Dienstag, 31. Dezember 2019

Die hl. Unschuldigen Kinder: Historizität, Grabkapelle in Bethlehem und Reliquien



Nach Weihnachten geht es sofort wieder blutig zu. Nachdem am 25. Dezember, am 2. Weihnachtsfeiertag, das Gedächtnis des Märtyrers Stephanus begangen wurde, folgte am 29. Dezember das Martyrium des Hl. Bischofs Thomas Becket. Dazwischen liegt das Gedächtnis der Unschuldigen Kinder, das mit dem Kindermord in Bethlehem für die meisten definitiv das verstörendsten Ereignis der Weihnachtsgeschichte darstellt.

Im Hinblick auf das Kreuz und Leiden Christi sowie der Streitenden und auch Triumphierenden Kirche werden hier liturgisch die Schatten vorausgeworfen. Die Menschwerdung Gottes ist kein rührseliges Sicherinnerns (bisweilen auch mit gesellschaftspolitischem Anstrich), sondern manifestes Aufeinanderprallen der Realität von selbstherrlicher Sünde und der lebendigen Barmherzigkeit Gottes - das im blutigen Opfer gipfelt, das in jeder Messe als Ziel und Höhepunkt des kirchlichen Lebens vergegenwärtigt wird.

Doch zunächst zurück zu der Erzählung des Kindermordes durch König Herodes. Im Evangelium nach Matthäus (2,1 - 2,18) heißt es dazu:

Als Jesus zur Zeit des Königs Herodes in Bethlehem in Judäa geboren worden war. kamen Sterndeuter aus dem Osten  nach Jerusalem und fragten: "Wo ist der neugeborene König der Juden? Wir haben seinen Stern aufgehen sehen und sind gekommen, um ihm zu huldigen." Als König Herodes das hörte, erschrak er und mit ihm ganz Jerusalem. Er leiß alle Priester und Schriftgelehrten des Volkes zusammenkommen und erkundigte sich bei ihnen, wo der Messias geboren werden solle. Sie antwortetem ihm: "In Bethlehem in Judäa; denn so steht es bei dem Propheten:

"Du Bethlehem im Gebiet von Juda / bist keineswegs die unbedeutendste / unter den führenden Städten von Juda / denn aus dir wird ein Fürst hervorgehen / der Hirt meines Volkes Israel." [Micha 5,1]

Danach rief Herodes die Sterndeuter heimlich zu sich und ließ sch von ihnen genau sagen, wann der Stern erschienen war. Dann schickte er sie nach Bethlehem und sagte: "Geht und forscht sorgfältig nach, wo das Kind ist; und wenn ihr es gefunden habt, berichtet mir, damit auh ich hngehe und ihm huldige. […]

[…] Als Herodes merkte, dass ihn die Sterndeuter getäuscht hatten, wurde er sehr zornig und er ließ in Bethlehem und der ganzen Umgebung alle Knaben bis zum Alter von zwei Jahren töten, genau der Zeit entsprechend, die er von den Sterndeutern erfahren hatte. Damals erfüllte sich, was durch den Propheten Jeremia gesagt worden ist:

"Ein Geschrei war in Rama zu hören / lautes Weinen und Klagen / Rahel weinte um ihre Kinder / und wollte sich nicht trösten lassen / denn sie waren dahin." [Jer 31,15 - Diese Stelle nimmt in diesem Kontext eine aktualisierende Stellung ein. In der Nähe von Bethlehem befindet sich auch das damals bereits bekannte Rahelsgrab]



Zur bis heute diskutierten und oft in Frage gestellten Historizität muss man notwendigerweise einiges anmerken, bevor wir zu den weiteren Themen dieses Postings kommen.

Viele Historiker halten zunächst den Aufenthalt von Maria und Joseph in Bethlehem für unwahrscheinlich. Es sollte lediglich eine Art angehängte Bestätigung der Besonderheit Jesu sein, wenn er wie König David auch in dessen Geburtsstadt zur Welt gekommen sei. Eine offizielle Volkszählung durch die Römer sei erst nach dem Sturz von Herodes´ Sohn Archelaos möglich gewesen - dann um diesen Zeitraum wurde Judäa als Provinz in das römische Reich eingegeliedert, der Titel "König der Juden" abgeschafft und durch die Bezeichung "Ethnarch" bzw. "Tetrarch" ersetzt, der auf die Erben des Herodes überging, unter denen das ehemalige Königreich nun aufgeteilt wurde, um weitere exzessive Gewalttätigkeiten  wie unter einem anfechtbaren Alleinherrscher wie Herodes dem Großen einzuschränken (wie das Massakrieren von 3.000 Juden unter Archelaos, der bald schon von Rom in die Verbannung geschickt wurde).

Zum einen muss hier angemerkt werden, dass Herodes bereits ein Vasalle Roms war. Es waren der römische Senat und der ab 31 v.Chr. als Kaiser herrschende Octavianus Augustus, die den 47 v.Chr. von seinem Vater Antipatros als Statthalter eingesetzten Idumäer Herodes 30 v.Chr. als König Judäas bestätigten, nachdem er es 37 v.Chr. fertigbrachte, dass der nach der Eroberung Jerusalems rechtmäßigen Hasmonäer-Herrscher Antigonos (die aus der Familie der Makkabäer hervorgingen, die Judäa von der Unterdrückung der Seleukiden befreiten) unter Marcus Antonius hingerichtet wurde, und vor dem Fall Antonius´noch rechtzeitig die Seiten wechselte.

