Freitag, 6. September 2019

Amazonas-Synode: Papst plötzlich wieder unfehlbar?




Nicht ohne Sarkasmus kommentiert Kardinal Müller diverse Synodenaktivisten:

[…] Ich habe nicht die Synode kritisiert, sondern die Absicht begrüßt, sich der Evangelisierung und Neuevangelisierung der Bevölkerung in diesem wichtigen Gebiet unseres Planeten zu widmen.
Allerdings lässt das Vorbereitungsdokument die wesentlichen Inhalte des geoffenbarten Glaubens außer acht. Wo ist der Bezug zum Offenbarungsbegriff von "Dei verbum" und zum "Kirchenverständnis" von Lumen gentium im II. Vatikanum? 

Ein theologischer Ignorant unter einer Bischofsmütze hat gemeint, das Instrumentum laboris sei bloß die Anwendung der Enzyklika „Laudato si“ und deshalb Ausdruck des unfehlbaren Lehramtes des Papstes, der über dem Wort Gottes stehe oder als Offenbarungsquelle gleich daneben. Wer also das Instrumentum laboris einer theologischen Kritik unterziehe, sei ein Häretiker, der sich ipso facto die ewige Höllenstrafe zuziehe. 

Dieser großartige Denker und hochwürdigste Apostelnachfolger hat nur versäumt aufzuzeigen, wo in "Laudato si" eine irreversible Lehrentscheidung ex cathedra formuliert wird, die jeder Katholik um seines Heiles willen glauben muss – außer natürlich, dass die Tatsache der vollkommenen Hervorbringung (=Schöpfung) der Welt ihrem Sein und ihrer Ordnung nach ein Dogma ist, was aber jedes Kind schon seit dem ersten Katechismusunterricht wissen sollte.

Papst Franziskus tut mir leid, wenn er von solchen heldenmütigen Freunden bis aufs Blut (der anderen) verteidigt wird, die in ihrer schamlosen Halbbildung den römischen Primat untergraben, indem sie die Autorität des Papstes für ihre antikatholische Agenda missbrauchen. Wer sich gestern noch als Verleumder der Vorgänger hervortat und scheinheilig Papst Benedikt für den Mut zu Rücktritt beglückwünschte, ist als Apologet des gegenwärtigen Papstes völlig unglaubwürdig. [...]



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