Mittwoch, 21. August 2019

"Enter the White Pill - also called: The God Pill"




Man hat von ihnen sicher schon in vielen Internet-Kommentaren gehört: Red Pill (angelehnt an eine Schlüsselszene aus dem Sci-Fi-Film "The Matrix"), die Feststellung, dass es sich mit der Wirklichkeit ganz anders verhält als einem bisher gesagt worden ist, und Black Pill, die definitiv depressivere Version davon.

Von der Existenz einer "White Pill" spricht dagegen der im vorangegangenem Posting zitierte Youtuber Dave Cullen aka Computing Forever in einem Video über seine Annäherung an den christlichen Glauben. Grund dafür waren unter anderem seine persönliche Auseinandersetzung mit Themen aus dem politischen Bereich, die vor allem das Thema Political Correctness, Zensur, Manipulation der Medien und die Auflösung gesellschaftlicher Normen betraf.

[...] Wenn es sich bei der Red Pill um die Feststellung handelt, dass du belogen wurdest, geht es bei der Black Pill darum, wie du lernst, wie gefährlich diese Lügen tatsächlich gewesen sind. Bei der Black Pill gehst du diesen Dingen tiefer auf den Grund und lernst, wie schlecht die Dinge geworden sind. Es ist der Ort, wo die Konsequenzen des Bösen offensichtlich werden. Es ist aber auch der Punkt, wo du einen Grad an Hoffnungslosigkeit und Niedergeschlagenheit zu entdecken beginnst. Das ist der absolute Tiefpunkt. Aber glücklicherweise führt der einzige Weg von hier nach oben. Dinge können trostlos erscheinen, aber man kann nicht länger blackpilled bleiben. Es ist einfach zu schwierig, Nihilismus und Verzweiflung für einen ausgedehnten Zeitraum zu hegen. Möglicherweise beginnt sich ein Verlangen nach Hoffnung, Optimismus und Sinn zu entwickeln. Die Seele braucht Nahrung.

Nimm die White Pill - auch bekannt als die God Pill. Du beginnst, nach Handlung, Ordnung, Daseinssinn und geordneten Werten zu verlangen. Die Welt beginnt vielleicht verrückt zu spielen, aber du tust es nicht. Die wichtigsten Werte, die westlichen Nationen in den letzten fünfzig Jahren von den Linken abgenommen wurden, beginnen stückweise Sinn zu machen. Ich denke, ich habe mich selbst als Atheist bezeichnet seit ich 13 Jahre alt war. Ich habe die religiösen Lehren meiner Eltern abgelehnt, die beide fromme Katholiken und ziemlich konservativ waren. Und als ich in das Teenager-Alter kam, begann ich, liberaler zu werden und ich glaubte, dass ich alle Antworten erhalten werden würden; dass Wissenschaft und Säkularismus ein ausreichender Ersatz für Religion und Glaube seien. Aber als ich älter wurde, wurde ich auch konservativer und ich begann zu realisieren, dass die Weisheit meiner Eltern auf etwas zeitloses, universelles und seit Jahrtausenden ausprobierte und geprüfte basierte. […]

[…] Meine Mutter, die eine fromme Christin war, starb vor 22 Monaten. Seit ihrem Tod, hatte ich das Gefühl, dass irgendetwas in mir sich meldete, was davor noch nie war. Als wäre, als sie gegangen ist, ein Türspalt zu einem andern Ort offen, weit genug für eine Art von Licht, das hindurch kam. Ich kniete mich eines nachts zum ersten Mal seit Jahren hin und betete das Vaterunser. Ich habe als Kind das Vaterunser viele Male aufgesagt. Ich habe es wiederholt wie ein Mantra - Wörter, die für mich tatsächlich nichts bedeuteten. Aber dieses Mal änderte sich plötzlich etwas als ich die Stelle "führe uns nicht in Versuchung" erreichte. Man kann auf diese Worte blicken und deren Sinnzusammenhang nicht interpretieren. "Führe uns nicht in Versuchung" - was ist so objektiv schlimm an Versuchung? Es ist der nächste Abschnitt, der in mir plötzlich einen Schalter umlegte, weil dieser die vorangehende Stelle rechtfertigte: "Sondern erlöse uns von dem Bösen." Also "führe uns nicht in Versuchung" SONDERN "erlöse uns von dem Bösen". Plötzlich, zum ersten Mal bei allem, was ich bisher in der Welt mitbekommen habe, konnte ich den Kontext verstehen, warum dieses Gebet auf diese bestimmte Weise verfasst wurde.

Was haben die Linken seit Jahrzehnten verkündet? Versuchung, Sünde, Gier, Materialismus, das Abweichen vom Weg, die Leugnung der Natur. Wenn du die Menschen korrumpierst, Laster empfiehlst und deren basischen animalischen Instinkte, führst du die Zerstörung des Nationalstaates herbei. Promiskuität statt Monogamie führt zu ungewollten Schwangerschaften, zerbrochenen Familien, niedrigen elterlichen Anstrengungen. Die Ehe wird durch den Feminismus zerstört, alternative Lebensstile werden empfohlen. Die aktive sexuelle Einheit zwischen Menschen wird nicht mehr respektiert, Schwangerschaft und die Schaffung neuen Lebens bekommen einen neuen Sinn. Wenn man nicht mehr an eine Kraft hinter dem Menschen glaubt, wird der Staat zum Gegenstand, von dem jeder abhängig ist - von der Sozialhilfe bis zu deren Rechten. Er wird extrem mächtig und bald danach autoritär.

Plötzlich erblickte ich in diesen wenigen Worten des Vaterunsers eine Erkenntnis und eine Wahrheit, die sich mein ganzes Leben lang direkt vor meinen eigenen Augen verbarg. Wie es E. Michael Jones bezeichnen würde: LOGOS. Der heilige Augustinus sagte, dass ein Mensch so viele Herren hat wie Laster. Und wie es E. Michael Jones geschildert hat, haben die Linken Laster als eine Form von Befreiung verkauft. In Wirklichkeit wurden wir versklavt von unseren tiefsten gierigen und primitiven Trieben und somit viel einfacher von Machthabern zu kontrollieren. Die Menschen wurden gefügig, formbar und atomisiert, besonders seit die Identitätspolitik promoviert wurde, um die Menschen noch mehr zu spalten und zu vereinnahmen. […]










Noch mehr Videos und regelmäßige Kommentare vom irischen Youtuber Dave Cullen zu Technik und Zeitgeschehen gibt es hier:
- Youtube-Kanal von Computing Forever
Empfehlenswert sind auch die Kommentare zu Sci-Fi-Themen
- Homepage-Archiv von Computing Forever
- Die Facebook-Seite von Computing Forever
- Die Patreon-Seite hat er übrigens selbst aufgelöst.
Für Unterstützung bitte die Homepage benutzen

Montag, 19. August 2019

Warum denken noch mal so viele darüber nach, zu alternativen Suchmaschinen zu wechseln?


