Zeit bei Kindern Werbung gemacht hat und auch mit Elmo aus der Sesamstraße einen gemeinsamen Auftritt hatte.  Auch bei den "aufgepeppten" Nike-Schuhen, von denen alle 666 Exemplare einen Tropfen menschliches Blut enthalten sollen, kann man schon eher etwas amüsiert sein, wenn man das Herumwinken nach  allgemeiner medialer Aufmerksamkeit schnell durchschaut hat. 

Andere Gedanken zu dem neusten Stück des Pop-Satanismus macht sich dagegen der auf diesem Blog bereits erwähnte orthodoxe Künstler und Youtuber Jonathan Pageau, der sich mit neben dem popkulturellen Symbolismus des Videos und der Serie "WandaVision" auch mit der geistlichen Dimension dahinter auseinandersetzte. Der Artikel wurde von Autor Rod Dreher, der im deutschsprachigen Bereich für sein Buch "Die Benedikt-Option" bekannt sein dürfte, auf The American Conservative veröffentlicht, nachdem Pageau´s zweimalige Versuche, die Analyse für eine Veröffentlichung auf Youtube aufzunehmen, nicht funktionierten. Was ihm bisher noch nie passiert sei. 
[EDIT: Wie man oben sehen kann, konnte Pageau doch noch das Video erstellen.]


[...] Satanismus ist Ironie in sich selbst, von seiner rituellen Version der Schwarzen Messen zu seinen mehr philosophischen sozialen Manifestationen ist es die Neuformulierung der christlichen Geschichte von seiner Umkehrung und narrativen Rand. Es ist der Wasserspeier als Priester, der Rebell als König. Die Schauspielereien, der "Witz" des Satanismus ist der wichtigste Gedanke seiner Bedeutung und seines Zieles und letztendlich seiner Qualitäten. Wenn man einen Satanist nach dem Stile LaVeys über ihre Religion fragt, werden sie antworten, dass sie nicht an Satan glauben. Das ist natürlich schwierig für uns Christen, die ihr Leben nach der Wahrheit und dem Glauben ordnen. "Warum geben sie sich solche Mühe für etwas, an das sie nicht glauben?" [...] 

[...] Geschichten haben Muster. Geschichten spielen sich selbst aus und wenn der Narrativ einmal ausgespielt ist, wird es immer Menschen geben, Geschehnisse und Organisationen, die diesen auf eine sehr tatsächlichen leibhaftigen Weise verkörpern werden. Die materielle Gründe, durch die das geschehen wird, sind eigentlich sekundär. Als Christus gesagt hat "Richtet nicht, damit ihr nicht gerichtet werdet!" [Mt 7,1], war das kein Moralisieren mit erhobenen Finger. Er hat den Leuten gesagt wie die Wirklichkeit funktioniert, wie die Projektion von Sünden auf unsere Feinde, diese fokussierte Aufmerksamkeit auf die Sünden anderer, den Platz für unser eigenes Ende bereitet, das Rätsel unserer eigenen Sphinx, und es ist diese speziellen Sphinx, von der wir verschlungen werden. [...]

[...] , man kann leicht sehen, wie all das mit Lil Mas Xs Montero und seinen Satanischen Schuhen verbunden ist durch eine seltsame Mischung aus Opfersein und Stolz. Genau wie Montero seine eigene Welt mit sich selbst bevölkert, besessen von seinem selbstbenannten Liebhaber, so hat auch Wanda alle anderen Seelen über ihre eigenen Launen gebogen und machte sie zu Ausdrücken ihrer selbst. Das ist wirklich der Ort, an dem der westliche Individualismus seine satanischen Farben zeigt. Während wir in amerikanischen Kinofilmen an die Szene am Ende gewohnt sind, in der all die Charaktere in einer Menge dem Protagonisten applaudieren als Stellvertreter für den Einzelnen und den zu kurz Gekommenen, sehen wir hier den Einzelnen mit seinen Eigenheiten, all seinen/ihren/ veränderlichen Gelüsten und Launen, während sie sich selbst als etwas aufspielen, nach der sich die gesamte Gesellschaft beugen und formen soll. 

In der Hölle von Montero sehen wir in flammenden Lettern das berühmte lateinische Sprichwort "amnat quod non intellegunt" (sie verurteilen, was sie nicht verstehen) eingraviert. Was mit diesem Bild gemeint ist, ist das ultimative Gegenteil: "Die Missverstandenen werden sie verurteilen." "Die Ausnahme wird die Regel entkräften."

Wenn in dem christlichen Bild, dem Hirten, der seine Herde ungeschützt verlässt, um das eine verlorene Schaf zu finden, haben wir hier eher das verlorene Schaf, das dem Hirten befielt, es nicht in seine Herde zurückzubringen - sondern die gesamte Herde in die Wildnis zu führen. Wenn wir in traditionellen Gesellschaften den Sündenbock-Mechanismus haben, der die Ausnahme opfert, um den Zusammenhalt zu erhalten, haben wir hier das Verlangen, die gesamte Welt für die Ausnahme zu opfern. [...] 

