Sonntag, 28. Juli 2019

Unpopuläre Meinung: Britische Katholiken sind die Besten


Stell dir vor, dein Haus wird vandaliert und man wünscht dir den Tod, weil du ein Pro Life-Politiker und BREXIT-Unterstützer bist - und es ist dir vollkommen egal, weil du als gläubiger Katholik regelmäßig die Messe besuchst und du als echter Engländer weißt, dass Großbritannien ja auch mit Hitler und Napoleon fertig geworden ist.



An dieser Stelle Herzlichen Glückwunsch, Mr. Rees-Mogg.






Empfehlenswert sind auch diverse Videos mit Szenen aus dem Parlament:



Radio-Sendungen mit ihm persönlich bei LBC sind ebenfalls auf deren Youtube-Kanal abrufbar.


Ridgway/Illinois: Kirchenbau richtig gemacht




Was machst du, wenn in Deutschland eine neogotische Kirche durch einen Tornado zerstört wurde?
- Mitleid bekunden und wie wichtig sie im Leben der Gemeinde war
- Diskutieren, ob man sie in solch einer Bauweise überhaupt noch nach dem I. und II. Weltkrieg bauen dürfe
- Einen Wettbewerb ausschreiben, um die demokratische Gesellschaft zu verdeutlichen
- Die früheren Einwohner als potentielle Nazis anschmieren, weil sie der Meinung sind, die Kirche müsse historisch korrekt wieder errichtet werden und nicht irgendwelchen dahergelaufenen Preisträgern überlassen werden
- Einen Kompromiss eingehen, damit wenigstens etwas vorwärts kommt
- Sich anhören müssen, dass diese Mischung aus historischen Vorbild und Moderne irgendwie bescheuert aussieht
- Entdecken, dass am Bau gepfuscht wurde, um Geld zu sparen


Was machst du, wenn in den USA eine neogotische Kirche durch einen Tornado zerstört wurde?

Am besten mit liturgisch rücksichtsvollen Architekten wie Cram & Ferguson.
Wie es zum Beispiel in Ridgway/Illinois tatsächlich 2015 der Fall war.




Montag, 22. Juli 2019

Der Mond gehört seit 1969 zur Diözese Orlando


Nachdem wir uns zuletzt dem Thema beschäftigt haben, was die Jesuiten so alles am anderen Ende der Welt angerichtet haben, wenden wir uns nun einer nicht sehr bekannten Tatsache zu: Der Mond gehört technisch gesehen seit 1969 zur Diözese Orlando im US-Bundesstaat Florida.

Die Diözese selbst wurde erst ein Jahr zuvor von der Diözese St. Augustine ins Leben gerufen und hat eine Schwesterdiözese in der Dominikanischen Republik, wo auch Missionsarbeit betrieben wird. Im übertragenen Sinne hat sie ebenfalls die Seelsorge für Walt Disney World übernommen. In Reaktion auf die Eröffnung des Freizeitparks 1971 wurde die Basilika Mary Queen of the Universe erbaut (2009 von Papst Benedikt XVI. zur Basilica Minor erhoben), wo tatsächlich auch die dortigen katholischen Mitarbeiter und Touristen seelsorgerisch betreut werden. In weitere Entfernung befindet sich der Weltraumbahnhof von Cape Canaveral.

Die Feststellung, dass der Mond nun ebenfalls zum Bistum Orlando gehöre, hat dessen erster Bischof William Donald Borders bei einem ad limina-Besuch bei Papst Paul VI. selbst ironisch angemerkt mit den Worten: "Ihr wisst ja, Heiliger Vater, ich bin der Bischof des Mondes." Zunächst war der Papst über diese Bemerkung etwas perplex gewesen, bis ihm Borders die Sache etwas genauer erklärt hat.

Nach dem Kanonischen Recht von 1917 gehört jedes neu entdeckte Land zu dem Bistum, aus dem die Entdecker bzw. Expeditionsteilnehmer aufgebrochen sind. Da die Apollo 11-Mission von einem Weltraumbahnhof in seiner Diözese aus gestartet sind, so Borders, falle der Mond damit nun unter seinen Jurisdiktionsbereich.

Fr. John Giel von der Diözese Orlando (der derzeit anscheinend vollkommen andere Angelegenheiten zu regeln hat) hat dazu jedoch angemerkt, dass dieses Recht zwar technisch korrekt, aber in realiter derzeit nicht gegeben ist, da es derzeit niemanden auf dem Mond gibt, den das betreffen würde.

Sollte also irgendjemand trotzdem vorhaben, die Messe auf dem Mond zu feiern, dort eine Kapelle für Mondsiedler oder ein sogar Priesterseminar zu errichten: Bitte an den derzeitigen Mondbischof John Gerard Noonan wenden.



Freitag, 19. Juli 2019

Franz Xaver - Inoffizieller Schutzpatron von NINTENDO?