Ach so. Darum.
Und das war "lediglich" Irland.



Was natürlich die Frage aufwirft, was man dagegen tun kann.



Und die Frage, wie man das tun kann. In der letzten Zeit sind alternative Suchmaschinen wie Duckduckgo beliebter geworden, auch hat der hier schon einmal erwähnte kanadische Professor Jordan Peterson angekündigt, eine offene Youtube-Alternative für freien Meinungsaustausch zu entwickeln. Ansonsten wäre der Normalfall, großen Plattformen und Anbietern in klassischer Flüsterkneipenmanier zu umgehen (nicht vergessen: Das habt ihr nicht von mir.) - der Rest wird sich dann irgendwie in naher Zukunft ergeben, bei der man etwas skeptischer als bisher sein sollte.










Noch mehr Videos und regelmäßige Kommentare vom irischen Youtuber Dave Cullen zu Technik und Zeitgeschehen gibt es hier:
- Youtube-Kanal von Computing Forever
Empfehlenswert sind auch die Kommentare zu Sci-Fi-Themen
- Homepage-Archiv von Computing Forever
- Die Facebook-Seite von Computing Forever
- Die Patreon-Seite hat er übrigens selbst aufgelöst.
Für Unterstützung bitte die Homepage benutzen

- Und das erwähnte Whistleblower-Video von Project Veritas

Sonntag, 18. August 2019

Die "Armut" des Heiligen Franziskus

Ein lange und hartnäckig gepflegter Mythos ist der des Heiligen Franziskus als Purist, der alles Prunkvolle den Armen gegeben hat. Für viele "Liturgiereformer" bedeutete das auch, liturgische Kunstwerke freizugeben und den Gottesdienst stattdessen (in vielen Fällen sogar unbewusst) für Virtue Signaling zu gebrauchen (und für das hier. Was es auch immer sein soll).

Ruft man sich dagegen in Erinnerung, dass gerade die Franziskaner sich nicht nur um eine anschauliche und betrachtungsfördernde Liturgie einsetzten, sondern auch selbst der "franziskanischen Bescheidenheit" eine Auszeit gönnten, wenn es um die Feier der Heiligen Geheimnisse ging, ist man dagegen mit dem Gegenteil davon konfrontiert.

Dass es sich dabei um KEINE Spätentwicklung handelte, dürfte auch aus den erhaltenen Kleidungsreliquien des Franziskus deutlich werden, über den das Liturgical Arts Journal einen kurzen, aber prägnanten Artikel verfasst hat. Denn zum einen wären da die üblichen berühmten "Lumpen" des Franziskus, die er im Alltag trug. Und zum anderen seine Albe, die er in seiner Funktion als Diakon trug, die vor allem durch ihre aufwendige Ornamentik auffällt, die selbst die meisten moderne Alben, die für den Außerordentlichen Ritus gebraucht werden, nicht mehr erreicht haben.



Ein solches Nachstellen des Privaten vor das Heilige haben aber auch andere Heilige praktiziert. Jean-Marie Vianney, der Pfarrer von Ars, war für seine Bemühungen um ein würdiges Gotteshaus und eine noch würdigere Feier der Liturgie bekannt, für die er unermüdlich die Gläubigen vorbereitete und sich sogar um wertvolle Reliquien bemühte.
Bei ihm zu Hause sah es dagegen ganz anders aus: Ärmliches Bett, einige Bücher und Möbel und Material, um für eine kurze Essenspause Eierkuchen zu backen, die er schnell zu sich nahm, bevor es zurück zur Seelsorge ging, die ihm teilweise nur drei Stunden Schlaf ließ.


Für progressive Reformpriester, die sich lieber unter die Leute mischen und an Festen am Bierausschank stehen, eigentlich ein wortwörtliches Armutszeugnis.




Samstag, 17. August 2019

Watergate und Auferstehung


Beeindruckendes Zitat. Vor allem wenn man bedenkt, dass Charles Colson selbst in diese Affäre verwickelt war und man Leute, die an den Wahrheitsgehalt davon glaubten, von Behörden erstmals als "Conspiracy Theorists" ("Verschwörungstheoretiker") bezeichnet wurden. Nur um herauszufinden, dass es tatsächlich passiert ist.





Sonntag, 11. August 2019

"Ein Schädel auf dem Schreibtisch wird dein Leben verändern"




Wenn man kein echtes Skelett hat, dann kann man sich auch mit einem unechten begnügen.
Wenn man kein ganzes hat, kann man auch einen Schädel nehmen. Passt wenigstens auf den Schreibtisch.

Klingt makaber?

Ist es im Grunde genommen - wenn man bedenkt, dass der Begriff "makaber" von Chorea Machabaeorum ("Tanz/Reigen der Makkabäer", später der mit weiteren Persönlichkeiten und dem Tod angereicherte "Danse Macabre") abgeleitet wurde, das vermutlich auf ein mittelalterliches Schauspiel zurückgeht, das das Martyrium der Makkabäerbrüder (denen in Köln bis zur Säkularisation übrigens eine ganze Kirche geweiht war) zum Thema hatte und die Zuschauer zur (unterhaltsamen) Betrachtung anleiten wollte.

Abgesehen von diversen Gelehrtenstuben und Bibliotheken, wo man anscheinend sich selbst beweisen wollte, dass man der einzige im Raum mit (noch) genug Hirn im Kopf sei, hielten auch Schädel als Betrachtungsobjekte des Todes her, der einen überall jederzeit einholen konnte. Im größeren Maße in alten Beinhäusern (wo auch oft eine bildliche Darstellung des Danse Macabre zu sehen war), im kleineren Maße in der Mönchzelle oder am Rosenkranz.

Dass diese Ansicht noch lange nicht ausgemustert ist, beweist Schwester Theresa Aletheia Noble FSP, die sich auch in anderen Postings auf Aleteia.org mit dem Thema Memento Mori - dem Gedenken des eigenen Todes beschäftigt. Die übrigens selbst einen Keramikschädel auf dem Schreibtisch besitzt.


[…] Eine altehrwürdige christliche Tradition kennt den großen spirituellen Wert des Besinnens auf den eigenen Tod mit dem Ziel, ein gutes Leben zu führen. Die Regel des Heiligen Benedikt, geschrieben im 6. Jahrhundert, enthält die Aufforderung "sich täglich den Tod vor Augen zu halten". Wie der Katechismus bemerkt, erinnern uns sowohl die Schrift als auch die Lehren der Kirche "unsere Freiheit im Hinblick auf unser ewiges Schicksal verantwortungsvoll zu gebrauchen" (1036, Hervorhebungen von mir selbst).

Die Übung der Erinnerung, dass du sterben wirst, hilft dir im Gedächtnis zu behalten, dass dein Leben enden wird und dass es ein Ziel hat: Den Himmel.