Herodes musste dafür nicht nur selbstständig sein nun eigenes Königreich verwalten, das er mit prachtvollen Bauten wie der Festung von Masada und der Vergrößerung des Jerusalemer Tempels bereicherte, sondern wahrscheinlich auch verwaltungstechnische Erhebungen für Rom durchführen, wo man wissen musste, ob der Vasall noch dem Bündnis treu war und wie es mit der Truppenstärke und der Gesellschaftssituation aussah. Um jedoch die Romhörigkeit vor der dortigen Bevölkerung zu verbergen, durfte dieses Klientelverhältnis nicht offen zutage kommen - auch wenn viele Juden genau davon wussten.

Ein Grund, warum Joseph mit Maria nach Bethlehem kam, dürfte tatsächlich die Erfassung einer "regionalen" Kopf- und Grundsteuer gewesen sein. Joseph stammte aus dem damals verarmten Hause Davids, das aus Bethlehem stammte. Obwohl er als Handwerker viel unterwegs gewesen sein dürfte, könnte er trotz seines Wohnsitzes in Nazareth im Besitz von Land gewesen sein, das der Familie gehörte und theoretisch als Erbe übertragen worden sein könnte. Leider liegen dazu keine Akten vor, sodass man unter dem Gesamtkontext nur starke Vermuten anstellen kann; ein Weiterverpachten als Zusatzeinkunft wäre denkbar. Hätte eine gleichzeitige Erhebung von Kopf- und Grundsteuer (aus Verwaltungstechnischen Gründen) stattgefunden, dann hätte er nicht nur die Pflicht gehabt, seine Zahl an Familienangehörigen anzugeben, sondern auch dessen Besitzansprüche zu aktualisieren, die vielleicht mit länger anhaltender Meldeverweigerung vor der örtlichen Verwaltung verfallen wären. Der damaligen politischen Partei der "Herodianer" gehörten auch Verwaltungsbeamte und Zöllner an, die Herodes selbst und seinen politischen Nachkommen unterstützten und sich persönliche Vorteile daraus versprachen - und im Gegenzug dazu Order beim Volk durchführten. Solche Verwaltungsarbeit war also machbar; Herodes selbst dürften solche verwaltungstechnischen Vorgänge auch nicht unbekannt gewesen sein, da sein Vater Ratgeber und römischer Verwalter in Judäa war.

Zum Zeitpunkt der letzten Lebenswochen des Herodes wurde bereits im vorherigen Posting über die Datierung von Christi Geburt eingegangen. Rätselraten herrscht dagegen bei der Authentizität des Kindermordes von Bethlehem. Zeitgenössische Historiker wie der Jude Flavius Josephus (36/37-ca. 100 n.Chr.) überliefern dazu nichts, was der Hauptgrund dieser Skepsis ist. Herodes war ein extrem gewalttätiger Tyrann, der alles versuchte, um seinen Machtanspruch zu erhalten. Zwei seiner Söhne ließ er hinrichten, ein dritter - der eigentlich Thronfolger sein sollte - folgte nur fünft Tage vor dessen Tod. Die Mutter der ersteren, Prinzessin Mariamne, die er wegen ihrer Herkunft aus dem Hause der Hasmonäer nur deswegen heiratete, um seine Stellung den Juden gegenüber zu festigen, ließ er kurze Zeit später wegen des Verdachts der Untreue zusammen mit deren Mutter hinrichten. Ein weiteres  Familienmitglied der Hasmonäer, den ehemaligen Hohenpriester Johannes Hyrkanos II. - dem der Vater als Ratgeber diente -, ließ er hinrichten wegen Verschwörung, nachdem er bereits nach der Eroberung Jerusalems sein Priesteramt verloren hat und ihm beide Ohren abgeschnitten wurden.

Seinen Schwager Aristobulos, den er auf Bitten der Mariamne zum Hohenpriester machte, ließ er ein Jahr später während eine Bades von Gefolgsleuten ertränken - weil er als frommer Hohepriester zu beliebt beim Volk wurde, das von ihm begeistert war und somit einen potentiellen Konkurrenten darstellte. Auch der bereits erwähnte Tod von zwei Rabbinern dürfte in diesem gesamtgesellschaftlichen Kontext für Josephus schwerer ins Gewicht gefallen sein als ca. 6 bis 20 Kinder, die irgendwo in der Provinz aus übertriebener Paranoia getötet wurden. Auf jeden Fall lässt sich Josephus als gebürtiger Jude mit allen Details des wohlverdienten Todes dieses Usurpators aus.

Eine ungewöhnliche außerchristliche Nennung einer Ermordung von Kindern in Syrien kommt jedoch in einer Zitatensammlung des Kaisers Augustus selbst im Werk Saturnalia des 430 verstorbenen Heiden Macrobius Ambrosius Theodosius vor:

Als er [Kaiser Augustus] hörte, dass unter den Knaben in Syrien, die jünger als zwei Jahre waren, die Herodes, der König der Juden, anordnete zu töten, sein eigener Sohn ebenfalls getötet worden war, sagte er: Es ist besser ein Schwein des Herodes zu sein als dessen Sohn. 

