Samstag, 20. März 2021

Kardinal Woelki, Thomas Schüller und die liebe deutsche Journaille


Ein sehr lesenswerter Artikel von Martin D. Wind zur Causa Woelki wurde auf the GERMANZ veröffentlicht. Es geht dabei um die fragwürdigen "Ergebnisse" die bis hin zu einem Grad den man fahrlässig bizarr nennen möchte, an dem sich die deutsche Presse von einer Gruppe, die innerhalb der Kirche wie eine Wildsau im Weinberg wütet (ja, der Verfasser weiß ganz genau, wo dieser Ausdruck verwendet wurde - und es ist in keinster Weise ehrerbietend gemeint), an der Nase herumführen lässt. Was beileibe nichts Neues in den deutschen Landen ist. 

[...] [Thomas]Schüller liefert zuverlässig. Er liefert selbst dann, wenn ein 800 Seiten dickes Missbrauchsgutachten den Kölner Erzbischof, Kardinal Woelki, von persönlicher Verantwortung freispricht. Das alles zählt nicht, wenn Schüller einmal den Daumen gesenkt hat. In der Münsteraner Kirchenzeitung kirche + leben schwadroniert [was er übrigens schon öfter getan hat, nur mal so am Rande bemerkt] er mit Blick auf die Präsentation des Gutachtens von einer fehlenden Entschuldigung des Kardinals für eine „Instrumentalisierung“ des Betroffenenbeirats. In der Zeitung „Die Tagespost“ klärt das Mitglied des Betroffenenbeirates Peter Bringmann-Henselder auf, dass es die nie gab: „… alle anwesenden Beiratsmitglieder waren sich einig und haben einhellig zugestimmt, das WSW-Gutachten nicht zu veröffentlichen, sondern ein neues, rechtssicheres Gutachten durch Herrn Prof. Gercke erstellen zu lassen. …“. Das war auch schon vorher bekannt.

Das beirrt einen Thomas Schüller nicht. Oder meint er den Missbrauch des Missbrauchs für die Ziele der Frauenbewegung „Maria 2.0“, über das Bringmann-Henselder deutlich Worte verliert: „… Sie nutzen medial den sexuellen Missbrauch als Vehikel für ihre politischen Forderungen innerhalb der katholischen Kirche. In meinen Augen war dies ein Missbrauch an uns Betroffenen, an uns Missbrauchsopfern. (…)“ Hier hört man vom Kirchenrechtler nichts. Liegt das daran, dass „Maria 2.0“ Forderungen an Papst Franziskus stellt, von denen auch er einige vertritt?
[...]

Ironischerweise wird im Artikel ebenfalls auf ein Thema verwiesen, dass auch international zwar von Vielen bisher angesprochen wurde, aber im ach so aufgeklärten und auf empirische Ergebnisse ausgerichteten deutschen Journalismus gemieden wird wie das Weihwasser vom Teufel - außer es geht um die negativen Effektes des Zölibats, wo aber auch wieder das selbe Spielchen gespielt wird, das bei anderen Gruppen gerne unterlassen wird

[...] Inzwischen wurde aber geforscht. Z. B. von Father Paul Sullins am Ruth Institute der Catholic University of America, Washington D.C.:

„Sexueller Missbrauch in der katholischen Kirche hat sehr viel mit der Homosexualität von katholischen Priestern zu tun. Die Korrelation beträgt 0, 98, was in der Sprache der Statistik eine nahezu vollständige Übereinstimmung bedeutet. (…) Demnach sei der Anteil homosexueller Männer unter den Priestern seit den fünfziger Jahren bis in die achtziger Jahre stark gestiegen. (…) Dieser Trend war stark gekoppelt mit zunehmendem Kindesmissbrauch. (…)“
[...]


Dienstag, 16. März 2021

Sankt Joseph, Schrecken der Transen. Oder: Milo goes Superstraight


Man darf nun darüber schmunzeln, ob das im Kontext zum neuesten Aufreger jetzt nur ein Zufall sein kann - aktuell ist es auf jeden Fall:

Milo Yiannopoulos aka. die "Ken-Puppe aus der Hölle", von dem auf diesem Blog bereits berichtet wurde, hat sich von seinem bisherigen homosexuellen Lebensstil distanziert und sich dem heiligen Joseph geweiht. Der provokante Journalist und Redner, der sich mal Themen wie Gamergate und dem aufkommenden Phänomen der "Social Justice Warriors" (kurz SJWs) zuwendet, dann indirekt Wahlwerbung für Donald Trump betrieben hat, um dann anschließend an einer Universität, wo gegen ihn wegen angeblicher Frauenfeindlichkeit als Drag Quenn Ivanka Wall einen Vortrag zu halten und dann nach dessen Wahlniederlage den Republikanern Rache schwörte, ist bereits seit längerem für seine persönlich sehr orthodoxe Nähe zu katholischen Kirche bekannt. 