Bildliche Gedächtnisstützen - oft Memento Mori genannt, der lateinische Sinnspruch für "Gedenke, dass du sterben wirst" - sind eine Möglichkeit, den bevorstehenden Tod im Gedächtnis zu behalten. Die Heiligen Hieronymus, Aloysius und Maria Magdalena - wie auch andere - werden in klassischen Gemälden mit Totenschädeln dargestellt. Der Heilige Franziskus von Assisi zeichnete einen Segen für Bruder Leo mit dem Tau-Kreuz und einer kleinen Darstellung eines Schädels. Papst Alexander VII. beauftragte den italienischen Künstler Bernini mit der Herstellung eines Sarges, den er neben einem marmornen Schädel für seinen Schreibtisch aufbewahrte, um ihn an die Kürze seines Lebens zu erinnern. Der Selige Giacomo Alberione, der Gründer der Paulus-Schwestern, hatte ebenfalls einen Schädel auf seinem Schreibtisch.

Inspiriert von dieser christlichen Tradition des Memento Mori, habe ich mir kürzlich einen Keramikschädel für meinen Schreibtisch besorgt. Ich habe meine spirituelle Reise über eine Monat lang auf Twitter aufgezeichnet.
Und es hat mein Leben verändert. […]



Sollte man keinen Schreibtisch oder genug Platz für einen Schädel besitzen, gibt es auf ihrer Homepage auch Alternativen: Bücher zur Betrachtung - besonders zur Fastenzeit - oder Wallpaper für Smartphone und PC.

Und sollte man trotzdem bei seinen Freunden als Grufti durchgehen...
Seien wir ehrlich: Gruftis und Goths sind so was von vorgestern Abend.







Empfehlenswerte Links:
- Die Homepage von Schwester Theresa Aletheia zum Thema Memeto Mori
- Die Artikel von Schwester Theresa Aletheia auf Aleteia.org
- Ihre Facebbok- und Twitter-Seite
- Ihr glaubt doch nicht ernsthaft, dass ihr bei diesem Thema um die Josefs-Bruderschaft herumkommt? Hier beitreten!

Donnerstag, 8. August 2019

"G.K. Chesterton wird nirgends verehrt". Wirklich?




Für viele Fans des englischen Schriftstellers und Apologeten G.K. Chesterton wirkt es wie eine schallende Ohrfeige: Sein Seligsprechungsprozess könne nach Bischof Peter Doyle von Northampton nicht weitergeführt werden, da folge Hindernisse vorhanden seien: Eine fehlende lokale Verehrung, das Fehlen einer "persönlichen Spiritualität" und die Verwendung von scheinbar antisemitischen Meinungen in einigen seiner Werke.

Und die Society of Gilbert Keith Chesterton hat reagiert: Die Argumente des Bischofs sind teils haltlos und einseitig recherchiert, teils komplett an den Haaren herbeigezogen. Auch weil sein Grab auf dem katholischen Friedhof in Beaconsfield/Buckinghamshire regelmäßig aufgesucht und weiterempfohlen wird.

Und man hat zum Beweis, dass eine Verehrung durch die Gläubigen vorliegt, eine besondere Aktion gestartet: Man kann auf ihrer Homepage ein "virtuelles Kerzchen" entzünden und der Gesellschaft mitteilen, ob eine private Verehrung, ein privates Gebet um die Seligsprechung und eine Bekehrung durch den Diener Gottes vorliegen.


Letzteres ist ein Faktum, auf das schon zu Lebzeiten G.K. Chestertons immer wieder hingewiesen wurde. Der am 29. Mai 1876 in London geborene Gilbert Keith Chesterton war selbst Konvertit, der sich ursprünglich dem Atheismus zuwandte, dann über den Agnostizimus sich wieder dem Christentum annäherte und schließlich nach langem Liebäugeln als Anglikaner zur Katholischen Kirche konvertierte, die er schon vorher als Zufluchtsort des gesunden Menschenverstandes und als einzige dem Menschen entsprechende Religion verteidigte. Diese Ansicht vertrat er in vielen apologetischen Vorträgen z.B. gegen George Bernard Shaw, mit dem er abgesehen von diversen Meinungsverschiedenheiten sehr gut befreundet war - ein offensichtlicher Beweis seines besonnenen und demütigen Umgangs mit seinen Mitmenschen, auch wenn immer wieder versucht wurde, ihn persönlich wegen seiner Ansichten bloßzustellen, was ihm nicht nur bei Freunden, sondern auch bei Gegner großen Respekt einbrachte.

Durch sein schriftstellerisches Schaffen erreichte er auch viele Zeitgenossen und bewirkte Bekehrungen der Herzen auch über seinen Tod am 14. Juni 1936 hinaus. Er hatte unter anderem mit seinem "Unsterblichen Menschen" ("The Everlasting Man") massiven Einfluss auf die Bekehrung des  anglikanischen Apologeten und Autoren C.S. Lewis, der später durch seine Fantasy-Reihe "Die Chroniken von Narnia" weltweit bekannt werden sollte. Mittlerweile wurde ein ganzes Buch über die Menschen - Atheisten, Agnostiker, Juden, Muslime, Protestanten -verfasst, denen Chesterton explizit den Weg zur Bekehrung bereitete.

Er brachte mit viel Herz und Witz den Menschen Franziskus von Assisi und Thomas von Aquin, die er beide sehr verehrte, näher. Besonders im Hinblick auf eine schon damals grassierende unreflektierte Wissenschafts- und Fortschrittsgläubigkeit und "modernen" moralischen Relativismus galt die Verteidigung des "Common Sense", wie er in seinen Werken "Ketzer" ("Heretics") und "Orthodoxie" ("Orthodoxy")zeigt. Im besonderen Maße wird dies auch in seinen bekannteren Werken, den Father Brown-Krimis, deutlich, für die er in Deutschland schon eher bekannt ist. Auch wenn Verfilmungen mit Heinz Rühmann (Ottfried Fischer mal ganz beiseite gelassen) und die jüngste TV-Version von BBC wesentlich geistige und geistliche Elemente ausblenden.

Über Chesterton lässt sich unglaublich viel sagen und schreiben. Im deutschen Sprachraum muss man hier besonders auf die Artikel auf der Homepage von Pater Engelbert Recktenwald von der Petrusbruderschaft hinweisen, der sich mit einer Regelrechten "Chesterton-Renaissance" der letzten Jahre beschäftigt. Im deutschen Sprachraum ist es auch der Verlag Nova & Vetera der einige Werke Chestertons neu aufgelegt bzw. erstmals in Deutsche übersetzt hat. Bei fe-Medien erschien ebenfalls eine Neuauflage von "Orthodoxie" im Handbuch-Format.

Eine Auswahl an englischen Texten und Beiträgen stellt die bereits obig genannte Society of Gilbert Keith Chesterton zur Verfügung, die auch Gebetskärtchen für die Seligsprechung online gestellt hat. Für englischsprachige Lesefaule sei auch die Serie "G.K. Chesterton - Apostle of Common Sense" empfohlen, die in Zusammenarbeit von EWTN, der Chesterton-Society und dem Theatre of the Word entstanden ist.