[...] Jemandem wie Lil Nas X dabei zuzusehen, wie er sich bei den Jubelrufen der medialen und kulturellen Türsteher über unsere Geschichten lustig macht, sie verhöhnt und auf den Kopf stellt, muss uns Christen daran erinnern, dass Christus Judas erwählte, der ihn aus seinem innersten Kreis aus verraten wird. Auf dieselbe Weise ist unsere gegenwärtige Situation Teil der Geschichte und die satanische Bilderwelt mit all ihrer Arroganz und Stolz legt in aller Schlichtheit den Schwachpunkt des modernen Säkularismus frei zutage. 

Und durch diese Bilderwelt, die wie eine Manifestation dessen erscheinen, wo Christen versagt haben, ist es letztendlich eine Neuformulierung der christlichen Geschichte vom Augenmerk zu dessen Gegenteil. Eine kopfstehende Welt, eine solipsistische, sterile und künstliche Welt muss zwangsläufigerweise zurückschnellen. Die Verherrlichung - sogar in verächtlichem Scherz - von satanischen Ausdrücken der Rebellion, erinnern uns, dass es nur der Gekreuzigte ist und die Geschichte des Selbstopfers, das diese endlose Revolutionen brechen wird. 





Weitere Vorträge von Jonathan Pageau sind verfügbar auf
- seiner Homepage von The Symbolic World
- Youtube
- Soundcloud
- iTunes


Samstag, 10. April 2021

Von Jerusalem über Eichstätt in die Ukraine: Das Heilige Grab im Schottenkloster


Neben dem Grab der heiligen Walburga und des heiligen Willibalds hat Eichstätt auch eine andere Besonderheit zu bieten. Im Schottenkloster im Osten der Stadt befindet sich eine Nachbau des Heiligen Grabes zu Jerusalem, so wie es seit der Freilegung durch Kaiser Konstantin den Großen als eigenes Gebäude innerhalb der Auferste- hungsbasilika bis heute besteht.

Während des Mittelalters entstanden verschiedenste Nachbildungen des Ortes, an dem Christus am dritten Tag nach seinem Leiden und Sterben am Kreuz von den Toten auferstand, was für alle nachvollziehbar zum Herzstück des christlichen Glaubens gehört. 

In Deutschland sind Rotunden-Kirchen zu nennen wie die um 820 unter Abt Egil erbaute Michaelskirche in Fulda, die damals noch Teil des 1803 aufgelösten Klosters war, und die nach 940 vom hl. Bischof Konrad erbaute Mauritius-Rotunde im Konstanzer Münster. Bei runden oder oktogonalen "Templerkirchen" bleibt für viele seit dem 19. Jahrhundert die Diskussion teilweise offen, ob es sich wie in den anderen Fällen ebenfalls um einen Nachbau der Auferstehungsbasilika handelt - oder doch eher um einen Nachbau des Tempels/Felsendomes, der sich noch heute auf dem Areal des ehemaligen jüdischen Tempels befindet und bisweilen von Graphikern wie Hartmann Schedel oder Pietro Perugino als rundes Gebäude dargestellt wurde. Diskutabel, weil gerne zu schnell Parallelen zwischen der Bauform und dem beliebtesten Ritterorden der Esoterikszene gezogen werden. 

Neben dem Nachbau der Gebäudestruktur der Basilika selbst sind auch mehrere Nachbauten der sogenannten Ädikula (lat. "kleines Gebäude") selbst zu nennen. In Deutschland ist das bekannteste freistehende Beispiel das Heilige Grab in Görlitz aus dem 15. Jahrhundert. Als besonders extravagantes Beispiel in Italien kann man die Marmorversion davon in der Florentiner Kirche San Pancrazio nennen.

Auch blieben volksnahe Darstellungen der Passion Christi nicht alleine auf das Heilige Land beschränkt. Neben den Passionsspielen, die während des Mittelalters in Europa abgehalten wurden, und den Niederschlägen in der Liturgie verbreitete sich im 15. Jahrhundert die Passionsfrömmigkeit, die in den "Ölbergen" ihren Ausdruck fand, die man sogar in mehreren benachbarten Dörfern einzeln an der Kirche oder den Friedhöfen vorfinden konnte, wo sich Menschen sammelten. Im badischen Dorf Oberöwisheim ist neben einer solchen figürlichen Darstellung auch eine komplette Kanzel und die Reste einer scheinbaren Totenleuchte oder sogar einer  Bildstocklampe erhalten. In einigen Ortschaften entstanden sogar Nachbildungen der Via Dolorosa, unter denen sich besonders der Kreuzweg in Bamberg als ältester vollständig erhaltener hervortut. Im kleineren Maße sind in vielen Gemeinden auch vereinfachte Darstellungen des Grabes Christi zur Kar- und Osterzeit vertreten, die danach aber meist wieder abgebaut werden. 


Nach diesem kurzen Exkurs nun also zurück zum Heiligen Grab in der Schottenkirche zu Eichstätt.
Erbaut wurde dieses im Jahre 1166 durch Domprobst Walbrunn von Rieshofen, darüber wurde eine Rundkirche "Zum Heiligen Kreuz" mit Ost- und Westchor errichtet. 1194 wurde die Kirche durch Bischof Otto geweiht, betreut wurde sie durch "Schottenmönche" - Benediktiner aus Irland - der Abtei St. Jakob in Regensburg, daneben befand sich ein Leprosenhaus für heimkehrende kranke Kreuzfahrer. Um 1460 verlassen die Mönche das Kloster, da das Vermögen durch das Leprosenhaus aufgebraucht worden ist. 1483 wird es von den Rebdorfer Augustinerchorherren übernommen. 

