Freitag, 28. Juni 2019

Deutsche Moraltheologen und der Missbrauch: Pater Recktenwald legt nach


"In der Erklärung der Sprecher der deutschen Arbeitsgemeinschaft Moraltheologie zur Analyse Joseph Ratzingers zum sexuellen Missbrauch weisen die Professoren Christoph Breitsameter und Stephan Goertz auf die Tatsache hin, - Zitat - dass erste eine moralisch sensible Öffentlichkeit und ihre Medien die Kirche aus ihrer moralischen Lethargie wecken mussten - Zitat Ende. Dem kann man nur zustimmen. Und zu dieser Kirche gehörten auch die von Benedikt kritisierten Moraltheologen."

Ein hervorragender Audio-Kommentar von P. Engelbert Recktenwald FSSP zu den derzeitigen Bemühen diverser Theologen, ihre Lufthoheit über die Kirche zurückzugewinnen.





Links zu P. Recktenwalds Artikeln und Predigten:








Dienstag, 25. Juni 2019

"Ich bin skeptisch, ob die Kirche in Amerika von der politischen Elite gesäubert werden wird...


... Ich bin immer noch überzeugt, dass es zu einer RICO Investigation in der Kirche kommen wird. Aber das würde wenig bedeuten, solange nicht diese Fäulnis mit der Wurzel ausgerissen ist. Und diese Wurzeln sind mit den politischen Eliten verbunden. Man muss sich alleine Kardinal Bernardin ansehen, ein bekannter Sexualstraftäter und Vergewaltiger, der eine Medal of Honor von Präsident Clinton empfing kurz vor seinem Tod. Ted McCarrick traf sich öfter mit Präsidenten. [...]"



Angesichts der Absicht, die Missbrauchskrise durch die Abschaffung des Beichtgeheimnisses oder einer weiteren "Öffnung" der Kirche zu lösen, eine starke Aussage, die eigentlich schon länger bei Personen kursierte, die sich näher mit den Fällen beschäftigt haben. Es handelt sich nicht wirklich um eine Verschwörung - aber um ein tief verfilztes System des Verschweigens aus Mitwissern, Opportunisten, Ahnungslosen und nützlichen Idioten, das nicht nur auf die Kirche beschränkt ist und man sich leicht fragen kann, ob sich nicht Gleich und Gleich zusammen gesellen - wie es schon einmal in der Kirchengeschichte der Fall war.

Dass nichtkirchliche Fälle - gerade die heftigsten - nicht von den großen Medien berichtet werden, während Missbräuche in der Kirche breitgetreten und genutzt werden, um die Doktrin und Glaubenslehren der Kirche direkt anzugreifen, dürfte inzwischen auch in Deutschland bekannt sein. Umso verwunderlicher ist es dennoch, wenn es zum Beispiel den GRÜNEN gelingt, jahrelang über die Kirche herzuziehen, aber Versuche aus den 1980ern, Pädophilie zu entkrimnialisieren, und die Beibehaltung eines damals aktiven Pädophilie-Befürworters kleinzureden und derzeit zu immer mehr positiven Ansehens einer Generation zu gelangen, die "aus der Vergangenheit Deutschlands" gelernt haben will - wo selbst beim satirischen Postillon einem das Lachen vergeht. Oder wenn es einer Gruppe von selbsternannten Hobby-Satanisten gelingt, eine Diskussion der Katholischen Hochschule in Münster zum Thema Ritueller Missbrauch dermaßen anzufeinden, dass diese wieder aus den sozialen Medien genommen wird - alleine weil sie sich unter falschen Verdacht gestellt und von einer "Verschwörungstheorie" beleidigt fühlen.


Donnerstag, 13. Juni 2019

Jonathan Pageau: "Liturgische Kunst ist die einzige Lösung für das kulturelle Problem"


Der bereits schon einmal erwähnte orthodoxe Künstler Joanthan Pageau über die Frage nach dem liturgischen Gesamtkunstwerk, dessen unbewusste Existenz im säkularen Bereich und was die Kirche daraus lernen kann. Vortrag auf der Shared Inheritance Conference 2019 in Seattle.







Weitere Vorträge von Jonathan Pageau sind verfügbar auf
seiner Homepage von The Symbolic World
Youtube
Soundcloud
iTunes

Freitag, 7. Juni 2019

Antikatholische Affekte als Ausrede für EU-Versagen?