Die Gebetskärtchen um die Seligsprechung G.K. Chestertons können natürlich auch ausgedruckt werden für den privaten Gebrauch oder die Weitergabe an andere Personen:






Empfehlenswerte Links, die als Quellen vorlagen:
- Society of Gilbert Keith Chesterton
- Deutschsprachige Artikel zu Chesterton von P. Engelbert Recktenwald FSSP
- Facebook-Seite der Deutschen Chesterton-Gesellschaft
- Englischsprachiges Gebetskärtchen für die Seligsprechung Chestertons
- Aktion für die Wiederaufnahme der Seligsprechung


Mittwoch, 7. August 2019

St. Walburg in Eichstätt und das "Walburgisöl"



Vielen dürfte die aus England stammende Heilige Walburga alleine vom Namen her durch die Walpurgisnacht, den Vorabend ihres ehemaligen Gedenktages (und auch Tag ihrer Heiligsprechung) am 1. Mai bekannt sein. Dass die Vigil und das vom Volk übliche Einfeiern dieses Tages (woher auch der Begriff "Tanz in den Mai" stammt) bald schon wie der Vorabend von Allerheiligen in abergläubische Praktiken abglitt, hat für viele heutzutage den Ruf der Heiligen ebenfalls leicht ins Obskure abrücken lassen. Auch in Amerika hat sich dieser Ruf verbreitet; der im vorangegangenen Beitrag erwähnte Neosatanist Anton LeVey hat an diesem Tag nach eigener Aussage (angeblich) seine "Satanic Bible" vollendet.

Wenn man sich jedoch eingehender mit dieser Heiligen beschäftigt, merkt man schnell, weswegen sie seit dem Mittealter als Fürsprecherin so beliebt war bei den Gläubigen und sogar mit mehreren Gedenktagen geehrt wurde.

Geboren wurde sie um 710 im südenglischen Wessex in einer adeligen Familie, aus der gleich vier weitere Heilige hervorgingen. Der erste war ihr Vater, Richard von Wessex, der auf der gemeinsamen Pilgerfahrt mit seinen Söhnen nach Rom um 720 in Lucca starb und dort beigesetzt wurde. Die zweite war ihre Mutter, die Heilige Wuna, der Überlieferung nach eine Schwester des großen Missionars Bonifatius. Ihr Bruder Willibald war Missionar, Abt und Bischof in Eichstätt und ihr zweiter Bruder Wunibald, Abt des Klosters Heidenheim.

Ihre Erziehung genoss Walburga in einem (in der damaligen Zeit üblichen) angelsächsischen Doppelkloster unter der Regel des Hl. Benedikt, wahrschlich in Wimborne. Ob sie den Schleier schon in England oder erst in Deutschland aus der Hand des Bonifatius empfing, ist nicht geklärt. Es gibt auch zwei Versionen von ihrer Berufung in die germanische Mission um das Jahr 735: Die eine soll direkt von Bonifatius stammen, der auch ihre beidseitige Verwandte, die Hl. Lioba und weitere Gefährtinnen in die Mission auf das Festland rief, die andere stammt von ihrem Bruder Wunibald selbst, der nach der Pilgerfahrt mit dem Vater als einziger wieder nach England zurückkehrte , wo er sie von dem missionarischen Vorhaben überzeugte.

Zwischen 740 und 750 erhielt sie ihre Einführung in die Missionsarbeit im Kloster der Lioba in Tauberbischofsheim oder auch bei der Hl. Thekla in Kitzingen am Main. 761 starb Wunibald, dessen Stelle sie als Äbtissin des in Familienbesitz befindlichen Doppelklosters Heidenheim sie nach angelsächsischen Brauch übernehmen musste.

Walburga war sowohl beim Volk als auch bei den Schwestern, die ihr sehr anhingen, rundum beliebt. Das zeigte sich vor allem in ihrer Geduld und Nachsichtigkeit, aber auch in den Sorgen und Bemühungen um Bildung ihrer Nonnen, die neben hausfraulicher Kenntnisse auch das Schreiben, sowie die Sprachen Lateinisch und Griechisch umfasste, sowie geographische, naturwissenschaftliche und Astronomische Kenntnisse. Eine dieser Schwestern war Hugeburc, die auch eine Lebensbeschreibung der Heiligen verfasste, die zusammen mit den Schriften des Priester Wolfhard von Herrieden die wichtigsten Quellen ihrer Lebensbeschreibung und Legenden bilden.

Letzterer zeichnete auch die Wunder auf, von denen die Schwestern von Heidenheim berichteten, auch wenn zu diesem Zeitpunkt bereits hundert Jahre vergangen waren. Eines berichtet von der Heilung eines sterbenskranken Mädchens, für das bereits das Grab vorbereitet wurde. Walburga kam in das Hofgut, ohne dass sie von den dort freilaufenden Zwingerhunden angegriffen wurde. Eine andere Geschichte erzählt vom "Lichtwunder" im Kloster Heidenheim, das ihr den Weg zum Schlafsaal leuchtete, weil ihr der Türhüter nachts nicht den Weg voranleuchtete. Den erstaunten Schwestern verwies sie darauf, dass nicht sie, sondern Gott in seiner Barmherzigkeit mit den hilfsbedürftigen Menschen gewirkt habe. Letztendlich sei es auch nicht durch ihr Wirken gewesen, sondern durch die Fürsprache ihres heiligmäßigen Bruders Wunibald, den sie nach seinem Tod noch immer sehr in Ehren hielt.

So ging auch schließlich am 24. September 777 ihr Wunsch in Erfüllung, als Wunibalds Gebeine zur Ehre der Altäre erhoben wurden. Zu deren Überraschung und zur Überraschung ihres Bruders Willibald, der zu diesem Zeitpunkt Bischof von Eichstätt war, fand man den Diener Gottes bei der Öffnung seines Grabes nach 16 Jahren unverwest vor, was damals einer wunderbaren Heiligsprechung gleichkam. Zwei Jahre später, am 25. Februar 779 starb Walburga im Kloster Heidenheim.

Zwischen 870 und 879 ließ Bischof Otgar die Gebeine Walburgas zusammen mit denen Wunibalds nach Eichstätt übertragen. Wunibalds Reliquien kehrten bald darauf nach Heidenheim zurück, die von Walburga wurden in einer kleinen Kapelle an der Stelle des heutigen Klosters St. Walburg, die dem Heiligen Kreuz geweiht war, bestattet und von einer Gemeinschaft von Kanonissen betreut, bevor ab 1035 die Schwestern des vom Bischof gestifteten Benediktinerinnenklosters diese Aufgabe übernahmen. Durch diese Erhebung und Übertragung der Gebeine wurde sie als Heilige offiziell anerkannt und ihre öffentliche Verehrung als Fürsprecherin bei Gott anerkannt.