 

1552 wurde das Kloster von den protestantischen Truppen des Herzogs Moritz von Sachsen, der das Jahr darauf bei der Schlacht bei Sievershausen durch eine Schusswunde getötet wird, geplündert und entweiht, wobei das Heilige Grab bestehen bleibt, das 1610 aufgrund des Abbruches der inzwischen baufälligen Kirche - von Verfallserscheinungen wird bereits in Urkunden von 1441 und 1541 berichtet - abgebaut und die Teile eingelagert wird. Daher kommen auch die eingemeißelten arabischen Ziffern, die man dort noch heute sehen kann.


Bischof Johann Konrad von Gemmingen plante zusammen mit dem dem Baumeister Elias Holl, einen runden Neubau, der auf das Heilige Grab seine besondere Betonung legen sollte. Der Plan konnte nie ausgeführt werden, dagegen kam es erst 1623 unter dessen Nachfolger Johann Christoph von Westerstetten, der auch die Kapuziner nach Eichstätt berief, zur Grundsteinlegung des heutigen Kirchengebäudes, deren Planung der Kapuzinerpater Stephan von Ellwangen übernahm. Das Heilige Grab wird in dem wesentlich vergrößerten südlichen Seitenschiff untergebracht, das von Außerhalb betrachtet optisch nicht weiter auffällt. 


Neben Verputz und Bemalungen des Heiligen Grabes im 17. Jahrhundert - das 1625 neu geweihte Kloster blieb beim Stadtbrand 1634 während des Dreißigjährigen Krieges verschont - , der um 1935/36 wieder entfernt wird, kommen im 19. Jahrhundert die Galeriebrüstung und die Laterne hinzu, auch wenn diese alten Zeichnungen zufolge schon zuvor dort bestanden haben sollen. Das Heilige Grab ist trotz dieser Umbauten immer noch der am besten erhaltene Nachbau aus romanischer Zeit. Auch der mittelalterliche Kopf über dem Eingang des Grabnachbaus, der als Engelskopf beschrieben wird, blieb trotz immer wieder unruhiger Zeiten bis heute erhalten. Auch die Grabkapelle, die neben dem Vorraum mit kleinem Altar in Eingang eine Grabkammer mit einer Christusfigur darin birgt, ist immer noch begehbar. 


Der Konvent der Kapuziner im Schottenkloster wurde 2009 aufgelöst und 2012 von den Passionisten übernommen, die neben der Messe auch in den im Ostchor zugänglichen Beichtzimmer täglich das Sakrament des Buße spenden. Zu den bekanntesten Kapuzinern des Kloster gehörten Pater Ingbert Naab, der sich als Kritiker der NS-Politik seit ihren Anfänger hervortat und auch mit Fritz Gerlich beim "Geraden Weg" zusammenarbeitete, der 1934 nach der "Nacht der langen Messer" im KZ Dachau ermordet wurde und für den seit 2017 der Seligsprechungsprozess läuft, und Pater Viktrizinus Weiß, für den seit 1935 ebenfalls der Seligsprechungsprozess läuft. Für den übrigens auch Naab geworben hat, der heute noch auf dem Friedhof der Kapuziner in Eichstätt begraben liegt. 

  

Überraschend an dem Heiligen Grab dürfte die Akkuratheit dieses Nachbaus sein, nicht nur in den Proportionen, sondern auch in den verwendeten Maßgaben, dass eine Ausmessung vor Ort wie im Falle des Bamberger Kreuzweges in keinster Weise ausgeschlossen werden kann. 

Eine ganz besondere Anerkennung dieses Sachverhaltes erhielt das Heilige Grab von Eichstätt durch den griechisch-katholischen Metropolit von Ternopil, Vasyliy Semenyuk, der es als Vorbild für eine weitere Nachbildung für den ukrainischen Marienwallfahrtsort Zarvanytsja - dem größten in der Westukraine - nutzte als Teil eines "ukrainischen Jerusalems". Es solle vom Aussehen her orignalgetreuer sein als das Heilige Grab in Jerusalem selbst, das immer wieder renoviert und gleichzeitig äußerlich verändert worden sei. Das Heilige Grab in Eichstätt sei "aufgrund seiner Genauigkeit und seines guten Zustandes einzigartig"

Nach einem Besuch 2013 in Eichstätt sei Erzbischof Semenyuk sofort von der Idee eines Nachbaus für die Gläubigen in der Ukraine, die sich keine Reise ins Heilige Land leisten können, begeistert gewesen. Das Diözesanbauamt hat ihm auch die Bauzeichnungen gegeben. Einen letzten Schliff erfuhr das Projekt, das von 2014 bis 2018 verwirklicht wurde, durch einen nochmaligen Besuch durch die Architekten, die es nochmals für die Planung begutachteten und vermaßen. Ein besonderes Geschenk brachte Francesco Patton von der Franziskaner-Kustodie des Heiligen Landes mit: 
Ein Stein aus der Grabeskirche, der als Reliquie in den Nachbau eingebaut wurde. 



Samstag, 3. April 2021

The Catholic Talk Show: Wer war der Dieb, der neben Jesus gekreuzigt wurde?