Den alten Jesuiten (nicht den neuen, das ist eine andere Geschichte...) gibt man bisweilen an allem Möglichen die Schuld. Mal haben sie Hitler die Steilvorlage für die Organisation des Dritten Reiches gegeben, ein andermal habe sie den Vietnamkrieg ausgelöst, dann patrolieren sie an den Grenzen der USA, die sie übrigens irgendwie durch die Illuminati selbst gegründet haben und sind auch noch für den Tod von Abraham Lincoln verantwortlich.
Und am Untergang der Titanic sind sie übrigens auch noch schuld.

Nach Ansicht des evangelikalen Youtube-Kanals Little Light Studios kommt nun noch eine weitere Geschichte hinzu: Der katholische Priester und Jesuit Franz Xaver (siehe 3:00), der außerdem die "Inquisition" in Japan einführen wollte, brachte das Glücksspiel (das außerdem einen okkulten Ursprung hat!) mit nach Japan und ist indirekt verantwortlich für den Aufstieg der Spiele-Firma NINTENDO, die ebenfalls okkulte Elemente aufweist und zum Vorbild für weitere fragwürdige Unterhaltungsindustrien wurde.


Neben der Tatsache, dass Little Light Studios auf Clickbaiting setzt mit dem Video-Titel "Demons in NINTENDO", muss gesagt werden, dass sie mit der Feststellung recht haben, dass durch den Jesuiten-Missionar Franz Xaver um 1549 das europäische Kartenspiel nach Asien gekommen ist.

Unterhaltungsspiele zum Zeitvertreib an sich existierten jedoch hier schon lange - wie Kai-Awase (貝合わせ, "zusammenpassen", "sich ergänzen"), eine Art Memory-Spiel mit bemalten Muschelschalen, das bereits im 12. Jahrhundert zu seiner vollen Entwicklung kam, oder das Sammel-Kartenspiel Uta-Garuta (歌ガルタ bzw. 歌加留多, "Gedichtkarten"), das im 13. Jahrhundert entwickelt wurde. Auch Glücksspiele gab es lange vor Ankunft der Portugiesen auf den Japanischen Inseln.

Ob es der Heilige Franz Xaver direkt war, der das Kartenspiel bei sich trug oder Mitglieder der Schiffscrew, die anscheinend schon bald mit den heute unter dem Namen "Ombre" bekannten Spiel mit den Japanern begannen, um Geld zu spielen, dürfte offen bleiben. Für letzteres spricht eben die rasche Verbreitung des spanischen Decks als Glücksspiel; für die erste Version könnte der übliche typisch volkstümliche Austausch der Jesuiten-Missionare sprechen, die schon bald der ansässigen Bevölkerung und den Behörden eines Missionslandes nicht nur das Evangelium verkündete, sondern sich auch rege über Objekte und Innovationen aus Europa austauschten. Auf jeden Fall verbreitete sich das neue Spiel mit den einfachen Regeln und dem geringen Umfang von nur 48 Karten.


Als sich Japan ab 1633 vom Einfluss der Außenwelt isolierte, wurden auch die ausländischen Spielkarten verboten. Da das Verbot jedoch nur europäische Kartendecks und die Ausübung des Glückspiels betraf, wurde schon bald ein eigenes Kartenspiel mit Strategie-Charakter entwickelt, das Hanafuda-Spiel (花札 "Blumenkarten"), das ebenfalls aus 48 Karten besteht und sich bis heute in Japan und Korea großer Beliebtheit erfreut. Dieses Spiel war auch das erste Produkt, das Fusajiro Yamauchi mit seiner Firma NINTENDO 1889 in Kyoto herstellte, 1902 folgten westliche Spielkarten, ab den 1970ern begann die Beschäftigung mit Videospielen.

Zum Anderen muss an dieser Stelle gesagt werden, dass die Macher dieses Videos noch einige wichtige Kleinigkeiten zum Thema Kartenspiele verschweigen bzw. falsche Verbindungen knüpfen. Dass man lediglich auf die portugisischen "Drachenkarten" (wobei man sich wohl "zufälligerweise" eine scheinbar apokalyptische Teufelssymbolik herausgesucht hat) verweist, dabei unterstreicht, dass sie "dieselben Ursprünge wie die Tarot-Karten" hätten und versucht, Verbindungen zum modernen Okkultismus herzustellen, könnte man im mindesten Falle als außerordentliches Maß an Unwissenheit bezeichnen; im schlimmsten Fall als Perfidie, um eine Art mediale Satanic Panic zu schaffen - was auch in anderen Videos dieses Kanals versucht wird.

Beide Kartenspiele gehen auf eine weit ältere Form zurück, das auch heute noch in Italien unter dem Namen Scopa bekannt ist und dort direkt in vielen Läden wie alle anderen Kartenspielen erworben werden kann. Die Regel ähneln dem Mau-Mau-Spiel, wobei jedoch ganz am Ende derjenige gewinnt, der die Höchste Punktezahl anhand des Kartenwertes erzielt. Dieses Spiel, das aus dem Werten 1 bis 7, Bube, Dame und König besteht, wurde später um weitere Regeln und Motive erweitert - oder von einigen zur abergläubischen Befragung von Kräften oder Geistern verwendet, was jedoch NICHT der ursprüngliche Sinn dieser Karten war. Genauso wenig wie Kaffee deswegen okkult sei, weil es Leute gibt, die angeblich die Zukunft aus dem Kaffeesatz lesen können.