Da es dem Blogger noch nicht möglich war, den Originaltext einzusehen, muss dieses Nennung leider (halbwegs) unkommentiert offen bleiben. Dennoch war dieser Textabschnitt im Mittelalter so bekannt, dass der Theologe und Gelehrte Petrus Abelardus ihn in einen Hymnus einbaute.

Das einzige weitere Geschichtswerk, in dem der Kindermord von Bethlehem nochmals vorkommt, ist die Kirchengeschichte des Eusebius von Cäsarea (263- ca. 338), der neben der Wiederholung der biblischen Geschichte eine weitschweifige Aufzählung unterlässt und stattdessen auf das Geschichtswerk von Flavius Josephus hinweist, da eine detaillierte Aufzählung der Grausamkeiten des Herodes aus Platzgründen nicht möglich sei. Auch werden die Stellen vom Tod des Herodes zitiert, wozu es anschließend heißt:

Er erlitt damit eine gerechte Strafe dafür, daß er, unserem Erlöser nachzustellen, die Knäblein in der Gegend von Bethlehem hatte ermorden lassen.


Wie Johannes als Vorläufer und Wegbereiter des Wirkens Christi auf Erden geehrt wird, so wurden auch die unschuldig getöteten Kinder zu den Sinnbildern des unschuldig Gekreuzigten und zu ersten Blutzeugen dessen, der die Messias-Prophezeiungen des Alten Bundes erfüllen sollte. So darf es auch nicht wundern, dass ihnen als Martyrer des Bundes in der Kirche ein eigener Festtag zukam, der ihre Geburt für das Himmelreich feiert.

Als Märtyrer wurden sie bereits zur Zeit des um 202 verstorbenen Kirchenlehrers Irenäus von Lyon genannt, Augustinus und Caesarius von Arles hielten ganze Predigten zu ihnen. 505 wurden sie in einem liturgischen Kalender aus Karthago erwähnt, Ende des 5. Jahrhunderts im Sacramentarium Leonianum. Im 5. Jahrhundert wird von Reliquien in Gallien berichtet - zu letzteren aber gleich mehr.

Verschiedene Hymnenwerke entstanden unter Prudentius ("Salvete Flores Martyrum") , Beda Venerabis ("Hymnum canentes Martyrum") und Notker dem Stammler ("Laus tibi Christe"). Ein eigenes Synaxarion ist in der Ostkirche in Gebrauch.

Auch viele Legenden und Kolportierungen ranken sich - leider - um deren Verehrung. In der griechischen Liturgie ist von 14.000 ermordeten Kindern die Rede, in der syrischen von 64.000, im mittelalterlichen Tradierung davon sogar von 144.000 (vgl. auch dazu die Geschichte der Ursula-Legende). In dieser Hinsicht bewegt man sich also auf einem Terrain der Überlieferung, bei dem man außerordentlich vorsichtig sein muss, da sich bereits viele örtliche Folklorisierungen eingeschlichen haben, wie es bei vielen Überlieferungen aus dem östlichen Mittelmeerraum der Fall ist. 


Eine Besonderheit stellt in Bethlehem eine eigene Grabkapelle der Unschuldigen Kinder dar, die sich in einer der Höhlen unter der Geburtskirche in Bethlehem befindet. Kaiserin Helena, die viele Heiligtümer freilegte, soll im Jahre 328 auch auf die Überreste der Unschuldigen Kinder gestoßen sein, die sie bei der Geburtskirche in Bethlehem beisetzen ließ. Deren Reliquien gelangten aber auch nach Rom (wo sie auch die Passionsreliquien aufbewahren ließ), von dort aus dann teilweise nach Konstantinopel, wo Teile in der Hagia Sophia und den Kaiserlichen Palästen verwahrt wurden. 

Auch in Bethlehem werden deren Überreste verwahrt (siehe Bilder hier). Die Höhlen - die teilweise auf Wohn- oder sogar Bestattungsräume bis ins 7. Jahrhundert vor Christus zurückgehen - wurden weiterhin als Grablege für die Christen genutzt, die 614 von den einfallenden Persern getötet wurden. Was die vielen Knochen von Erwachsenen erklärt, die man dort noch heute sehen kann:



Als Stationskirche des Gedenktages der Unschuldigen Kinder ist nach dem römischen Ritus St. Paul vor den Mauern festgelegt, weil sich dort Leiber der Unschuldigen Kinder befinden sollen. Reliquien davon wurden von Papst Sixtus V. in die Basilika S. Maria Maggiore übertragen, wo sich auch die Krippenreliquien befinden.

Ebenfalls Anspruch auf den Besitz von Reliquien der Kinder erheben die Basilika St. Justina in Padua, wo sich auch der Leib des Evangelisten Lukas befindet, sowie die Kathedrale von Mailand und Lissabon. Auf Athos wird ebenfalls eine Reliquie verwahrt.