Es ist schon beachtlich, was manche Leute tun, um sich ihre Brötchen zu verdienen. Gehörte dazu früher das Anbiedern an bestimmte Schichten und Machthaber, reicht heute ebenfalls in vielen Fällen das Spielen mit Verdachtsmomenten, die - intellektuell, versteht sich - genüsslich ausgeschlachtet werden. Und sich im Bemühen, sicherheitshalber nicht wirklich die Karten auf den Tisch zu legen und damit potentiell Ärger einzuhandeln, wie geistige Epilepsie liest.

Ein solches Beispiel wäre der Artikel "Die katholische Identität huldigt dem Rassismus" von Christian Thomas, der in der Frankfurter Rundschau erschien, der übrigens schon bei der Überschrift versagt. Denn es geht in diesem Artikel nicht wirklich um Rassismus. Aber um Populisten. Und die sind eben rassistsisch wie jeder weiß. Also geht es doch um Rassismus, auch wenn klare aktuelle Beispiele so dermaßen fehlen, dass sie nicht einmal im Artikel vorkommen. Zum Beispiel die potentielle Forderung, den Heiligen Mauritius aus dem Stadtwappen von zu entfernen (was übrigens die eigentlich antikatholisch ausgerichteten Nazis taten) oder Melchior von den Drei Weisen aus dem Morgenland eine neue Hautfarbe zu verpassen.

Und da tatsächlich eine Langzeitanalyse zu dem Thema fehlt - wie der Autor gegen Ende zugibt - wird der Rest des Artikels praktisch nur mit Unterstellungen am Leben erhalten, auch wenn immer wieder darauf hingewiesen wird, dass sich gleichzeitig eine Resistenz in Deutschland und dem "katholischen Spanien" gegenüber sogenannten populistischen Parteien abzeichnete.

Und beim "katholisches Spanien" wären wir schon mittendrin, welche Kriterien der Autor gelten lässt. Denn seine These fußt alleine auf der Feststellung, dass es sich bei den Ländern Italien, Frankreich, Österreich und Polen um "katholische Länder" handeln würde. Natürlich werden Länder wie das anglikanische Großbritannien und die reformierten Niederlande außer vor gelassen. Würde ja den Narrativ zerstören.

Die einzige Feststellung wäre also - wenn man die beiden Länder nicht weiter beachten würde -, dass in diesen Ländern rechte Parteien durch Katholiken gewählt werden. No Shit, Sherlock. Das ist schon lange bekannt und könnte man eigentlich beiseite lassen. Aber Nein. Der Autor muss ja noch so etwas wie Arbeit abliefern. Also nicht viel, sondern schlau arbeiten. Oder perfide.

Denn in diesen Ländern wurde "mitmenschenverachtend" gewählt! Jawohl, das ist so furchtbar, dass sogar ein neues Wort erfunden werden musste - so furchtbar ist das! Das hat man doch schon beim Anbiedern der Kirche an Mussolini (na ja...) gesehen und bei General Franco, "als ein Kreuzzug gegen Andersgläubige geführt wurde" (war ja nicht so, dass "andersgläubige" Sozialisten vorher ebenfalls Massaker begangen hätten)! Und es wird ja gemunkelt, "wie sehr Österreich ein katholisches Land sei – und von daher stärker korruptionsaffin als eine in der Tradition des (preußischen) Protestantismus stehende Bundesrepublik" - aber die Bonner Republik war doch auch vom rheinischen Katholizismus geprägt! Welche Wende! Und war die polnische Gewerkschaft Solidarnosc nicht auch katholisch? Wer weiß ob da wirklich eine gewisse Affinität vorhanden ist?

So geht das ganze vor sich hin ohne wirklich auf den Punkt zu kommen (hat es der Autor jetzt von Rassismus, Autoritarismus, Faschismus oder doch eher nur von rechten Populismus, den man formal auch in den Pro-EU-Parteien finden kann?) und mit der Bemerkung, dass keine wirklichen Daten zu dieser Frage vorliegen, um ebenfalls halbwegs intellektuell abzuschließen:

"[...] Chauvinismus und Katholizismus: Was auch immer an Fakten für diese These spricht und was an Fakten dagegen, so hat Europa es immerhin mit einem bemerkenswerten Mirakel zu tun. Das politische Europa schleppt eine bisher unbeachtete, uralte Hypothek mit sich herum."

