Freitag, 30. Oktober 2020

Schräger als Fiktion... Teil 11


Haben Sie schon einmal vom "Drohnenkönig" gehört?

Nein? 

Macht nichts. Diese zwanzig Minuten von Tim Pool & Co. erzählen Ihnen mehr als Sie in einem Jahr GEZ-finanzierten Medien über die Vereinigten Staaten mitbekommen. Die anscheinend immer noch nicht kapiert haben, was der "Laptop from Hell" noch so alles anrichten wird. Obwohl diverse Journalisten vor Jahren zweitweise mal auf der richtigen Spur waren. 


Auch diverse "Pannen" dürften hierzulande nicht wirklich bekannt sein. 



Bei dem jungen Mann im obigen Video in Gelb handelt es sich übrigens um Seamus Coughlin, der für den sehr empfehlenswerten Youtube-Kanal Freedom Toons verantwortlich ist und libertär-konservative Satiren zu politischen Themen erstellt. Ebenfalls eine Niveau-Stufe, die man in Deutschland an der Qualität gemessen eher selten findet.


Dieses Video ist auch sehr nett. 




Samstag, 24. Oktober 2020

Was meinte eigentlich Golda Meir selbst zu Pius XII. ?




Nachtrag zum Artikel über die vorgeschlagenen Umbenennung der Pacelliallee in Berlin zugunsten der israelischen Premierministerin Golda Meir:

Neben selbst jüdischen Stimmen, die sich kritisch zur Person Meirs meldeten bzw. praktisch massenhaften Artikeln, die die eher oberflächlichen und nicht weiter belegten Behauptungen der Antragsteller absurd erscheinen lassen, schienen die beiden Initiatoren Julian Reitzenstein und Ralf Balke ein weiteres Detail zu Golda Meir - die praktisch in bester Virtue Signaling-Manier präsentiert wird - nicht zu kennen: Sie war von dem Beitrag zum Schutz der europäischen Juden, den Eugenio Pacelli - so der bürgerliche Name von Papst Pius XII. - während der Terrorherrschaft der Nazis leistete, selbst überzeugt, wie sie selbst zu seinem Tod im Jahre 1958 anmerkte:

"Wir trauern. Wir haben einen Diener des Friedens verloren. Die Stimme des Papstes war während der Nazizeit klar, und sie verteidigte die Opfer."

Nachdem besonders unter Rolf Hochhuth publikumswirksam über das Theater die Behauptung verbreitet wurde, Pius XII. hätte zu der massenhaften Verfolgung der Juden geschwiegen, veränderte sich plötzlich die Meinung über ihn - mit unterstützendem Wohlwollen der kommunistischen Propaganda, die man versuchte, während des Kalten Krieges unbewusst auf den Westen und dessen Bürger auszuweiten. In einem Artikel der New York Times vom 26. Oktober 1982 geht ein Lesebriefschreiber auf einen am bereits am 12. Oktober erschienenen Lesebrief ein, bei dem nicht nur sehr kurz auf Hochhuth, sondern vielmehr auf weitere damalige Unterstellungen gegenüber Pius XII. eingegangen wird, wobei ebenfalls auf das durchweg positive Urteil von Golda Meir verwiesen wird: 

An den Editor:
Msgr. Joseph Baileys Brief vom 12. Oktober scheint den Eindruck zu erwecken, dass jedweder Versuch, Papst Pius XII. gegen des Verwurf des Schweigens während des Holocausts zu verteidigen, die Protokolle verzerre. 

Offensichtlich bildet Monsignore Bailey seine höchst fragwürdige Meinung einzig auf der Basis von Auszügen von einem Buch "Vatican Diplomacy During the Holocaust" von Father John Morley von der Seton Hall Universität. Leider ignoriert der Monsignore vollständig Bewertungen von seriösen und sachkundigen Quellen - jüdische und nichtjüdische - die jahrelang die Rolle des Papstes verteidigten, einschließlich Golda Meir, die verstorbene und geliebte Premierministerin von Israel, die dies über ihn bei seinem Tod im Oktober 1958 sagte:

"Während den 10 Jahren des Naziterrors, als unser Volk durch die Schrecken des Martyriums ging, erhob dieser Papst seine Stimme, um die Verfolger zu Verurteilen und mit ihren Opfern mitzuleiden."

Wenn sich der Staub gelegt hat und die Geschichte ihr endgültiges Urteil über diese tragische Ära spricht, darf man sich sicher sein, das dies auch ein "Gleichgewicht" einschließen wird, das leider dem Brief des Monsignore fehlte.

Man darf sich natürlich fragen, warum der Initiatorenkreis für die Umbenennung bei aller Begeisterung, die man Golda Meir entgegenbringen will, diesen Sachverhalt nicht nennt. Natürlich könnte man monieren, dass es sich dabei um Diplomatensprache handle, die man nicht immer zu hundert Prozent ernst nehmen dürfe - dann müsste man sich angesichts der bereits obig genannten Kritik nochmals fragen, warum  man eine Straße nach einer solch nach Außen undurchschaubaren und doppeldeutigen Person benennen sollte. 


Aber es gab auch andere jüdische Stimmen, die die Leistung von Papst Pius XII. während des Krieges in Europa betonten. Neben Israel Zolli, dem Oberrabbiner von Rom, der zu den Überlebenden der Judenverfolgung im von den Deutschen besetzten Italien gehörte und nach Ende des Krieges zum Katholizismus konvertierte und sich auf den Namen Eugenio Pio Zolli taufen ließ, dessen Person und Werk jedoch jahrelang bei der Diskussion ignoriert wurde, wären auch diverse große jüdische Organisationen und Zeitungen zu nennen, die die Position, die Pius XII. während der Zeit der Verfolgung einnahm, priesen. Wäre er tatsächlich ein solcher Antisemit gewesen, wie die Initiatoren der Umbenennung behaupten, warum findet man diese Anmerkung nicht einmal bei Juden, die in Italien und Rom direkt lebten, die das Geschehen aus direkter Nähe miterleben konnten - öffentliche Ansprachen inklusive? Kritik dieser Organisationen findet man nicht etwa zu Lebzeiten von Pius XII., sondern seltsamerweise erst nach den zunehmenden Diffamierungen in den 1960ern, die bis heute andauern. Die ADL (Anti-Defamation League) leugnete sogar in einem Artikel der Jerusalem Post aus dem Jahre 2009, dass Pius XII. den verfolgten Juden geholfen  habe. 

