Dienstag, 29. Oktober 2019

Catholic Talk Show: "Der katholische Ursprung von Halloween"




Was ist derzeit beliebter als Reformationstag? - Natürlich die Nacht vor Allerheiligen.

Denn das bedeutet nämlich das Englische All Hallow´s Eve direkt ins Deutsche übersetzt. In London gibt es zum Beispiel eine Kirche mit diesem Namen ("All Hallows-by-the-Tower", die "Allerheiligenkirche beim Tower"), im Buchladen gleich in der Nähe dürften schon eher die klassischen Harry Potter-Fans was damit anfangen können.

Doch hier hören die Gemeinsamkeiten nicht auf. Dank diverser Auswüchse der Keltomanie im 19. und 20. Jahrhundert, sowie unter kultureller neuheidnischer Selbstverklärungen wird Halloween gerne auf ein angeblich heidnisches Samhain-Fest reduziert, das christliche Missionare den Heiden geklaut und umgedeutet hätten. Neben der dünnen Quelllage (erwähnter Festtag war eher ein jahreszeitliches Jahresabschluss- und Erntefest) sind es aber auch andere Dinge, die eher direkt von Katholischer Seite übernommen wurden, aber durch moderne Legenden, Missdeutungen, säkularen Kitsch und Kommerz in Vergessenheit gerieten.


The Catholic Talk Show klärt darüber auf:
- Ursprünglich stammt der Termin für Allerheiligen aus Italien. Dort wurde dieser Tag zuerst zum Gedenken der Kirchweihe Sancta Maria ad Martyres gefeiert, die aus dem bis heute erhaltenen Pantheon-Tempel (Tempel zu Ehren aller Götter) entstand, nachdem dieser 608 nach der Schenkung durch Kaiser Phokas offiziell von Papst Bonifaz IV. öffentlich exorziert wurde. Eine entsprechende Feier wurde zunächst jährlich am Freitag nach Ostern angeordnet, später wurde dieser Gedenktag auf den 13. Mai datiert.

- Mit der Weihe der Kapelle Aller Heiligen in der Basilika St. Peter durch Papst Gregor III. am 1. November wurde auch dieser Feier tag verschoben. 839 wurde dieser Gedenktag durch Papst Gregor IV. auf die ganze Kirche (schließlich auch in England, Schottland und Irland) ausgedehnt, nachdem schon in Frankreich dieser Tag begangen wurde.

- In den benediktinischen Klöstern entstand dazu der Brauch, nach dem Fest Allerheiligen an Allerseelen auch den Seelen der leidenden Kirche, also den Verstorbenen im Fegefeuer zu gedenken, zuerst nur für die klösterliche Gemeinschaft. Dieser Brauch wurde mit der Zeit auch generell übernommen und wie Allerheiligen auf die gesamte Kirche ausgedehnt.

- Ab Allerheiligen kann man übrigens immer noch trotz Luther und "Reformation" und anderen halbwerts gebildet anhörenden Dummsinn bis zum 8. November jeden Tag einen Vollkommenen Ablass für Verstorbene erwerben.
SIEHE HIER

- Der Schabernack am Tag vor Allerheiligen entstand meist aus langsam ausartender Feierlaune, vgl. dazu die Ausschweifungen von Mardi Gras in den südlichen Staaten der USA, die eigentlich auf die französische Variante des Faschingsdienstags zurückgehen. - Oder der Hexennacht zum Vorabend von St. Walburgis.

- Die Verkleidungen sind ebenfalls teilweise auf dieses Einfeiern zurückzuführen, das seinen Ursprung in Frankreich haben dürfte und nach Britannien übernommen worden ist. Es wird vermutet, dass man sich bei ärmeren Pfarreien, wo man sich keine Statuen leisten konnte, als Heilige für die Prozession verkleidete. Beim trinkfröhlichen Vorabend wurde das wahrscheinlich ein wenig auf die Schippe genommen. Wobei die Sache mit den Heiligen in den letzten Jahren doch teilweise für Kinder wiederbelebt worden ist.

- Das Süßigkeitensammeln geht auf den englischen Brauch des "Souling" ("Seelens") zurück. Kinder fragten an den Pforten Wohlhabender an diesem Tag nach Kuchen und Süßigkeiten und bekamen dafür Zettel mit Namen von in den dortigen Familien Verstorbenen mit, für die sie in der Kirche oder den Kapellen beten sollten. Aus diesem Brauch entstand der "Soul Cake" ("Seelenkuchen"). Es gab bis zur englischen Reformation auch bestimmte Felder, die von ärmeren Bauern und Hirten frei bewirtschaftet werden durften - unter der Voraussetzung, dass sie auch für die Verstorbenen der Gutsherren beteten.

- Die Kürbislaterne hat ihren Ursprung mehr in einer Legende. Ein böser Mann, der vom Teufel geholt werden sollte, schloss eine Wette und schließlich durch einen geschickten Trick eine Abmachung ab, dass dieser ihn nicht in die Hölle mitnehmen würde. Nach dessen Tod weigerte sich der Heilige Petrus ihn wegen seiner Schandtaten in den Himmel eingehen zu lassen, weswegen dieser mit einer Kerze in einer Rübe (später in Amerika einem Kürbis) als Windschutz als (theologisch nicht ganz korrekt) "Arme Seele" durch die Nacht streife.