Aus dieser Zeit stammt auch der besondere Gruftschrein, aus dem auch das sogenannte "Walburgisöl" stammt. Bereits bei einer vorangegangenen Öffnung des damals noch im Boden des Klosters Heidenheim befindlichen Grabes wurden ihre Gebeine überraschenderweise mit klarem Wasser betaut aufgefunden, wie der Priester Wolfhard von Herrieden berichtet. Dieses Phänomen ereignete sich ebenfalls in Eichstätt am Boden ihres Sarkophages, der in die Breite des Hochaltares eingeschoben wurde und die Brustgebeine der Heiligen enthält. Ursprünglich waren Altar und Schrein mit dem darauf befindlichen ursprünglich beidseitig geöffneten Sakramentshäuschen freistehend, bevor sie bei Umbauarbeiten räumlich in Hauptkirche mit Hochaltar (Schrein auf dieser Seite unter dem Bodenniveau und daher nicht mehr sichtbar) und Gruftkapelle mit zusätzlicher Vertiefung und Gruftaltar aufgeteilt wurden. Was natürlich Vermutungen offen lässt, ob der "erhobene" Reliquienschrein dem des Lukasschreines in Padua ähnelte und sich im offenen Zwischenraum das Tauwasser sammelte oder der Freiraum absichtlich eingefügt wurde.

Analysen ergaben, dass es sich bei dem Walburgisöl um reines Tauwasser handelt, dass sich jedes Jahr zwischen dem 12. Oktober (Tag der Übertragung nach Eichstätt) und Ende Februar (25. Februar: Heimgang der Heiligen) unter dem Schrein bildet. Was man eigentlich schon lange vorher wusste. Der Begriff  "Öl" wurde wegen dessen Verwendung, auch erkrankte Körperteile damit einzureiben, eher im übertragenen Sinne verwendet. Es kam aber auch zu naturwissenschaftlich ungewöhnlichen Umständen des sogenannten "Ölflusses" - wenn man bedenkt, dass sich das Tauwasser immer im Winter sammelt. Ein unzeitiges komplettes Versiegen trat ein, als über Eichstätt der Kirchenbann verhängt war und es erst wieder zum "Ölfluss" kam, als dieser Bann aufgehoben und ein Bittgang nach St. Walburg stattfand. Ein plötzliches Auftreten ist vom 7. Juni 1835 bezeugt, dem Tag, als König Ludwig I. die Wiedereröffnung des in der Säkularisation geschlossenen Kloster bekannt gab. Ungewöhnlich daran war, dass die Urkunde erst mehrere Tage nach ihrer Unterzeichnung in Eichstätt ankam.

Verschiedene Theorie, wie es zur Entstehung des Tauwassers kommt, konnten dieses Phänomen nie wirklich zufriedenstellend erklären. Sicher ist, dass es vermehrt zu seltsamen Heilungen in Verbindung mit dem Wasser kam, das im Zwischenraum durch eine spezielle Auffangvorrichtung gesammelt und den Pilgern an der Klosterpforte in besonderen kleinen Fläschchen auf Anfrage gegeben wird - was schon seit dem 11. Jahrhundert praktiziert wird. Seit dem 15. Jahrhundert wird die Heilige explizit mit einem kleinen Fläschchen dargestellt.

Trotz allem Wunderbaren, was man in diesem Kloster findet und den Votivgaben, die Pilger dort hinterlassen haben, wird auch hier im Sinne der Heiligen Walburga auf den Wirklichen Ursprung dieser besonderen Gabe hingewiesen: Zwar steht sie in Verbindung mit einer bestimmten Heiligen, die als Fürsprecherin für uns bei Gott eintritt, dennoch ist es Gott selbst, der dieses Wunder erweist und es auch die Intension der Heiligen ist, dass man das eigene Verhältnis zu Gott selbst weiter vertieft durch diese kleine Nachhilfe, um schließlich eines Tages auch teilhaft der an der seligen Schau Gottes zu werden, die sie jetzt schon mit den anderen Heiligen genießt. Weswegen als Erinnerung der Gläubigen auch früher vor dem Zwischenraum mit dem Auffangbecken eine silberne Darstellung des biblischen Mannaregens angebracht wurde, durch das der Herr das Volk Israel auf wunderbare Weise in der Wüste ernährte.


Kommt meines Lebens letzte Stund
erlischt das Aug, verstummt der Mund
gib du mir im Sterben die Zuversicht
dass leuchtend meine Glaube die Nacht durchbricht.
Aus dem Walburga-Lied




Zu empfehlende Seiten und Lektüren, die als Quelle dienten: 
- Kloster- und Pfarrkirche St. Walburg Eichstätt, Verlag Schnell & Steiner Regensburg. 2. Auflage 2006. ISBN-10: 3-7954-6307-6. ISBN-13: 978-3-7954-6307-6.
- Die Heilige Walburga. Buchprospekt, ausgegeben von der Abtei St. Walburg. Schwarzweiß, Datum unbekannt, nachweislich jünger als 1986.


Zum Gebrauch des Walburgisöls

Montag, 5. August 2019

Abtreibung und satanische Ungeduld




Satanismus scheint für viele ein Ausdruck von Coolness zu sein, frühestens seit John Milton "Paradise Lost", spätestens im verstärkten Maße seit der "Satanic Bible" von Anton LeVey. Letztere betont den Hedonismus, einen radikalen Individualismus, der nur das unterstützt, was man selbst für unterstützungswürdig hält und ab und an empfiehlt, dem Gegner ordentlich eine auszuwischen. Natürlich ohne dabei dem Satan als reale Person zu verehren und anzubeten (das tun nur die sogenannten "Teufelsanbeter", diese Loser), vielmehr ist er eine Symbolfigur des Aufstands gegen eine der Lebenswirklichkeit fremde Autorität, weswegen diese Art von Lebensphilosophie mit Stoßrichtung gegen das vorgegebene Establishment und Religion häufig bei Säkularisten zu finden ist, aber auch bei Freunden des "kreativen Chaoses", das ihnen bei entsprechenden persönlichen Aufwand eine Änderung der Ordnung verspricht.

Trotz seiner Distanz zum "Theistischen Satanismus" (die Rituale dienen übrigens nur der Selbstmotivation) fällt der Atheistische/Säkulare Satanismus durch ein bestimmtes - nennen wir es satanisches - Laster immer wieder aus seiner vernünftigen Rolle. Dabei seien hier Problematiken wie das Ausspielen von Individualdefinition und Naturrecht außen vor gelassen - sowie die regelmäßige Betonung, dass satanische Prinzipien nur bei einer Gruppe von wenigen im Kontrast zur Restgesellschaft verwirklicht werden könne.

Es handelt sich für die meisten Menschen eher um ein marginales, aber inzwischen weit verbreitetes und noch häufiger unbemerktes Laster: Die Ungeduld.

