Dienstag, 31. März 2020

Seelsorge in Zeiten des Corona-Virus 4: Die Sache mit der Technik


Bei der Organisation der Live-Gottesdienste in der eigenen Gemeinde sollte man eine ganz wichtige Sache nicht vergessen: Den Filter bei der Kamerafunktion von Facebook auszuschalten. Sonst könnte man es noch zu unfreiwilliger Berühmtheit wie diese zwei Priester aus Italien schaffen.







Wobei diese auffällige Panne auch schon diversen Journalisten passiert ist...





Samstag, 28. März 2020

Notizen zur Verehrung der heiligen Martyrerin Corona


Wie Pater Metz von der Petrusbruderschaft bereits angemerkt hat, hat die Wiederentdeckung der heiligen Märtyrerin Corona bzw. Stephana (lateinisch bzw. griechisch für "die Gekrönte" oder "die Bekränzte") durch die derzeitige Corona-Pandemie schon etwas von einer göttlichen Ironie an sich.

Auch für die Restaurateure  des Aachener Münsters kam die plötzliche internationale Bekanntheit - vor allem via Soziale Medien wie Twitter und Facebook - überraschend, die deren Reliquienschrein aus dem Jahre 1912 eigentlich für eine Ausstellung zum Thema Goldschmiedekunst herrichten wollten. Davor war der Schrein, der auch die Reliquien des römischen Märtyrers Leopardus enthält, praktisch 25 Jahre nicht für die Öffentlichkeit zugänglich. Auch davor bekam man wenig von ihr zu Gesicht. Der Bleischrein der Reliquien der beiden Heiligen wurde erst 1843 bei archäologische Grabungen im Aachener Dom wiederentdeckt und bis zu ihrer erneuten Öffnung 1910 in die Gruft zurückgelegt. Danach kamen sie in einem prunkvollen Schrein in die Michaelskapelle des Domes.

Nach Aachen - wo man noch heute die Grabplatte der Gruft sehen kann, unter der die Reliquien bis zur Umbettung 1912 lagen - kamen 997 Teile ihrer Gebeine zusammen mit denen des hl. Leopardus durch Kaiser Otto III. (dessen Mutter, Kaiserin Theophanu, übrigens die Verehrung des hl. Pantaleon förderte) aus Italien. Erworben hat er sie im umbrischen Ort Otricoli, wo noch heute Corona und ihr Mann bzw. ein Kamerad ihres Mannes, der hl. Victor, als Stadtpatrone verehrt werden. Teile der Reliquien beider Heiliger werden noch heute in einem steinernen Schrein im Dom von Osimo in Italien verehrt. Diese wiederum kamen erst durch die Erhebung 1191 durch Bischof Gentile an diesen Ort, davor wurden sie in dem Ort Castelfidardo in der Nähe von Osimo aufbewahrt, wo es schon damals eine ihnen geweihte Kirche gab, die auf einem ehemaligen heidnischen Heiligtum errichtet wurde. Eine generelle Verehrung in Nord- und Mittelitalien ist bis in das 6. Jahrhundert nachweisbar.

Offen müsste bleiben, WIE die Reliquien dorthin kamen - heißt es doch, dass die hl. Corona und der hl. Victor in Kleinasien gestorben sein sollen. Nach Italien selbst gelangten sie über Zypern aus Ägypten oder Syrien. Ungefähr hier verliert sich die historische Sicherheit, die bei älteren Märtyrern der Kirchengeschichte häufig auftritt - vor allem wenn sie aus dem Osten des Römischen Reiches stammen. Während es in griechischen Fassungen heißt, dass ihr Martyrium mit Victor in Syrien (Damaskus) oder Kleinasien (Antiochien) stattgefunden hätte, heißt es in der äthiopischen (!) Version, dass dieses in Alexandrien stattfand. Auch über das Jahr ihrer Hinrichtung gibt es verschiedene Angaben: Einmal um 177 unter Kaiser Mark Aurel, ein andermal um 303 unter Kaiser Diocletian, aus äthiopischer Quelle gar während der Regierungszeit von Antonius Pius, der 161 starb (was jedoch andere Quelle als das Geburtsjahr der 16-jährigen Märtyrerin angeben).

Auch dürfte ihre Hinrichtungsmethode sich für einige nach übertriebener Legendenbildung anhören, zu denen es leider auch oft bei Märtyrern des östlichen Römerreiches gekommen ist, da sich deren Geschichten wegen fehlender offizieller schriftlicher Zeugnisse schnell mit anderen Geschichten im Volk vermischten. Während Victor nach langer Folter, die ihn zum Abfall vom christlichen Glauben bewegen sollte, wurde er nach langem Procedere geköpft. Corona dagegen wurde wegen ihrem Bemühen, Victor erfolgreich zum Durchhalten zu ermutigen, auf eine besonders grausame Methode getötet: Zwei Palmen wurden mit großen Mühen bis zur Erde durchgebogen und sie an beide Enden gefesselt. Daraufhin ließ man die Enden beider Palmen wieder los, was zur Folge hatte, dass diese unter dem Druck des Stammes zurückschnellten und die angebundene Corona auf der Stelle in zwei Teile zerrissen.

Dass es sich hierbei um keine erfundene Hinrichtungsmethode handelt, zeigt ein Bericht aus dem 17. Band der Bücherreihe "Das Neue Universum" (Artikel "Die Strafe der Perser", Seite 43-45; Union Deutsche Verlagsgesellschaft Stuttgart) aus dem Jahre 1896. Um diese Zeit werden zwei verschiedene Todesstrafen im damaligen Persien noch praktiziert. Bei ersterer wird von dem Durchschneiden der Kehle eines auf dem Boden liegenden Kriminellen berichtet, bei der eine beabsichtigte mannshohe Blutfontäne entsteht, wobei der Schah hinter einem Vorhand verborgen, dieser Bestrafung beiwohnt, dem als Bestätigung das blutige Messer gezeigt wird. Bei der zweiten, die als "Vierteilung" bezeichnet wird, könnte es sich um die Hinrichtungsmethode der Corona gehandelt haben, die eventuell die Römer von den damaligen Orientalen übernommen haben wie es auch bei der Hinrichtungsmethode der Kreuzigung der Fall war:

[…] Die Vierteilung endlich, die zweite der Todesstrafen, die in früherer Zeit noch weit öfter zur Anwendung kam, geht es in folgender Weise vor sich. Zwei kräftige Bäume, die in der gehörigen Entfernung von mehreren Metern stehen, werden ausgewählt, an jedem Wipfel zwei Seile befestigt und daran die Füße der Verurteilten gebunden; zwei andere Seile werden gleichmäßig in der Höhe der Wipfel um den Stamm gewickelt und an ihren unteren Enden von zwei Gehilfen gehalten. Diese ziehen an den Seilen, die Wipfel der Bäume kommen in Berührung: in diesem Augenblick lassen die Gehilfen die Seile plötzlich los, die Bäume schnellen zurück - und jeder Baum trägt ein zerrissenes Glied des Unglücklichen. 


 



Weitere Reliquien gelangten bereits 965 nach Bremen, wo eine ausgeprägte Verehrung der Corona im dortigen Dom bestand, die auch durch Pilgerabzeichen nachweisbar ist. Ebenso findet man auf der Westempore eine Darstellung von ihr aus der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts. Spätestens mit der Reformation dürfte dieser Kult zum Erliegen gekommen sein.