Gut, das ganze könnte auch eine Art Feuilleton darstellen, der den geneigten FR-Leser irgendwie zum Überlegen bringen soll, weil er sich ja anscheinend sonst keine nennenswert rationalen Gedanken macht. Wofür die offensichtlich halbgaren Überlegungen ein Argument wären. 

Doch man beschäftigt sich nicht wirklich - abgesehen von der angestreiften wirtschaftlichen Lage in den Ländern und einem diffusen linksintellektuellen Identitätsbild - mit den Gründen, WARUM Katholiken diese Gruppen wählen, die bei genauerem Hinschauen nicht wirklich rassistisch sind, sondern deren Hauptaugenmerk auf der Sicherung der Grenzen, der Kritik am politischen Appeasement gegenüber dem Islam und einer deutlichen EU-Opposition liegt, während man lediglich den Anschein einer Analyse des Problems gibt, den wahren Problematiken dieses Themas aber letztendlich aus dem Weg geht.

Während in Deutschland vermeldet wird, dass Angela Merkel wegen ihren "Wir schaffen das!" eine Auszeichnung an einer amerikanischen Universität bekommen hat, gibt es in Europa Menschen, die das ganze ausbaden dürfen. In Italien gibt es eben Menschen, die eben nicht mit einem "aber das könnte doch von Rechten ausgenutzt werden" kommen, wenn es zu offenen Gewalttätigkeiten und sogar Morden durch Migranten kommt - sie wollen, dass so etwas nicht wieder vorkommt, kein "Tatort", der ihnen jede Woche erklärt, dass es zwar Gewalt gibt, man aber fiktiv und theoretisch gesehen humanistisch alles im Griff hat. In Frankreich kommt es immer wieder zu Gewalttätigkeiten von Islamisten, während muslimische Gruppierungen sich damit brüsten, bald die Mehrheit zu sein und sich dort Juden inzwischen immer mehr zurückziehen, sogar auswandern. Wer würde da ernsthaft noch so tun, als wäre alles in Ordnung, nur damit er nicht als "Rechter" gebrandmarkt wird? In Spanien fürchtet man sich vor weiteren Anschlägen und vor dem Ansturm von Flüchtlingen. Und bemerkt immer mehr Ungewöhnlichkeiten - aber Nein, besser Mund halten und sich wie ein braves Schaf keine weiteren Gedanken machen. So möchte man besonders Katholiken sehen, denen man das ansonsten (wie auch Thomas) als genuines Problem unterstellt.

Pro-EU(nicht Europa!)-Politiker, die alles auf ein diffuses Miteinander schieben, wenn man nur alles einer zentralen Stellung überlassen würde, und ansonsten so tun, als wäre alles in Ordnung, solange die Gesellschaft schön brav nach ihren Vorstellungen funktioniert, sind solchen Leuten natürlich herzlich unwillkommen - besonders wenn sie gleich in die rassistische Ecke gestellt werden. Wo auch der Autor sie anscheinend auch gerne sehen möchte und in seinem Chauvinismus anderen massiven Chauvinismus unterstellt.

Einen besonderen Patzer erlaubt sich der Autor schließlich an einer besonderen Stelle

"[...] Es ist nicht auszuschließen, dass im monotheistischen Denken die Vielstaaterei Europas als säkulare Vielgötterei verdammt wird. [...]"

Wenn es eine Sache gibt, die ihm während des Wahlkampfes entgangen ist, dann dürfte das die Frage nach dem Verhältnis der Union mit ihren Staaten und deren Selbstverwaltungsrecht sein. Denn es ist nicht die "Vielstaaterei", die von rechts-konservativen Gruppen abgelehnt wird, im Gegenteil - es ist die Schaffung eines Superstaates, auf den letztendlich alle Hoffnung gesetzt wird und der als einziger Garant für eine Gesellschaft, wie wir sie kennen, propagiert wird. Die "Vereinigte Staaten von Europa" mit einer undurchsichtigen Superbürokratie gegen das "Europa der Vaterländer", die unsprüngliche subsidiare Idee hinter der damaligen EWG (Europäische Wirtschaftsgemeinschaft), die Charles de Gaulles ins Spiel brachte. Eine "Europäische Armee" aus Einheiten, die nicht einmal das eigene Land stellen kann gegen eine eigenständig funktionierende und überwachte Landesarmee. Die Aufnahme der Dritten Welt in einen schlingernden Wohlstandsstaat unter der Gefahr, dass noch mehr Menschen die damit verbundenen Risiken auf sich nehmen und ertrinken gegen das Schließen der Grenzen, um zu signalisieren, dass es andere Wege geben muss, ohne dass die Dritte Welt zu uns kommt und endgültig ausblutet

Was soll hier "mitmenschenverachtend" sein? Was soll an einem Aufkochen dieser Debatte ein Mirakel sein? Warum sucht man sich ständig nur bestimmte Gruppen als soziologische Zielscheiben?