Man will haben, weil man sich im Rechts sieht. Man will es Verwirklichung SEINES Rechtes - und zwar sofort, auch wenn andere es aus guten Gründen ablehnen. In diesem Sinne hat Thomas von Aquin die Dummheit eine Sünde genannt: Trotz deutliche Bedenken und Hinweise auf einen Schaden tut man eine Sache trotzdem - alleine um eine bestimmte Sache zu behalten oder zu erhalten. Und zwar sofort und ohne große Umwege oder Alternativen.

Im US-Bundesstaat Missouri klagt der Satanic Temple gegen die 72-Stunden-Frist. Diese verlangt bei Abtreibungen eine Wartezeit von 72 Stunden, um einer unüberlegten Entscheidung entgegenzutreten. In diesen Stunden sollen die Frauen noch einmal nachdrücklich auf die Risiken hingewiesen werden, sowie auf das werdende Leben, dass mit der Abtreibung nicht einfach "unterbrochen", sondern vernichtet wird.

Der Satanic Temple (TST) klagt dagegen. Warum?

In der offiziellen Klage des TST heißt es, dass ein Mitglied "gezwungen wurde, 72 Stunden zu warten und angewiesen, Lesematerial mit religiösem Inhalt anzunehmen, das entwicklet wurde, Scham zu erzeugen, indem behauptet wird, dass das Leben mit der Empfängnis beginne".

Das Dokument fährt dabei offen zweigleisig: Einerseits beklagt man die Ansicht, dass das menschliche Leben mit der Empfängnis beginne, eine persönliche Ansicht des Gesetzgebers sei und dass die Möglichkeit "sich seine eigene Theorie, wann das Leben beginne" damit beeinschränkt werde. Andererseits lässt man unter den Tisch fallen, dass dies eine Sicherheitsvorkehrung ist, da viele Patientinnen Abtreibungen so schnell wie möglich durchführen lassen wollen und dabei andere Möglichkeiten vergessen, wenn es sich um Panik, aber auch in einigen Fällen um persönlichen Druck vom Freund oder der Familie handelt, um es schließlich indirekt als Problem der Trennung zwischen Staat und Religion auszugeben. Die Ausführung der finalen Abtreibung wird dabei jedoch im Endeffekt in keinster Weise verhindert, wenn die Frau es so will.

Wobei diese Problematik nicht nur von Religiösen, sondern auch Areligiösen bzw. Antireligiösen wie dem 2011 verstorbenen Christopher Hitchens oder dem Philosophen Don Marquis, der auf die Potentialität der werdenden Person hinwies, geäußert wurde.



Eine Gefahr für werdendes Leben als Reaktion auf persönliches Empfinden (das übrigens in solchen Momenten nicht immer durchgehend rational, sondern eher emotional ist), wird hier im Vorherein aus ideologischen Gründen beiseite gewischt, um anderen unter dem Vorwurf der Ideologie diese Bedenkzeit zu unterbinden. Man mag sich zwar darüber beklagen, dass der Gesellschaft "abergläubische Ansichten" aufgedrängt werden - hier ist es jedoch die eigene meist subjektiv-emotionale Ansicht einer Kleingruppe, die man versucht, anderen aufzudrängen und dabei immer die neutrale Karte ausspielt.

Und beim Satanic Temple hat das bereits System.
Man ging dabei bisher von gezielten Ad absurdum- oder Troll-Aktionen einer atheistischen Gruppierung aus (was der TST auch objektiv ist), um das Verhältnis von Staat und Kirche zu parodieren. Im April 2019 wurde der Satanic Temple von der Bundessteuerbehörde als offizielle Religion anerkannt, davor hat man schon durch gezielte Forderungen wie das Aufstellen einer Baphomet-Figur vor Landeseinrichtungen Gläubige provoziert und sogar die Umplatzierung eines Zehn Gebote-Denkmals mit Klage auf staatliche Neutralität herbeigeführt, bei einem weiteren wurde die Klage ignoriert. So weit, so schräg, Amis halt.

Doch schon früh zeigte sich die ungeduldige Hartnäckigkeit der politisch linksgerichteten Gruppierung.
Schon im Februar 2019 wurde eine Klage des TST mit nahezu dem gleichen Vorwurf gegen die 72-Stunden-Frist abgelehnt. 2015 war man bereits etwas gröber: Man verklagte ebenfalls den Bundesstaat Missouri und die Vereinigten Staaten wegen der 72-Stunde-Frist und dem Hinweis auf den Beginn des Lebens mit der Empfängnis wegen - man lese und staune - Verletzung der "freien Ausübung" von Satanismus. Abtreibung wurde in einer weiteren Sitzung sogar als Sakrament (wie auch die gleichgeschlechtliche Ehe) promoviert. Brachte übrigens nichts, zeigt aber deutlich die Bemühungen, über potentielle Gesetzeslücken das Gesetz selbst zu manipulieren.

Noch deutlicher wurde dieses Vorgehen während einer weiteren Aktion. Beschränkten sich bisher die Tätigkeiten auf Klagen wechselweise aufgrund "religiöser Beeinflussung" oder "religiöser Beeinschränkung" und diverser Störaktionen auf Seiten von Abtreibungsaktivisten bis hin zu einer Schwarzen Messe mit Hostienschändung als frei ausgeübte Religion (nochmal: der Satanic Temple lehnt offziell einen übernatürlichen Glauben ab und gibt vor, keinen solchen auszuüben), wurde offen die rote Linie überschritten. 2016 gab der Satanic Temple in Reaktion auf eine Klage gegen einen Bäcker bekannt, christliche Bäcker zum Backen von Satanischen Torten zu zwingen. Statt "Subjekt des eigenen Willens" also "Backe, sonst wirst du vor Gericht geschleift". Das Aufbegehren gegen "tyrannische Autoritäten" ist inzwischen selbst schon zu einer autoritären Tyrannei geworden, die zwar regelmäßig mit allen Tricks versucht, gegen den Staat zu klagen, sich aber nicht zu schade ist, den Staat zum Prügeln vorbeizuschicken.



Bei dem obigen Interview mit Tucker Carlson wird auch schnell klar: Sind keine echten Fälle vorhanden, werden welche erfunden. Es gibt keine homosexuellen Bäcker, die gezwungen wurden, Torten gegen ihren Willen zu backen - aber es könnte sie trotzdem geben, deswegen müssen wir gegen christliche Bäcker vorgehen zum Wohle der Gesellschaft und der Gerechitgkeit. Das ist Perfidie in Reinform. Und zeigt auch die Ungeduld dahinter, die nicht anders kann, als sich falscher Spielchen zu bedienen, um ans Ziel ihrer persönlichen Begierden zu kommen - auch wenn es keinen nachhaltigen Plan dahinter gibt.

Man fühlt sich an die Geschichte mit der verbotenen Frucht der Erkenntnis von Gut und Böse erinnert, die von vielen Satanisten als "Befreiung des Menschen" ausgelegt wird. Einziges Problem: Die Perfidie der Schlange wird nicht berücksichtig. Sie sagt nämlich nicht einfach: "Hey, die Frucht ist gut, sie öffnet dir die Augen." Nein. Es wird erst einmal unwissend gestellt, dann Verwirrung mit falschen Unterstellungen gestiftet, bis plötzlich "alles Sinn ergibt", dass Gott den Menschen genuin unterdrücke und Angst vor ihnen habe.