 Ein weiterer Wallfahrtsort in Italien befindet sich im venetischen Feltre, wo Kaiser Karl IV. Reliquien bekam, die er nach Prag brachte. Bei Untersuchungen der Gebeine in Feltre stellte es sich heraus, dass es sich um Gebeine sowohl von einem Mann als auch von einer Frau handelte - was die gemeinsame Verehrung von Victor und Corona bestätigen dürfte. Nach weiteren Untersuchungen stellte sich heraus, dass diese aus dem zweiten Jahrhundert nach Christus stammen und es wurden Pollen aus dem Mittelmeerraum gefunden. Nach den Angaben stammten die Reliquien aus Venedig, wohin sie nach ihrer Zwischenstation in Zypern von der damaligen kleinasiatischen Hafenstadt Alexandretta aus gelangten.

Die Gemeinde von Feltre hat auch ein Video (HIER auf Englisch) für Touristen veröffentlicht:



Im 14. Jahrhundert entwickelte sich im bayrischen und österreischen Raum eine breite Verehrung der Corona vor allem durch das Wirken der Benediktiner von Niederaltaich (die auch bei der Verbreitung der Ottilien-Verehrung eine Rolle spielten). Es entstanden auch Corona-Wallfahrtsorte ohne das Vorhandensein von Reliquien wie im österreichischen St. Corona am Wechsel, das zwischenzeitlich dank Internet ebenfalls zu internationaler Bekanntheit kam.

Im Volk wurde die Heilige, deren Gedenktag am 14. Mai (in der Ostkirche am 11. November) begannen wird, vor allem als Fürsprecherin bei Seuchen und Unwettern beliebt. Wegen ihres Martyriums gilt sie auch als Patronin der Metzger und Holzfäller, wegen ihres Namens "Corona" ("Krone") aber auch als Patronin der Schatzgräber und Anlaufstelle bei Geldangelegenheiten.

Das Bistum Augsburg hat in der Zwischenzeit eine PDF mit einer Novene zur hl. Corona veröffentlicht, die auch vom Bistum Aachen übernommen wurde, eine weitere Version wurde vom Kölner Domradio veröffentlicht.




Freitag, 27. März 2020

Schräger als Fiktion... Teil 8


Was amtlichen Theolog*Innen während Segensprozessionen und Privatmessen durch den Kopf geht:

[...] Sie [die Theologie] steht auch in der Verantwortung, kirchliches Leben kritisch zu begleiten und ggf. auf problematische Entwicklungen hinzuweisen. Magische Restbestände und regressive Muster, die einen fatalen Trost versprechen, sind theologisch zu dekonstruieren. Weder Weihwasser noch Hostie wirken viruzid. Und nicht alles, was erlaubt ist und vor Jahrzehnten einmal gängig war, ist heute sinnvoll. Ob ein täglicher Blasiussegen, Einzelkommunionen außerhalb der privatim zelebrierten Messe, priesterliche Sakramentsprozessionen durch leere Straßen, die Weihe ganzer Bistümer an das Herz der Gottesmutter, Generalabsolutionen und Ablässe im Jahr 2020 angemessene und tragfähige kirchliche Reaktionen auf die Corona-Krise sind, kann zumindest gefragt werden. Nicht wenige Katholik*innen sind ernsthaft verstört angesichts des Retrokatholizismus, der gerade fröhliche Urständ feiert. […] 


VERSUS

Der Dopaminrausch, der sich bei The Young Pope-Fans alleine schon beim Begriff "Retrokatholizismus, der gerade fröhliche Urständ feiert" im Hirn bereitmacht: 




Donnerstag, 26. März 2020

HEUTE 18:00 Uhr: Gebet mit Papst Franziskus samt außerordentlichem "Urbi et Orbi"-Segen




Für morgen 18:00 Uhr wurde wegen der Corona-Pandemie ein gemeinsames Gebet mit Papst Franzikus angekündigt.

Im Anschluss wird als besonderer außerordentlicher Höhepunkt der Segen Urbi et Orbi ("Der Stadt und dem Erdkreis") erteilt.

Übertragen wird das gemeinsame Gebet unter anderem Live von k-TV und EWTN.




Dienstag, 24. März 2020

"Wer Moral über´s Recht stellt, verliert beides"


Hier nun der Link zum kompletten Interview von Imad Karim mit Hans-Georg Maaßen, von dem ich bereits in einem vorangegangenem Posting geschrieben habe:



Nach vier Wochen wird aus Gründen der besseren Übersicht dieses Video in das Posting mit den Trailer verschoben.


Samstag, 21. März 2020

P. Alexander Metz FSSP zum Thema Geistige Kommunion in Zeiten der Corona-Gefahr


Predigt von P. Alexander Metz FSSP vom 3. Fastensonntag (15.03.2020). Die Predigt zum Thema Geistige Kommunion als Alternative und Ersatz zu einem nicht möglichen Kommunionempfang (sei es wegen Verfolgung, Seuchengefahr, Bettlägrigkeit aufgrund von Krankheit, oder sei es, dass man sich einfach während des Alltages durch einen Willensakt mit Christus verbinden möchte, besonders an den Tagen, an denen man keine Möglichkeit hat, sakramental zu kommunzieren) erschien mit einem Kommentar zur Pestheiligen Corona im Regionalrundbrief der Petrusbruderschaft für den April 2020, der den Gläubigen per E-Mail zugesendet wurde.

Dazu gefügt wurden auch Gebete zur Geistigen Kommunion und der Empfehlung, sich im Gebet geistig mit dem Heiligen Messopfer zu verbinden, das von den Priestern der Bruderschaft im Privaten für die Anliegen der Gemeinde gefeiert wird (Sonntags: 10:00 Uhr, Werktags 18:30, Samstags 8:00 Uhr; Aussetzung des Allerheiligsten ca. 19:15 Uhr, gegen 20:15 Uhr Spendung des Eucharistischen Segens). Zur Vereinugung mit dem im Tabernakel real gegenwärtigen Herrn Jesus Christus hat bereits der Heilige Pfarrer von Ars hingewiesen, dem man sich immer im Gebet zuwenden kann, auch wenn man nicht in der nächsten Kirche gegenwärtig ist, sowie Er bei dem heidnischen Hauptmann von Kafarnaum gehandelt hat, der ihn um die Heilung seines kranken Dieners bat, der das Heim nicht verlassen konnte.

Es werden auch auf Messübertragungen über Radio Horeb, EWTN, k-tv und livemass.net hingewiesen.

Ich weise an dieser Stelle nochmals auf die Erwerbung eines Vollkommenen Ablasses hin, den der Heilige Stuhl an der Krankheit infizierten und auch den übrigen Gläubigen gewährt, die zusammen um das Ende der Epidemie beten.


Liebe Gläubige! 

Was sollen wir denn machen, wenn der Kommunionempfang nicht mehr möglich ist, weil man sich dadurch einen Beitrag zur Eindämmung des Coronavirus erhofft? – Sich auf die Tradition der Kirche besinnen und aus ihr in der aktuellen Situation die rechten Schlüsse ziehen! 