Dieses Drama ist noch immer am Laufen. Und das Finden einer Lösung wird die ganze Zeit dadurch hinausgezögert, indem man die Gegenseite so weit pathologisiert, sogar dämonisiert, dass man sich praktisch weigert, mit ihnen zu reden, seinen eigenen Standpunkt in Frage zu stellen und sich stattdessen Scheindebatten widmet.

Um seine Brötchen zu verdienen, wie gesagt.


PS: Für dieses Geschreibsel von Apologie werde ich übrigens nicht einmal bezahlt.
Nur mal so am Rande, liebe Journos.



Mittwoch, 5. Juni 2019

"Ein echter Vater würde nicht untätig dasitzen, wenn Kinder missbraucht werden. Er würde einschreiten und die Übeltäter bestrafen."


Nachdem es zu einem Interview zwischen dem Journalist und Schriftsteller Milo Yiannopoulos und dem kanadischen Psychologen Jordan B. Peterson kam, kurisert nun dieses Video auf Youtbe und einigen katholischen Kreisen (man beachte auch die positiven Ausführung der christlichen Freude - siehe ab 11:00 im vollständigen Video -, mit der er sich besser identifizieren kann als mit der derzeitigen gesellschaftlichen Mentalität).

Wer also zu faul ist, das Buch zu lesen, kann sich hier eine prägnantere Zusammenfassung von "Diabolical" anhören.





Samstag, 1. Juni 2019

Heiliger Antonius von Padua: Kurze Biographie und 13-tägige Vorbereitungsandacht auf den 13. Juni


Einer der bekanntesten Heiligen der katholischen Kirche (neben dem weitgehend eher steroetyp bekannten Heiligen Franz von Assisi) dürfte der Heilige Antonius von Padua darstellen. Besonders sein Ruf, bei der Auffindung verlorener Gegenstände zu helfen, hat dem "Schlamperltoni" einen gewissen Pop-Status unter Katholiken weltweit verliehen.

Dabei war der Berufungsweg des Heiligen Antonius selbst ein wenig verworren - weswegen sich in der heutigen Zeit auch Arbeitssuchende in dieser Hinsicht niemals entmutigen lassen sollten.

Geboren wurde er als Ferdinand Martim de Bulhões e Taveira 1195 als Sohn einer adeligen Familie in Lissabon. Zunächst lief sein Leben ziemlich gediegen: Nach der Kathedralschule besuchte er ab 1210 die Schule der Augustiner und wurde auch in einem Augustinerkloser wissenschaftlich ausgebildet, bevor er 1212 zum Priester geweiht wurde.


1220 wurde er Zeuge, wie der Franziskanermönch Berard von Carbio und seine vier Gefährten aus Marokko in Lissabon übertragen und in seiner Kirche bestattet wurden. Sie waren Missionare und wurden beim Versuch, den Sultan von ihrem missionarischen Anliegen zu überzeugen, misshandelt und vom Sultan selbst getötet - andere Quellen sagen, er hätte sie mit einer eindringlichen Warnung vor Gewalttätern ziehen lassen und sie seien auf ihrem Weg durch Marokko durch diese getötet worden. Ihre Körper konnten aus Marokko geschmuggelt werden und wurden vom Volk als neue Märtyrer begeistert empfangen. Das weckte in dem erschütterten Ferdinand das Verlagen, selbst das Martyrium in Marokko zu erleiden. Er trat dem Franziskanerorden bei und erhielt den Namen Antonius.