Eine eingehende Analyse zum Thema Tarot selbst (das ursprünglich auch nur ein Kartenspiel zur Unterhaltung war), dessen Ursprung, Umdeutung und Missbrauch findet sich auf dem Blog Weird Catholic von Thomas L. McDonald.

Die Frage, ob Franz Xaver alleine wegen einem Satz Spielkarten, dem neben Unterhaltung unter Menschen kein weiterer Sinn zukam, als Patron der Gamer angesehen werden kann, dürfte an dieser Stelle fragwürdig sein.

Andererseits: Joseph von Copertino wurde wegen seiner Levitationen zum Schutzpatron der Astronauten ernannt, Isidor von Sevilla wegen seiner enzyklopädischen Arbeiten zum (inoffiziellen) Patron des Internets und Franziska von Rom wegen diverser Unfälle zur Schutzpatronin der Autofahrer.

Wäre so gesehen vielleicht trotzdem irgendwie über Rom machbar.


Gott, der Du die Völker Indiens durch die Predigt und die Wunder des heiligen Franz Deiner Kirche beigesellen wolltest, gewähre gnädig, dass wir auch das Vorbild der Tugenden dessen nachahmen, dessen glorreiche Verdienste wir verehren. Durch unseren Herrn.

Oration zum Gedenktag des heiligen Franz Xaver am 3. Dezember



Und vielleicht handelt es sich bei dem Verfasser dieses Blogs sogar ebenfalls um einen Jesuiten, der unbemerkt versucht, Einfluss auf den Leser zu nehmen. Seien wir ehrlich: Kann die Verwendung eines Nintendo-Charakters als Profil nach Ansicht dieses Videos wirklich nur Zufall sein?



Empfehlenswerte Links:
- Artikel von Weird Catholic zum Thema Tarot
- Japanisches Brettspiel
- Ja, NINTENDO verkauft immer noch Hanfuda-Karten

Dienstag, 16. Juli 2019

"Haben menschliche Wesen einen intrinsisch moralischen Wert oder nicht? Die Linken glauben, dass sie das nicht haben."


Angesichts dessen, dass in den USA und Kanada Lebensschützer mit aller Härte dingfest gemacht werden dürfen, während gerade milliardenschwere Unternehmen Abtreibungen "zum Wohle der sozial Schwachen" massiv unterstützen - während die verbalen Rechtfertigungen von linker Gewalt dort immer irrsinniger werden - ein sehr aussagekräftiges Interview.

Ausgerechnet wieder mal mit Milo Yiannpoulos. Weswegen die katholische Skandalnudel auf diesem Blog nun eine eigene Sektion verdient hat.

Das gesamte Interview mit Dr. Brown kann man übrigens HIER sehen.




Montag, 15. Juli 2019

Inzwischen bei der Piusbruderschaft in Kansas...

Man kann von der Piusbruderschaft sagen, was man will. Alleine die Tatsache, dass die derzeit innerkirchlich unbeliebteste Gruppierung alleine mehr stemmen kann als die gesamte Deutsche Bischofskonferenz zusammen (plus halboffizielle offizielles Portal), verlangt schon ordentlich Respekt ab. Vor allem, weil schon damals jeder erwartet hat, dass sie bald  nach Marcel Lefebvres Tod hätten aussterben müssen.

Ein beeindruckendes Projekt ist derzeit in St. Mary in Kansas/USA der Neubau der zu einem ehemaligen Campus (heute Privatschule) gehörigen der Immaculata geweihten Kirche - in Zeiten, in denen Kirchen eher geschlossen werden als aufgebaut. Ein ähnliches Projekt lässt sich auch in Rheinhausen-Niederhausen nennen: Für den Bau der dortige St. Michaels-Kirche wurden lediglich sechs Wochen benötigt; besonders weil man die Handwerker oft persönlich kannte. Nahe der Kapelle befindet sich zudem eine eigene Schule mit Kindergarten, Grund- und Realschule.

Das Geheimnis dieses (von anderen nicht gerne gesehenen Erfolgs):
Ein aktives Gemeindeleben jenseits der digitalen Kommunikation und die Treue zum Kirchlichen Lehramt (auch wenn es immer wieder mal Zankereien gibt - aber das sollte das gemeinsame Glaubens- und Gnadenleben am wenigsten angreifen).

Überraschend ist an dieser Stelle, warum dieses subsidiare Konzept, das praktisch schon immer zur katholischen Identität gehört hat, an den meisten Stellen zum Erliegen gekommen ist bzw. aktiv durch Stellenbesetzungen zum Erlahmen gebracht wird. Vor allem im Hinblick darauf, dass es sowohl finanziell als auch laienseelsorgerisch der Diözese immense Arbeitslasten abnimmt.