Die Kirchenväter unterscheiden drei verschiedene Weisen des Kommunionempfangs. Sie sagen, dass manche die heilige Kommunion lediglich sakramental genießen, andere nur geistig, und schließlich gibt es Empfänger, die zugleich sakramental und geistig kommunizieren. Diejenigen, die nur sakramental kommunizieren, sind z. B. jene, die im Stand der schweren Sünde vom Tisch des Herrn essen. 
Damit empfangen sie die heilige Kommunion ohne die normaler Weise damit verbundene Gnadenwirkung, da die Gnaden sich nur fruchtbar in der Seele auswirken können, wenn diese sich im Stand der heiligmachenden Gnade befindet. Erinnern wir uns an ein Wort des hl. Paulus: „Es prüfe sich aber der Mensch, und so esse er von diesem Brot und trinke von diesem Kelch. Wer nämlich unwürdig davon isst und trinkt, der isst und trinkt sich das Gericht, da er den Leib des Herrn nicht unterscheidet.“ (1 Kor 11,23-29) 

Diejenigen, die die heilige Kommunion nur geistig empfangen, sind jene, die diese Speise gerne sakramental empfangen würden, aber dazu momentan (noch) keine Möglichkeit haben. Wenn die Kommunionkinder vor dem Empfang ihrer ersten heiligen Kommunion mit gläubigem Sinn das Gebet „Jesus, Jesus, komm zu mir, o wie sehn´ ich mich nach Dir!“ beten, dann wird Jesus Christus dieses Gebet nicht erst am Tag ihrer ersten heiligen Kommunion erhören, sondern augenblicklich, denn diese Bitte gehört sicher zu jenen, an die der Herr dachte, als er zu seinen Jüngern sprach: „Bittet, und es wird euch gegeben werden.“ (Lk 11,9) 

Dasselbe gilt für die Gläubigen, die aufgrund von Krankheit keine Möglichkeit haben, den Herrn sakramental zu empfangen, und deshalb sich in Glauben und Liebe nach dem Herrn ausstrecken. Ebenso gilt das für diejenigen Gläubigen, die in einem Land wohnen, in denen es gar nicht möglich ist, regelmäßig zu kommunizieren, weil es an Priestern und infolgedessen auch an heiligen Messen fehlt. Denken wir nur an unsere Brüder und Schwestern, die im 20. Jahrhundert viele Jahre unter der Herrschaft des Kommunismus leben mussten, und für die die geistige Kommunion die einzige Möglichkeit war, sich mit den Herrn zu vereinen. 

Schließlich gibt es diejenigen, die sowohl sakramental als auch geistig zugleich kommunizieren. Es ist jene Form der Kommunion, die man als die ideale bezeichnen muss. Sakramental und geistig zugleich empfängt jene Seele die Kommunion, die nicht nur gedankenlos das Brot der Engel, den König der Könige, den Herrn der Herrscher empfängt, sondern andächtig, d. h. an das denkend, was sie vollzieht, indem sie sich in der rechten Weise auf den Kommunionempfang vorbereitet und nach deren Empfang in stiller Anbetung bei ihrem hohen Gast verweilt. Seien wir uns stets bewusst, wie leicht eine Gewohnheit zur Oberflächlichkeit werden kann. Niemand ist vor dieser Gefahr gänzlich gefeit.  Immer wieder müssen wir uns erinnern, wach machen, aufrütteln lassen, damit nicht auch wir der Gefahr erliegen, den Leib des Herrn nicht mehr von einer gewöhnlichen Speise zu unterscheiden. Vielleicht hilft die gegenwärtige Krise (vom griechischen Wort krisis, d. h. Beurteilung, Entscheidung), wieder neu die sakramentale Kommunion wertzuschätzen, wenn wir nun vielleicht für einige Zeit darauf verzichten müssen. 

Die Praxis der geistigen Kommunion kann uns dabei wertvolle Dienste leisten! In der geistigen Kommunion schenkt sich unser Herr zwar nicht mit Fleisch und Blut (wie bei der sakramentalen), aber diese Art der Kommunion kann ähnliche Wirkungen wie der Empfang des heiligen Sakramentes hervorbringen, nämlich die geistige Einigung mit Christus. „Die, welche jenes himmlische Brot zu essen verlangen, werden infolge ihres lebendigen Glaubens dessen Frucht und Nutzen empfinden.“ (Konzil von Trient) 

Die geistige Kommunion vereinigt uns – nach Maßgabe unserer übernatürlichen Liebe und Sehnsucht – wirksam mit Christus, sie vermehrt in uns die heiligmachende Gnade und damit auch die Tugend der Liebe. Sie verleiht uns auch helfende Gnaden, wie wir sie in unserer augenblicklichen Lage brauchen. Wir können also sagen, dass sie ein einfaches und leichtes Mittel ist, reichen Segen zu erlangen. Und das nicht nur einmal am Tag, denn im Unterschied zum Empfang des Sakramentes kann die geistige Kommunion beliebig oft empfangen werden, an jedem Ort und zu jeder Zeit – die eucharistische Nüchternheit ist dabei nicht vorausgesetzt. 

Und so ist sie geeignet, unser Leben zu segnen und zu verklären, die sakramentale Kommunion auf unser ganzes Leben auszudehnen, unser Leben geistlich zu erneuern und zu einem wahrhaft eucharistischen Leben zu machen. – „Jesus, Jesus, komm zu mir, o wie sehn´ ich mich nach Dir. Meiner Seele bester Freund, wann werd´ ich mit Dir vereint?“ 



GEBETE ZUR GEISTIGEN KOMMUNION

Mein Jesus, ich glaube, dass Du im allerheiligsten Sakrament des Altares zugegen bist. Ich liebe Dich über alles und meine Seele sehnt sich nach Dir. Da ich Dich aber jetzt im Sakrament des Altares nicht empfangen kann, so komme wenigstens geistigerweise zu mir. Ich umfange Dich, als wärest Du schon bei mir und vereinige mich mit Dir. Ich bete Dich in tiefster Ehrfurcht an. Lass nicht zu, dass ich mich je von Dir trenne. Amen.
Hl. Pater Pio

Zu Deinen Füßen, o mein Jesus, werfe ich mich nieder und bringe Dir die Reue meines zerknirschten Herzens dar, das sich mit seinem Nichts in Deiner heiligen Gegenwart verdemütigt. Ich bete Dich an im Sakrament Deiner Liebe, der unfassbaren Eucharistie. Ich sehne mich danach, Dich in der armen Wohnstatt meines Herzens zu empfangen. Während ich das Glück der sakramentalen Kommunion erwarte, möchte ich Dich im Geist besitzen. Komm zu mir, o mein Jesus, da ich zu Dir komme! Die Liebe umfange mein ganzes Sein im Leben und im Tod. Ich glaube an Dich, ich hoffe auf Dich, ich liebe Dich. Amen.

Ehrwürdiger Rafael Kardinal Merry del Val

Herr, allmächtiger Vater, ich danke Dir für alle Deine Wohltaten und ganz besonders dafür, dass Du mich mit dem kostbaren Leib und Blut Deines Sohnes, unseres Herrn Jesus Christus, geistig speisen möchtest. Ich bitte Dich, lass dieses heilige Sakrament mir zur Quelle des Erbarmens und zum ewigen Heil gereichen. Die heilige Eucharistie sei für mich Rüstung des Glaubens und Schild des guten Willens. Sie möge mich von meinen Fehlern reinigen und alle Tugenden vermehren, mich gegen alle Nachstellungen meiner sichtbaren und unsichtbaren Feinde schützen, mich innig und unzertrennlich mit Dir, dem einen und wahren Gott, verbinden und mir so helfen, mein letztes Ziel zu erreichen. Schenke mir armen Sünder, zu jenem unaussprechlichem Gastmahl zu gelangen, wo Du mit Deinem Sohn und dem Heiligen Geist Deinen Heiligen das wahre Licht bist, die ewige Freude, der vollendete Friede und die vollkommene Seligkeit. Amen.

