Samstag, 17. Oktober 2020

"Wie die Sopranos, nur schlimmer": Joe Biden und die neue mediale Parallelwelt




Wie bei jedem Arbeitsmittel muss man sich immer bewusst sein, dieses entsprechend der realen Wahrheit anzuwenden. Liest man die Nachrichten, muss die Bedingung sein, dass diese auch stimmen - ansonsten macht es keinen Sinn, seine Zeit mit unwahren bzw. unbestätigten Meldungen allzu sehr zu vergeuden. Benutzt man eine Suchmaschine, so muss gewährleistet werden, dass die Ergebnisse auf neutraler Ebene angezeigt und nicht bevorzug werden (was bei bezahlter Positionierungen schon wieder in Frage gestellt werden darf) - sonst geht man im Zweifelsfall zu Alternativen über. Benutzt man einen Kommunikationsdienst, so sollte dieser ebenfalls keine Gruppe von Nutzern bevorzug behandeln, wenn er vorgibt, für jeden offen zum Informationsaustausch zu stehen.

Dieses Konzept wurde vorgestern auf atemberaubende Weise in einem Handschlag ad absurdum geführt.

Denn wegen einem einzigen Zeitungsartikel wurde das ersichtlich, was nach der Jungen Freiheit inzwischen von vielen Deutschen bereits gefürchtet wird - jedoch in den Vereinigten Staaten: Dass informelle und kommunikative Dienstleister das Wahlverhalten massiv beeinflussen können. Wovon Staaten wie Irland ein Lied singen können, vor allem im politisch-moralischen Bereich, der auch von den Medien zuletzt 2018 massiv beeinflusst wurde

Die Plattformen Facebook und Twitter haben einen speziellen Artikel der New York Post absichtlich blockiert; man konnte ihn einige Zeit lang nicht teilen, bei einem Klick auf den Link wurde vor einer unsicheren Weiterleitung gewarnt. Nicht einmal die New York Post selbst konnte ihren eigenen Artikel unter dem eigenen Namen teilen. 



Im April 2019 wurde ein Laptop wegen einem Wasserschaden zur Reparatur abgegeben, der nach einer bestimmten Zeit weder abgeholt noch bezahlt wurde, sodass er in den Besitz des Geschäftsinhabers überging, der mehrmals versucht hat, den Kunden zu kontaktieren. Nach eigener Aussage soll der Geschäftsinhaber festgestellt haben, dass sich brisantes Material auf der Festplatte befand: Es befanden sich neben expliziten Photos von Joe Bidens Sohn Hunter Biden auch E-Mails darauf, die nicht nur bestätigen, dass der damalige Senator, Vizepräsident und jetzige Präsidentschaftskandidat von den Geschäften seines Sohnes in der Ukraine gewusst hat (was dieser immer wieder auf Anfrage leugnete), sondern auch zeigen, dass sich Joe Biden selbst mit dem Vorstandberater BurismaVadym Pozharsky,  in Washington 2015 getroffen hat, und dafür sorgte, dass der staatlicher Ermittler Viktor Shokin entlassen wurde (nach Joe Biden wegen Korruptionsverdacht), der zur damaligen Zeit auch vorhatte, den privaten Gaskonzern (übrigens mit pro-russischen Verbindungen nach diesem BBC-Video vom September 2019) von Hunter Biden zu kontrollieren. Erreicht wurde diese Entlassung mit der Drohung Bidens, die Darlehensgarantie der damaligen Obama-Regierung von Einer Milliarden US-Dollar zurückzuhalten. 

Den brisanten Fund übergab der Geschäftsinhaber im Dezember 2019 an das FBI - für das er auch Dokumente erhielt, die ebenfalls der New York Post vorliegen. Bevor er jedoch die Festplatte übergab, machte aber er eine private Sicherheitskopie davon - anscheinend aus Misstrauen -, die er Robert Costello übergab, dem Rechtsanwalt des ehemaligen republikanischen Bürgermeisters von New York, Rudy Giuliani. Giuliani, der bereits im Februar 2020 auf die Dringlichkeit hinwies, Bidens Beziehungen zur Ukraine zu überprüfen, und sein Anwalt gingen dann auch damit an die Öffentlichkeit



Diese Daten müssen noch ausgewertet werden. Dennoch sind viele von der Echtheit alleine wegen den Bildern überzeugt, bei denen es sich tatsächlich um Hunter Biden handelt. Die Sperren, die auf Facebook und Twitter verhängten, um eine Verbreitung zu unterbinden, sorgten für einen weiteren Effekt, der auch als der "Streisand-Effekt" bekannt ist: Alleine durch den offensichtlichen Versuch, eine Information zwanghaft zu unterdrücken, sorgt man dafür, dass diese erst recht bekannt wird.