Wenn die ADL Recht hat, wie konnten dann selbst Dr. Raffael Cantoni, Präsident der Union Jüdischer Gemeinden in Italien und Chef des "Jüdischen Hilfskomitees" der italienischen Juden während des Krieges erklären: "Sechs Millionen meiner Glaubensgefährten sind von den Nationalsozialisten ermordet worden, doch es hätten sehr viel mehr Opfer sein können, wenn die wirksame Intervention von Pius XII. nicht gewesen wäre."? Auch Elio Toaff, 1951-2001 Oberrabbiner von Rom, sagte deazu: "Wir hatten die Gelegenheit, die große, mitfühlende Güte und Großherzigkeit Papst Pius' XII. zu erleben, während der unglücklichen Jahre der Verfolgung und des Terrors, als es schien, dass es für uns kein Entkommen mehr gab." 2008 heißt es von Toaff in ZENIT nochmals ganz deutlich zu Pius XII.: 

[...]  Dieser sei „mitnichten ein Antisemit“ gewesen. „Im Gegenteil: Ich weiß – auch durch direkte Zeugnisse –, dass dieser Papst viele Juden vor dem Tod gerettet hat. Die Geschichte eines Pius XII., der ein Antisemit gewesen wäre, ist nichts anderes als eine ‚schwarze Legende’. Es wäre notwendig, etwas mehr zu studieren, um die wahre Geschichte der Epochen und der Menschen zu kennen.“

1955 wurde der 17. April von den Jüdischen Gemeinden Italiens zum "Tag der Dankbarkeit" für die Hilfe Pius´ XII. erklärt, im selben Jahr gab das israelische Philharmonie-Orchester eine Aufführung von Beethoven Siebter Symphonie im Vatikanischen Konsistorium, um "die anhaltende Dankbarkeit des Staates Israel für die Hilfe auszudrücken, die der Papst und die Katholische Kirche den von den Nazis verfolgten Juden während des Holocausts zukommen ließen." Komponist Leonard Bernstein tippte nach dem Tod Pius XII. mit seinem Taktstock während eines Konzertes in der Carnegy Hall in New York, um einen Moment des Schweigens zu erbitten: "Ich bitte um eine Minute des Schweigens zum Tode eines wahrhaft großen Mannes: Papst Pius XII.

Die Empörung des Juden Gary Krupp, Gründer der Stiftung Pave the Way, gegenüber den Verleumdungen der Nachwelt über Pius XII. muss an dieser Stelle wahrscheinlich nicht weiter angesprochen werden. Ein früherer Artikel dieses Blogs ging bereits näher darauf ein. 


Es dürfte an dieser Stelle äußert Fragwürdig sein, warum Reitzenstein und Balke mit so erschreckend wenig Hintergrundwissen zur Person einer inzwischen differenzierter erforschten (im Gegensatz zum "offiziellen" Narrativ seit Hochhuth) historischen überhaupt eine Petition zur Umbenennung anstreben konnten, die bei näherer Betrachtung nichts anderes als immer unsinniger wird.

Historiker und Autor Michael Hesemann hat dazu vom inzwischen 96 Jahre alten Pater Prof. Dr. Peter Gumpel SJ von der Gregoriana in Rom, dem Untersuchungsrichter zur Seligsprechung Pius´ XII., einen Brief empfangen, in dem dieser mit Unverständnis auf die Aktion in Berlin reagiert. Hesemann hat diesen auf seiner Facebook-Seite geteilt:

Mit Empörung habe ich erfahren, dass ein gewisser Herr Felix Klein unter Berufung auf Julien Reitzenstein und Ralf Balke gefordert haben, die Pacelli-Allee in Berlin Dahlem in eine Golda Meir Allee umzubenennen.

Die Argumente, die in diesem Zusammenhang angeführt werden, sind geschichtlich völlig falsch und ohne jede geschichtliche Fundierung.

Gerne unterstütze ich hiermit Ihre Gegen-Petition, die auf den wahren Grundlagen basiert. Haben Sie vielen Dank für Ihre wissenschaftlich gut fundierte Widerlegung der trügerischen Anschuldigungen der Herren Klein, Reitzensrein und Balke.

Die Gegenpetition zum Erhalt der Pacelliallee ist noch immer am Laufen. 
Inzwischen hat sie über 1.100 Unterschriften, liegt aber beinahe mit der Anti-Pacelli-Petition auf, die einige Stimmen weniger hat.





Dienstag, 20. Oktober 2020

Seliger Carlo Acutis: Ist sein Leichnam unverwest?


Während der Vorbereitung auf die Seligsprechung von Carlo Acutis wurde von Gläubigen nach Veröffentlichung von Bildern seines Schreines häufig die Frage gestellt, ob sein exhumierter Leichnam unverwest gewesen sei wie es zum Bespiel bei Pater Pio, Bernadette Soubirous oder dem Pfarrer von Ars der Fall war (wobei man nachträglich bei Gesicht bzw. den Händen eine dünne Wachsschicht wegen Verdunkelungen hinzufügte). 