Jesus, ich glaube an Dich, ich hoffe auf Dich, ich liebe Dich, ich bereue meine Sünden. Jesus, komme in mein Herz, ich sehne mich nach Dir. Jesus, Du bist bei mir, ich bete Dich an. Ich danke Dir, ich weihe mich Dir, hilf mir in allen Anliegen, segne mich und alle Menschen, besonders die Sterbenden, bekehre die Sünder, heile die Kranken, erlöse die Armen Seelen im Fegfeuer. Jesus, ich glaube an Dich, komm' in mein Herz. Bleibe bei mir, ich bete Dich an, segne mich. Amen.  
Hl. Alphons von Liguori


DIE HEILIGE CORONA

Der katholische Glaube ist ohne die Heiligenverehrung nicht denkbar. –  „Ich glaube an die Gemeinschaft der Heiligen!“ – Dazu gehört auch, dass man bestimmte Heilige in bestimmten Anliegen anruft. Einer der bekanntesten dieser Schutzheiligen wird wohl der heilige Christophorus sein, der „Patron der Autofahrer“, der selbst bei Menschen, die dem Christentum nicht sonderlich nahe stehen, eine gewisse Verehrung erfährt. Weniger bekannt dürfte hingegen die Heilige sein, die man vor allem bei Seuchen (!) und Unwetter um ihre Hilfe bittet. 

In der österreichischen Wallfahrtskirche St. Corona am Schöpfl wird die Fürsprecherin in eben genannten Gefahren verehrt, die hl. Corona! – Da sage noch mal einer, Gott habe keinen Humor! – Der Überlieferung nach erlitt die heilige Corona zur Zeit der frühen Christenverfolgungen gemeinsam mit dem heiligen Victor von Siena, einem Soldaten, das Martyrium. Während dieser gemartert wurde, trat die hl. Corona zu ihm hin, um ihn zu trösten und zu ermutigen, Christus treu zu bleiben. Aus diesem Grunde wurde sie verhaftet und verhört. Schließlich banden ihre Peiniger sie zwischen zwei herabgebogene Palmen, die sie beim Emporschnellen zerrissen.  

Wie selbstverständlich suchten unsere Vorfahren in allen Nöten des irdischen Lebens Zuflucht bei den Heiligen des Himmels. Die herrliche Wallfahrtskirche „Vierzehnheiligen“, nahe des oberfränkischen Bad Staffelstein, – jederzeit eine Wallfahrt wert! – gibt davon ein eindrückliches Zeugnis. 

„Weil die Menschen damals nichts anderes hatten!“, urteilen diejenigen, die nicht glauben, über die Heiligenverehrung. „Weil sie genau wussten, wen sie hatten!“, sagen hingegen die gläubigen Christen und tun es ihren Vorfahren bis auf den heutigen Tage gleich. – Vielleicht nehmen auch wir die Anrufung der hl. Corona, gerade in Tagen wie diesen, in unseren täglichen Gebetsschatz mit auf, damit sie uns, so Gott will, vor allem Unheil und Schaden bewahren möge. 

Heilige Corona, bitte für uns! 


Vollkommener Ablass für die Corona-Krise betreffende Gebetsopfer


Die Seite katholisches.info meldet Folgendes:


[…] Der vollkommene Ablass wird den am Coronavirus erkrankten Gläubigen gewährt, die auf Anordnung der Gesundheitsbehörde in Krankenhäusern oder in ihren eigenen vier Wänden unter Quarantäne gestellt sind, wenn sie sich mit einem von jeglicher Sünde losgelösten Vorsatz geistlich über die Kommunikationsmittel der Zelebration der Heiligen Messe, dem Gebet des Rosenkranzes, der frommen Übung der Via Crucis oder anderen Frömmigkeitsformen anschließen, oder zumindest das Glaubensbekenntnis, das Vaterunser und eine fromme Anrufung der allerseligsten Jungfrau Maria beten und diese Prüfung im Geist des Glaubens an Gott und in der Liebe zu den Brüdern und mit dem Willen anbieten, die üblichen Bedingungen (Beichte, Kommunionempfang und Gebet in den Anliegen des Heiligen Vaters) zu erfüllen, sobald es ihnen möglich ist.“

Das Dekret besagt zudem:

„Darüber hinaus gewährt diese Apostolische Pönitentiarie anläßlich der gegenwärtigen weltweiten Epidemie unter denselben Bedingungen bereitwillig den vollkommenen Ablaß auch jenen Gläubigen, die das Allerheiligste besuchen, oder Eucharistische Anbetung halten, oder mindestens eine halbe Stunde die Heilige Schrift lesen, oder den heiligen Rosenkranz beten, oder die fromme Übung des Kreuzweges pflegen, oder den Barmherzigkeitsrosenkranz beten, um den Allmächtigen Gott anzuflehen, die Epidemie zu beenden, jenen Erleichterung zu verschaffen, die betroffen sind, und das ewige Heil jenen zu schenken, die der Herr zu sich gerufen hat.“
[...]



Dienstag, 17. März 2020

Hans-Georg Maaßen und Imad Karim: "Wer Moral übers Recht stellt, verliert beides"


Ausnahmsweise mal ein Posting zum aktuellen politischen Geschehen:

Der aus dem Libanon stammende Filmemacher und Journalist Imad Karim hat ein Interview mit dem ehemaligen Präsident des Bundesamts für Verfassungsschutz, Hans-Georg Maaßen, aufgenommen. Der Trailer wurde am Sonntag veröffentlicht, der komplette Film folgt irgendwann diese Woche. Letzte Woche konnte ich bei einem persönlichen Besuch diesen in seiner vollen Endfassung zur Kontrolle bereits ansehen und muss sagen:
Das ist ordentlich starker Tobak, was da kommt. Und es wird gewissen Leuten überhaupt nicht gefallen.

Herr Karim hat bereits 22 Sender, öffentlich-rechtliche und private, angeschrieben, ob sie das Material veröffentlichen würden. Keiner gab positive Zustimmung, weswegen er die 50.000 Euro Produktionskosten aus eigener Tasche zahlen musste und um daher zum ersten Mal um finanzielle Unterstützung bittet (Überweisungsdaten werden im Video eingeblendet). Ich persönliche werde dieser Bitte nachkommen und habe mich auch bereit erklärt, den Trailer sowie eine Verlinkung des kommenden vollen Videos zu teilen.



Die Wissenschaft vom Gerechten und Ungerechten setzt also eine höhere Weisheit voraus, welche darin besteht, die Ordnung des Geschaffenen und folglich auch seinen Ordner zu erkennen. […]

Der Jurist bewegt sich also in der Ausübung seines Berufes zwischen dem Unendlichen und dem Endlichen, zwischen dem Göttlichen und dem Menschlichen, und in dieser notwenigen Bewegung besteht der Adel der Wissenschaft, deren Pflege er sich widmet. Die anderen Titel, die ihn vor der menschlichen Gemeinschaft adeln, können als Folge des schon angedeuteten betrachtet werden.
Pius XII., Ansprache auf dem ersten Landeskongress katholischer Juristen Italiens.
6. November 1949




Montag, 16. März 2020

Wigratzbad: Seminar unter Quarantäne




Der Blog des Seminars St. Petrus in Wigratzbad meldet, dass das Corona-Virus scheinbar über einen Besucher in das Seminar eingeschleppt wurde; mehrere Priester und Seminaristen weisen grippeähnliche Symptome auf, weshalb das komplette Seminar unter Quarantäne steht. Die Petrusbruderschaft bittet daher um Gebet.  In Italien sind bereits mehrere Priester an der Corona-Infektion gestorben.