Empfehlenswerte Links von The Catholic Talk Show:
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Sonntag, 27. Oktober 2019

Allerseelenablass kurz erklärt



Eigentlich könnte man ja an dieser Stelle von einem Treppenwitz der Geschichte sprechen, dass man einen Tag nach dem Reformationstag (nach Beichte, Kommunion und Gebet nach Meinung des Heiligen Vaters) bis zum 8. November täglich einen vollkommenen Ablass für Verstorbene erwerben kann - und zwar vollkommen Bargeldlos.

Als kleine Merkhilfe für das private Mess- oder Gesangbuch oder auch als praktischen Handzettel für andere kann man sich auch die schön gemachte Zusammenfassung unten ausdrucken. Zur besseren Lesbarkeit des Bildes empfehle ich hier das Maß DIN A5 (halbe DIN A4-Seite: 105x148,5mm), indem man zwei Bilder davon ausfüllend quer auf ein DIN A4-Blatt anpasst. DIN A6 (vier Bilder auf einer DIN A4-Seite) ist nur empfehlenswert für Leute mit guten Augen, da die Schrift immer weiter verschwimmt, je kleiner das Bild wird, und mit jedem Kopiervorgang (z.B. durch reguläre Toner-Kopiermaschinen) die Lesbarkeit eventuell immer weiter abnimmt. Also am besten zu Hause selbst ein wenig herumprobieren.





Freitag, 25. Oktober 2019

Priester auf Abwegen 2: Martin Luther als Gegenbild zur dekadenten römischen Kirche?




Zum Reformationstag, der bei uns bisweilen bei vielen eher unter dem Namen Halloween bekannt sein dürfte, könnte man vieles zum bekanntesten abgefallenen Priester Deutschlands - wenn nicht der ganzen Welt - sagen. Beispielsweise Gerüchte über seinen wirklichen Eintrittsgrund ins Kloster oder seinen angeblichen Selbstmord. Oder über fragwürdige Hilfsmittel, die Martin Luther eine so schnelle Übersetzung der Bibel überhaupt ermöglichten.

Man könnte aber noch tiefer gehen und Martin Luther als tugendhaftes und aufgeklärtes Gegenbild zur dekadenten Kirche hinterfragen. Der in einem anderen Posting bereits angestreifte Dr. E. Michael Jones weist in seinem Buch "Degenerate Moderns - Modernity as rationalized sexual Misbehavior" wie bereits in den übrigen Kapiteln über Alfred Kinsey, Sigmund Freud und Margret Mead darauf hin, dass es sich bei Luthers Lehren um eine Kompensation seiner eigenen unmoralischen Neigungen handelt, die unter dem Schleier der Unmöglichkeit, diese zu überwinden (die Sünde wird deswegen nicht als durch die Beichte weggenommen, sondern vor Gottes Augen verdeckt "wie der Misthaufen durch den Schnee" gedeutet) und der späteren Leugnung des freien Willens in De servo Arbitrio verharmlost werden - zum Preis einer Freigabe der eigenen Heiligung, wie sie die Kirche schon damals lehrte und auch der eigenen ehrlichen wissenschaftlichen Kritikfähigkeit.

Anders als man gerne in den heutigen Medien regelmäßig wiederholt (ohne scheinbar je etwas vom Reformkonzil von Trient gehört zu haben), war Luther nicht das Gegenbild der dekadenten römischen Kirche. Er selbst wurde durch sein Vorbild zu einem Magneten gerade für Kleriker, die ein einfacheres Leben außerhalb der kirchlichen Vorschriften haben wollten - und gerade deswegen massenweise (neben den recht oberflächlichen Versprechen für gesellschaftliche Freiheit, die den verheerenden antikirchlichen Bauernkriegen weitere Nahrung gaben) zu Luthers Bewegung überliefen. In diesem Kontext muss man auch die "Befreiung" der Nonnen aus Klöstern wie Nimbschen sehen, aus dem auch Luthers spätere Ehefrau Katharina von Bora stammt - die im Gesamten gesehen sogar McCarrick-eske Züge annehmen:


[…] Luthers eigenwillige Version der Befreiungstheologie, wie im offenen Brief  "Ursache und Antwort, dass Jungfrauen Kloester göttlich verlassen mögen" dargelegt, war, wie späte Spielarten, nur indirekt um die Befreiung besorgt. Das wirkliche Ziel dahinter, die Nonnen aus dem Konvent zu bringen, wurde erkennbar in einem Brief von Amsdorf an Spalatin am 4. April [1523]. Alle zwölf Nonnen, schreibt Amsdorf, seien "gutaussehend und alle von ihnen sind Aristokratinnen, und keine von ihnen ist in ihren Fünfzigsten". Amsdorf preist ihre Geduld und ihre Heiterkeit und kommt sofort zum Geschäft, indem er dem Ex-Priester Spalatin eine als Ehefrau anbot. Amsdorf hatte die nicht so jüngere Schwester von Staupitz, Luthers ehemaligen Superior im Augustinerkloster, im Sinn. Wie auch immer, wenn Spalatin eine jüngere im Sinn hätte, sollte er nach Amsdorf Aussage keine Furcht haben. "Wenn Du eine jüngere willst", fügt er hinzu, "bekommst Du die Auswahl der Bestaussehendsten." So war die Befreiung der Frau wie sie von der Protestantischen Partei in Deutschland im 16. Jahrhundert praktiziert wurde. Seit sie das programmatische Brechen der sexuellen Hemmung enthielt, unterschied sie sich tatsächlich nicht sehr von deren Versionen im 20. Jahrhundert [Anm.: Sexualisierung und Hedonisierung der Gesellschaft, Lächerlichmachen der Konventionen und der Disziplin, sowie Bestialisierung des menschlichen Seelenlebens. Diese Themen wurden bereits in den vorangegangenen Kapiteln des Buches behandelt].

Nicht viel später kamen weitere drei Nonnen aus Nimbschen nach Wittenberg, dann kamen weitere sechzehn aus dem Kloster Widerstett, von denen fünf von Graf Albrecht von Mansfeld angenommen wurden. Nonnenhandel wurde eines der kirchlichen Hauptgeschäfte der reformierten Partei in Deutschland und während der 1520er wurde Wittenberg zu einem ihrer bevorzugten Treffpunkte. Luther verbrachte viel seiner Zeit, um an verschiedene Priester und Kleriker zu schreiben, um sie zum Heiraten zu drängen und dadurch die Gelübde zu brechen, die sie abgelegt hatten. Seine Motive, abgefallene Nonnen und Priester zur Heirat zu drängen, war klar. Wenn der Handel einmal vollzogen war, dann war der abgefallene Priester fest auf der lutherischen Seite; eine Sache, die Luther für dessen maximalen politischen Effekt ausnutzte. Libido, die in gebrochenen Gelübde gipfelte, war die Maschine, die den Reformationszug antrieb. Es war ein einmalig effektiver Weg, um den Ex-Klerus in Opposition zur Kirche zu organisieren. Wenn sie einmal zwei sich widersprechende Arte von Gelübden gemacht haben, gab es keinen Ausweg mehr. Verdammt, wenn du dich daran hältst, verdammt wenn du dich nicht daran hältst könnte man es bezeichnen. Die ehelichen Gelübde waren natürlich ungültig; sie schienen natürlich unbedingt zwingend im natürlichen Lauf der Dinge, besonders wenn Kinder zur Welt kamen. "In mir selbst", schrieb ein unglücklicher Priester, der in diese Falle lief, seinem Bruder, der Mönch blieb, "steigt ein ständiger Konflikt auf. Ich beschließe oft, meinen Lebenslauf zu heilen, doch wenn ich nach hause komme und meine Frau und meine Kinder mir entgegen kommen, setzt sich meine Liebe zu ihnen mehr durch als meine Liebe zu Gott und mich selbst zu überwinden wird mir unmöglich."

"Keine Geliebte", schrieb ein Zeitgenosse, "sind so lüstern wie unsere ehemaligen Nonnen" und dass das Evangelium der christlichen Freiheit und Rechtfertigung durch den Glauben alleine bereits vorhersehbare Auswirkungen auf einen schon schwer korrumpierten Klerus habe. Sexuelle Korruption war ein großer Teil des katholischen Lebens in Deutschland zu jener Zeit. Große Teile der Priester lebten im Konkubinat. Einige Bischöfe erlaubten es gegen die Zahlung einer Abgabe. Luther entwickelte die Strategie gegen das zu wettern, was er als Korruption bei seinem Gegenüber festlegte und das gleiche Verhalten  auf der Seite von seiner Jünger zu entschuldigen. Diese Jünger - zum größten Teil ehemalige Priester und Nonnen - folgten dem Sirenengesang der lutherischen Theologie und kamen nach Wittenberg, um das neue Evangelium mit anderen gleichgesinnten Religiosen auszuleben. Die Auswirkungen waren vorhersehbar.

"Wie viele der frommen ausgebüxten Mönche und Nonnen hat Unsere Exzellenz gefunden", schrieb ein deutscher Adeliger einem anderen, "die keine üblichen Huren oder Lotterbuben wurden?" "Es waren diese Menschen", kommentiert Denifle, "die in ihrer fleischlichen Lust ein gottgegebenes Zeichen sahen, von der sie zur Ehe berufen waren." "Luthers Ratschläge", behauptete ein Priester, der als Teil der evangelischen Partei lebte und dann zur Kirche zurückkehrte, "sind in einem solchen Maße ausgeführt, dass es absolut mehr Enthaltsamkeit und Ehre im Ehestand in der Türkei gibt als unter den Evangelischen in Deutschland." "Es wird deutlich, dass niemand", schrieb Johann Mensing, "(nicht übertölpelt von Einfältigkeit) zur lutherischen Sekte Zuflucht nimmt, um frömmer oder eines besseren Sinnes zu werden, sondern dass er frei und ungestraft lebe und ohne Vorbehalt alles tun kann, was ihm beliebe." […]