Die Schlange war listiger als alle Tiere des Feldes, die Jahwe gemacht hatte. Sie sprach zu der Frau: "Hat Gott wirklich gesagt: Ihr dürft nicht von allen Bäumen des Gartens essen?" Die Frau antwortete der Schlange: "Von den Früchten der Bäume dürfen wir essen. Nur von den Früchten des Baumes, der mitten im Garten steht, hat Gott gesagt: Ihr sollt nicht davon essen und daran rühren, damit ihr nicht sterbet." 

Darauf sprach die Schlange zu der Frau: "Keineswegs, ihr werdet nicht sterben. Vielmehr weiß Gott, dass an dem Tag, an dem ihr davon esset, euch die Augen aufgehen und ihr werdet wie Götter, die Gutes und Böses erkennen." Die Frau sah, dass der Baum gut zu essen wäre und lieblich anzusehen und begehrenswert, um Einsicht zu gewinnen. Und sie nahm von seiner Frucht und aß und gab davon auch ihrem Manne, der bei ihr war, und er aß.
Gen. 3, 1-6




Das ist meiner Ansicht nach nicht nur auf Gruppen wie den Satanic Temple oder anderen "satanischen" Gruppierungen beschränkt - mögen sie nun den Satan für eine reale Person halten oder einen philosophischen Ego-Booster. Es ist tatsächlich sehr auffällig, dass dieses "Argumentieren bis es passt", dieses intellektuelle Lockpicking bis man in eine Sache eingedrungen ist und dieser seinen eigenen Stempel aufdrückt, den gefälligst niemand sonst ändern soll, bereits bei den gesellschaftlichen und identitären Umstürzen der 1960er vorhanden waren und sich bis heute in einem regelrechten Marsch durch die Institutionen fortsetzt. Und für die Abtreibung nichts anderes sein kann als Menschenrecht und Reproduktionsrechts, auch wenn das Objekt der Reproduktion vernichtet wird. Aber was soll´s.

Und es muss nicht etwas mit Satanisten zu tun haben, um in sich schon satanisch zu sein.
Dazu reicht schon die Ungeduld, die keine Probleme hat, über Ruinen und Leichen zu gehen.


ADDENDUM AD VIRTUTEM NOSTRAM:
Warum wir uns um Geduld in unserem Leben bemühen müssen:





Samstag, 3. August 2019

Jesuiten in Tees und Nervengiften

Nicht genug, dass sie am Untergang der Titanic und an der weltweiten Spiele-Sucht schuld sind:
Jetzt haben auch Jesuiten nachweislich die typisch angelsächsische Tee-Kultur infiltriert.

Und das eher ungewollt. Denn es war der schwedische Naturforscher Carl von Linné, der bei Erstellung seines pflanzlichen und zoologischen Verzeichnisses 1753 die Pflanzengattung der Kamelie (Camellia) nach dem 1706 in Manila/Philippinen verstorbenen Jesuiten Georg Joseph Kamel benannte, der etwa 200 bis 300 Pflanzenarten der Teesträuchergewächse angehören, aus deren Teilen der echte Tee gewonnen wird.

Kamel wurde am 21. April 1661 in heute tschechischen Brünn geboren und trat 1682 in den Jesuitenorden ein und war in verschiedenen Apotheken des Ordens tätig. 1687 wurde er mit weiteren Missionaren aus Böhmen und Mähren auf die Philippinen gesandt, wo er nach einer Reise über Spanien und Mexiko 1689 in Manila ankam und als Laienbruder der dortigen Jesuitenschule eingesetzt wurde. Bald legte er dort eine Apotheke samt Garten ein, um die Mitbrüder medizinisch versorgen zu können, erforschte jedoch auch gleichzeitig die Tier- und Pflanzenwelt auf den Philippinen, zu denen auch Korallen, Mineralien und das Vorkommen von Thermalquellen zählten. Obwohl er keine botanische Ausbildung hatte, versuchte er schin die Einteilung der Pflanzen in verschiedene Klassen. Georg Joseph Kamel erlagt schließlich mit 45 Jahren den Folgen einer Durchfallerkrankung in Manila.

Beiträge und Aufzeichnungen gelangten über den englischen Botaniker, Ethnologen und Pflanzensammler James Petiver nach Europa, wo sie erstmals 1699 in den Philosophical Transactions of the Royal Society in London veröffentlicht wurden. Hier zeigt sich auch der enge Kontakt mit anderen europäischen Expeditionsgruppen: Der Botaniker und Arzt der britischen Ostindien-Kompanie Samuel Browne machte Petiver erst auf Kamel aufmerksam, vom Arzt der Niederländischen Ostindien-Kompanie,Willem ten Rhijne (der auch intensiv die Lepraerkrankung in Asien erforschte), erhielt er wichtige Bücher und Kontakt zu niederländischen Botanikern.

Sein Herbarium (siehe Bilder unten) befindet sich heute im Sloane-Herbarium im Natural History Museum in London, seine Zeichnugen ebenfalls teilweise im Natural History Museum, dem British Museum und der British Library in London, sowie in der Katholieke Universiteit in Leuven und vermutlich auch im L'Institut de France in Paris.



Bei der Benennung der Kamelie nahm von Linné Bezug auf die Beschreibung Kamels EINER Spezies dieser Gattung, nach der er die obige Darstellung anfertigte. Deren genaue Ankunft in Europa wird bis heute diskutiert. 1692 soll sie als "Japanische Rose" wie auch der Ginkgo-Baum durch den Deutschen Engelbert Kaempfer über die Niderländische Ostindien-Kompanie nach Europa gebracht worden sein. Eine andere Behauptung sagt, dass sie bereits 1550 im portugiesischen Vila Nova de Gaia gepflanzt worden sein soll, davor ging man von einem weitaus jüngeren Datum aus.



Zu einer weiteren seiner Beschreibungen zählten die medizinischen Eigenschaften der Ignatius-Brechnuss (Strychnos ignatii), deren Samen die Jesuiten nach Europa brachten und zur Behandlung von Magen- und Darmbeschwerden, Krämpfen, Leber- und Milzerkrankung (in Manila auch gegen Schlangenbisse) verwendet wurde. Dafür ist jedoch auch eine Weiterverarbeitung notwendig, da die Samen auch die Nervengifte enthalten, die die sogenannte Ignazbohne wesentlich giftiger als die der gewöhnlichen Brechnuss machen und im schlimmsten Falle der Vergiftung zum Tod durch Erstickung führen.

Den Namen Strychnos ignatii erhielt sie übrigens offiziell bei ihrer botanischen Erstbeschreibung durch den Schweden Peter Jonas Bergius 1778, der bei obig genannten Carl von Linné studiert hat, zu Ehren des Hl. Ignatius von Loyola, dem Gründer des Jesuitenordens.