 


In ihrer neuesten Folge wendet sich The Catholic Talk Show einer außerhalb der Passion eher wenig beachteten Persönlichkeit zu, die als "erster Heiliger" das Patronat der Gefängnisinsassen, Gefängnissen, Gefägnisseelsorgern, reuigen Verbrechern, (zum Tode) Verurteilten, Sterbenden und der Totengräber sowie der Städte Gallipoli in Italien und Merizo in Guam innehat: Der "Gute Schächer", der neben dem Matthäus- und Markus-Evangelium mit besonderem Augenmerk in der Passion des Lukas-Evangeliums erwähnt wird als Mitgekreuzigter Jesu und auch unter dem Namen "Dismas" bekannt ist. 


Ryan DellaCrosse: Was wissen wir über Dismas bevor er an das Kreuz kam?

Ryan Scheel: Nun ja... Überraschenderweise eine Menge und überraschenderweise nichts, korrekt? Also, alles was wir wissen über Dismas vor dem Karfreitag ist [aus der] Goldenen Legende 
[die als Quelle das apokryphe "Nikodemus-Evangelium" nennt], verstehst du?

Ryan DellaCrosse: Ja.

Ryan Scheel: Also eine dieser Goldenen Legenden - ich denke sie kommt von einer der syrischen Kindheitsevangelien, klar. Eine der syrischen oder arabischen Kindheitserzählungen sagt, dass Sankt Dismas der Name des Guten Schächers, der Name des Bösen Schächer Gestas ist, okay. Und als sie nach dieser Tradition auf der Flucht nach Ägypten - als Maria, Jesus und Joseph nach Ägypten gingen, um dem Herodes zu entkommen - durch die Wüste gingen, um dorthin zu gelangen, war die Welt zu dieser Zeit sehr gefährlich, weil es dort keine Polizeistreifen gab, und wenn man dort unterwegs war, du weißt schon, [konnte] man auf Banditen treffen. Das war eine sehr gewöhnliche Sache. Und nach der Tradition wurde die Heilige Familie von Gestas und Dismas angetroffen, als sie nach Ägypten gingen. Und Gestas sagte: "Schau dir mal diese Familie an. Was ist das da?" Und sie haben diese Reichtümer gesehen, bei denen es sich wahrscheinlich um die Gaben der Weisen [aus dem Morgenland] handelte. Und sie waren der Meinung: "Lass uns diese Leute ausrauben und ... [Geste] umbringen. Und Dismas war aus irgendeinem Grund bewegt bei dem Anblick des Jesuskindes und überzeugte Gestas, das nicht zu tun, und ging sogar so weit, sie unterzubringen und ihnen Essen und Proviant zu geben für ihre Reise. Und dann hat Maria ihm gesagt, dass: "Du wirst eines Tages dafür gesegnet werden. Eine Tages empfängst du einen großen Segen dafür, wie du uns behandelt hast." Und nach der Tradition, trug Dismas dies immer bei sich und hatte die Erwartung, dass das passieren wird, er hatte immer diesen Samen des Glaubens in sich. Nun, das ist eine...

Fr. Rich Pagano: Das ist eine wunderschöne Geschichte. Ich denke, die habe ich noch nie zuvor gehört. Hast du die schon gehört DellaCrosse?

Ryan DellaCrosse: Nein.

Ryan Scheel: Also, ja. Das...

Fr. Rich Pagano: Woher stammt die nochmal?

Ryan Scheel: Es ist eine der Kindheitserzählungen. Sie sind - du weißt schon - Tradition, apokryphisch [Schriften, die von der Kirche bei Zusammenstellung nicht zum Kanon der vom Heilgen Geist inspirierten Heiligen Schriften anerkannt wurden]. Wahrscheinlich nicht wahr oder vielleicht doch. Das waren die Traditionen der frühen Christen.

[...]

Ryan Scheel: Nun, der Name von Dismas kommt von dem griechischen Wort für "Sonnenuntergang". Daher kommt der Name.

Fr. Rich Pagano: Also Sonnenuntergang, um darauf anzuspielen, dass Jesus am Nachmittag gekreuzigt wurde und bis 3 Uhr, als er seinen Geist aushauchte, sich die Sonne verfinsterte und um zu zeigen, dass die Sonne unterging - ihr wisst schon, die Sonne der Gerechtigkeit ging auf in der Menschwerdung; die Sonne ging nieder in seinem Tod und Dunkelheit kam über die Erde und die Erde bebte. Und ihr wisst: Beim Tod von Dismas wurde Dismas zum Produkt von dem, was Jesus im Untergang der Sonne in [/und?] seinem Tod erreicht hat, indem er ihn zum neuen Leben erhob, zum neuen Aufgang, zum neuen Tag, wenn man das so sagen kann, in seiner Auferstehung. "Noch heute wirst d mit mir im Paradiese sein." Das ist das Versprechen, das Wirklichkeit wird in der untergehenden Sonne und wie passend ist es, dass der Name Dismas darauf anspielt. Das ist irgendwie bewegend.

[...]

Ryan Scheel: Und das ist einer dieser Fälle der Begierdetaufe. Okay.

Ryan DellaCrosse: Das ist ein guter Punkt.

Ryan Scheel: Wie konnte der heilige Dismas der erste Heilige werden - ihr wisst schon - er war nicht getauft. Und das war etwas ungewohntes für mich: Er war nicht getauft. Das ist das, was die Kirche als Begierdetaufe lehrt: Er hat es mit seinem ganzen Herzen verlangt, indem er den Retter anerkannte und sagte: "Herr, nimmt mich auf in dein Reich." [...]