[…] "Sei ein Sünder und sündige tapfer", predigte Luther "doch tapferer glaube an Christus … selbst wenn du tausend Mal am Tag Hurerei betreiben würdest oder ebenso viele Todesstöße aushalten müsstest." Wenn man nach den zeitgenössischen Aussagen urteilen müsste, waren Luthers Jünger nur zu willig, seiner Aufforderung zu folgen. Luther sollte noch viel weiter gehen, indem er verkündigte, dass "es keinen Unterschied zwischen dem Ehestand und der Hurerei gäbe, wenn Gott nicht willig wäre seine Augen davor zu schließen."

Im Hinblick auf die menschliche Natur und die Macht des sexuellen Triebes, ist es nicht überraschend, dass seine Lehren bald auch einen ähnlichen Effekt auf Dr. Martinus selbst hatten. Luther sollte in seinem späteren Leben schreiben, dass wenn irgendjemand durch das Mönchtum in dem Himmel komme, sollte er derjenige sein, wobei er auf schweres Fasten, Vigilgebete, etc. anspielte. Wie dem auch sei, sein eigenes Lebenszeugnis zu dieser Zeit widerlegt seine späteren Verzerrungen. 1516 schrieb Luther an Lang in Erfurt: "Ich sollte zwei Sekretäre haben für das, was  ich den lebenlangen Tag kaum zu etwas bringe außer Briefe zu schreiben … Selten bleibt genug Zeit, um das Stundegebet (des Officiums) zu beten oder die Messe zu feiern. Daneben gibt es auch meine eigenen Versuchungen des Fleisches, der Welt und des Teufels." "Ich bin entflammt in fleischlichen Begierden", schreibt er während seiner Zeit auf der Wartburg "während ich glühend im Geiste sein sollte. Ich brenne mit der Flamme meines ungezügelten Fleisches und sitze hier in Muße und Faulheit, während ich das Gebet vernachlässige." Während des zweiten Jahrzehntes des 16. Jahrhunderts. Luther geriet in eine spirituelle Abwärtsspirale, in welcher - wie es der Fall mit einem verweltlichten Geist ist - spirituelle Laxheit zu Sinnlichkeit führt, die wiederum zu intellektueller Rebellion gegen die Kirchendisziplin führt, die wiederum zum sinnlichen Abstieg führte und zu weiterem Zetern gegen die Kirche, die den Standard aufrecht hält, für den er sich nicht länger verpflichtet fühlte, sie zu halten. Luthers Ideologie der Rechtfertigung durch den Glauben alleine, die in der Lehre vom versklaven Willen gipfelte, war der doktrinäre und intellektuelle Bestandteil seines moralischen Abstiegs. Es war die Rationalisierung, die seinen spirituellen Abstieg für sein Gewissen tolerierbar machte.

Es war ein spiritueller Abstieg, der Luthers Zeitgenossen nicht unbemerkt blieb. 1522 schrieb Graf Hoher von Mansfeld erklärend an Graf Ulrich von Helfenstein, dass er "eigentlich ein guter Lutheraner sei, doch ich fand heraus, dass Luther ein lauterer Bube war, weil er sich voll saufe wie es in Mansfeld üblich ist, gerne gutaussehende Frauen um sich hat, viel Laute spielt und ein generell liederliches Leben führt." Als Ergebnis von Luthers Verhalten wurde der Graf von der Evangelischen Partei desillusioniert und verlies sie.

1522 schrieb Jacob Ziegler an Erasmus bezüglich einer Konversation mit einem Bischof in Rom, in der "die Meinung geäußert wurde, dass sich Luther der Zuhälterei und dem Suff hingegeben habe." Eine andere Quelle bezichtigen ihn "des Prostituiertenhandels, des Glücksspiels und des Herumhängens in Kneipen". Am 11. Juni 1523 schrieb Wolfgang Rychardus an Johannes Magdenbuch, ein weiterer Arzt, der Luther zu dieser Zeit wegen eines Fiebers behandelte, dass "wenn die Schmerzen der Französischen Krankheit seinen Schlaf stören" [et si cum hoc dolores mali Franciae somno impedimento fuerint], er ein Pflaster aus Wein, Quecksilber und Würmern als Linderungsmittel anbringen sollte. Grisar kommentiert diese Passage, dass "kein Arzt auf diese Weise über einen Patienten reden würde, der nicht die Symptome von Syphillis aufweisen würde", aber er merkt an, dass dies das einzige Dokument im Lutherischen Corpus sei, dass diese Krankheit erwähnt.