Lesenswerte Links, die als Quellen dienten:
- Jesuitica.be
- Zu weiteren Hintergründen über die Kamelien und Goerg Joseph Kamel den entsprechenden Artikel auf der Homepage des Landschlosses Zuschendorf



Donnerstag, 1. August 2019

Problem: Neuevangelisierung ist nicht "intellektuell" genug




Man könnte natürlich fragen, ob es eine einfache Erklärung dafür gibt, warum deutsche Theologen (und nicht nur diese) auf das losgehen, was sie logischerweise eigentlich intellektuell verteidigen sollten.

Und es gibt sie.

Denn wie MaryofMagdala herausgefunden hat, ist ihnen der Glaube der Normies einfach nicht intellektuell genug. Und von so etwas wie Neuevangelisierung anzufangen, obwohl es so etwas wie sicheren Glauben einfach nicht gibt, macht sie genau so aggressiv wie der Verwurf, dass man mit noch mehr freier Liebe einfach noch mehr Probleme bekommt.


[…] Aller Eloquenz zum Trotz beweist er [Magnus Striet] hier aber auch, zum Glück, dass Menschen wie er den Bezug zur real existierenden Kirche bereits komplett verloren haben. Denn er nimmt, ernsthaft, die Neuevangelisierung aufs Korn. Zu spät, möchte man rufen, du kommst zu spät!

Die Gefahr hat er natürlich richtig erkannt, Neuevangelisierung macht rechtgläubig. Neuevangelisierung braucht ihn und seine Kollegen nicht, weil Neuevangelisierte nicht nach dem neuesten wissenschaftlichen Trend fragen, sondern nach Jesus. So ein Mist aber auch. Ich stelle mir genüsslich vor, wie Theologen der Marke Striet während der letzten 10 Jahre JPII in ihrem Türmchen saßen und sich die Hände rieben „Der Alte machts nicht mehr lang, der kriegt jetzt schon nix mehr mit. Heheh , Muhahaha, hihihihihi. (*Play* Humperdinck Hexentanz) Ist der Pole abgetreten, kommt das ganze religiöse Zeugs in den Müll. Mal ganz ehrlich, Gott ist doch viel zu kompliziert für die einfachen Leute, WIR erklären denen, was sie wissen müssen, und wenn jemand was anderes behauptet, werfen wir mit griechischen Begriffen um uns und sagen, sie seien ja nur verblendete Bauern.“ […] 


Alle Satire beiseite, das beschreibt tatsächlich den derzeitigen Zustand der deutschen Kirche. Die Päpste Johannes Paul II. und Benedikt XVI. haben seit gut dreißig Jahren eine Neuevangelisation regelmäßig und öffentlich angemahnt:
Nichts ist passiert; außer dass man bekräftigt, dass man eine Wiederbelebung der Kirche nicht benötige.

Und für Theologen, die zwar eine Reform der Kirche nach ihrem gesellschaftlichen Gusto als Eccelsia semper reformanda anmahnen, aber ansonsten geistlichen Stillstand praktizieren, ist das mehr als verräterisch. Und die Neuevangelisierung ist so gesehen nicht einmal eine Neuerfindung dieser beiden Päpste. Denn früher war Neuevangelisierung unter dem Namen "Volksmission" bekannt. Und das hatte auch gute Gründe.

Es gab nämlich den Effekt, dass man gesellschaftlich den Glauben nach einiger Zeit schleifen ließ, sodass öffentlichwirksam Gläubige gemeinschaftlich (!) wieder zum Glauben ermutigt und ermuntert werden mussten. Beispielsweise nach dem Dreißigjährigen Krieg unter Volksmissionaren wie Petrus Canisius oder in weniger dramatischen, aber vielmehr von Trägheit und Spaltung gekennzeichneten Zeiten wie dem 14. Jahrhundert unter Wanderpredigern wie Vincent Ferrer und Johannes von Capestrano. Oder der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts, von dessen Volksmissionen noch immer diverse Kreuzes mit expliziten Inschriften im öffentlichen Raum existieren.

Einer der Gründe, das Volksmissionen nicht mehr praktiziert werden, könnte vielleicht der Gedanke gewesen sein, dass solche Veranstaltungen in Zeiten von Radio und Fernsehen wahrscheinlich zu umständlich umzusetzen gewesen wären (zeitgleich bemühte man sich aber auch um moderne Mittel der Verkündigung). Oder weil nach diversen bis ins unerkenntliche verzerrte Aussagen des II. Vatikanischen Konzils sich doch die Kirche geöffnet und somit den Absolutheitsanspruch an die mündigen Gläubigen abgegeben hätte. Die natürlich durch Striet, Schockenhoff, Küng & Co. vertreten werden und außerhalb deren Einflussbereiches es einfach keine wirkliche Mündigkeit gäbe.

Doch deren Theologie ist von der der Kirche abhängig; was sollten sie sonst tun, außer die Institution ständig zu kritisieren und den scheinbar antiquierten Glauben trockenzulegen?

Was der einfach Gläubige tun kann, dürfte offensichtlich sein: Den Einfluss angeblicher Progressisten und "Modernisierer" meiden und selbst zur Graswurzelbewegung der Neuevangelisierung werden. Und sei es auch nur durch einfache Gespräche oder dem Weiterverschenken guter Literatur, Videos, Andachtshilfen und Gebetsbildchn, die im Sinne der echten Participatio Actuosa, wie sie Pius X. schon vor hundert Jahren forderte, den Mensch in seinem aktiven Leben mit Gott im Verbund mit Liturgie und Alltag weiter bringen.

Denn selbst Kleinigkeiten außerhalb allen Medienrummels und aller Professoren- und Dozententitel können eine unerwartete Wirkung im Leben der Mitmenschen haben. Denn wie schon der Hl Giovanni Don Bosco sagte:

"Wer ein gutes Buch verschenkt, und hätte er nur den Verdienst, einen Gedanken an Gott erweckt zu haben, der hat bei Gott schon einen unvergleichlichen Dienst erworben."




Sonntag, 28. Juli 2019

Unpopuläre Meinung: Britische Katholiken sind die Besten


Stell dir vor, dein Haus wird vandaliert und man wünscht dir den Tod, weil du ein Pro Life-Politiker und BREXIT-Unterstützer bist - und es ist dir vollkommen egal, weil du als gläubiger Katholik regelmäßig die Messe besuchst und du als echter Engländer weißt, dass Großbritannien ja auch mit Hitler und Napoleon fertig geworden ist.



An dieser Stelle Herzlichen Glückwunsch, Mr. Rees-Mogg.






Empfehlenswert sind auch diverse Videos mit Szenen aus dem Parlament:



Radio-Sendungen mit ihm persönlich bei LBC sind ebenfalls auf deren Youtube-Kanal abrufbar.