Einer Liste zufolge gelangte neben einer Krippenreliquie auch eine Reliquie der Unschuldigen Kinder durch Wilhelm dem Eroberer in die englische Battle Abbey. In Deutschland befinden sich Reliquien in der Residenz von München und in der deutschsprachigen Schweiz ehemals im Basler Münster, werden jedoch derzeit im Schweizerischen Nationalmuseum verwahrt. Die dortige Reliquie eines Fußes soll vom hl. Columban hierher gebracht worden sein.

In den USA finden sich Reliquien in der katholischen Universität von Norte Dame, eine weitere Reliquie befindet sich in einem französischen Vortragekreuz, das heute im Metropolitan Museum of Art in New York verwahrt wird.

Unter dem Namen des hl. Sicarius ("Dem die Kehle durchgeschnitten wurde") sollen ebenfalls Reliquien unter Karl dem Großen (der vom Bischof von Jerusalem auch die heute in Aachen befindlichen Herrenreliquien geschenkt bekam) in die Abtei von Brantôme gelangt sein, wo sie noch heute in einem Schrein aufbewahrt werden.

Die Unschuldigen Kinder gelten als Schutzpatrone der Chorknaben, Findelkinder und Kindern in Gefahr. Letzteres dürfte auch der Widmungsgrund sein für die Kapelle des Heiligen Blasius und der Unschuldigen Kindlein in der Münchner Frauenkirche.

Im Nationalen Schrein der Göttlichen Barmherzigkeit in Stockbridge/Massachusetts in den USA existiert ebenfalls eine ihnen geweihte Kapelle im Gedenken an die frühverstorbenen Kinder, ebenso in Saugerties/New York. Außerdem gibt es in New York eine Prozessionen an deren Gedenktag.

Eine ihnen gewidmete anglikanische Kirche existiert in Hoboken/New Jersey, wobei diese offensichtlich die Tradition der anglikanischen Hochkirche als traditionell "Anglo-Katholische Kirche" aufgreift und alte englische Widmungen übernimmt, da viele solcher Kirchen auch weiter in England bestehen. Aber auch im Elsass existieren noch heute Kirchen unter diesem Namen, der ansonsten heutzutage sich nicht gerade großer Beliebtheit erfreut.


Gott, dessen Lob am heutigen Tag die Unschuldigen Blutzeugen nicht durch ihr Reden, sondern durch ihr Sterben verkündet haben, ertöte in uns die Übel aller Laster, damit den Glauben an Dich, den unsere Zunge ausspricht, auch unser Leben durch sittlichen Wandel bekenne. Durch unseren Herrn Jesus Christus, der in der Einheit des Heiligen Geistes mit dir lebt und herrscht in Ewigkeit. Amen.
Oratio am Fest der Unschuldigen Kinder



Montag, 23. Dezember 2019

Hat Weihnachten einen paganen Ursprung?




Weihnachtszeit ist auch Smalltalk-Zeit. Und das vielleicht beliebteste Thema dürfte sein, dass Jesus ja nicht an Weihnachten - sogar nicht einmal im Jahre 0 - geboren wurde. Zudem sei Weihnachten ein Ersatz für das heidnische Fest "Sol invictus", das zur Wintersonnenwende gefeiert wurde (also um das heutige weihnachtliche Datum herum). Nennung finden diese "Facts" nicht nur in den breiten Medien, den Populärwissensmagazinen und Leuten, die gerne sogar Horus für Weihnachten ins Feld führen, sondern auch bei vielen Seelsorgern und Theologen. Wie Herrn Berger, der nach der Sache mit Krippen-Gate nun versucht, mit der Nazi-Schaumstoffkeule auf die IB loszugehen.

Technisch gesehen ist ja Smalltalk nicht dazu da, um nüchterne Fakten auszutauschen. Auch eine Bekannte hat mir gesagt, dass es nicht wichtig sei, wann Jesus geboren wurde, sondern DASS er geboren wurde. Könnte man stehen lassen. Oder einen auf liturgische Groyper Gang machen und das komplette Register ziehen.

Zunächst einmal zum Thema "Weihnachten und Sol invictus". Neben dem oben eingeblendeten Video kann man natürlich noch rein rechnerisch und liturgisch einen nachlegen. Denn eine liturgische Feier von Weihnachten soll nach dem Liber Pontificalis bereits von Papst Telesphorus in der ersten Hälfte des 2. Jahrhunderts zelebriert worden sein, dem ein Gottesdienst um Mitternacht hinzugefügt wurde - ohne jedoch ein konkretes Datum dieses Tages zu nennen. Im gleichen Jahrhundert erwähnte Bischof Theophilus von Cäsarea  (115-181) ein konkretes Datum: Den 25. Dezember.

Eine Berechnung dieses Festtages fand auf zweierlei Weisen statt: Vom Tag der Weltschöpfung aus, die nach jüdischer Tradition am 25. März stattgefunden haben soll, und von den Angaben über Johannes den Täufer im Lukas-Evangelium aus.