Unzählige Quellen bestätigen, dass Luthers ungehindertes Verhältnis mit den abgefallenen Nonnen in Wittenberg die Gerüchteküche anheizte und dass das Gerede die Sache der Reformation bedrohte. In einem Brief vom 16. Juni 1525 beklagte sich Melanchton an Camerarius auf Griechisch - um neugierige Leser zu umgehen - über Luthers "Posen" (bomoloxia) mit den abgefallenen Nonnen in Wittenberg. Luther, so fährt er fort, "ist zu umgänglich mit den Nonnen", die "ihn schlau umgarnen". Als Ergebnis dieses Umgangs sei Luther "geschwächt und entbrannt". Melanchton schreibt, dass es Luthers Verhalten an Würde fehle und dass er und andere Freunde ihn wegen seiner Posen tadeln mussten. Vielleicht wegen der heiklen Natur von Melanchtons Bedenken hat Camerius den Brief stark bereinigt, der in seiner Originalfassung erst 1876 auftauchte - über 350 Jahre nachdem er geschrieben wurde. […]


Allmächtiger und barmherziger Gott, schau gnädig auf mein demütiges Beten und mache mich, Deinen Diener, den Du, ohne eigene Verdienste, durch die unermessliche Freigebigkeit Deiner Milde den himmlischen Mysterien dienen lässt, zu einem würdigen Diener der heiligen Altäre, damit, was meine Stimme hervorbringt, durch Deine Heiligung gestärkt werde. Durch unseren Herrn. 
Oration für den Jahrestag der Priesterweihe



Donnerstag, 10. Oktober 2019

St. Trudpert in Münstertal: Ein Ire im Schwarzwald




Zu den bekanntesten unbekannten Wallfahrtsorten im Schwarzwald gehört das Kloster St. Trudpert in Münstertal, das sich gut 27km von Freiburg im Breisgau entfernt hinter dem Winzerort Staufen befindet und über die dortige Straße in Richtung Schwarzwaldhochstraße führt. Seinen Wohlstand verdankte das Kloster neben diversen Silberminen auch einem von weit her gekommenen geheimnisvollen Eremiten aus der Merowingerzeit:
Den um 607 verstorbenen heiligen Einsiedler und Martyrer Trudpert.




Über seine Herkunft ist wenig bekannt. Der älteste erhaltene Bericht über ihn, die Passio Sancti Thrudberti Martyris (St. Galler codex 577) geht schriftlich vermutlich bis ins 9. Jahrhundert, ungefähr 200 Jahre nach dem Tod des heiligen Trudpert, zurück. Nach der damals wahrscheinlich dafür existierenden älteren mündlichen Überlieferung heißt es von ihm, dass er von adliger Herkunft war und entweder aus Irland oder Schottland stammte. Modernere Forscher vermuten dagegen eine fränkische Herkunft; seine irische Abstammung könnte man auf eine Mitgliedschaft von damals umherziehenden Wandermönchen nach irischer Regel zurückführen, zu denen man auch die Heiligen Columban und Gallus zählt und die damals im Merowingerreich keine Seltenheit waren, besonders wenn damit Missionsreisen in heidnische Gebiete verbunden waren. Aufgrund fehlender Quellen muss das jedoch offen bleiben.

Wie die Familie der heiligen Walburga unternahm er eine Pilgerreiche nach Rom, wo er durch eine Erscheinung dazu berufen wurde, nach Alemannien zu ziehen und sich dort niederzulassen. Er zog daher den Rhein entlang und begab sich in den weit gehend christianisierten Schwarzwald, wo er bei einem edler Lehensherrn namens Otbert (vermutlich ein fränkischer Adeliger aus dem Elsass mit alemannischen Besitzungen) um die Erlaubnis bat, sich dort niederzulassen und eine Kirche bauen zu dürfen, worauf der von dem Plan begeisterte Otbert seine volle Unterstützung zusagte. Auch diese Stelle beleibt bis heute für Interpretationen offen: Bestritten wird in neuerer Zeit, dass es sich um eine komplette Klosterkirche gehandelt haben soll; dagegen könnte es vielleicht sich um eine sogenannte Cella als Niederlassung für eine oder mehrere Personen gehandelt haben (wie in Radolfzell) oder eine befestigte Kirche als Missionsstützpunkt oder -durchgangspunkt für weitere aus dem Frankenreich kommende Missionare. Dass dieser Ort tatsächlich größere verwaltungstechische und damit auch bauliche Bedeutung gehabt haben könnte, zeigt der Fund eines ehemals reich verzierten Bronzeschlüssels aus der Merowingerzeit (siehe dritte Seite) auf einem Hofgut bei Münstertal.



Unter diesen Umständen geschah dann auch sein Martyrium. Otbert gab ihm zuvor Jäger mit, mit denen sich Trudpert eine geeignete Stelle für seine eigene Eremitage suchen sollte. Diese Begleiter versuchten ihn jedoch von solchen geeigneten Orten wegzuführen, was ihnen jedoch nicht gelang; vermutlich wollten sie selbst diese Stellen nutzen, vielleicht auch dem fremden Einsiedler möglichst weit wegzuführen oder vergraulen. Auf jeden Fall gab es schon von Anfang an Schwierigkeiten. Vielleicht spielten Konflikte zwischen der alemannischen Bevölkerung und den fränkischen Herren eine Rolle, die plötzlich durch den Fremden, der von einem unliebsamen Herren bevorzug wurde, neu aufflammte.