Diese Vorgehensweise war nicht nur auf den amerikanischen Kontinent beschränkt, sondern trat auch bei deutschen Twitter-Nutzern auf. Bei dem Versuch, den New York Post-Artikel zu Posten wurde der Vorgang blockiert und mir diese Nachricht hier angezeigt:

 

"Irgendetwas lief falsch, aber ärgere Dich nicht - versuch es einfach noch einmal."

Von Twitter und diversen Apologeten hieß es anschließend, dass es sich um gestohlene Daten handle und daher der Zugriff zu solchen problematischen Bericht erschwert werde. Aber wie der Journalist Tim Pool anmerkte: Wenn Berichte, die auf gestohlenen Daten basieren geblockt werden - warum wurde dann nicht der irreführende Bericht der New York Times geblockt, nach dem Donald Trump lediglich nur 750 Dollar Einkommenssteuern gezahlt hätte - was ebenfalls über illegale Wege recherchiert wurde?

Frei nach Walter Ulbricht: "Niemand hat die Absicht, unerwünschte Artikel zu zensieren."

Inzwischen gibt es nach einer Welle von Empörungen auf Twitter und Facebook keine Probleme mehr damit - der Artikel kann nun problemlos geteilt werden. Dennoch hinterlässt das Ganze - gerade wenn man auf solche Dienste als Informationsquelle angewiesen ist - einen bitteren Nachgeschmack, und zwar noch bitterer als nach diversen bizarren News-Patzern wie bei dem obigen Bild, das tatsächlich so öffentlich übertragen wurde.

Wenn bekannte Medien- und Verkaufsportale blocken, gäbe es noch die Möglichkeit, auf alternative Foren zurückzugreifen - auch wenn sich dabei mehr Probleme einstellen als bei den bekannten Plattformen, die praktisch Monopole bilden. Wenn dagegen internationale Kommunikationswege aus politischen Gründen manipuliert werden, stellt das ein weitergehendes Problem dar, da das allgemeine Informationsrecht, das zu den Elementen jeder Demokratie gehört, damit direkt angegriffen wird. 
 
Senator Ted Cruz hat dies offen in Washington als noch nie dagewesenes Politikum angesprochen - auch weil ein weiterer Artikel über Gelder auch China an Biden ebenfalls blockiert wurde. 


Aber selbst wenn man auf alternative Medien oder Funktionen umsteigen sollte, ergeben sich Probleme: Bei kleineren Plattformen gäbe es auch gleichzeitig theoretisch zahlenmäßig weniger Kontrollen durch Mitnutzer (abgesehen diese sind gut informiert und darin auch engagiert), außerdem würde das Nischendasein von den meisten als nicht vertrauenswürdiger wahrgenommen werden als ein weitgestreuter, "problemloser" Kanal. Eine ironische Randbemerkung dazu wäre, dass der Begriff "Verschwörungstheoretiker" zum ersten Mal negativ während der Watergate Affäre benutzt wurde, um Personen als Spinner abzustempeln, die an die Möglichkeit einer solchen Verschwörung glaubten. Inzwischen kann man praktisch jeden damit abstrafen, der nicht dem am weitesten verbreiteten Narrativ folgt - auch wenn diese dabei vollkommen im Recht sind. 
 
Womit wir auch beim nächsten und finalen Problemfeld wären: Der Mensch an sich. 

Dass Menschen korrupt sein können, weiß man praktisch schon seit dem Bestehen der Menschheit. Trotzdem schockiert es nicht nur, wie die Korruption in scheinbar in alltägliche Bereiche eindringt, sondern mit welcher Verbissenheit diese Dinge auch von Nichtbeteiligten verteidigt werden. 

Und das gerade von Medienvertretern, die offen gegen Donald Trump und für Joe Biden sind - egal ob er überhaupt seine Versprechen einhält (von den Plänen, die er nicht verraten will, mal ganz abgesehen), die Präsidentschaft überhaupt ein Jahr überleben würde oder sogar geplant wird, ihn abzusetzen und Vizepräsidentin in spe, Kamala Harris, automatisch nachrücken zu lassen - wahrscheinlich auch mit so richtig durchgeknallten Gestalten wie Alexandria Ocasio-Cortez in der Warteschleife. Und die auch genug Nachsprecher haben, die ihnen unkritisch folgen. 

Der Moderator Jack Murphy fragt an dieser Stelle zurecht: "Ist das nur dumm oder schon diabolisch?"