[…] Das Leben ist kurz und zerbrechlich, und wenn man sich Sorgen um seine Gesundheit macht, muss man sich noch mehr um seine Erlösung machen. Die unsichtbare Gefahr einer Krankheit regt uns an, mehr Vertrauen in Gott zu haben und unsere Gebete und Buße weiter zu intensivieren.


In Vereinigung mit allen Kranken auf der ganzen Welt und in Solidarität mit der allgemeinen Angst vertrauen wir sehr ruhig der göttlichen Vorsehung und dem mütterlichen Schutz Unserer Lieben Frau, der Hilfe der Sünder und der Trösterin der Betrübten.

"Der Jungfrau Maria, der Gesundheit der Kranken, vertraue ich alle an, die die Last der Krankheit tragen, sowie ihre Familien und die Angehörigen des Krankendienstes. Allen versichere ich liebevoll meine Verbundenheit im Gebet."


Über Dr. Taylor Marshall kam in der Zwischenzeit die Meldung, dass es Alexander Tschugguel, der durch den Pachamama-Wurf weltbekannt wurde, sehr schwer erwischt hat und dieser sich derzeit im Krankenhaus befindet.
Es wird ebenfalls um Gebet gebeten, besonders um das Rosenkranzgebet.




Donnerstag, 12. März 2020

Seelsorge in Zeiten des Corona-Virus 2: Italien und Amerika ziehen nach




Nach dem spektakulären Segensflug vom Libanon gibt es noch weitere Stellen, die nun eine Prozession verlangen bzw. schon durchgeführt haben. Der texanische Bischof Joseph Strickland (hier sein Twitter-Account), der bereits schon zu anderen Gelegenheiten Gebetswachen und Prozessionen durchführen ließ, rief die Priester zu einer einfachen eucharistischen Prozession um die eigene Gemeindekirche auf.

Derweil macht in den sozialen Netzwerken ein Video die Runde, das den Priester Don Leonardo Ricotta von der Kirche Sant’Agata Villabate in Palermo zeigt, wie er durch die leeren Straßen zieht und den Menschen den eucharistischen Segen spendet. 





Dienstag, 10. März 2020

Papa Stronsay/Orkney: Benedikt-Option mal anders...




[…] "Es ist ein ganzes Leben, ein ganzes Opfer, eine ganze Haltung, ein ganzer Glaube. 
Die Jahrhunderte trennen uns nicht wirklich." […] 


Vielen dürfte wahrscheinlich "Die Benedikt-Option" vom amerikanischen Schriftsteller Rod Dreher bekannt sein:
Da die säkulare Gesellschaft immer feindseliger auf den christlichen Glauben reagiert und dies auch in die Politik trägt, sollte man sich eine eigene spirituelle "Arche Noah" aus Familie, Nachbarn und Kirchengemeinde zusammenstellen, um innerhalb dieser kleinsten Zellen der Gemeinschaft den säkularen Sturm zu überstehen und die Gesellschaft mit neuer christlicher Standfestigkeit und Stärke zu erneuern.

Zurückgeführt wird der Name dieses Projektes auf Benedikt von Nursia, der sich zuerst alleine, dann mit Gleichgesinnten, aus der damaligen dekadenten im Zerfall befindenden Gesellschaft zurückzog, um sie letztendlich mit einem gestärkten Vertrauen auf Gott und in der Unterscheidung der Geister - was Entspricht dem Willen Gottes und dem Endziel seiner Schöpfung, was nicht? - die Gesellschaft eines ganzen Kontinentes auferstehen zu lassen.

Die Benedikt-Option kann in der Familie und unter Freunden, auf dem Land oder der Großstadt, in kleineren oder größeren Kirchengemeinden umgesetzt werden.

Aber dann gibt es auch noch eine sehr seltene Möglichkeit, die heute von vielen als Hardcore-Version interpretiert werden kann. Nur dass sie viel älter als Benedikt und dessen Bewegung ist.




Die BBC berichtet auf ihrer Homepage von einer Gruppe Mönchen, die eine eigene Insel in der Orkney-Gruppe bei Schottland gekauft haben und dort die traditionelle lateinische Messe feiern. Eiegnetlich wollten sie nur ein Haus dort haben, bekamen aber durch Zufall vom Makler eine ganze Insel angeboten, die sie durch die wunderbare Unterstützung von Spendern sofort abbezahlen konnten.

Die Mönche, die 1999 die als Papa Stronsay ("Priesterinsel von Stronsay", es gibt auch noch weitere solche Inseln an der schottischen Küste) bekannte Insel im Nordosten von der Insel Stronsay von einem Farmer abkauften, gehören den Transalpinen Redemptoristen an. Dabei handelt es sich um eine Abspaltung, die die Modernisierung der Redemptoristenregel von 1969 ablehnt und lange Zeit mit der Pius-Bruderschaft eng verbunden war, deren Gründer Marcel Lefebvre 1988 den Segen zur Eigengründung gab. Seit 2008 befinden sie sich in voller Gemeinschaft der Kirche, die zuvor durch den damaligen Skandal um die Bischofsweihen durch Lefebvre erschüttert war. Lediglich einige Mönche spalteten sich als Reaktion darauf ab unter dem Namen der "Söhne der Transalpinen Redemptoristen". Ein Ableger der Transalpinen Redemptoristen selbst befindet sich in Australien und Neuseeland.

Zurück geht der damalig nördlichste Klosterstandort ursprünglich auf Ansiedelungen im 6. Jahrhundert - auf die Zeit des heiligen Missionars Columban, so die BBC. Die iro-schottischen Mönche waren durch ihre rauhe Lebensweise in dieser kargen und monotonen Gegend abgehärtet genug, um sich teilweise als Missionare in das fränkische Reich und nach Germanien aufzumachen, wo viele von ihnen auch als Märtyrer starben. Die schottischen Inseln waren aber nicht nur durch Mönchsgruppen besiedelt, die später in Orden wie den Benediktinern aufgingen, sondern auch durch einzelne Einsiedler, die auf der abgelegenen See das Zwiegespräch mit dem Herrn suchten. In der Orkneyinga saga wird erwähnt, dass sich um 1046 dort Mönche befanden, die mit dem Malz aus dem Getreide von Nachbarinseln Bier brauten.

 Die Saint Nicholas Chapel, von der heute nur noch Grundmauern erhalten sind (die Steine wurden für den Bau der späteren Scheune verwendet), lässt ich bis in das 11. Jahrhundert zurückdatieren, darunter soll sich die Schicht einer früheren Bauphase aus dem 8. Jahrhundert befinden. In der Nähe dieser Kapelle fand man im 18. Jahrhundert ein Keltenkreuz, dessen Alter auf das 8. Jahrhundert geschätzt wird. In den Ruinen der nördlichsten frühchristlichen Kapelle werden heute von den Mönchen manchmal Gottesdienste abgehalten. In der  Der Verfall setzte mit der Auflösung der Gemeinschaft durch die Reformation ein.
Nach dem Ende der Klostergemeinschaft befand sich auf der Insel eine Fischereikolonie, die bis vor Ende des Zweiten Weltkrieges bestand. Neben den von den Mönchen renovierten Fischereihütten sind heute auf der Insel die Kamine von Seetang-Brennöfen zu sehen, die selbst ein industrielles Denkmal darstellen. Daneben existiert ein Herrenhaus mit Farm, das als Zentrum des heuten Kloster fungiert, dem mehrere externe Mönchzellen angefügt wurden.