Ryan Scheel: Eine andere Sache, die jedes Mal so interessant ist es, den reuigen und den reuelosen Dieb zu vergleichen und um was sie gebeten haben.

Ryan DellaCrosse: Ja.

Ryan Scheel: Dismas, der reuige Dieb hat nicht darum gebeten, heruntergenommen zu werden vom Kreuz. Gestas machte eine auf "Wenn du der Sohn Gottes bist, dann bring uns herunter." Dismas sagte: "Nimmt mich mit zu dir hinauf in dein Reich." So, wenn man am Kreuz ist, gibt es zwei natürliche Reaktionen oder zwei Richtungen: Du gehst runter oder du gehst hoch. Und es ist so interessant, dass er nicht gebeten hat, herabgenommen zu werden. Er hat darum gebeten, hinauf genommen zu werden. Und das ist der Grund, warum er dieser erste Heilige ist im Gegensatz zu Gestas, der als reueloser Sünder bekannt ist, der ... wer weiß, was mit ihm passiert ist.

Ryan DellaCrosse: Ja. Und das Heil kommt offensichtlich durch Leiden. Wie... Du weißt, das ist der Grund, warum wir während der Fastenzeit Opfer bringen. Darum bringen wir unsere Herzen zu Gott durch das Leiden. Leid hat einen Wert für das Reich Gottes, hat einen Wert im Gebet, um den Heiligen Geist auszugießen wie auch immer Gott entscheidet, es zu tun. Aber Gott berücksichtigt dieses Leiden. Wir leben in einer Welt, in der Leiden um jeden Preis ... ihr wisst, man versucht ihm aus dem Weg zu gehen. Wo Jesus das Leiden annimmt und [es] in der Anerkennung des Königs - wie du schon gesagt hast - zwei verschiedene Wege geht.
[...] 


Im Podcast wird außerdem die Kirche Saint Dismas erwähnt, die sich als einzig freistehende Kirche innerhalb eines US-Gefängnisses in New York befindet. Als einer ihrer prominentesten Spender ist der Mafioso Lucky Luciano zu nennen, der seit 1936 im Gefängnis einsaß und die Roteichenholz für die Kirchenbänke stiftete. Auch sollen sich in ihr zwei geschnitzte Engelsfiguren vom Flaggschiff des Seefahrers und Entdeckers Ferdinand Magellans befinden, die von dessen Nachkommen an die Kirche gestiftet wurden. 






Empfehlenswerte Links von The Catholic Talk Show:
- Die Homepage von The Catholic Talk Show
- Deren Youtube-Kanal
- Patreon-Kanal
- Facebook-,Twitter- und Instagram-Seiten





Samstag, 20. März 2021

Kardinal Woelki, Thomas Schüller und die liebe deutsche Journaille


Ein sehr lesenswerter Artikel von Martin D. Wind zur Causa Woelki wurde auf the GERMANZ veröffentlicht. Es geht dabei um die fragwürdigen "Ergebnisse" die bis hin zu einem Grad den man fahrlässig bizarr nennen möchte, an dem sich die deutsche Presse von einer Gruppe, die innerhalb der Kirche wie eine Wildsau im Weinberg wütet (ja, der Verfasser weiß ganz genau, wo dieser Ausdruck verwendet wurde - und es ist in keinster Weise ehrerbietend gemeint), an der Nase herumführen lässt. Was beileibe nichts Neues in den deutschen Landen ist. 

[...] [Thomas]Schüller liefert zuverlässig. Er liefert selbst dann, wenn ein 800 Seiten dickes Missbrauchsgutachten den Kölner Erzbischof, Kardinal Woelki, von persönlicher Verantwortung freispricht. Das alles zählt nicht, wenn Schüller einmal den Daumen gesenkt hat. In der Münsteraner Kirchenzeitung kirche + leben schwadroniert [was er übrigens schon öfter getan hat, nur mal so am Rande bemerkt] er mit Blick auf die Präsentation des Gutachtens von einer fehlenden Entschuldigung des Kardinals für eine „Instrumentalisierung“ des Betroffenenbeirats. In der Zeitung „Die Tagespost“ klärt das Mitglied des Betroffenenbeirates Peter Bringmann-Henselder auf, dass es die nie gab: „… alle anwesenden Beiratsmitglieder waren sich einig und haben einhellig zugestimmt, das WSW-Gutachten nicht zu veröffentlichen, sondern ein neues, rechtssicheres Gutachten durch Herrn Prof. Gercke erstellen zu lassen. …“. Das war auch schon vorher bekannt.

Das beirrt einen Thomas Schüller nicht. Oder meint er den Missbrauch des Missbrauchs für die Ziele der Frauenbewegung „Maria 2.0“, über das Bringmann-Henselder deutlich Worte verliert: „… Sie nutzen medial den sexuellen Missbrauch als Vehikel für ihre politischen Forderungen innerhalb der katholischen Kirche. In meinen Augen war dies ein Missbrauch an uns Betroffenen, an uns Missbrauchsopfern. (…)“ Hier hört man vom Kirchenrechtler nichts. Liegt das daran, dass „Maria 2.0“ Forderungen an Papst Franziskus stellt, von denen auch er einige vertritt?
[...]