Bald schon begannen die schweren Rodungsarbeiten, zu denen Otbert ebenfalls Leute aus seinem Verwaltungsbereich schickte, an denen Trudpert aber auch selbst aktiv teilnahm. Es kam aber wiederum zu Streitigkeiten: Die Arbeiten kamen nicht mit den kargen Mahlzeiten des Einsiedlers klar, die er ihnen gab. Sie hätten beinahe die Arbeit komplett niedergelegt, wenn er ihnen nicht ein nachhaltigeres Mittagessen versprochen hätte. Neben lokalen Gereiztheiten kamen also noch persönliche Verständigungsschwierigkeiten hinzu, die Trudpert versuchte zu lösen, wenn sie ihm plötzlich klar wurden.

Schließlich kam es um das Jahr 607 zum Mord: Trudpert hatte einen schlechtgelaunten Arbeiter etwas schroff zurechtgewiesen, worauf sich dieser mit einen anderen zusammentat, um den Fremdling zu beseitigen. Während Trudpert sich zur Pause in seiner Einsiedelei zum Schlafen hinlegte, schlug ihm einer der beiden aus Rache mit einer Axt den Schädel ein, ohne dass Trudpert etwas davon mitbekam.

Dass diese Tat nicht aus plötzlichem Affekt geschah, zeigt die Überlieferung, dass beide versuchten, durch den Schwarzwald in den Osten zu gelangen, wo alemannische Gebiete ohne fränkische Herrschaft existiert haben sollen. Die Tat holte sie jedoch bald ein: Sie verliefen sich auf ungeklärte Weise mehrmals und gelangten zu ihrem Schrecken immer wieder zum Ort des Verbrechens zurück. Beide wurden schließlich von anderen Arbeitern gesichtet und gefangen genommen. Bei der Auslieferung stürzte sich einer der beiden gefesselt in das Schwert seines Bewachers, der Haupttäter wurde gehängt. Trudpert wurde auf Otberts Anweisung in einen steinernen Sarkophag bei der Einsiedelei beigesetzt, die Kirche wurde notdürftig von Otbert als Oratorium fertiggestellt. Von Trudperts Heiligkeit war er durch dessen vorbildlichen Lebenswandel und Mühen um die Verbreitung und Festigung des Glaubens überzeugt, zweifelte aber immer wieder. Da soll ihm Trudpert nach längerer Zeit erschienen sein, um eine Umbettung von ihn zu fordern: Denn in seinen Sarkophag drang Wasser ein. Otbert ließ das Grab öffnen: Doch statt einer von Wasser aufgesogenen Leiche fand man Trudpert noch unverwest vor, was für alle ein Beweis dafür war, dass er nun ein Fürsprecher bei Gott dem Herrn war.

Heute befindet sich an der Stelle, wo der Sarkophag geöffnet wurde, eine eigene Kapelle mit einer wunderbar erhaltenen barocken Einrichtung, die sogar Illusionsmalereien auf den Türen beim Altar enthält mit Szenen aus dem Leben Trudperts: Der Romfahrt und seiner Vorstellung beim Edlen Otbert. Unter der Kapelle befindet sich ein Brunnen mit einer barocken Darstellung des Trudpertgrabes. Ob sich dahinter noch Stücke des alten Sarkophages befinden ist nicht bekannt.



Auch nach Otberts Tod wurde das Grundstück um das Oratorium frei gelassen, was bei seinen Erben zum Streit führte. Im Jahre 634 wurde das Grab vom Bischof von Konstanz noch einmal geöffnet, wobei man Trudpert noch einmal unverwest vorfand. 639 weihte Bischof Martin von Konstanz die Kirche, die dem Heiligen Petrus und Paulus geweiht war, seit dem Jahre 815 bis zur Säkularisation 1806 betreuten Benediktinermönche die Wallfahrtsstätte und das von ihnen dort errichtete Kloster. 901 wurden die Reliquien (von einem unverwesten Leichnam wird nicht mehr berichtet) erhoben, womit sein Kult offiziell anerkannt wurde. Teile der Reliquien gelangten nach ins Benediktinerkloster Ettenheimmünster und Konstanz, wo sie jedoch während der Reformation vernichtet wurden. 1192 begann die offizielle Wallfahrten.