Ray Grijalba, der mit seinem Youtube-Kanal in einem vorherigen Post bereits vorgestellt wurde und den Carlo Acutis mit seiner Online-Sammlung von eucharistischen Wundern inspirierte, kann dazu folgendes berichten:



[Zur Frage,] ob er unverwest ist oder nicht: Die Antwort ist leider Nein. 
Ihr könnt es in der Catholic News Agency [und] The National Catholic Register lesen. Sie kamen an die Öffentlichkeit und sagten, dass ihre Korrespondenz in Italien erklärte, dass es nicht so sei. "Eine Sprecherin der Seligsprechung Acutis´ sagte der CNA, dass der gesamte Körper vorhanden, aber nicht unverwest sei." Nach einem der Priester "War sein Körper vollständig vorhanden, nicht unversehrt, aber vollständig vorhanden mit allen Organen. Sein Gesicht wurde bearbeitet." Wie ihr seht war er nicht vollständig unverwest und ihr könnt an diesen Nahaufnahmen sehen, dass es nicht zu hundert Prozent natürlich aussieht. 

Wenn ihr den [seinen Youtube-] Kanal abonniert habt, wisst ihr, dass ich immer nach der Wahrheit suche. Deswegen war ich der Meinung, das mit euch zu teilen. Nicht dass man hinausgeht und erzählt "Er ist unverwest, er ist unverwest!" und findet dann [das Gegenteil] heraus - oder trifft einen Protestanten oder Atheisten, der sagt: "Nein, ist er eigentlich nicht." Es ist wichtig, immer die Wahrheit zu kennen, egal wo sie uns hinführt, weil wir wissen, dass sie uns immer zu Gott führt, denn ER IST WAHRHEIT.

Man kann also die ausgestellten Reliquien mit den für Erhebungszwecke präparierten Körpern anderer Heiliger vergleichen, zum Beispiel mit Bruder Konrad von Parzham, Nikolaus von Flüe, Coelestin V. oder - was schon eher in diese Richtung gehen würde - der heiligen Philomena.


Carlo Acutis wurde am 3. Mai 1991 in London geboren, wo seine Eltern beruflich tätig waren und ein halbes Jahr später nach Mailand zurückkehrten. Carlo besuchte das Gymnasium und unterschied sich nicht groß von Gleichaltrigen. Er reiste gerne, hatte Tiere gern, spielte Saxophon, nahm Videofilme auf, spielte Konsolenspiele und beschäftigte sich mit Computertechnologie, für die er sich begeisterte und auffallende Fähigkeiten darin entwickelte.

Neben seinem bekanntestem Projekt, der Sammlung von eucharistischen Wundern, die heute von einem Verein weiterbetrieben wird, fiel er durch seine tiefe Frömmigkeit zur Eucharistie - die er täglich bis zu seinem Tod empfing und die er  seine "Autobahn in den Himmel" nannte - und zur Muttergottes auf. Durch seine vielen Fragen zum Glauben, die er seiner Mutter stellte, näherte er sie wieder dem Glauben an; einen nichtchristlichen Hausangestellten der Familie überzeugte er durch sein Glaubensbeispiel, sodass sich dieser später taufen ließ. Er verteidigte kompromisslos die Ehe und das Recht des Ungeborene Lebens, er weihte seine Reinheit der Gottesmutter und bat Ordensfrauen für die Bewahrung dieser zu beten. Auch war ihm der Wert des eigenen Lebens und die Gefahr der Anpassung bewusst: 
"Alle werden als Originale geboren, aber viele sterben als Fotokopien."


Seine acht geistliche Ratschläge lauteten:
1. Es ist notwendig, nach Heiligkeit zu verlangen, und zwar mit ganzem Herzen, und wenn Du das noch nicht tust, musst du Gott inständig um diese Gnade bitten.
2. Gehe täglich zur Heiligen Messe und kommuniziere.
3. Denk daran, jeden Tag den Rosenkranz zu beten.
4. Lies jeden Tag einen Abschnitt in der Heiligen Schrift.
5. Wenn Du kannst, mach eine kleine Anbetung vor dem Allerheiligsten Altarsakrament.
6. Versuche, jede Woche zur Beichte zu gehen, auch wenn du nur lässliche Sünden hast.
7. Bringe Bitten und Blumen unserem Herrn und Unserer Lieben Frau dar, um anderen zu helfen.
8. Bitte Deinen Schutzengel, Dir beständig zu helfen; er soll Dein bester Freund werden.
[Quelle deutsche Version, sowie Biographie stammen von einem Gebetsbildchen des FREUNDESKREISES MARIA GORETTI e.V., München] 


Am 12. Oktober 2006 verstarb der erst 15-Jährige an einer unheilbaren aggressiven Form der Leukämie (Blutkrebs), die erst seit Herbst bekannt war. Er opferte sein Leiden dem Herrn für den Papst und die Kirche auf , aber auch um "nicht ins Fegefeuer, sondern direkt ins Paradies zu kommen". 2013 wurde durch die Bischöfe der Lombardei der Seligsprechungsprozess eingeleitet. 

Im Oktober desselben Jahres kam es zur für den weiteren Prozess nötigen medizinisch nicht erklärbaren Heilung: Der damals vierjährige Mattheus aus Brasilien, der seit seiner Geburt an Pancreas anulare, einer Fehlanlage der Bauchspeicheldrüse, litt, die dafür sorgte, dass er viele Speisen nicht im Magen behalten und deswegen regelmäßig erbrechen musste - und für den bis dahin unterernährten Jungen einen frühen Tod bedeutet hätte - begann nach der Messe, wo er um Carlos Fürbitte bat, plötzlich problemlos zu essen, was dauerhaft anhielt. Untersuchungen haben ergeben, dass sich seine Organe überraschend verändert haben. 

Die Familie wurde auf Carlo Acutis aufmerksam, nachdem Fr. Marcelo Tenorio, ein befreundeter Priester der Familie, zufälligerweise online über das Leben von Carlo und dessen Seligsprechungsprozess aufmerksam wurde und seine Gemeinde zur Messe einlud, um seine Fürsprache zu erbitten. Ein - am Rande bemerkt - sehr auffälliger Zufall. 