Das Kloster besitzt weder Strom-, noch Gasverbindung oder fließendes Wasser. Wie der Leuchtturm der Insel wird auch die Stromversorgung des Klosters durch einen Generator gesichert, der Nacht ausgeschaltet werden muss, das Wasser stammt aus einem Brunnen, der in einen Felsen gebohrt wurde. Die Mönche versorgen sich selbst mit Gemüse, das in einem eigenen Gewächshaus angebaut wird, dazu kommen der Fischfang und eine Schafzucht mit Käserei, auch ein persönlicher Austausch mit der Bevölkerung der übrigens Inseln findet statt.

Neben der Bildung von eigenem Priesternachwuchs (der im Seminar der amerikanischen Petrusbruderschaft in Denton/Nebraska ausgebildet wird), wird auch Priestern von Außerhalb die Möglichkeit einer Auszeit auf der Insel angeboten. Auf hrem Blog bieten die Transalpinen Redemptoristen eine Lektüren zur Überprüfung einer eigenen potentiellen Berufung an, um Spenden für Seminaristen wird gebeten.

2003 wurde bereits eine Episode für die Dokumentation-Serie "Atlantic Britain" für den Channel 4 gedreht:




Seelsorge in Zeiten des Corona-Virus 1: Ost-westlicher Divan


Kirchenleitungen im Westen*: "CORONA-VIRUS! Keine Mundkommunion mehr! Weihwasserbecken weg! Keine Öffentlichen Gottesdienste!!"

Maronitischer Priester im Libanon: "CORONA-VIRUS! Yussuf, hol das Flugzeug! Ich hol das Allerheiligste!"





*Abgesehen von den Tradis...


Samstag, 7. März 2020

Michael Hesemann zu den bisherigen Ergebnissen der Vatikan-Akten zu Pius XII.


Nachdem wir es diese Woche schon von den sowjetische Diffamierungsaktionen gegen Pius XII. hatten, kommen mit der Zeit immer wieder neue Informationen zu den geöffneten Archivakten an Tageslicht. Obwohl die Arbeiten wegen dem Corona-Virus kuzzeitig abgebrochen werden mussten, konnte der Autor und Historiker Michael Hesemann dem Focus die bisherigen Ergebnisse präsentieren, die die Frage behandeln, ob Pius XII. zu wenig für die verfolgten Juden getan hätte. Wobei aber auch für Leser verstörende Details an Licht kamen, über die bei der Frage nach der unterlassen Hilfeleistung praktisch nie gesprochen wird.


[…] 
Wie Hesemanns Aktenfund zeigt, wusste Pius XII spätestens im Frühjahr 1943 von den Massenerschießungen im Osten. Wie aber verhielt sich Pius XII angesichts der Bedrohung der Juden durch NS-Deutschland? Für Hesemann ist die Sache klar: „Der Vatikan tat alles Menschenmögliche, um Juden zu retten“. Und schon lange, bevor der Bericht vom April 1943 mit den Fotos im Vatikan gelesen wurde, habe sich Pius II für bedrängte Juden eingesetzt.
Als Beleg verweist der Historiker unter anderem auf den erfolgreichen Versuch des Vatikans, rund 475 jüdischen Kindern aus Rumänien die Ausreise nach Palästina zu ermöglichen und ihnen somit möglicherweise das Leben zu retten. Zwar wurden die rumänischen Juden nicht umgebracht oder den Deutschen zur Deportation und Ermordung übergeben, denn Rumäniens Staatschef Antonescu, ein Verbündeter Hitlers, war kein so schlimmer Antisemit wie die Nationalsozialisten.

Gewissermaßen als Kompromiss – tatsächlich war Antonescu viel eher Vasall als Verbündeter – ließ er viele Juden nach Transnistrien bringen. Ebenso überzeugte der Vatikan das Antonescu-Regime, Konvertiten, also Menschen, die dem jüdischen Glauben zugunsten des christlichen entsagt hatten, von den Maßnahmen gegen die Juden auszunehmen, fand Hesemann heraus. „Ich fand Listen mit Hunderten von ‚Konvertiten’, denen einfach die Taufscheine übergeben worden waren, ohne dass sie selbst viel dafür hätten tun müssen“. Immer wieder setzte sich der Vatikan zudem auch für einzelne Juden ein und rettete ihnen das Leben. […] 

[…] Ein Jahr später scheiterte eine vom Vatikan inszenierte Rettungsaktion für 214 Juden allerdings. Am 20. Dezember 1943 erfuhr Nuntius Bernardini von 216 Juden mit südamerikanischen Pässen, die ihnen zuvor offenbar der Vatikan besorgt hatte, die in der französischen Stadt Vittel in einem KZ festgehalten wurden. Der Vatikan, das ergeben die von Hesemann eingesehenen Akten, fragte in Panama, Costa Rica, Nicaragua, Bolivien, Guatemala, Salvador, Chile, Uruguay, Haiti, Peru, Kuba, Brasilien und Paraguay nach – aber keine Regierung war bereit, sich für ihre Freilassung einzusetzen und sie aufzunehmen.

Warum war das so, fragte sich Hesemann und stieß bald auf die Antwort. Am 3. Mai 1944 schrieb die Legation der Vereinigten Staaten an Nuntius Bernardini zunächst in „scheinheiliger Freundlichkeit“ an die Regierungen, dass das US-Außenministerium die Aktion zwar begrüße, dass von ihnen aber nicht erwartet werde, Juden in ihren Ländern aufzunehmen. Das war offensichtlich für die betroffenen Länder ein Freibrief, auf die aus Rom erbetene Hilfe zu verzichten. Ein „schäbiges Verhalten“, findet Hesemann, denn „tatsächlich wurden diese Juden dann am 15. und 31. Mai 1944 nach Drancy und von dort nach Auschwitz deportiert“. Lediglich Brasilien habe drei Juden mit brasilianischen Pässen ins Land gelassen. 
[…]


Schon in einem früheren Posting auf Facebook vom 1. März 2020 (Verlinkung zum Kommentar nicht möglich) äußerte sich Hesemann zu den Vorwürfen, Pius XII. hätte es ehemaligen Nazis durch die "Rattenlinie" ermöglicht, straflos nach Südamerika auszuwandern:

Nachdem ich in meinem Buch "Der Papst und der Holocaust" zweifelsfrei BEWIESEN habe, dass Pius XII. das Leben von ca. 960.000 Juden gerettet hat, kommt die Gegenseite mit einer anderen Strategie, um ihn zu diffamieren. Sie wirft ihm vor, dass exakt EIN österreichischer Bischof und EIN kroatischer Franziskaner Nazis zur Flucht nach Südamerika verholfen haben. Was der "Kollege" Wolf verschweigt: Hudal selbst gibt in seiner Autobiographie "Römisches Tagebuch" zu, dass er im Alleingang handelte und sofort im Vatikan in Ungnade fiel, als der Papst davon erfuhr. Das ging so weit, dass er im Apostolischen Palast HAUSVERBOT hatte und herauskomplimentiert wurde, als er eine österreichische Pilgergruppe begleitete. Pius XII. erwirkte dann seine Abberufung durch die österreichische Bischofskonferenz, die Hudal nach Rom entsandt hatte. Kennt Wolf Hudals Autobiografie nicht? Oder lügt er bewußt?