Im selben Jahr machte er sich so mit anderen Franziskanern auf den sicheren Weg nach Marokko. Doch eine fatale Kleinigkeit kam zwischen ihn und das erhoffte Martyrium: Er fing sich eine schwere Krankheit an und wurde zur Genesung nach Hause geschickt. Wo er übrigens nie ankam. Denn das Schiff, auf dem er unterwegs war, erlitt bei Sizilien Schiffbruch und Antonius war gezwungen, in Italien an Land zu gehen, wo er in Assisi 1221 am Generalkapitel der Franziskaner teilnahm. Eher zufällig übernahm der unscheinbare Mönch dort die Stelle des Redners, wo sein Redetalent nun offenbar wurde. Von 1222 bis 1224 wurde er vom Ordensprovinzial der Romagna nach Oberitalien und Südfrankreich (wo er auch als Guardian in Le Puy und Limoges tätig war) geschickt, um gegen die Katharer und Waldenser zu predigen. Der Minderbruder wurde auch schnell mit Erfolg gekrönt, da ihm nicht nur durch seine gelebte glaubwürdige Armut, sondern durch seine tiefgehende Kenntnis der Heiligen Schrift und der Theologie, die er dem einfach Volk anschaulich erklärte und somit viele Abwendungen von der oberflächlichen Lehren der Katharer (vgl. Ausführung in diesem Artikel) bewirkte. Ihm wurde deswegen der Titel "Hammer der Ketzer" verliehen.


Auch zwei bekannte Legenden haben ihren Zusammenhang mit der Katharer-Mission. Die eine handelt von den Bewohnern von Rimini, die daran gehindert wurden, Antonius in ihrer Stadt predigen zu lassen. Worauf dieser stattdessen anfing, den Fischen zu predigen, die auch aufmerksam ihre Köpfe aus dem Wasser streckten. Diese Beobachtung erschütterte die Bevölkerung so sehr, dass sie sich auf der Stelle zum wahren Glauben bekehrte. Die andere Legende berichtet von einem Katharer, der sich weigerte, an die Gegenwart Christi in der Heiligen Eucharistie zu glauben. Dieser ließ sich auf eine von ihm selbst erdachte Wette ein, dass er katholisch werden würde, wenn sein Esel selbst bei starkem Hunger (ihm wurde eine drei Tage lang nichts zu fressen gegeben) eher vor der konsekrierten Hostie verbeugen würde als sich dem Futter zuzuwenden. Was das Tier trotz Schläge des Mannes tat, der völlig überrascht feststellen musste, dass die Wette nicht so verlief, wie er es gerne haben wollte.

1224 wurde Antonius von Franziskus, dem er bereits auf dem Generalkapitel persönlich begegnet ist, zum Lektor der Theologie und theologischen Leiter des Ordens berufen. Zugleich war er auch Ordensprovinzial der Romagna in Padua. Von 1227 bis 1230 war er wieder als Bußprediger tätig - am Ende war er völlig entkräftet und kehrte nach Padua zurück, wo er auch alle seine Ämter niederlegte und sich in eine kleine Einsiedelei zurückzog. In seinem Todesjahr 1231 hielt er eine letzte aufsehenerregende Fastenpredigt, die zu Massenbekehrungen von Sündern und Verbrechern führte. Wegen der Anwesenheit von 30.000 Menschen, die den berühmten Minderbruder predigen hören wollten, musste die Predigt ins Freie verlegt werden. Am 13. Juni verstarb Antonius mit ungefähr 36 Jahren in Arcella nahe Padua, wo noch heute am Vorabend seines Gedenktages eine besondere Prozession stattfindet.


Nach seinem Tod kam auch eine Begebenheit ans Licht, die Maßgeblich für seine Darstellung werden sollte: Sein Gönner Graf Tiso von Camposampiero hatte ihn bei sich zu Gast, als er eines Nachts einen hellen Lichtschein aus seiner Kammer kommen sah. Der Graf dachte sofort, dass ein Feuer ausgebrochen sei und riss die Tür auf - um Mitzeuge einer Erscheinung zu werden: Das Jesuskind erschien dem Antonius und legte sich diesem in die Arme. Der erschütterte Graf musste schwören, zu Lebzeiten niemandem davon etwas zu erzählen.

1263 wurden die Gebeine von ihrem bisherigen Ruheplatz in die neuerbaute Basilika des Heiligen überführt. Überraschenderweise waren die Zunge und die Stimmbänder des Heiligen unverwest geblieben; beide sind heute noch in der Reliquienkapelle der Antoniusbasilika zu sehen. Angesichts der Wunder, die sich auch an seinem Grab ereigneten, bemerkte selbst der große franziskanische Gelehrte Bonaventura, ein Zeitgenosse des großen Thomas von Aquin: "Suchst du Wundertaten, gehe zu Antonius!" Bis zum heutigen Tag wird immer wieder von erstaunlichen Gebetserhörungen und Wundern berichtet, die selbst nach seinem Tod nicht abbrachen.