 Am 5. Juli 2018 wurde die Seligsprechung von Papst Franziskus autorisiert, im Januar 2019 wurde sein Leichnam exhumiert und ist seit April im modernen Schrein im rechten Seitengang des Santuario della Spogliazione (auch bekannt unter dem Namen Santa Maria Maggiore) in Assisi untergebracht. Sein Herz wird in einem separaten Reliquiar aufbewahrt. 

Kurz nach seiner Seligsprechung gab es einige Protestanten und Atheisten, die über den neuen Seligen in Sportschuhe und Trainigsjacke wie üblich witzelten, wenn es um die Katholische Kirche und die moderne Zeit geht. Aber auch viele Katholiken haben in bester moderner Nerd-Tradition innerhalb  kurzer Zeit  einige Memes zum Schmunzeln über den hoffentlich bald auch ersten digitalen Kandidaten für einen Heiligsprechungsprozess munter über den weltumspannenden elektro-digitalen Äther verteilt...






Samstag, 17. Oktober 2020

"Wie die Sopranos, nur schlimmer": Joe Biden und die neue mediale Parallelwelt


Wie bei jedem Arbeitsmittel muss man sich immer bewusst sein, dieses entsprechend der realen Wahrheit anzuwenden. Liest man die Nachrichten, muss die Bedingung sein, dass diese auch stimmen - ansonsten macht es keinen Sinn, seine Zeit mit unwahren bzw. unbestätigten Meldungen allzu sehr zu vergeuden. Benutzt man eine Suchmaschine, so muss gewährleistet werden, dass die Ergebnisse auf neutraler Ebene angezeigt und nicht bevorzug werden (was bei bezahlter Positionierungen schon wieder in Frage gestellt werden darf) - sonst geht man im Zweifelsfall zu Alternativen über. Benutzt man einen Kommunikationsdienst, so sollte dieser ebenfalls keine Gruppe von Nutzern bevorzug behandeln, wenn er vorgibt, für jeden offen zum Informationsaustausch zu stehen.

Dieses Konzept wurde vorgestern auf atemberaubende Weise in einem Handschlag ad absurdum geführt.

Denn wegen einem einzigen Zeitungsartikel wurde das ersichtlich, was nach der Jungen Freiheit inzwischen von vielen Deutschen bereits gefürchtet wird - jedoch in den Vereinigten Staaten: Dass informelle und kommunikative Dienstleister das Wahlverhalten massiv beeinflussen können. Wovon Staaten wie Irland ein Lied singen können, vor allem im politisch-moralischen Bereich, der auch von den Medien zuletzt 2018 massiv beeinflusst wurde

Die Plattformen Facebook und Twitter haben einen speziellen Artikel der New York Post absichtlich blockiert; man konnte ihn einige Zeit lang nicht teilen, bei einem Klick auf den Link wurde vor einer unsicheren Weiterleitung gewarnt. Nicht einmal die New York Post selbst konnte ihren eigenen Artikel unter dem eigenen Namen teilen. 



Im April 2019 wurde ein Laptop wegen einem Wasserschaden zur Reparatur abgegeben, der nach einer bestimmten Zeit weder abgeholt noch bezahlt wurde, sodass er in den Besitz des Geschäftsinhabers überging, der mehrmals versucht hat, den Kunden zu kontaktieren. Nach eigener Aussage soll der Geschäftsinhaber festgestellt haben, dass sich brisantes Material auf der Festplatte befand: Es befanden sich neben expliziten Photos von Joe Bidens Sohn Hunter Biden auch E-Mails darauf, die nicht nur bestätigen, dass der damalige Senator, Vizepräsident und jetzige Präsidentschaftskandidat von den Geschäften seines Sohnes in der Ukraine gewusst hat (was dieser immer wieder auf Anfrage leugnete), sondern auch zeigen, dass sich Joe Biden selbst mit dem Vorstandberater BurismaVadym Pozharsky,  in Washington 2015 getroffen hat, und dafür sorgte, dass der staatlicher Ermittler Viktor Shokin entlassen wurde (nach Joe Biden wegen Korruptionsverdacht), der zur damaligen Zeit auch vorhatte, den privaten Gaskonzern (übrigens mit pro-russischen Verbindungen nach diesem BBC-Video vom September 2019) von Hunter Biden zu kontrollieren. Erreicht wurde diese Entlassung mit der Drohung Bidens, die Darlehensgarantie der damaligen Obama-Regierung von Einer Milliarden US-Dollar zurückzuhalten. 

Den brisanten Fund übergab der Geschäftsinhaber im Dezember 2019 an das FBI - für das er auch Dokumente erhielt, die ebenfalls der New York Post vorliegen. Bevor er jedoch die Festplatte übergab, machte aber er eine private Sicherheitskopie davon - anscheinend aus Misstrauen -, die er Robert Costello übergab, dem Rechtsanwalt des ehemaligen republikanischen Bürgermeisters von New York, Rudy Giuliani. Giuliani, der bereits im Februar 2020 auf die Dringlichkeit hinwies, Bidens Beziehungen zur Ukraine zu überprüfen, und sein Anwalt gingen dann auch damit an die Öffentlichkeit



Diese Daten müssen noch ausgewertet werden. Dennoch sind viele von der Echtheit alleine wegen den Bildern überzeugt, bei denen es sich tatsächlich um Hunter Biden handelt. Die Sperren, die auf Facebook und Twitter verhängten, um eine Verbreitung zu unterbinden, sorgten für einen weiteren Effekt, der auch als der "Streisand-Effekt" bekannt ist: Alleine durch den offensichtlichen Versuch, eine Information zwanghaft zu unterdrücken, sorgt man dafür, dass diese erst recht bekannt wird.





Diese Vorgehensweise war nicht nur auf den amerikanischen Kontinent beschränkt, sondern trat auch bei deutschen Twitter-Nutzern auf. Bei dem Versuch, den New York Post-Artikel zu Posten wurde der Vorgang blockiert und mir diese Nachricht hier angezeigt:

 

"Irgendetwas lief falsch, aber ärgere Dich nicht - versuch es einfach noch einmal."