Ironischerweise wird im Artikel ebenfalls auf ein Thema verwiesen, dass auch international zwar von Vielen bisher angesprochen wurde, aber im ach so aufgeklärten und auf empirische Ergebnisse ausgerichteten deutschen Journalismus gemieden wird wie das Weihwasser vom Teufel - außer es geht um die negativen Effektes des Zölibats, wo aber auch wieder das selbe Spielchen gespielt wird, das bei anderen Gruppen gerne unterlassen wird

[...] Inzwischen wurde aber geforscht. Z. B. von Father Paul Sullins am Ruth Institute der Catholic University of America, Washington D.C.:

„Sexueller Missbrauch in der katholischen Kirche hat sehr viel mit der Homosexualität von katholischen Priestern zu tun. Die Korrelation beträgt 0, 98, was in der Sprache der Statistik eine nahezu vollständige Übereinstimmung bedeutet. (…) Demnach sei der Anteil homosexueller Männer unter den Priestern seit den fünfziger Jahren bis in die achtziger Jahre stark gestiegen. (…) Dieser Trend war stark gekoppelt mit zunehmendem Kindesmissbrauch. (…)“
[...]


Dienstag, 16. März 2021

Sankt Joseph, Schrecken der Transen. Oder: Milo goes Superstraight


Man darf nun darüber schmunzeln, ob das im Kontext zum neuesten Aufreger jetzt nur ein Zufall sein kann - aktuell ist es auf jeden Fall:

Milo Yiannopoulos aka. die "Ken-Puppe aus der Hölle", von dem auf diesem Blog bereits berichtet wurde, hat sich von seinem bisherigen homosexuellen Lebensstil distanziert und sich dem heiligen Joseph geweiht. Der provokante Journalist und Redner, der sich mal Themen wie Gamergate und dem aufkommenden Phänomen der "Social Justice Warriors" (kurz SJWs) zuwendet, dann indirekt Wahlwerbung für Donald Trump betrieben hat, um dann anschließend an einer Universität, wo gegen ihn wegen angeblicher Frauenfeindlichkeit als Drag Quenn Ivanka Wall einen Vortrag zu halten und dann nach dessen Wahlniederlage den Republikanern Rache schwörte, ist bereits seit längerem für seine persönlich sehr orthodoxe Nähe zu katholischen Kirche bekannt. 

Anders als beispielsweise Francis Palmquist behauptet, der ein Jahr nach seiner Weihe zum FSSPX-Priester sowohl von seiner Weihe als auch von seinem Glauben abgefallen ist (was Kritiker der Priesterbruderschaft in den USA natürlich genüsslich ausschlachten, er aber kritisch zurückweist) und seit einiger Zeit unter dem Kanal-Namen " I am Judas Project" auf Youtube herumtuntet, hat sich Yiannopoulos nicht zum Katholizismus "bekehrt". Obwohl er offen zugab, mit der Enthaltsamkeit so seine Probleme zu haben, war er gegen eine Unterstützung der Homosexuellenverbände durch die Kirche, auch speziell im Hinblick auf die Priesterseminare, wobei er explizit auf die Gefahr der Seilschaften-bildung untereinander und einer sich damit anbahnender Korruption einer durch persönlichste Interessen geleitete Gruppe innerhalb des Klerus hinwies wie im Falle von Theodore McCarrick. Was unter anderem James Martin SJ zu spüren bekam, dessen Interview mit ihm letztendlich nicht im Amerikanischen Jesuiten-Magazin abgedruckt wurde, sodass Milo es privat veröffentlichte, der in diesem Interview besonders auch durch seine Kenntnisse der Kirchenväter und des Katechismus glänzte. 

Nun also der große Paukenschlag, den er in einem Interview mit LiveSite News näher darlegt:

Milo: [...] Ich fühle als hätte sich ein Schleier in meinem Haus gelüftet - als wäürde da etwas mehr reales und ehrliches als zuvor vorgehen. Es war mehr ein stufenweises Aufdecken gewesen als eine dramatische Enthüllung. Vielleicht ist der Mangel am theatralischen oder spektakulären ein Zeichen dafür, dass die schwulen Reize wahrhaft zurückgehen?

Die beste Metapher, die ich kenne ist die einer blühenden Blume - aus der Offenbarung der Natur -, ein Bild, das meines Wissens von Caryll Houselander [Katholische Künstlerin, Poetin und Schriftstellerin asu England] gefunden wurde. Ich denke, dass es Houselander war, die sagte "Was immer liebend im Menschen ist und was immer liebenswürdig ist im Menschen ist Christus im Menschen." Ich verstehe das so, dass je mehr Liebe und weniger Lust in uns ist, desto mehr hören wir auf, Christus zu verdunkeln und Ihn stattdessen zu enthüllen, in dessen Bild wird geschaffen sind.

Ich will damit nicht den Eindruck erwecken, dass es leicht sei, sondern einfach: Unser Herr hat mehr ertragen als ein Jeder von uns und hat uns versichert, dass wir täglich ein chweres Kreuz auf uns zu nehmen hätten. Ronald Knox [Katholischer Priester, Radiosprecher, Satiriker und Kriminalbuchautor, ebenfalls aus England] hat gesagt, dass der Kreuzweg uns drei Arten zeige, wie wir unser Kreuz tragen: Mit Verbitterung, wie der reuelose Dieb; mit bitterer Resignation wie der reuige Dieb, der sagte, dass es das sei, was er verdient habe; oder mit Liebe wie der Herr, der niemals das Leiden verkleinert hat, aber uns sagte, es würde in Gottes Zeit uns erlösen.