Donnerstag, 5. März 2020

TRADIVOX: Wenn Katechismus auf Google trifft



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In Katechismen nachschlagen diente lange als eine Übung des kirchlichen Lehramtes und als hilfreiche Möglichkeit, die gesundes Lehre in einer präzisen und systematischen Weise zu beschreiben - speziell für Laien. Weil diese Werke außerdem eine wunderbare Einigkeit über die Jahrhunderte hinaus demonstrieren, geben sie Zeugnis von der unveränderbaren und unfehlbaren Natur der katholischen Tradition. Man vergleiche das Beispiel hier

Wir hoffen, dass durch das Zugänglichmachen eines abrufbaren, indizierten Sammlung traditioneller Katechismen die wundervolle Kontinuität der Glaubenslehre, die in solchen Werken gefunden wird, als Gegengift zu der Verwirrung und den Irrtümern unserer Zeit stehen wird und als ein dauerhaftes Zeugnis der göttlichen Mission der Katholischen Kirche, die ihr in Ewigkeit von Christus anvertraut wurde: 

Darum geht und macht alle Völker zu meinen Jüngern; tauft sie auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes und lehrt sie, alles zu befolgen, was ich euch geboten habe. Und siehe, ich bin mit euch alle Tage bis zum Ende der Welt. (Mt 28, 19-20)
[…]


Während man in Deutschland beschäftigt ist, sich den neueren demokratischen Verhältnissen anzupassen und das ZdK bereits Broschüren für Segensfeiern für homosexuelle Paare herausgibt, macht im englischsprachigen Bereich ein Projekt die Runde, das unter der bischöflichen Aufsicht von Weihbischof Athanasius Schneider steht: TRADIVOX.

Dabei handelt es sich um eine Suchmaschine, mit deren Hilfe man zu verschiedenen Fragen des Glaubens Stellen aus mindestens 50 englischsprachigen Katechismen vom späten 13. Jahrhundert bis in die 1950er Jahre abrufen kann. Das Projekt befindet sich derzeit in der zweiten Phase, in der die Inhalte alter Katechismen zunächst transkribiert werden. Das heißt an dieser Stelle auch, dass deren Inhalte ebenfalls in Buchform erhältlich sein werden, wobei der erste (u.a. mit dem weniger bekannten Bonner- und Ledesma-Katechismen) und der zweite Band (u.a. mit dem Kleinen Katechismus von Robert Bellarmin) bereits veröffentlich wurden.

Die Digitalisierung wird in der dritten Phase folgen, in der die Inhalte für die Suchmaschinensuche hergerichtet werden. Wie eine solche Suchmaschinenanzeige aussehen wird, kann man HIER sehen.

Bei TRADIVOX handelt es sich um eine Non profit-Organisation, die auf Spenden angewiesen ist.

Zum Präsentationsvideo mit Weihbischof Athanasius Schneider geht es HIER.




Dienstag, 3. März 2020

Gary Krupp: "Die Diffamierung Pacellis hat die Juden der Würde der Dankbarkeit beraubt"


Das Magazin ZENIT hat mit Gary Krupp, Gründer der Stiftung Pave the Way und zusammen mit seiner Frau das erste jüdische Mitglied eines kirchlichen Ritterordens, ein Interview zur Öffnung der Vatikan-Archive über Papst Pius XII. geführt. Krupp bemüht sich um die Rückgängigmachung der Diffamierung Pacellis durch die verdeckte kommunistische Propaganda-Aktion Seat 12, die Nikita Chruschtschow (Ja. Exakt dieser Nikita Chruschtschow) 1960 autorisierte. Eine Aktion, über die die meisten "Kritiker" von Pius XII. nicht einmal sprechen und ein weitaus größerer Teil ihrer Leser- und Zuhörerschaft noch nie gehört hat.

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ZENIT: Ihre Sicht auf Papst Pius XII. ist nicht dieselbe wie vor einiger Zeit. Wie kam es dazu?

Krupp: Pius XII. war Papst, als ich ein Kind war. Mein Onkel traf ihn zweimal 1948 und er empfing von ihm eine Medaille als er mit der US Navy in Rom war. Zu dieser Zeit waren meine Erinnerungen an Papst Pius XII. immer sehr positiv. Als ich dann an die Highschool ging, änderte sich die Meinung der Welt komplett. Nachdem ich ein paar Bücher zu diesem Thema gelesen habe, war ich überzeugt, dass er kein Freund des jüdischen Volkes sei und schlimmstenfalls ein Kollaborateur von Nazi-Deutschland gegen den Kommunismus.

ZENIT: Dann? Was ist passiert?

Krupp: Eine lange Zeit später, 2006, durch etwas, was ich als göttliche Fügung bezeichne, wurde ich schrittweise durch einige unglaubliche Dokumentationen und Zeugnisse widerlegt, die mich zum Ergebnis brachten: Ich bin belogen worden! Meine Gefühle gingen vom Schock in einen extremen Zorn über.

Mit Dokumenten ausgestattet, reiste ich nach Jerusalem, um den obersten aschkenasischen Rabbiner Israels, Yona Metzger, zu treffen und berichtete ihm, was ich herausgefunden hatte. Er sagte mir: "Ich will, dass Sie alles Verfügbare zu diesem Thema finden und segne Sie für diese Arbeit." 
Im Judentum ist die schlimmste Charakterschwäche, die ein Jude haben kann, die Undankbarkeit. Die Diffamierung und der Rufmord an Pacelli haben die Juden der Würde beraubt, eine gebührende Dankbarkeit dem einen religiösen Oberhaupt zu zollen, durch dessen Handeln mehr Juden gerettet wurden als durch alle damaligen religiösen und politischen Führer zusammen. Das ist für mich eine jüdische Verantwortung.
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ZENIT: Als Jude, denke ich, ist diese Frage besonders bedeutend...

Krupp: Als Jude war ich der Meinung, dass ich durch das Nutzen meiner positiven Verhältnisse mit dem Vatikan, um diese Dokumente zu identifizieren und der Welt zu offenbaren, gelobt und gerühmt werden würde. Ich war schockiert, dass ich international von vielen der "Historiker" einfach nur attackiert und kritisiert wurde. Das Gute ist, dass die kritischen Kommentare über unsere Arbeit bei PTWF im Internet bleiben. Unsere Ehrenrettung wird kommen, wenn die Meinung der Welt wieder zu dem zurückkehrt, die sie 1958 hatte. Eines Tages wird Pius XII. in Yad Vashem als Gerechter unter den Völkern anerkannt werden. 

ZENIT: Es gibt viele Menschen, die diesem letzten Standpunkt nicht zustimmen. Was würden Sie ihnen antworten?

Krupp: Laut dem israelischen Historiker und Diplomaten Pinchas Lapide und unterstützt von Sir Martin Gilbert hat die Katholische Kirche durch ihr Handeln unter dem Pontifikat von Pius XII. das Leben von ungefähr 847.000 Juden gerettet, beinahe eine Millionen. Der Unterschied besteht darin, dass Lapide und alle jüdischen Führungspersönlichkeiten, die Pius XII. uneingeschränkt lobten, während der Kriegsjahre lebten und diese Handlungen selbst sahen. Die modernen historische Revisionisten lesen einfach die falschen denunziatorischen Bücher, um ihre negativen Vorhaben voranzubringen.
[…]



"Sie hatten 50 Jahre zuvor das Konzil von Trient...