Von Twitter und diversen Apologeten hieß es anschließend, dass es sich um gestohlene Daten handle und daher der Zugriff zu solchen problematischen Bericht erschwert werde. Aber wie der Journalist Tim Pool anmerkte: Wenn Berichte, die auf gestohlenen Daten basieren geblockt werden - warum wurde dann nicht der irreführende Bericht der New York Times geblockt, nach dem Donald Trump lediglich nur 750 Dollar Einkommenssteuern gezahlt hätte - was ebenfalls über illegale Wege recherchiert wurde?

Frei nach Walter Ulbricht: "Niemand hat die Absicht, unerwünschte Artikel zu zensieren."

Inzwischen gibt es nach einer Welle von Empörungen auf Twitter und Facebook keine Probleme mehr damit - der Artikel kann nun problemlos geteilt werden. Dennoch hinterlässt das Ganze - gerade wenn man auf solche Dienste als Informationsquelle angewiesen ist - einen bitteren Nachgeschmack, und zwar noch bitterer als nach diversen bizarren News-Patzern wie bei dem obigen Bild, das tatsächlich so öffentlich übertragen wurde.

Wenn bekannte Medien- und Verkaufsportale blocken, gäbe es noch die Möglichkeit, auf alternative Foren zurückzugreifen - auch wenn sich dabei mehr Probleme einstellen als bei den bekannten Plattformen, die praktisch Monopole bilden. Wenn dagegen internationale Kommunikationswege aus politischen Gründen manipuliert werden, stellt das ein weitergehendes Problem dar, da das allgemeine Informationsrecht, das zu den Elementen jeder Demokratie gehört, damit direkt angegriffen wird. 
 
Senator Ted Cruz hat dies offen in Washington als noch nie dagewesenes Politikum angesprochen - auch weil ein weiterer Artikel über Gelder auch China an Biden ebenfalls blockiert wurde. 


Aber selbst wenn man auf alternative Medien oder Funktionen umsteigen sollte, ergeben sich Probleme: Bei kleineren Plattformen gäbe es auch gleichzeitig theoretisch zahlenmäßig weniger Kontrollen durch Mitnutzer (abgesehen diese sind gut informiert und darin auch engagiert), außerdem würde das Nischendasein von den meisten als nicht vertrauenswürdiger wahrgenommen werden als ein weitgestreuter, "problemloser" Kanal. Eine ironische Randbemerkung dazu wäre, dass der Begriff "Verschwörungstheoretiker" zum ersten Mal negativ während der Watergate Affäre benutzt wurde, um Personen als Spinner abzustempeln, die an die Möglichkeit einer solchen Verschwörung glaubten. Inzwischen kann man praktisch jeden damit abstrafen, der nicht dem am weitesten verbreiteten Narrativ folgt - auch wenn diese dabei vollkommen im Recht sind. 
 
Womit wir auch beim nächsten und finalen Problemfeld wären: Der Mensch an sich. 

Dass Menschen korrupt sein können, weiß man praktisch schon seit dem Bestehen der Menschheit. Trotzdem schockiert es nicht nur, wie die Korruption in scheinbar in alltägliche Bereiche eindringt, sondern mit welcher Verbissenheit diese Dinge auch von Nichtbeteiligten verteidigt werden. 

Und das gerade von Medienvertretern, die offen gegen Donald Trump und für Joe Biden sind - egal ob er überhaupt seine Versprechen einhält (von den Plänen, die er nicht verraten will, mal ganz abgesehen), die Präsidentschaft überhaupt ein Jahr überleben würde oder sogar geplant wird, ihn abzusetzen und Vizepräsidentin in spe, Kamala Harris, automatisch nachrücken zu lassen - wahrscheinlich auch mit so richtig durchgeknallten Gestalten wie Alexandria Ocasio-Cortez in der Warteschleife. Und die auch genug Nachsprecher haben, die ihnen unkritisch folgen. 

Der Moderator Jack Murphy fragt an dieser Stelle zurecht: "Ist das nur dumm oder schon diabolisch?"



Auf diversen Nachrichtenseiten hieß es zu den Blockaden geradezu explizit, dass sich Trump und die Republikaner darüber aufregen (Neee... die Millionen neutralen Twitternutzer sind ja nicht weiter wichtig) wie beim Sender ABC (ja, dieselbe ABC die sich damals mit der Pell-Affäre so richtig selbst ins Knie geschossen hat und es bis heute zu ignorieren versucht). Die deutschen GMX News wartet mit einem ähnlichen Artikel auf - und berichtet ohne weitere kritische Überprüfung über eine kommende Simpsons-Folge, in der auch offene Falschmeldungen und Halbwahrheiten über Donald Trump oberlehrerhaft als "Gründe" aufgeführt werden, ihn nicht zu wählen. Bill Maher, ein weiterer Beschäftigter der Unterhaltungsindustrie, bezeichnete die Veröffentlichungen Giulianis als "krank " und "Schmierenkampagne", die "Fakten-Check"-Seite Snopes (die übrigens die konservative Satire-Seite The Babylon Bee vor einiger Zeit der "Faktenprüfung" unterzogen hat - was von dieser ordentlich auf´s Korn genommen wurde), sieht dahinter eine politische Strategie, um die Vorwürfen gegen Trump für dessen Amtsenthebung gegen seine Gegner zu verwenden. Vorwürfe, die in der Zwischenzeit wegen Mangel an Beweisen teilweise völlig entkräftet sind. Auch andere Nachrichtenseiten schlagen in die Kerbe der offenen Dubiosität - die Mühe, den Skandal von Joe Biden fernzuhalten, kann man förmlich wie Angstschweiß herausriechen. 

Inzwischen gehen aber einige Journalisten dazu über, Rudy Giuliani wegen seiner Veröffentlichungen selbst Verbindungen zu Russland in die Schuhe zu schieben. Was nicht nur jeglicher Ironie, sondern sogar einer ordentlichen Portion Zynismus nicht entbehrt. 