Die Klosteranlage wurde auch mehrmals zerstört und verändert wiederaufgebaut. 911 geschah dies durch den Einfall der Ungarn in das Ostfränkische Reich, was einen Schutzwall nötig machte. 1346 wurde die benachbarte Bergbaustadt Münster aus Konkurrenzneid durch die Freiburger komplett zerstört, mit der Erschöpfung der Silberminen geht damit auch der Niedergang des ehemals bedeutenden  Klosters einher. 1518 und 1525 kam es zu Plünderungen und Schäden durch den Bauernkrieg, die erst 1578 komplett behoben werden konnten; 1632 zum Überfall durch die Schweden, die das gesamte Kloster bis auf die Grundmauern zerstörten. Der Wiederaufbau war weitgehend erst hundert Jahre später durch die Kirchweihe abgeschlossen, wobei Teile des 1456 errichteten gotischen Chores und innere Bruchstücke der alten Klostergebäude bis heute als Zeugnisse des zerstörten Baus zu sehen sind. 1806 wurde das Kloster säkularisiert und vom badischen Geheimrad Freiherr Konrad von Andlaw erworben und als "Schloss St. Trudpert" weitergeführt wurde, während man die Klosterkirche als Pfarrkirche weiternutzte. Ein wertvolles Vortragekreuz mit einem Kreuzespartikel wurde auf lautstarke Bitte der Bevölkerung nicht von den Behörden beschlagnahmt, während ein anderes wertvolles Reliquienkreuz an die Eremitage nach St. Petersburg verkauft wurde.


Freiherr Friedrich von Mentzingen, ein Nachfahre des Geheimrates, verkaufte die Anlage schließlich 1918 an die Kongregation der Schwestern des Heiligen Josef von Saint Marc, die das Kloster wiederbelebten. 1965 wurde die neue Klosterkirche geweiht (Verzögerungen durch die wirtschaftlichen Schwierigkeiten 1929), 1970 wurde St. Trudpert Sitz des Generalmutterhauses der Josefsschwestern, von wo aus auch das 1929 gegründete und 2015 aufgelöste Klinikum St. Trudpert in Pforzheim geleitet wurde.

Das Kloster St. Trudpert in Münstertal ist auch der Sitz der Erzbruderschaft vom Tod des hl. Josef, die 1913 durch Papst Pius X. gegründet wurde und in der Laien für die Menschen beten, die bald sterben werden. Es wird kein Mitgliederbeitrag verlangt.

Die große Prozession um das Kloster und die Grabkapelle findet am Sonntag nach dem 26. April statt, dem Trudpertsfest. Vor den josephinischen "Reformen" gab es gleich mehrere solcher Prozessionen zu Ehren des Heiligen Trudpert im Jahr. Die damals noch in einem Steinsarkophag ruhenden Gebeine Trudperts werden seit 1714 in einem barocken Schrein verwahrt, der heute in einem für die Öffentlichkeit unzugänglichen Tresor aufbewahrt und nur zur großen Prozession freigegeben wird. Bei schlechtem Wetter - wenn die Prozession ausfallen muss - werden die Reliquien im Inneren der Kirche ausgestellt. Im Eintrag der Acta Sanctorum aus der Zeit vor der vollständigen Zerstörung durch die Schweden wird von mehrere alten Prozessionsbildern berichtet, die das Martyrium des Heiligen zeigten.



In Straßburg tauchte seine Vita im 12. Jahrhundert in Form einer Art gekürzten Brevierversion auf; auch in Salzburg tauchte in Messverzeihnissen sein Name auf, weil der mit ihm in der Legende erwähnte Bruder Ruopert missverständlicherweise als der spätere Rupert von Salzburg (der ungefähr hundert Jahre später lebte) gedeutet wurde. Auch eine Verwandtschaft mit der im Breisgau verehrten hl. Erentrudis von Salzburg - die Nichte des hl. Rupert von Salzburg - wurde ihm vom Volk nachgesagt, das sie einmal als seine Schwester, mal als die Nichte der beiden Brüder bezeichnete. Im Verzeichnis der Österreichischen Heiligen wurde Trudpert nicht nur deswegen erwähnt, weil die damalige Gegend nicht nur zusammen mit Freiburg im Breisgau zu Vorderösterreich gehörte, sondern weil man seinen fränkischen Lehens- und Schutzherren Otbert für einen direkten Ahnen des Hauses Habsburg hielt.

Über die damaligen Ausmaße der Pilgerbesuche berichten die Bollandisten in den Acta Santorum, wo einige Wunder genannt werden, die sich um dem Grab von Trudpert ereigneten. Diese Einträge stammen noch aus der Zeit vor der Zerstörung des Klosters durch die Schweden und stellen somit ein wertvolles historisches Zeugnis dar, das nun auch jedem (der Latein lesen kann) über das Internet frei zugänglich ist.



Eine Aufzeichnung berichtet von einer Mutter, deren gelähmtes Kind während des Gottesdienstes geheilt wurde, eine andere von einem erfolgreichen Exorzismus durch die Fürsprache der Muttergottes und des hl. Trudperts. Einem Dominikanermönch aus Westfalen mit dem Namen Cunradus de Corbeia, dessen Augen rapide schlechter wurden und der von seinem Orden nach Freiburg gesendet wurde, erschien bei seiner Übernachtung in Sulzburg der hl. Trudpert als Pilger gekleidet und wies ihn an, zum Kloster in Münstertal zu gehen. Dort erlangte er beim Grabmal des Trudpert seine volle Sehkraft zurück.

