Samstag, 27. Juni 2020

"Gott braucht kein Amazon"


Nachdem hier schon einmal das Thema "Alternative Publikationsplattformen" angesprochen wurde, können an dieser Stelle gleich zwei Fälle genannt werden, die für einen Wechsel bzw. eine Parallelnutzung einer Plattform abseits von Youtube, Amazon & Co. sprechen.

Vor hat es (wieder einmal) den irischen Youtuber Dave Cullen aka Computing Forever erwischt. Ein kritisches Video zum Thema Corona-Maßnahmen mit Prof. Dolores Cahill) wurde von Youtube gelöscht. Glücklicherweise hat Cullen schon vorher einen Parallel-Account auf Bitchute angelegt, auf dem dieses Video noch vorhanden ist.

Auffällig an der Sache, auf die Cullen auch explizit eingeht, ist die regelrechte Denunziationslust, die man anderen auch in beinahe schon sadistischer Manier unter die Nase reibt. Wenn man bedenkt, dass es schon mehrere Versuche gegeben hat, Cullen als eine Art Rechtsradikalen dastehen zu lassen (übrigens ohne gravierenden Beweise dafür aufzubringen), ist diese Dummdreistheit, die glaubt, einfach mit niedrig hängenden Früchten journalistischen Profit zu machen, selbst für Außenstehende tatsächlich schon schockierend.



[EDIT 30.6.2020: Inzwischen hat es ebenfalls nach Angaben von Cullen den Youtube-Kanal des bekannten libertären Essayisten Stephan Molyneux erwischt.]


Letzte Woche hat es auch auf einer andere Plattform eine Sperrung gegeben - sogar mit noch gravierenderen Auswirkungen. Es handelt sich dabei um die Amazon-Angebote vom katholischen Autor Dr. E. Michael Jones, mit dem Dave Cullen zufälligerweise selbst schon Interviews geführt hat.

Dr. Jones brachte erst vor Kurzem das Buch "Logos Rising - A History of Ultimate Reality" heraus. Vor drei Wochen wurde er dazu von Patrick Coffin in zwei Videos interviewt. Er ist in der letzten Zeit durch seine Werke, die als regelrechter Geheimtipp gelten, immer bekannter geworden, vor allem auch durch sein Werk "Libido Dominandi" (2000) oder die "Modernism-Trilogy", aus deren Teil "Degenerate Moderns - Modernity as Rationalized Sexual Misbehavior" auf diesem Blog eine Leseprobe ins Deutsche übersetzt wurde. Kontroversen brachte seine These hervor, dass durch die Ablehnung von Jesus, der zweiten Person der Dreifaltigkeit und dem Urheber der vernünftig geordneten Schöpfung, als dem Messias innerhalb des Judentums eine geistliche Toxidität hervorbrachte, die sich auch auf das geistige Gesellschaftsleben auswirke.

Dr. Jones betonte dabei immer, dass es sich um eine rationalisierte irrationale Ablehnungshaltung handelt (vgl. dazu nochmals die Modernism-Trilogy), die innerhalb einer ethnischen Gruppe kultiviert wurde, was er in "The Jewish Revolutionary Spirit" darlegt. Trotz des regelmäßig hervorgebrachten Vorwurfes handelt es sich bei ihm NICHT um einen Antisemiten - Dr. Jones lehnt die rassistische Theorie des Antisemitismus ab, da er den freien Willen des Menschen von seinem zufälligen Erbgut abhängig mache und somit den freien Willen, den Gott jedem Menschen gegeben hat, leugne, auch bemüht sich Jones um einen geistigen Diskurs, wie zuletzt mit dem jüdischen Kabbalisten und Autor Andrew Meyer.

In einem Dokument wird er trotzdem von der jüdischen Anti-Defamation League (ADL) explizit als "Anti-semitic Catholic writer" bezeichnet, was jedoch nur durch eine mangelnde Auseinandersetzung mit dem Material seinerseits (übrigens unter extrem starker Kürzung) zu erklären ist. Die ADL war es übrigens auch, die das Meme "Pepe der Frosch" zum "General Hate Symbol" der "White Supremacists" erklärt hat, nachdem die Demokraten sich bei der Wahl 2016 beißender humoristischer Kritik ausgesetzt sahen und wurde auch selbst von amerikanischen Juden ungewöhnlich stark kritisiert, als sie sich gegen die Resolution aussprach, den Genozid an den Armeniern als Völkermord zu bezeichnen. Für Aufsehen erregten diese, aber auch andere fragwürdige Methoden eher außerhalb der öffentlichen Medien und eigentlich sehr offenen Suchmaschinen, sodass von der ADL ausgestellte Gutachten auch weiterhin als absoluter Standard von Politik, Medien, Gelehrten und Unternehmern dargestellt werden.