 
Vorfälle wie dieser machen wieder mal deutlich, wie abhängig der moderne Mensch von Unternehmen und Betreibern ist, von denen er nicht weiß, welche Agenden sich noch hinter dem sachlichen Gesicht  verbergen. Zugegeben, nicht jeder Metzger muss ein potentieller Fritz Haarmann sein, nicht jede in den Nachrichten gesendete Meldung muss manipuliert sein. Trotzdem sorgen gerade solche Vorkommnisse dafür, dass das Vertrauen der Bürger erodiert, da man versucht, sich ihrer meinungspolitisch zu bemächtigen auf dem bisher direktesten und vertrauenswürdigsten Weg - und dabei erst recht noch Panik vor "alternativen Berichterstattungen" schürt, für die man bereits selbst sorgt. 

Die beste mindeste Lehre, die man daraus ziehen kann, wäre für die daran beteiligten Journalisten und Medienleute, dass so etwas nicht in Ordnung ist und man durch immer neue Ausreden sich eine Wirklichkeit imaginiert und anderen aufdrängt, die irgendwann zusammenfallen wird. Die nächste wäre, dass sie eine von Gott (Agnostiker und Atheisten würden an dieser Stelle von einer "durch die Realität" reden) gegebene umfassend gesellschaftliche Pflicht zur Objektivität und zu kritischem Hinterfragen der menschengemachten sozialen Verhältnisse haben - und dass ein Ganzes damit steht und fällt.

Aber man kann natürlich auch der Überzeugung sein, dass es sich mit realen Sachverhalten so verhält wie mit epischen Geschichten á la Harry Potter als eine Art narrativen sozialen Kitt und man nach Belieben diese durch Ignorieren oder Hinzufügen ändern kann, ohne dass es jemand merken muss und man gezwungen ist, eine Täuschung so lange aufrecht zu erhalten, wie die Leser damit einverstanden sind - wenn das auf dem Hintergrund von Macht und Geld geschieht, ist man natürlich schon wieder bei einem anderen Genre: 



[EDIT 21.10.2020: Habe nebenbei erfahren, dass auf der englischen Wikipedia der Artikel über Hunter Biden um die Bemerkung erweitert wurde, dass es sich bei der Affäre um die E-Mails um  "widerlegte (!) rechte Verschwörungstheorien handelt, die von Donald  Trump und seinen Verbündeten gepusht wurde, um die Geschäfte Bidens und dessen Antikorruptions-Bemühungen in der Ukraine in Frage zu stellen". Dass man von Wikipedia nicht alles für bahre Münze nehmen sollte, ist wahrscheinlich inzwischen schon Vielen bekannt. ]




Mittwoch, 7. Oktober 2020

Ray Grijalba und die Wissenschaftler hinter den Eucharistischen Wundern


Nachdem wir es hier auf diesem Blog schon einmal vom Thema Eucharistische Wunder hatten (siehe das Vortragsvideo von Charles A. Coulombe), kam nun auch eine weitere interessante Quelle hinzu. 

Ray Grijalba hat auf seinem Youtube-Kanal The Joy of the Faith verschiedene kleine Dokumentationen zu diesem Thema veröffentlicht, darunter auch Interviews mit Wissenschaftlern, die mit der Untersuchung davon beauftragt wurden. Eine kurze Zusammenfassung seiner Arbeit und seiner Ergebnisse hat dazu er Dr. Taylor Marshall vorgestellt.



[...]

Ray Grijalba: Was die wirklich beeindruckendste Sache war: Wir haben ein Video über das Grabtuch von Turin gemacht. Aber die Kirche kam niemals raus und sagte: "Ja, das ist definitiv das Begräbnistuch von Jesus." Bei diesen eucharistischen Wundern sagen sie: "Ja, das sind Wunder." Sie sind beglaubigt. Und es gibt einen langwierigen Prozess, der dabei miteingezogen wird. Und eine Menge Leute fragen: "Nun, ist alles ein Wunder?" Du weißt schon: "Sehen Katholiken nur etwas Rotes auf der Hostie und sagen dann: 'Ah! Das ist Herzgewebe! Das ist Blut!' "

Taylor Marshall: Nein.

Ray Grijalba: Also, 2015 gab es einen Fall in Utah [USA], wo sie eine Untersuchung durchführten und es sich lediglich um einen roten Schimmelpilz handelte. Und das war der Schluss. Und das zeigt die Sorgfältigkeit hinter diesen Studien. Das ist wirklich unglaublich zu beobachten, aber um nochmal zurückzukommen auf...

Taylor Marshall: Wenn ich etwas hinzufügen darf: Wenn man sich die katholische Geschichte durchliest und es kommt zu irgendwelchen Wundern, ist es nahezu immer der Fall, dass der Ortsbischof sagt "Meehh... Das denke ich nicht. " ... Ha ha ... Sogar bei den echten und den unechten. Du weißt, wenn es Unsere Liebe Frau von Guadalupe ist - bei jedem. Es fängt beinahe immer an mit dem Bischof, der sagt: "Meehh... Ich denke das nicht, ich traue dem nicht." Es ist also nicht dass die Katholische Kirche... Ich meine wenn du das Argument machst, dass die Katholische Kirche immer versucht, die Gläubigen zu betrügen und Tricks und Täuschungen gebraucht... Du weißt, du DENKST, dass die Bischöfe die Wortführer und die treibende Kraft dahinter sind; aber wenn du sie liest, dann ist es eigentlich so, dass sie jedes Mal dem skeptisch begegnen.

Ray Grijalba: Ja, und ich denke, dass das eine kluge Entscheidung ist, die sie machen, nicht einfach alles vor ihren Augen zum Wunder zu erklären. Weil was ich als Vorbereitung für dieses Video gemacht habe, ist dass ich all die Skeptiker-Blogs gelesen und um nachzuschauen, was sie darüber denken. Ich komme gleich darauf zurück.