Am Rande werden auch von Heilungen von Epileptikern, Blinden, Besessenen und Leprakranken erwähnt. Letzterer Bericht lässt auf ein größeres Wasserbecken beim heute eher kleinformatig angelegten Brunnen schließen. Ein Leprakranker wusch sich mit dem Wasser zunächst seine Hand, die sofort heil wurde. Nachdem dies auch mit seinem Arm passierte, riss er sich die Kleider vom Leib und stieg "wie Naaman" nackt in das Wasser. Solche Becken bestanden im bis zur Neuzeit auch bei der Wallfahrtskirche Ettenheimmünster, wo ebenfalls die Quellbrunnen in der Barockzeit erheblich verkleinert wurden.

Das Wasser, mit dem sich Menschen damals sogar die Augen wuschen, ist heute aufgrund von nahen Gülleausfahrten nicht mehr trinkbar. Außer wenn man unbedingt starke Magenkrämpfe bekommen möchte.


Du setztest, Herr, auf sein Haupt eine Krone von kostbarem Stein. 
Leben erbat er von Dir, und Du gewährtest es ihm. 
Psalm 20, 4-5; Offertorium 4. Messformular für Martyrer, die keine Bischöfe waren




Zu empfehlende Lektüren, die als Quelle dienten: 
- Hermann Bromer (Hrsg.): Wallfahrten im Erzbistum Freiburg. Verlag Schnell & Steiner, 1990. ISBN: 978-3-7954-0850-3. Da das Buch inzwischen vergriffen ist, wird eine Bestellung bzw. Anfrage in Antiquariaten oder auf Amazon empfohlen.
- Die Acta Sanctorum der Bollandisten-Gesellschaft (siehe 26. April,  Seite 462-478; die Wunderberichte beginnen ab Seite 473 und 475)
- Bericht im Magazin-Jahresausgabe "Schauinsland" von 1976: Willi Werth: "Zum realen Kern der Passio Thrudberti im St. Galler codex 577". Der Bericht über den gefundenen Merowinger-Schlüssel befindet sich auf der dritten Seite.


Freitag, 4. Oktober 2019

Dienstag, 1. Oktober 2019

Renaissance des Erzengels Michael




Während man in Deutschland gerne einen Bogen um den ehemals beliebten Patron der Deutschen (in neuere Zeit institutionell durch den Heiligen Bonifatius verdrängt), den Heiligen Erzengel Michael macht, findet unter anderem im angelsächsischen Sprachraum eine regelrechte Renaissance statt.

[…] Neuerdings hat St. Michael eine Art Comeback. Einige Diözesen und viele Pfarreien ordnen nun die Rezitation des Michealsgebetes von Papst Leo XIII. nach der Heiligen Messe an:

Heiliger Erzengel Michael, steh uns bei im Kampfe.
Gegen die Nachstellungen und Bosheiten des Teufels sei Du unser Schutz.
Gebiete ihm, Gott, so bitten wir flehentlich.
Du aber, Fürst der Himmlischen Heerscharen, stoße den Satan und die anderen bösen Geister, welche zum Verderben der Seelen in der Welt umherziehen, durch die Kraft Gottes in die Hölle.
Amen.

Rechtsanwälte, Wissenschaftler, Politiker, Landwirte, Arbeiter, alle Schichten der Bevölkerung sagen inniglich dieses Gebet auf - ein Gebet, dass ihnen vor zwanzig Jahren nicht über die Lippen gekommen wäre. 
Warum beten sie es gerade jetzt?

Die Menschen fürchten dieses gottlose Zeitalter und sie sehen dämonische Sünden wie Kindsmissbrauch und Terrorismus, der die Menschen in Verzweiflung und Schrecken treibt. Warum so viel Leid, wie in aller Welt können wir es bekämpfen? Unsere fruchtlosen Herzen wenden sich immer noch von Natur aus dem Gebet zu, zum englischen Heiligen, der der Menschheit schon einmal zur Seite stand, um sie gegen alle Arten des Bösen zu beschützen. […]


Eigentlich sehr auffällig, da neben Orten in Irland, England und Frankreich auch in Deutschland viele dem Erzengel geweihte Kirchen und Kapellen vorhanden sind - besonders auf ehemaligen heidnischen Kultplätzen und Höhenheiligtümern, die damit einen dauerhaften Exorzismus erfahren haben, aber auch zentrale Glaubensgebäude wie dem Hildesheimer Dom, den Bernward von Hildesheim anscheinend sogar plante, zu einem deutschen Nationalheiligtum auszubauen.

Auch der Unterschied zwischen dem Novus Ordo und der traditionellen Lateinischen Messe wird hier sichtbar:
Ab den 1950er wurden die Erzengelfesttage immer weiter reduziert und zusammengelegt, in der "Alten Messe" dagegen wird alleine der Erzengel Michael sechs bis sieben Mal erwähnt, wie es Dr. Taylor Marshall vom New Saint Thomas Institute in diesem englischsprachigen Vortrag darlegt:





Wer ist Fr. James Martin?

Weil ich derzeit ein wenig faul bin, um aus aktuellem Anlass einen Kommentar zu geben, verweise ich auf zwei Beiträge von kath.net, den Artikel eines Blogger-Kollegen … und dieses nette Meme als Vergleich mit einem ernsthafteren Seelsorger (zum Vergrößern bitte draufklicken).