Erstere Berechnung wird sowohl von Hippolytus von Rom (170-240) in seinem Werk über das Buch Daniel als auch von Sextus Iulius Africanus (160/170-240) verwendet. Eine dritte Nennung folgte im Werk De Pascha Computus, das von einem anonymen Verfasser um 243 geschrieben wurde, der den Tag der GEBURT allerdings auf den 28. März einschätzte. Wenn Christus in der Heilsordnung die Rolle der Sonne (!) einnimmt, die alles Leben ermöglicht, muss er auch an dem Tag geboren worden sein, an dem nach Genesis die Sonne erschaffen wurde. Um auf den Tag der Geburt zu kommen, muss man einfach 9 Monate einer regulären Schwangerschaft hinzufügen - und man landet beim 25. Dezember.

Eine ähnliche Berechnung lässt sich mit Tertullian anstellen, der in "Adversus Iudaeos" den Todestag Jesu auf den 25. März ansetzt ([…] Dieses Leiden der Vernichtung vollzog sich innerhalb des Zeitraumes der siebzig Jahrwochen unter Tiberius Caesar, unter dem Konsulat des Rubellius Geminus und Fufius Geminus, im Monat März, zur Zeit des Osterfestes, am achten Tage vor den Kalenden des April, am ersten Tage der ungesäuerten Brote, gegen Abend, als man das Lamm schlachtete, wie von Moses vorherverkündet war.) Es gibt ebenfalls eine jüdische Tradition, die davon ausgeht, dass der Todestag eines Propheten auch gleichzeitig sein ursprünglicher Geburtstag sei, sein Leben also in einem mit der Ordnung Gottes harmonisch in Einklang stehenden Lebenschronographie abgeschlossen wurde. Woraus sich - wenn man vom Tag der Empfängnis als Niederkunft Christi in die sichtbare Welt statt der physischen Niederkunft ausgeht - wiederum der 25. Dezember berechnen lässt, wovon ebenfalls einige Kirchenväter ausgingen.

Die zweite Berechnung wurde aus der Lebenschronologie von Johannes dem Täufer gezogen, der 6 Monate älter als Christus war, wie im Lukasevangelium (Lk 1,36) berichtet wird.

In seinem Buch "The Eternal City" aus seiner Trilogie "The Origins of Catholicism"  (wo auch weitere Quellhinweise, u.a. zu Bischof Theophilus zu finden sind) legt es Dr. Taylor Marshall folgenderweise dar: Der Vater von Johannes, Zacharias, war Tempelpriester "in der Abteilung des Abija" (Lk 1,5), der vom Engel des Herrn die Nachricht erhielt, dass seine Frau trotz Unfruchtbarkeit schwanger werden wird, als seine Abteilung ihren Dienst verrichtete. Tage nach seinem Dienst kehrte er zu seiner Frau nach Hause zurück, um mit ihr Johannes zu zeugen. Nach den Berechnungen des Josef Heinrich Friedlieb müsste Zacharias seinen Dienst in der zweiten Woche des jüdischen Monats Tishri vollzogen haben, was nach unseren Kalendern zwischen 22. September und dem 8. Oktober gewesen sein müsste. Geht man davon sechs Monate weiter, landet man im Zeitraum um den 25. März. Der 24. Juni wird von der Kirche als Geburtstag von Johannes dem Täufer gefeiert. Sechs Monate später folgt Weihnachten.

Zur Diskussion könnte weiterhin bestehen bleiben, ob erstere Berechnung nicht vielleicht eine allegorische Auslegung der zweiteren Berechnung darstellen könnte, man also eine Verknüpfung mit zwei jüdischen Traditionen versuchte.

Jedenfalls zeigt dies, dass eine unabhängige Entwicklung tatsächlich möglich ist. Ein Sonnenkult war zwar in Rom vertreten, aber bis Kaiser Elagabal (204-222) nicht im größeren Ausmaße - und vor allem nicht mit einer eindeutig orientalischen Ausprägung. Bei diesem Kaiser muss auch angemerkt werden, dass er durch eine übertriebene pagan-orientalische Religiosität auffiel, die nicht nur bei Christen, sondern auch bei Heiden auf Verwirrung ausgelöst haben dürfte, dass hier eine Distanzierung eher der Fall gewesen sein dürfte (vor allem auch wegen den Verfolgungen und Hinrichtungen, die wegen verweigerter Nachvollziehung römischer Kulte vollzogen wurden). Doch von einem 25. Dezember als Zeitpunkt solcher Feierlichkeiten wird nichts berichtet.

Um 270 folgte dann unter Kaiser Aurelian (214-275) - wie obig im Video erwähnt - ein größerer Sonnenkult, der zum ersten Mal als "Sol INVICTUS" bezeichnet wurde. Parallelen zu Kaiserkult entstehen, wenn man bedenkt, dass sich der Name des Kaisers, der diesen speziellen Kult mit einem Tempel, einem eigenen Feiertag und den Ehrentitel "Pontifex Solis" einführte, von Aurora, das "Morgenröte"/"Aufgehende Sonne" bedeutet, ableitet. Es dürfte sich sich hierbei wohl auch um eine politisch-vergöttlichte Inszenierung gehandelt haben (das Bild des Herrschers als alles belebende Sonne sollte in der Zeit des Absolutismus noch einmal eine Rolle spielen). Wobei ebenfalls kein spezielles Datum überliefert ist, vor allem nicht für den 25. Dezember.