Insgeheim fühle ich, in diesem Leben schon genug Gutes getan zu haben, um mich von irdischer Buße für mein vergangenes Leben zu entschuldigen. Ihre Leser werden zweifelsohne antworten - zurecht -, dass diese Bemerkung zeige, wie weit ich zu gehen habe. Den besten Tipp, den ich anderen in meiner Situation geben kann ist: Überdenkt euren Stolz, nicht eure Priviligien. Es ist so oft Eitelkeit oder die Einbildung der Selbstzufriedenheit, die einem in die Quere kommt, Christus anzunehmen. Lern es zu fassen, bevor es Wurzeln schlägt, und schwierige Dinge scheint auf einmal nicht mehr so schwierig. 

LifeSite: Was hat dich dazu gebracht, dein Leben dem heiligen Joseph zu weihen?

Milo: Säkulare Versuche, von der Sünde zu genesen sind entweder zeitlich oder vollständig ineffektiv. Erlösung kann nur durch die Ergebenheit an Christus und die Werke der Heiligen, Katholischen und Apostolischen Kirche erreicht werden. Der heilige Joseph ist die geistliche Vaterfigur der Heiligen Familie. In dieser Zeit des Gender-Wahnsinns ist die Hinwendung an den männlichen Beschützer des Jesuskindes meinerseits ein Akt des Vertrauens in Gottes heiligen Patriarchen und eine Zurückweisung des Schreckens der Transsexuellen [Anm.: Eine Anspielung auf die Josephslitanei, in der er der "Schrecken der bösen Geister" genannt wird]. Transen sind dämonisch: Sie sind die Galli, die kastrierten Priester der Kybele, der Magna Mater, die Augustinus in den Straßen von Karthago in Frauenkleidern tanzen sah.

Ich will nicht einmal mit der Drag Queen Story Hour anfangen. Für mich braucht es nur diese vier Worte, um vom Bedürfnis überkommen zu werden, mir einen Strick zu besorgen. 

LifeSite: Gibt es noch etwas, das du hinzufügen möchtest?

Milo: Ich habe ein Leben lang eine Neigung zum Absurden und Empörenden gehabt, so dass ein Teil von mir vergnügt den Tag erwartete, an dem ich die moralische Überlegenheit erlangen konnte, wie kurz auch immer, um andere für die Fehler der Frömmigkeit und Dezentheit vorzuladen. Ich hoffe, dass man mich unterstützt und für mich betet, wenn nicht für einen anderen Grund als meine Freude auf die Aussicht von Milo Yiannopoulos zu teilen, gegen Homosexuelle wegen der Sünde des Fleisches blindwütig und ungehalten zu zetern. 

Wie Sie vielleicht erwarten, werden meine professionellen Prioritäten sich nach meinen neuen spirituellen Hauptbeschäftigungen irgendwie verlagern. Über die nächste Dekade würde ich gerne helfen, das zu rehabilitieren, was die Medien "Konversationstherapie" nennt. Es funktioniert, wenn auch nicht für jedermann. Im Hinblick auf meine übrigen Bestrebungen und Pläne gibt es, nun ja, keine Änderungen: Ich habe schon immer Abtreibung als den herausragenden moralischen Horror der menschlichen Geschichte betrachtet. Ich werde das weiterhin so sagen - sogar lauter als zuvor.

Man sagt, dass wenn man eine Sünde hereinlässt, dass andere folgen werden, und ich weiß wahrlich, was das bedeutet als ich anfing, sündhaften sexuellen Begierden zu widerstehen. Ich fand mich weniger trinkend, weniger rauchend, ... Sie wissen schon. Ich bekenne, dass meine Schwäche für Designerschuhe und Handtaschen noch zerstreut werden muss. Aber ich beginne zu realisieren, wenn auch langsam, dass Lust - wie Augustinus sagt - ein ungeordnetes Verlangen für alle Arten von Dingen ist, nicht nur für NFL [Anm.: American Football] Spieler. 


Wie man sieht, bedeutet wohl das nicht das Ende des provokant-kecken Aktivisten. Neben seiner Ankündigung, in Florida ein "Zentrum für Entgiftungstherapie" für Menschen zu eröffnen, die sich von ihrem homosexuellen Neigungen befreien wollen und einer offenen Kritik des "so geboren werden"-Arguments, kündigt er sein Steckenpferd an, das er bereits in der Gamergate-Sache fleißig geritten hat: 






Dienstag, 2. März 2021

Andacht für eine Priesterseele im Fegefeuer


Als Ergänzungen zu dem Artikel über die Allerseelenbruderschaft bei St. Kajetan in München sei eine weitere Andacht empfohlen, die ich zufälligerweise unter einem Stapel Gebets- und Andachtskärtchen in einem Antiquariat gefunden habe und ein zweites Mal in der Bücherauslage einer Kapelle der Piusbruderschaft. Das auf der Rückseite aufgedruckte Impressum gibt neben dem Erscheinungsort "Benediktus-Bote, 1952, Verlag Reisinger, Wels" auch die Imprimatur an: "Mit kirchlicher Druckeraubnis. Cum permissu Superiorum."