Aber ich wollte noch etwas sagen, das wirklich... Wir fanden beides in Tixtla [Mexiko] und Buenos Aires, was wir uns gleich noch genauer anschauen. In den Proben, die von der Hostie genommen wurden, die - ich wiederhole es noch einmal - Herzgewebe war... Aber was sie herausgefunden haben, war, dass weiße Blutkörperchen darin waren. Was bedeutet: Weiße Blutkörperchen leben nicht, nachdem jemand gestorben ist; das war also ein lebendes Gewebe.

Ich dachte daran, was Jesus sagte: "Ich in das lebendige Brot, das vom Himmel gekommen ist. Und das Brot, das ich euch geben werde, ist mein Fleisch für das Leben der Welt." Wie sonst würde das Sinn machen bis wir sehen: Dieses lebende Brot ist der Leib Christi. Es hat jeden Doktor umgehauen, der das gesehen hat, sogar den einen Doktor, mit dem ich letzte Nacht geredet habe. Er sagte: "Es ist unmöglich, dass so etwas passieren kann." Und nochmal: Für mich spricht das für die großartige Herrlichkeit, die der Herr durch diese Wunder zeigt.

Diese weißen Blutkörperchen zeigen auch, dass das Herz gelitten hat. Also... und das wird jetzt ein wenig tief, mit was uns da auseinandersetzen. Die Art, wie diese weiße Blutkörperchen wirken ist: Sie kommen nur zum Herz, wenn es [dort] zu einer Gewalteinwirkung kommt. Man kann einen Herzinfarkt haben, auf die Brust geschlagen werden - so ähnliche Dinge, die sie dazu bringen würde, zu kommen. Sie sind die meiste Zeit über die Verteidiger des Körpers. Wenn man also weiße Blutkörperchen anwesend sieht, dann weiß man, dass sich dort eine Gewalteinwirkung ereignet hat. Und wen kennen wir, der eine große Gewalteinwirkung vor seinem Tod hatte?

Taylor Marshall: Unser Herr.

Ray Grijalba: Jesus. [...]

Besagtes Video ist übrigens dieses hier: 



Dazu kommen noch verschiedene Interviews mit den Wissenschaftlern, die die Untersuchung dieser Phänomene durchgenommen haben: 





Ein weiteres Video, das Ray Grijalba in der Zwischenzeit erstellt hat, handelt von den Wundern von Pater Pio, wozu er auch ein Interview mit dem Mann führte, dessen Pate der Assistent von Pater Pio war:







Weiterführende Links:
- Kurze PDF-Berichtesammlung Eucharistische Wunder
- Der Youtube-Kanal von Ray Grijalba
- Die Homepage und der Youtube-Kanal von Dr. Taylor Marshall
- Die Facebook- und Twitter-Seite von Dr. Taylor Marshall



Donnerstag, 1. Oktober 2020

Korruption im Vatikan: Kardinal Pell ist nun zurück in der Arena


Nach dem Freispruch von der Anklage des sexuellen Missbrauchs im April und den darauffolgenden weiteren Verleumdungen gegen Kardinal George Pell kam nun ein überraschender Ruf aus Rom: Nicht einmal eine Woche nach der Entlassung von Kardinal Giovanni Angelo Becciu, der der Veruntreuung Vatikanischer Gelder (und Nepotismus) sowie Geldwäsche verdächtigt wird, soll Pell seine Aufgabe zur Überprüfung des Finanzhaushaltes wiederaufnehmen, das er 2017 unterbrochen hat, um sich der Australischen Justiz zu stellen, die es gezielt auf ihn abgesehen zu haben schien - während dort jahrelang in Sachen Sexuellen Missbrauchs unter Pell´s Vorgängern die Polizei und Strafverfolgungsbehörde fahrlässig herumschlampte, wenn es um das Thema Aufklärung und Prävention ging. Pell verbrachte nach jahrelangem Hin und Her ohne aussagekräftige Beweise für dessen Schuld vorbringen zu können und dem Ignorieren schwerwiegender Widersprüche des Anklägers und Zeugen (dessen Identität übrigens noch immer der Öffentlichkeit unbekannt ist) mehr als 500 Tage im Gefängnis, bevor der Australische High Court das Urteil nach einer speziellen Untersuchung als ungültig erklärte.

Am gestrigen Mittwoch ist Kardinal Pell in Rom eingetroffen. Er hatte als Nachfolger von Kardinal Carlo MariaViganò (der ebenfalls schwere Veruntreuungen festgestellt hat) das Verschwinden von einer Milliarde (!) Euro aus den Kassen des Vatikans festgestellt, deren Verbleib ebenso unklar blieb wie die Identität der Personen, die dahinter stecken und deren Weiterverfolgung Pell sich wegen der gegen ihn in Australien laufenden Strafverfolgung nicht mehr fortsetzen konnte. Pell fielen dabei auch unsaubere Geldgeschäfte von Kardinal Becciu auf und stellte sich gegen dessen Aufkauf eines Krankenhauses, das in Besitz von Becciu bald auch tatsächlich pleite ging.

Von Sky News-Journalist Andrew Bolt, der als erster Journalist nach dessen Entlassung persönlich interviewt hat und sich für dessen Unschuld eingesetzt hat, heißt es zu dieser "triumphalen Rückkehr":


... (Aber) Diese Farce hat in der Zwischenzeit Pell vom Vatikan ferngehalten für DREI JAHRE. Und Becciu hat diese Zeit genutzt. Im selben Monat, in dem die Polizei gegen Pell vorging, feuerte Becciu den ersten vom Vatikan ernannten Finanzprüfer [ein Amt, das übrigens von Papst Franziskus neu eingerichtet wurde] unter dem Vorwurf der Spionage - und die Strafverfolgung gegen den Rechner ließen sich nicht verschweigen. Aber nun ist Pell frei und Becciu ist gefallen. [...] 