Trotz alldem war es bisher möglich, bis auf einige Ausnahmen die Werke und Essays von E. Michael Jones auf Amazon in gedruckter und E-Book-Form zu bekommen. Bis nun plötzlich alle Werke bis auf "Barren Metal" und eine Essaysammlung überraschend und ohne Vorankündigung entfernt wurden. Jones vermutet dahinter seinen neuesten Essay, der eine Kritik an der Amazon Prime-Serie "Hunters" darstellt, die bereits in Culture War Magazine veröffentlicht wurde, wo er nicht nur auf die verharmlosende Rechtfertigung von Gewalt eingeht, sondern auch auf das Bemühen, die Bekehrungsnotwendgikeit von Juden innerhalb der katholischen Kirche als genuin "antisemitisch" darzustellen.



In der Zwischenzeit hat Dr. Jones angekündigt, dass man nach einer Lösung für den Vertreib der E-Book-Versionen suche - unabhängig von Amazon als den Big Player auf dem Markt. Die meisten Bücher sind schon seit längerer Zeit auf der Seite von Fidelity Press direkt erhältlich; parallel zu Youtube werden Videos auch auf Bitchute veröffentlicht, nachdem es dort ebenfalls zu Löschungen bestimmter Videos kam.

Angesichts dessen bleibt jedoch ein unangenehmer Nachgeschmack: Konzerne, die Geld damit verdienen, dass sie den Menschen auf einfachste Weise Handel ermöglichen, sind gleichzeitig in der Lage, unliebsame Vlogger bzw. Verkäufer abzusägen und weiterhin Geld zu machen, ohne sich fragen zu müssen, ob dieser Schritt überhaupt gerechtfertigt gewesen ist.

Es entsteht eine Unsicherheit, gegenüber einer Gesellschaft, die sich in der Öffentlichkeit demokratisch, aufgeklärt und menschlich zeigt, aber gleichzeitig praktisch jedem, der nicht so handelt, wie man es selbst sehehn möchte oder eine Gruppe, die deswegen Druck macht, einfach in so einer Weise in den Rücken fallen kann, dass es sogar existenzbedrohend wird. Und das nicht nur im angelsächsischen Raum.

Angesichts dessen dürfte es klar sein: Die Welt ist nicht von Amazon, Youtube & Co abhängig. Es gab auch eine Zeit vor Amazon, Youtube & Co, mit Amazon & Co. kam nur die Zeit, in der auch einmal alles leichter wurde.

Da sich Konzerne generell vor Löschungen scheuen, so lange sie keinen Grund haben, auch "Hassbotschaften" gestoßen zu sein, ist ein Prallelpublizieren mit einer möglichst großen Streuradius problemlos weiterhin möglich. Außerhalb dessen wäre nur noch Mundpropaganda von Seiten von Fans und Followern einer oder mehrerer Szene oder ein zufälliges Finden möglich. Auch eigene Homepages können erstellt werden, in der Zwischenzeit ist sogar eine Alternativform von Facebook entwickelt worden. Texte können ebenfalls mit einem bestimmten Aufwand als Online-PDFs oder unter größerem Aufwand als Printprodukte vertreiben und weitergereicht werden - wie es Fidelity Press schon seit einiger Zeit tut.

Die einzige Problematik besteht darin, in einer homogen hypermedialisierten Welt sich Gehört zu verschaffen, ohne dass man durch Google-Suchergebnisse von Artikeln gewisser routinierter Schreiberlinge medial hingerichtet wird, die sich nicht einmal darüber Gedanken machen und munter so weiterarbeiten, um den eigenen damit erarbeiteten Status aufrecht zu erhalten.

Aber seien wir ehrlich: Im Rom zur Zeit von Nero und Diokletian sah es nicht besser aus.
Und jetzt nehmt auch mal eine Runde geistigen Urlaub und schaut, wie es heute dort so aussieht.




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