... Wir hatten vor 50 Jahren das II. Vatikanische Konzil.

Will noch jemand behaupten, dass es 100 Jahre braucht, um ein Konzil korrekt umzusetzen?"

Soweit Bruder Martin Navarro auf Twitter zum Thema wie Kirchenobere derzeit auf Krisen reagieren.





Sonntag, 1. März 2020

Weihbischof Athanasius Schneider im Interview mit Dr. Taylor Marshall




Dr. Taylor Marshall im Gespräch mit Weihbischof Athanasius Schneider über die derzeitige Lage des Glaubens und der Glaubenskrise, der Glaubensverfestigung, die paradoxerweise trotzdem zu beobachten ist, sowie dem Corona-Virus und der Mundkommunion, dem Status der Freimauerei und der Legitimität der Exkommunikation Marcel Lefebvres. Sowie der Empfehlung seines neuen Buches "Christus Vincit".

[…]
Dr. Taylor Marshall: Ich habe Ihr Buch gelesen. Sie tragen den berühmten Namen des Athanasius. Das war nicht Ihr Taufname und Sie haben sich den Namen nicht ausgesucht. Ich war überrascht, als ich das gelesen habe. Dieser Name wurde Ihnen von Ihren Vorgesetzten der Regularkanoniker [vom Heiligen Kreuz] gegeben. Denken Sie rückblickend, dass Athanasius hatte... oder eher: Woher bekam er seine Sicherheit, dass er im Recht war? Die Bibel wurde noch nicht [final] kanonisiert, als Athanasius die Welt durchwanderte. Zeitweise schien es auch so, dass ihn Papst Liborius nicht unterstützte. Wie konnte er die Überzeugung haben, dass seine Theologie richtig war, obwohl er suspendiert und ins Exil geschickt wurde? 

Weihbischof Athanasius Schneider: Der heilige Athanasius hat oftmals angemerkt, dass es nicht seine Theologie sei. Es ist einfach das Übermittelte, was er empfing. Das hat er verschiedene Mal angemerkt in den Diskussionen mit den Arianern, weil er anmerkte, dass die Arianer diejenigen gewesen seien, die Neuheiten in den Lehren brachten, die es zuvor noch nicht gab. Die Arianer haben also den Bruch herbeigeführt, eine Art Revolution, und biederten sich dem Zeitgeist [engl.: "Mentality of Time"] an.

Und Athanasius sagte: Mein Standpunkt ist nicht MEIN Standpunkt, es ist der der Väter, die vor uns lebten. Sie glaubten das Selbe. Und das war inhaltlich das Argument der Tradition, die weitergegeben wurde ohne Bruch. 

Dr. Taylor Marshall: Ja. Es ist interessant, wenn man Athanasius und die kappadokischen Väter liest. Sie berufen sich auf die Schrift - vollständig. Und auch die vor ihnen. Aber sie berufen sich auch auf die Liturgie. 

Weihbischof Athanasius Schneider: Natürlich verwies der heilige Athanasius sehr stark auf die Schrift. Aber die Schrift... wie sie die Tradition verstand. Er zitierte oft die Schrift und sagte: "Das ist das Verständnis unserer Vorväter und das entspricht dem Glauben, den wir empfangen haben in der Taufe. Und er bewies natürlich auch durch die Schrift die Irrtümer der Arianer und - wie Sie es korrekt erwähnt haben - auch durch das liturgische Argument, das wir in der gleichen Weise gebetet haben.

Und das war zum Beispiel ein Argument aus der Liturgie: Die Taufformel "Ich taufe Dich im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes". Und Athanasius und die kappadokischen Väter benutzten diese Formel, dieses Argument aus der Liturgie, als Hauptargument gegen die Arianer. Der heilige Athanasius hat sich darüber lustig gemacht, er sagte: "Wir wurden nicht getauft im Namen des Vaters, der ungeboren ist, und im Namen dessen, der geboren und erschaffen ist, und im Namen der Kreatur, die Kreatur des Sohnes, die der Geist genannt wird." Er hat einen Witz daraus gemacht. Und die Arianer die einige Formeln entwickelt haben, die aus der Philosophie und den vorherrschenden Meinungen dieser Zeit entnommen wurden und vertauschten ihre Spekulationen mit den Formeln und dem Glauben, den wir durch die heilige Liturgie und den Katechesen unserer Vorväter empfangen.

Dr. Taylor Marshall: Das ist eine wirklich ernsthafte Situation, wo die Mehrheit der Bischöfe Arius folgte im 4. Jahrhundert und sie verleugnen die volle Göttlichkeit unseres Herrn Jesus Christus. Sie sagen, unsere gegenwärtige Krise sei schlimmer. Wie kommt das?

Weihbischof Athanasius Schneider: Ja, das habe ich bereits gesagt: Weil es ein Auflösen und Aburteilen beinahe aller Bereiche und Themen ist. Beinahe alle Wahrheiten scheinen verleugnet zu werden, relativiert - und das Leben der Kirche, die Liturgie in erster Linie und das pastorale Leben. Die arianische Krise war konkret auf die Wahrheit der Göttlichkeit des Sohnes Gottes begrenzt. Natürlich berührte es das zentrale Mysterium unseres Glaubens der Heiligen Dreifaltigkeit. Und in diesem Sinne würde ich sagen, dass die Arianer keine Christen waren, weil wenn man die wesensgleiche Dreifaltigkeit leugnet - die WESENGLEICHE Dreifaltigkeit - ist man kein Christ mehr. Und so waren die Arianer letztendlich keine Christen, weil sie wirklich das Herzstück dessen leugneten, was Christen sind: Der Glaube an die wesensgleiche, ewige Dreifaltigkeit - ein Gott in drei Personen. 

Das war natürlich sehr gefährlich, aber heute glauben wir nicht nur an einen Neo-Arianismus, weil heute ebenfalls fast alle Bischöfe und Priester, die den Modernismus und Liberalismus verteidigen, substantiell nicht an die Gottheit unseres Herrn Jesus Christus glauben, sie sprechen sogar nicht darüber. Wenn sie an die Göttlichkeit unseres Herrn Jesus Christus glauben würden, dann würden sie sich nicht so verhalten und sie würden auch nicht auf solch eine Weise reden wie sie es tun. Das ist ein Aspekt.

Aber heute gibt es neben der neo-arianischen Häresie, die ebenfalls in der Kirche regiert, andere, die die grundlegendste Wahrheit ,das erste Gebot Gottes, verleugnen, das sagt, dass "man keine anderen Götter neben Mir haben" soll - das ist die Heilige Dreifaltigkeit, Christus. Und mit der Propagierung und dem Relativismus, dass alle Religionen - sagen wir - substantiell gleich seien, zerstören wir die Offenbarung selbst - die göttliche Offenbarung. Und das ist... auf die Weise, wir... Sie werden nicht nur Nicht-Christen, sondern im gewissen Maße Heiden. Wir beobachten ein Anwachsen eines äußersten Neo-Paganismus innerhalb der Kirche im Leben der Kirche.

Dr. Taylor Marshall: Nicht nur... Ich stelle mir gerade vor, dass ein Arianer im 4. Jahrhundert - sogar er, der die Göttlichkeit Jesu leugnet - würde sagen, dass man keinen Götzen dienen soll. Sogar ein Arianer [lacht] würde eine höhere Moral vorweisen und einen größeren Respekt für die Zehn Gebote.
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