Sonntag, 11. August 2019

"Ein Schädel auf dem Schreibtisch wird dein Leben verändern"




Wenn man kein echtes Skelett hat, dann kann man sich auch mit einem unechten begnügen.
Wenn man kein ganzes hat, kann man auch einen Schädel nehmen. Passt wenigstens auf den Schreibtisch.

Klingt makaber?

Ist es im Grunde genommen - wenn man bedenkt, dass der Begriff "makaber" von Chorea Machabaeorum ("Tanz/Reigen der Makkabäer", später der mit weiteren Persönlichkeiten und dem Tod angereicherte "Danse Macabre") abgeleitet wurde, das vermutlich auf ein mittelalterliches Schauspiel zurückgeht, das das Martyrium der Makkabäerbrüder (denen in Köln bis zur Säkularisation übrigens eine ganze Kirche geweiht war) zum Thema hatte und die Zuschauer zur (unterhaltsamen) Betrachtung anleiten wollte.

Abgesehen von diversen Gelehrtenstuben und Bibliotheken, wo man anscheinend sich selbst beweisen wollte, dass man der einzige im Raum mit (noch) genug Hirn im Kopf sei, hielten auch Schädel als Betrachtungsobjekte des Todes her, der einen überall jederzeit einholen konnte. Im größeren Maße in alten Beinhäusern (wo auch oft eine bildliche Darstellung des Danse Macabre zu sehen war), im kleineren Maße in der Mönchzelle oder am Rosenkranz.

Dass diese Ansicht noch lange nicht ausgemustert ist, beweist Schwester Theresa Aletheia Noble FSP, die sich auch in anderen Postings auf Aleteia.org mit dem Thema Memento Mori - dem Gedenken des eigenen Todes beschäftigt. Die übrigens selbst einen Keramikschädel auf dem Schreibtisch besitzt.


[…] Eine altehrwürdige christliche Tradition kennt den großen spirituellen Wert des Besinnens auf den eigenen Tod mit dem Ziel, ein gutes Leben zu führen. Die Regel des Heiligen Benedikt, geschrieben im 6. Jahrhundert, enthält die Aufforderung "sich täglich den Tod vor Augen zu halten". Wie der Katechismus bemerkt, erinnern uns sowohl die Schrift als auch die Lehren der Kirche "unsere Freiheit im Hinblick auf unser ewiges Schicksal verantwortungsvoll zu gebrauchen" (1036, Hervorhebungen von mir selbst).

Die Übung der Erinnerung, dass du sterben wirst, hilft dir im Gedächtnis zu behalten, dass dein Leben enden wird und dass es ein Ziel hat: Den Himmel.

Bildliche Gedächtnisstützen - oft Memento Mori genannt, der lateinische Sinnspruch für "Gedenke, dass du sterben wirst" - sind eine Möglichkeit, den bevorstehenden Tod im Gedächtnis zu behalten. Die Heiligen Hieronymus, Aloysius und Maria Magdalena - wie auch andere - werden in klassischen Gemälden mit Totenschädeln dargestellt. Der Heilige Franziskus von Assisi zeichnete einen Segen für Bruder Leo mit dem Tau-Kreuz und einer kleinen Darstellung eines Schädels. Papst Alexander VII. beauftragte den italienischen Künstler Bernini mit der Herstellung eines Sarges, den er neben einem marmornen Schädel für seinen Schreibtisch aufbewahrte, um ihn an die Kürze seines Lebens zu erinnern. Der Selige Giacomo Alberione, der Gründer der Paulus-Schwestern, hatte ebenfalls einen Schädel auf seinem Schreibtisch.

Inspiriert von dieser christlichen Tradition des Memento Mori, habe ich mir kürzlich einen Keramikschädel für meinen Schreibtisch besorgt. Ich habe meine spirituelle Reise über eine Monat lang auf Twitter aufgezeichnet.
Und es hat mein Leben verändert. […]



Sollte man keinen Schreibtisch oder genug Platz für einen Schädel besitzen, gibt es auf ihrer Homepage auch Alternativen: Bücher zur Betrachtung - besonders zur Fastenzeit - oder Wallpaper für Smartphone und PC.

Und sollte man trotzdem bei seinen Freunden als Grufti durchgehen...
Seien wir ehrlich: Gruftis und Goths sind so was von vorgestern Abend.







Empfehlenswerte Links:
- Die Homepage von Schwester Theresa Aletheia zum Thema Memeto Mori
- Die Artikel von Schwester Theresa Aletheia auf Aleteia.org
- Ihre Facebbok- und Twitter-Seite
- Ihr glaubt doch nicht ernsthaft, dass ihr bei diesem Thema um die Josefs-Bruderschaft herumkommt? Hier beitreten!

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