Zu diesem kam es erst durch Kaiser Julian Apostata (331/332-363), der eine Repaganisierung in seinem Reich versuchte und stellenweise wieder Christenverfolgungen aufflammen ließ. Neben seinem Versuch, christliche Caritas mit dem Dienst heidnischer Tempelpriester zu verbinden (was jedoch erfolglos blieb, da diese Priester keinen Sinn darin sahen) und den jüdischen Tempel versuchte, wiederzuerrichten (während ihm alles Christliche spinnefeind blieb), dürfte es nicht überraschen, dass er plötzlich den Sol invictus-Kult am 25. Dezember feiern ließ. Nach seinem Tod erlosch sowohl dieses Fest als auch weitere Bemühungen des Repaganisierung und der Christenverfolgung.

Zu diesem Zeitpunkt bestand bereits seit 10 Jahren die Feier der N.[atalitas] Invicti (Geburt des Unbesiegten - ohne das Wort "Sol" - "Sonne"), die im Chronograph von 354 für den 25. Dezember aufgelistet wird - in dem auch am 25. Dezember mit den Worten "natus Christus in Betleem Judeae" bezeichnet wird - "Christus geboren in Betlehem, Judäa". Möglich ist hier, dass mit diesem Titel seit Aurelian das Bild des Kaisers als siegreicher Sonnenherrscher ehrenhalber auf Christus als Vorform des Pantokrators übertragen wurde.

Weitere pagane Feierlichkeiten wie die Saturnalien fallen auf den Zeitraum des 17. Dezembers bis (später) spätestens 23. Dezember. Erst in der Moderne werden Parallelen zwischen den Saturnalien und Weihnachten gezogen, die sich aber nach neueren Erkenntnissen als nicht haltbar erweisen, vor allem im Hinblick auf den antikatholischen Publizisten Alexander Hislop, dessen Werke aus Mangel an Nachweisen nicht weiter historisch beachtet werden. Auch der Hinweis, dass sich diverse "Fressorgien" zu Weihnachten aus den Saturnalien ableiten, lässt sich damit außer Kraft setzen, wenn man auf die Unsitte mittelalterlicher Folklore hinweist, aus jedem Fest nach kurzer oder längerer Zeit eine Fressfeier (oder noch hirnrissigeres) zu machen. Also profane Begleiterscheinungen.



Die Behauptung "Jesus wurde nicht im Jahre 0 geboren" lässt sich sogar noch leichter widerlegen.

Zum einen, weil es in der offiziellen Berechnung nach Dionysius Exiguus (470-544) kein "Jahr null" gibt. Jesus wurde seinen Berechnungen zufolge im Jahre "1 vor Christus" geboren, da "1 nach Christi Geburt" erst - man lese und staune - erst im Jahr nach der Geburt von Jesus stattfindet. Die Berechnungen erfolgten durch historische Dokumente, auf die er als Mitglied der Kurie in Rom Zugriff hatte.

Die offizielle Angabe "Jesus wurde im Jahre 4 vor Christus geboren" leitet ab sich aus den Geschichtswerken des Flavius Josephus (37/38-ca.100) , eines jüdische Geschichtsschreibers und Überlebenden des Jüdischen Krieges (70 n.Chr.). Nach den Daten, wann  König Herodes der Große starb - Jesus also mit Maria und Josef wieder sicher heimkehren konnte - haben Historiker Schlüsse gezogen, wann ungefähr die Geburt gewesen sein dürfte, wenn scheinbar keine große Zeitspanne zwischen der Geburt und der Rückkehr aus Ägypten vorläge. Wo auch gleich die Probleme beginnen.

Denn Josephs lieferte gleich drei verschiedene Angaben darüber, die teilweise bis zu 10 Jahre (!) auseinanderliegen, wenn man die Altersangaben und die chronologische Folgen berücksichtigt. Es kommt in seinen Werken "Jüdische Altertümer" und "Der Jüdische Krieg" nicht nur zu mehrmaligen Chronologischen Widersprüchen zwischen beiden Büchern, sondern sogar innerhalb der "Jüdischen Altertümer". Man könnte vielleicht auf ungeordnete oder nicht sehr sorgfältig gesichtete Quellen bei Josephus sprechen. Auf jeden Fall ist eine sichere Datierung nicht wirklich möglich.

Was dagegen möglich ist, ist die Ableitung eines fixen Ereignisses, das sich zurückverfolgen lässt. Denn Flavius Josephus berichtet in seinen "Jüdischen Altertümern" von einem auffälligen Ereignis zwei Wochen vor dem Tod des Herodes: Einer Mondfinsternis, die anscheinend damals ziemlich sensationell war, dass sie als Zeichen Beachtung gefunden hat. An diesem Tag ließ nämlich Herodes in Jericho zwei Rabbiner öffentlich verbrennen, die in einem Aufstand gegen die Römer einen vergoldeten Adler zerstörten, den er an der Außenwand des Jerusalemer Tempels anbringen ließ.

Nach kalendarischen Berechnungen und dem NASA-Verzeichnis kommen dafür zwei Tage in Frage: Der 10. Januar im Jahre 1 v.Chr. - und der 29. Dezember im Jahre 1 v.Chr.

Dionysius Exiguus hat also trotz aller Fehler, die bei Recherchen passieren können, Recht behalten.
Wie auch die anderen Überlieferungen der Kirche.