Dazu gehört auch die Empfehlung, ihn beim Verlust von Dingen um seine Mithilfe anzurufen. Zurück geht diese Empfehlung auf ein Erlebnis aus dem Leben des Heiligen selbst. Ein Mitbruder, der des Ordenslebens überdrüssig war, floh aus dem Kloster - und stahl dabei auch das Psalterbuch, das auch wichtige Notizen enthielt, die Antonius für den Unterricht brauchte. Er betete daher zum Herrn um die Rückkehr des wertvollen Buches. Der Täter selbst war es, der das Buch plötzlich wieder zurückbrachte, seine Tat bereute und wieder in den Orden eintrat.

Bereits 11 Monate nach seinem Tode wurde Antonius von Papst Gregor IX., der ihm selbst 1228 in Rom begegnete, wo auch der Heilige eine Predigt hielt, nach dem Auftreten mehrere Wunder heiliggesprochen. Sein Gedenktag ist der 13. Juni. Seine zwischen 1235 und 1240 entstandene Vita wurde durch den Chormeister und Dichter Julian von Speyer in Umlauf gebracht. 1947 erhob ihn Papst Pius XII. zum Kirchenlehrer, bereits Gregor IX. nannte ihn aufgrund seiner umfassenden Kenntnisse der Schrift und des Glaubens eine "Schatztruhe der Heiligen Schrift". Der Umfang seiner schriftlich festgehaltenen Predigten ist in gewisser Hinsicht ziemlich gering. Eine englische Zusammenstellung seiner Predigten findet sich HIER.

1310 gelangten seine Reliquien in die Franziskanerkirche (die damals übrigens auch zugleich dem Heiligen Antonius geweiht war) nach München, 1350 in die Kirche St. Peter nach Erfurt. Trotz seiner damaligen Bekanntheit, erhielt seine Popularität im 16. Jahrhundert aufgrund der Gegenreformation einen gewaltigen Schub im Volk, in dieser Zeit entstanden auch die sogenannten Antoniusbruderschaften. Im 17. Jahrhundert kamen nach einem aufsehenerregenden Wunder in Bologna, bei dem das missgestaltete Neugeborene einer Mutter plötzlich geheilt wurde, die Antonius-Dienstage auf, an denen zu persönlichen Anliegen an neun Dienstagen hintereinander eine Andacht gehalten werden. Auch dreizehn Tage vor dem 13. Juni ist es möglich, eine Antonius-Novene in Vorbereitung auf seinen liturgischen Gedenktag zu halten.

Sein Geburtsort in Lissabon ist heute ein bekannter Wallfahrtsort des Heiligen, der auch einigen als Antonius von Lissabon bekannt ist. Auch die Einsiedelei, wo die Erscheinung mit dem Jesuskind passierte, ist heute eine Wallfahrtsstätte.

Auf der Homepage der Basilika ist es ebenfalls möglich, sein Gebetsanliegen per E-mail zu senden.
Für die Segnungen vor Ort gibt es in der Basilika für Besucher sogar eine Segnungskapelle. Dass zudem eine Webcam vorhanden ist, sollte an dieser Stelle auch nicht weiter verwundern. Ebenso dass es neben dem Basilika-Shop praktisch an mehreren Stellen der Stadt Berührungsrelquien zu erwerben sind. Bei der ganz obig abgebildeten aus der Basilika gehen die Spenden dafür an das Waisenhaus der Franziskaner.

Es gibt auch spezielle Pilgerfahrten für Singles, die einen Partner suchen. In diesem Fall fungiert der Heilige Antonius ein wenig als Vorstufe zu Sankt Valentin. Nur mal ganz nebenbei bemerkt.




Zu empfehlende Seiten und Lektüren, die als Quelle dienten:

- Homepage der Basilika des Heiligen Antonius in Padua
Saint Anthony Shrine Cincinnati
- Ökumenisches Heiligenlexikon
- "Sendbote des Heiligen Antonius". Magazin der Franziskaner von Padua








Gebet für die 13 Vortage zum Fest des hl. Antonius am 13. Juni