[...] Nun, es ist jetzt so, dass er über sein Appartement im Vatikan arbeitet, aber es gibt kein Datum zu seiner Rückkehr nach Australien. Und ich verstehe, dass ihm der Papst natürlich keine Stelle angeboten hat. Aber die Autorität des Papstes wurde durch diesen Skandal erschüttert und es würde Sinn machen, dass er zeigt, dass er es im Kampf gegen die Korruption ernst meint, indem er Pell eine Rolle zukommen lässt beim Reinigen des Vatikans; vielleicht eine Ehrenrolle oder einen Aufsichtsposten, eine Mentorenrolle. Denn im Vatikan hat Pell immer noch eine Menge Ansehen, besonders im Hinblick auf seine Arbeit gegen die Korruption.

Pell scheint keine große Aufgabe in Sicht zu haben. Er ist 79 Jahre alt und er erzählt mir, dass das einzige Ziel, das er noch vorhat, sei, Rosen zu pflanzen - was er auch tatsächlich in Sydney tut. Und alles, was er über die verräterische Entlassung öffentlich sagte, was, dass der Papst gewählt wurde, um die Finanzen des Vatikans zu reinigen und "Er spielt ein langwieriges Spiel und man muss ihm danken und gratulieren zu jüngsten Entwicklungen." Er fügt dem hinzu: "Ich hoffe das dass Stallauskehren sowohl im Vatikan ALS AUCH Victoria weitergeht." 

Dieser letzte Satz ist bedeutend. Denn er deutet an, dass Pell glaubt - wie auch Andere denken -, dass es eine Verbindung gibt zwischen seinem Kampf gegen die Korruption im Vatikan und den behördlichen Problemen, die ihn wieder hierher zurück [nach Australien] gebracht haben. Ich habe ihn das im April gefragt.

INTERVIEW Bolt: "Haben Sie jemals erwogen, dass mit dem Ärger, den sie korrupten Funktionären im Vatikan bereitet haben, eine Verbindung mit den Problemen, die Sie hier haben, besteht?"

INTERVIEW Pell: "Die meisten der älteren Leute in Rom, die einer finanziellen Reform sympathisch gegenüberstehen, glauben, dass das so ist. [...] Ich habe keine Beweise dafür, aber wenn ich nur ein Wort dazu sagen dürfte: Eine meiner Befürchtungen war, dass das, was wir getan haben, im Verborgen bleiben würde."

Ich habe keinerlei handfesten Beweise für das noch für die Verschwörungstheorie - sollte ich hinzufügen. Aber ich habe Pell damals auch über die Korruption im Vatikan gefragt. Sie sei sehr hoch, sagte er.

[INTERVIEW-Video spielt nicht ab]

Nun, es funktioniert nicht. Aber er sagte, sie reiche nicht direkt zu den Füßen des Papstes, sei aber auch nicht weit davon entfernt. Und das war im April. Nun ist es September und Becciu ist weg. Und Pell kehrt nach Rom zurück in den Vatikan. 

Nun, auch wenn er keine neue Stelle will, braucht ihn die Kirche. Es ist nicht nur, weil Korruption ein Verbrechen ist in seinem eigenen Recht. Sie hat einen Welleneffekt: Die Spendengelder gingen zurück - wegen dem [Corona-]Virus, aber auch weil niemand an Ganoven spenden will. Es ist für allen guten Männer im Vatikan nun die Zeit, um aufzustehen. Und Pell ist wegen all der Versuche, ihn zu zerstören - in den Medien in Australien und insbesondere in Melbourne - Pell ist einer der Guten.


Dass es Verbindungen zwischen Italien/dem Vatikan und dem australischen Bundesstaat Victoria geben könnte, haben bereits einige Kommentatoren nach der Freilassung Pell´s und der Aufdeckung einer ungewöhnlich voreingenommenen Justiz angemerkt. Und krumme Geschäfte waren schon seit Gründung der Vatikanischen Bank bekannt. Aber in den letzten Jahren habe diese eine eigene Dynamik erreicht, bei der die Fälle Pell/Becciu scheinbar die eine und Vigano/McCarrick die andere Seite der gleichen Medaille darstellen, wie Dr. Taylor Marshall dazu anmerkt. 


Und diese Vermutungen scheinen teilweise bewahrheitet zu haben, auch wenn noch viel davon im Dunkeln liegt. 


Ob man sich in George Pell´s Heimatland Australien der Tragweite der Affäre bewusst ist, bei der Justiz, Polizei, Medien und Bundesstaat Victoria auf den Kardinal als das große böse Schaf munter eingeprügelt haben, dürfte für verstörte Außenstehende weiter offen bleiben. Die ABC erwähnt zwar die Reise des Kardinals nach Rom, den Korruptions- verdacht und Kardinal Becciu - jedoch - wieder mal zu ihrer eigenen Schande - ohne die grundlegende Vorreiterrolle Pell´s zu erwähnen (wie bei der vorangegangene Berichterstattung über den angeblichen Missbrauch auch die Sache mit dem "Melbourne Response" heruntergespielt wurde) und dagegen immer wieder ausführlich auf seine Verurteilung zurückzukommen. 

Auch Louise Milligan, die in den Medien die Verdächtigungen gegen Kardinal Pell maßgeblich angeheizt hat, versteckt sich übrigens noch immer in ihrem Fantasieland, wo sie das Märchen der mutigen Journalistin (natürlich sie selbst) und dem bösen Kardinal weiterträumt und wieder mal jeden anfährt, der etwas positives zu George Pell zu vermelden hat. Ihr grottenschlecht recherchiertes und überemotionales Buch wird übrigens immer noch von ihr und ihren Fans angepriesen - nur mal um das Maß der Verblendung aufzuzeigen, an dem sich noch immer nichts geändert hat. 


Aber befassen wir uns nicht weiter damit. Beten wir für Kardinal Pell und seine Mitarbeiter und ignorieren diese krankhafte Obsession, über die Historiker eines Tages vielleicht lediglich den Kopf schütteln werden.