Empfehlenswerte Quellen, die als Hauptquellen dieses Artikels dienten:
- Der Youtube-Kanal von Johannes M. Schwarz
- Der Youtube-Kanal von Dr. Taylor Marshall
- "The Eternal City" von Dr. Taylor Marshall
- katholisches.info

Montag, 16. Dezember 2019

Inspiration! - Ein Brettspiel gegen Protestantismus?


Und das außerdem in einem Video beworben wird, das sich theologiegeschichtlich mit den Problemen des Protestantismus mit der thomistischen wie auch der Philosophie im Allgemeinen beschäftigt.

Ein katholisches Ratespiel und die lutheranische Philosophie-Aversion...

Ein Tor, wer nun an Produkt Placement denkt.




Samstag, 14. Dezember 2019

Thomas von Aquin und Advent: Warum noch einmal auf den Herrn warten müssen?




Vortrag des Youtube-Kanals Sensus Fidelium zu einem Thema, das vielleicht Kindern und Jugendliche regelmäßig zur Adventszeit fragen lassen lässt: Warum nicht gleich Weihnachten feiern? Warum sollen wir warten und uns vorbereiten, wenn Jesus schon längst sein Erlösungswerk vollendet hat?

Die Liturgie antwortet: Weil der Mensch sich immer neu verdemütigen (nicht selbstdemütigen!) muss, um sein Herz dem Herrn und seinem Heilswerk öffnen und ihn in seiner vollen Fülle in sein Leben kommen lassen zu können.

Wie kommt es, dass uns die Liturgie eine Bitte oder ein zukünftiges Ereignis von Christus vorlegt? Wir können uns Fragen: "Warum? Ist der Herr nicht schon längst gekommen?" Warum verweist die Liturgie auf ein zukünftiges Ereignis? Es ist die Liturgie, die so spricht, als wäre er noch nicht gekommen. Warum? Bevor wir diese Frage beantworten, sollten wir zuerst betrachten, warum er kam und wann er kam.

Als der heilige Thomas von Aquin über das Kommen des Herrn [in unsere Welt] sprach, sprach er davon, warum er nicht direkt nach dem Fall von Adam und Eva gekommen sei, und sagt dazu folgendes: "Mit großer Weisheit wurde es so geordnet, dass der Menschensohn nicht direkt nach dem Fall des Menschengeschlechtes hinabsteigen sollte, weil Gott zuallererst den Mensch unter dem natürlichen Gesetz mit seinem freien Willen ließ, damit dieser seine natürliche Stärke kennenlerne. Und als er darin versagte, empfing er das [mosaische] Gesetz, worauf durch den Fall - nicht durch das Gesetz, sondern durch seine Natur - das Übel an Stärke gewann. So dass dadurch, dass er seine Schwäche erkannte, nach einem Arzt rufe und um den Beistand der Gnade bitte." (Ende des Zitates von St. Thomas).

Als der Mensch sah, dass er nicht - sogar durch das Gesetz, das ihm gegeben wurde - tun konnte, was richtig ist, verdemütigte er sich und bat um unseren Herrn. Aber das dauerte eine bestimmte Zahl von Jahren bis der Mensch sich dessen bewusst werden konnte. […]





Schräger als Fiktion... Teil 5


Woran erkennt man, dass bald Weihnachten ist?

Daran, dass im Internet Neuheiden und Atheisten (wie Bill Maher) wieder mal "Quellen" wie den von der Okkultistin Helena Blavatsky gelobten Spiritualisten und Poeten Gerald Massey verwenden, um Weihnachten und das Christentum "rational" als Kopie des Horuskultes zu widerlegen. Ohne irgendeine ägyptische Originalquelle dafür nennen zu können.

Und dass wie jedes Jahr das Video "Horus ruins Christmas" von Lutheran Satire als Antwort geteilt wird.





Freitag, 13. Dezember 2019

Pornographie, Erotik - und G.I. Joe


Gefunden auf Facebook.

Pontifications from on High lieferte hier die wahrscheinlich beste popkulturelle Definition des feinen Unterschiedes zwischen kurzweiliger und echter Erotik, die ich bisher lesen durfte. Wahrscheinlich weil die genannte Serie damals auch in Deutschland lief.

Als Generation Yler eines bestimmten Alters schaute ich mit Freude meinen Teil an der G.I. Joe-Zeichentrickserie. 
Aber selbst als fünfjähriger Junge gab es da etwas, was mir auf die Nerven ging: Es gab keinen einzigen Panzer, der explodierte, bevor er nicht verlassen wurde; kein einziges Flugzeug stürzte ab, bei dem nicht gezeigt wurde, wie sich der Pilot mit einem Fallschirm in Sicherheit brachte. Schussgefechte hatten Raketen-ähnliche Waffen, die Laser abfeuerten, die kein Lebewesen trafen, und endeten mit [feindlichen] Cobra-Agenten, die mit den Händen hinter ihren Köpfen in Joe´s Gefangenenwagen marschierten. Ich kannte mit fünf Jahren nicht sehr viel von den Konsequenzen eines Krieges - aber ich wusste bereits, dass diese Art von Krieg eine billige war, weil er völlig ohne irgendwelche Folgen war.