Auf diversen Nachrichtenseiten hieß es zu den Blockaden geradezu explizit, dass sich Trump und die Republikaner darüber aufregen (Neee... die Millionen neutralen Twitternutzer sind ja nicht weiter wichtig) wie beim Sender ABC (ja, dieselbe ABC die sich damals mit der Pell-Affäre so richtig selbst ins Knie geschossen hat und es bis heute zu ignorieren versucht). Die deutschen GMX News wartet mit einem ähnlichen Artikel auf - und berichtet ohne weitere kritische Überprüfung über eine kommende Simpsons-Folge, in der auch offene Falschmeldungen und Halbwahrheiten über Donald Trump oberlehrerhaft als "Gründe" aufgeführt werden, ihn nicht zu wählen. Bill Maher, ein weiterer Beschäftigter der Unterhaltungsindustrie, bezeichnete die Veröffentlichungen Giulianis als "krank " und "Schmierenkampagne", die "Fakten-Check"-Seite Snopes (die übrigens die konservative Satire-Seite The Babylon Bee vor einiger Zeit der "Faktenprüfung" unterzogen hat - was von dieser ordentlich auf´s Korn genommen wurde), sieht dahinter eine politische Strategie, um die Vorwürfen gegen Trump für dessen Amtsenthebung gegen seine Gegner zu verwenden. Vorwürfe, die in der Zwischenzeit wegen Mangel an Beweisen teilweise völlig entkräftet sind. Auch andere Nachrichtenseiten schlagen in die Kerbe der offenen Dubiosität - die Mühe, den Skandal von Joe Biden fernzuhalten, kann man förmlich wie Angstschweiß herausriechen. 

Inzwischen gehen aber einige Journalisten dazu über, Rudy Giuliani wegen seiner Veröffentlichungen selbst Verbindungen zu Russland in die Schuhe zu schieben. Was nicht nur jeglicher Ironie, sondern sogar einer ordentlichen Portion Zynismus nicht entbehrt. 


 
Vorfälle wie dieser machen wieder mal deutlich, wie abhängig der moderne Mensch von Unternehmen und Betreibern ist, von denen er nicht weiß, welche Agenden sich noch hinter dem sachlichen Gesicht  verbergen. Zugegeben, nicht jeder Metzger muss ein potentieller Fritz Haarmann sein, nicht jede in den Nachrichten gesendete Meldung muss manipuliert sein. Trotzdem sorgen gerade solche Vorkommnisse dafür, dass das Vertrauen der Bürger erodiert, da man versucht, sich ihrer meinungspolitisch zu bemächtigen auf dem bisher direktesten und vertrauenswürdigsten Weg - und dabei erst recht noch Panik vor "alternativen Berichterstattungen" schürt, für die man bereits selbst sorgt. 

Die beste mindeste Lehre, die man daraus ziehen kann, wäre für die daran beteiligten Journalisten und Medienleute, dass so etwas nicht in Ordnung ist und man durch immer neue Ausreden sich eine Wirklichkeit imaginiert und anderen aufdrängt, die irgendwann zusammenfallen wird. Die nächste wäre, dass sie eine von Gott (Agnostiker und Atheisten würden an dieser Stelle von einer "durch die Realität" reden) gegebene umfassend gesellschaftliche Pflicht zur Objektivität und zu kritischem Hinterfragen der menschengemachten sozialen Verhältnisse haben - und dass ein Ganzes damit steht und fällt.

Aber man kann natürlich auch der Überzeugung sein, dass es sich mit realen Sachverhalten so verhält wie mit epischen Geschichten á la Harry Potter als eine Art narrativen sozialen Kitt und man nach Belieben diese durch Ignorieren oder Hinzufügen ändern kann, ohne dass es jemand merken muss und man gezwungen ist, eine Täuschung so lange aufrecht zu erhalten, wie die Leser damit einverstanden sind - wenn das auf dem Hintergrund von Macht und Geld geschieht, ist man natürlich schon wieder bei einem anderen Genre: 



[EDIT 21.10.2020: Habe nebenbei erfahren, dass auf der englischen Wikipedia der Artikel über Hunter Biden um die Bemerkung erweitert wurde, dass es sich bei der Affäre um die E-Mails um  "widerlegte (!) rechte Verschwörungstheorien handelt, die von Donald  Trump und seinen Verbündeten gepusht wurde, um die Geschäfte Bidens und dessen Antikorruptions-Bemühungen in der Ukraine in Frage zu stellen". Dass man von Wikipedia nicht alles für bahre Münze nehmen sollte, ist wahrscheinlich inzwischen schon Vielen bekannt. ]




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