Für die ärmste Priesterseele
Eine Barmherzige Schwester schrieb am 23. Mai 1952: Euer Hochwürden! Ich lese sehr gerne den Benediktus-Boten. Was mich besonders freut, ist das, daß viele die verlassenen Priesterseelen um Hilfe anrufen und auch erhört werden. Ich bin eine besondere Verehrerin dieser Andacht. Und ich muß sagen, daß ich immer erhört wurde. Daher würde ich mich sehr freuen, wenn Hochwürden so gut wäre und die beiliegende Andacht in die Zeitschrift geben möchte. Vielleicht würden manche Leser diese Andacht verrichten. Ich bete dieselbe ununterbrochen, acht Jahre täglich. Diese Andacht stammt aus einer alten Zeitschrift. Besonders im innerlochen Leben hilft sie wunderbar. Sie wird von unseren Schwestern sehr gern gebetet, wenn sie auch keine Anliegen am Herzen haben. Eine Schwester betete auch die Andacht laufen ein Jahr hindurch. Und dann hatte dieselbe gedacht, ich gebe es wieder auf. Und in derselben Nacht träumte sie: Die Schwester befand sich in der Kapelle und betete diese Andacht, da ging die Sakristeitür auf und es kam ein wunderbar schöner Bischof, segnete sie dreimal sehr würdevoll und kehrte mit Infel und Stab wieder in die Sakristei zurück. Und so faßte die Schwester Mut und betete wieder weiter diese Andacht. Eine zweite Schwester betete im Jahre 1946 diese Andacht, daß ihr Bruder heimkehre, der in Gefangenschaft war; die Andacht war abgeschlossen und nach einigen Tagen kam der Bruder heim. Gerade am Heiligen Abend, wo die Frau mit ihren drei Kindern betete, klopfte es an der Tür. Und der Vater kam heim...

Ich schreibe das, vielleicht wenn es Hochwürden hineingeben würde, um die Leser mehr anzueifern. Ich betete zwei Andachten hintereinander für eine laue Priesterseele. Er war ein Spitalseelsorger und so luden ihn die Ärzte öfter ein. Und es wurde nach 12 Uhr nachts noch Wein getrunken. Eines Tages gab der Priester diese Gewohnheit auf. Er wußte nicht, daß jemand für ihn gebetet hat. Wir waren einige Schwestern, die beteten. Er bekehrte auch den Arzt. Und der Priester führt ein vorbildliches tugendhaftes Leben.

Ich werde besonders Hochwürden in mein Gebet und Opfer einschließen und alle Mitwirkenden. Ich werde auch für die Verbreitung sorgen.

Um den heiligen Segen bitten die Barmherzigen Schwestern ..
.


Andacht zu den Armen Seelen
Hauptsächlich zur Seele jenes Priesters, die im Fegfeuer am meisten zu leiden hat, um eine besondere Gnade zu erhalten.

Wenn man bedenkt, daß Gott die Priester, wie seinen Augapfel liebt, ist gewiß, daß man dem Herrn sehr wohlgefalle, wenn man für die Seele jenes Priesters betet, die im Fegfeuer am meisten zu leiden hat, und Gott wird ohne Zweifel die gewünschte Gnade gewähren.

Die hohe Stufe, die den Priestern im Himmel zuerkannt wird sobald sie die Befreiung aus dem Fegfeuer erlangen und das Richteramt, das dieselbe am Letzten Gerichtstage ausüben werden, alles das möge uns aneifern, die folgende Andacht mit größerem Eifer und Vertrauen zu unternehmen, in der besten Überzeugung, daß wir durch die Fürsprache jener Seele erlangen werden, was wir von Gott erbitten.

Die Andacht macht man in folgender Weise: Man wählt die Seele jenes Priesters, die im Fegfeuer am meisten leidet, damit sie uns von Gott die gewünschte Gnade erbitte.

Zu diesem Zwecke opfert man 33mal jeden Tag hindurch zum Andenken der 33 Lebensjahre unseres Herrn Jesus Christus das kostbare Blut auf.

Jeden Sonntag empfängt man die heilige Kommunion, opfert sie für die Seele auf, welche man einschließt. Man schließt die erste Woche in die heilige Wunde der linken Hand, die zweite Woche in die Wunde der rechten Hand, die dritte Woche in  in die Wunde des rechten Fußes, die vierte Woche in  die Wunde des linken Fußes, die letzten fünf Tage in die heilige Seitenwunde unseres Herrn Jesus Christus. Während der ganzen Andacht stellt man sich unter dem Schutz Unserer Lieben Frau, indem man sie täglich anruft, damit sie uns helfen möge. Es hat sich noch nie ereignet, daß derjenige, welcher die genannte Andacht mit Eifer verrichtete, nicht erhielt, um was er flehte.


Gebet

Ewiger Vater, ich opfere dir das kostbare Blut auf für die Seele jenes Priesters, die im Fegfeuer am meisten zu leiden hat und am verlassensten ist.
(Täglich 33mal zu beten.)

Und du, o heilige Seele, erbitte mir die Gnade, wenn es zur Ehre Gottes gereicht und zu meinem Seelenheile. (Hier sagt man ein Anliegen; einmal.)

O unsere Liebe Frau vom Heiligen Herzen, bitte für diese arme Priesterseele. (12mal zu beten.)