Pornographie ist zu echtem Sex das, was ein G.I. Joe-Cartoon zu echten Kriegen ist. Sie infantilisiert ihren Betrachter, indem sie ihn in eine Fantasiewelt von Sex ohne Konsequenzen lockt, komplett vom realen Geschlechtsverkehr getrennt. Es ist eine Beleidigung des Eros, wenn man sie "erotisch" nennt. 
Meine Güte, wie wir dieses Wort abgestumpft haben. Wahre erotische Liebe ist voller Konsequenzen - und deren Schönheit äußert sich in deren Konsequenzen eher in vollster Pracht als davor wegzulaufen. Sie findet sich in der Sehnsucht, mit dem Geliebten vereinigt zu sein, wenn man davon getrennt ist, und begehrt, mit dem Geliebten sein Leben lang vereint zu sein. Pornographie vertauscht die Freude dieses Bundes mit der Befriedigung von Lüsten.

Um ein weiteres Relikt der 80er hervorzuholen: Pat Benatar lag mehr im Recht, als sie Liebe ein Schlachtfeld nannte. Auf so viele Weisen kann sie falsch laufen und auf so wenigen richtig. Deren Opfer sind real. Deren Trauma sind bleibend, besonders für das, was aus der Liebe geboren wird: das Kind. Ehrt nicht Pornographie als "Erwachsenenunterhaltung". Es gibt beileibe nichts pubertäreres. Es ist Liebe, die nicht erwachsen werden will. 

Als ich ein Kind war, sprach ich wie ein Kind, dachte ich wie ein Kind und urteilte wie ein Kind. Als ich ein Mann wurde, legte ich ab, was Kind an mir war. 
1 Kor. 13,11


Donnerstag, 12. Dezember 2019

Ja, auch dafür war die alte Tonsur da...


Gefunden auf Facebook.
Und Ja: Es gibt sie noch. Im kleineren Format.

Wer in dieser privaten FB-Gruppe ebenfalls Saintposten will, hier anfragen.
Den normalen - öffentlichen - Irrsinn gibt es übrigens hier. ;-)





Mittwoch, 4. Dezember 2019

6. Dezember: Was ist besser als Häretikern eine zu scheuern?



Für sie Buße tun.

Auch wenn dies nicht offen Häretiker betrifft (jedenfalls nicht namentlich von Person und Irrlehre her), baten vier Exorzisten die Gläubigen am Fest des heiligen Bischofs und Glaubensverteidigers Nikolaus um einen Tag des Fastens und der Buße dafür, dass mit dem offenen Mitprozessieren mehrerer Pachamama-Figuren im Vatikan und in mehreren Kirchen Rom der reine Kult der Gottesverehrung mit den trüben Wassern der materialistischen Naturanbetung getrübt wurden. Von dem auch Verantwortliche im Vatikan gewusst haben - und bei den Gläubigen für Unverständnis sorgten.


Dazu wird empfohlen:
1. Den Rosenkranz beten.
2. Einen Akt der Buße tun. Weil der Nikolaustag dieses Jahr auf einen Freitag fällt, wäre die Abstinenz bereits gegeben; dazu kann man auch leicht einen weiteren Verzicht aufbringen. Wenn man nicht in der Lage ist zu fasten, kann man auch auf andere Weise an diesem Tag Verzicht üben.
3. Weiterhin bitten die vier Priester explizit um das Sühnegebet an das Heiligste Herz Jesu und die Weihe an das Heiligste Herz Jesu.


Wir sind in den letzten Jahren wohlbehütet aufgewachsen. Wir vergaßen, dass die Welt des heiligen Nikolaus dem Wunderwirker voll von Fastentagen war - betend für Schutz gegen marodierende Armeen, Häretiker, heidnische Kaiser, Seuchen und alle offenkundigen Werke des Teufels.

Wir erlenen wieder diese heilige Balance. Dieses Jahr feiert unsere Familie den Abend vor St. Nikolaus mit Freuden. Wir haben gutes Essen und eine Menge heiterer Spiele. Wir setzen unsere Schuhe nach dem Abend-Gebet hinaus und vertrauen, dass der gute Heilige sie füllen wird. Aber am Festtag selbst legen wir die Genüsse, die er uns gegeben hat, für einen Tag beiseite, um nur einen Tag ihn im Gebet für unsere Kirche zu unterstützen.

Lasst uns lernen von unserem geliebten heiligen Nikolaus, der den Teufel bemerkte, als er unter die Menschen kletterte und diesen vertrieb. Von Sankt Nikolaus, voller Eifer in seiner Abweisung von Idolen und fest in seiner Hingabe zu Christus.


Das Blut der Heiligen und das Blut Christi


Gefunden auf der Facebook-Seite von Pater John Stone Melnick vom Augustinerorden.

Eine Erinnerung

Dieser Kelch stammt aus einer katholischen Kirche im Irak. Als ISIS das Land terrorisierte und 140.000 Christen zur Flucht zwang, zerstörten sie die Kirchen und benutzten die heiligen Gefäße für Zielübungen. Das ist eine sichtbare Erinnerung, dass das Blut der Heiligen heute noch immer vergossen wird.