Anders als beispielsweise Francis Palmquist behauptet, der ein Jahr nach seiner Weihe zum FSSPX-Priester sowohl von seiner Weihe als auch von seinem Glauben abgefallen ist (was Kritiker der Priesterbruderschaft in den USA natürlich genüsslich ausschlachten, er aber kritisch zurückweist) und seit einiger Zeit unter dem Kanal-Namen " I am Judas Project" auf Youtube herumtuntet, hat sich Yiannopoulos nicht zum Katholizismus "bekehrt". Obwohl er offen zugab, mit der Enthaltsamkeit so seine Probleme zu haben, war er gegen eine Unterstützung der Homosexuellenverbände durch die Kirche, auch speziell im Hinblick auf die Priesterseminare, wobei er explizit auf die Gefahr der Seilschaften-bildung untereinander und einer sich damit anbahnender Korruption einer durch persönlichste Interessen geleitete Gruppe innerhalb des Klerus hinwies wie im Falle von Theodore McCarrick. Was unter anderem James Martin SJ zu spüren bekam, dessen Interview mit ihm letztendlich nicht im Amerikanischen Jesuiten-Magazin abgedruckt wurde, sodass Milo es privat veröffentlichte, der in diesem Interview besonders auch durch seine Kenntnisse der Kirchenväter und des Katechismus glänzte. 

Nun also der große Paukenschlag, den er in einem Interview mit LiveSite News näher darlegt:

Milo: [...] Ich fühle als hätte sich ein Schleier in meinem Haus gelüftet - als wäürde da etwas mehr reales und ehrliches als zuvor vorgehen. Es war mehr ein stufenweises Aufdecken gewesen als eine dramatische Enthüllung. Vielleicht ist der Mangel am theatralischen oder spektakulären ein Zeichen dafür, dass die schwulen Reize wahrhaft zurückgehen?

Die beste Metapher, die ich kenne ist die einer blühenden Blume - aus der Offenbarung der Natur -, ein Bild, das meines Wissens von Caryll Houselander [Katholische Künstlerin, Poetin und Schriftstellerin asu England] gefunden wurde. Ich denke, dass es Houselander war, die sagte "Was immer liebend im Menschen ist und was immer liebenswürdig ist im Menschen ist Christus im Menschen." Ich verstehe das so, dass je mehr Liebe und weniger Lust in uns ist, desto mehr hören wir auf, Christus zu verdunkeln und Ihn stattdessen zu enthüllen, in dessen Bild wird geschaffen sind.

Ich will damit nicht den Eindruck erwecken, dass es leicht sei, sondern einfach: Unser Herr hat mehr ertragen als ein Jeder von uns und hat uns versichert, dass wir täglich ein chweres Kreuz auf uns zu nehmen hätten. Ronald Knox [Katholischer Priester, Radiosprecher, Satiriker und Kriminalbuchautor, ebenfalls aus England] hat gesagt, dass der Kreuzweg uns drei Arten zeige, wie wir unser Kreuz tragen: Mit Verbitterung, wie der reuelose Dieb; mit bitterer Resignation wie der reuige Dieb, der sagte, dass es das sei, was er verdient habe; oder mit Liebe wie der Herr, der niemals das Leiden verkleinert hat, aber uns sagte, es würde in Gottes Zeit uns erlösen.

Insgeheim fühle ich, in diesem Leben schon genug Gutes getan zu haben, um mich von irdischer Buße für mein vergangenes Leben zu entschuldigen. Ihre Leser werden zweifelsohne antworten - zurecht -, dass diese Bemerkung zeige, wie weit ich zu gehen habe. Den besten Tipp, den ich anderen in meiner Situation geben kann ist: Überdenkt euren Stolz, nicht eure Priviligien. Es ist so oft Eitelkeit oder die Einbildung der Selbstzufriedenheit, die einem in die Quere kommt, Christus anzunehmen. Lern es zu fassen, bevor es Wurzeln schlägt, und schwierige Dinge scheint auf einmal nicht mehr so schwierig. 

LifeSite: Was hat dich dazu gebracht, dein Leben dem heiligen Joseph zu weihen?

Milo: Säkulare Versuche, von der Sünde zu genesen sind entweder zeitlich oder vollständig ineffektiv. Erlösung kann nur durch die Ergebenheit an Christus und die Werke der Heiligen, Katholischen und Apostolischen Kirche erreicht werden. Der heilige Joseph ist die geistliche Vaterfigur der Heiligen Familie. In dieser Zeit des Gender-Wahnsinns ist die Hinwendung an den männlichen Beschützer des Jesuskindes meinerseits ein Akt des Vertrauens in Gottes heiligen Patriarchen und eine Zurückweisung des Schreckens der Transsexuellen [Anm.: Eine Anspielung auf die Josephslitanei, in der er der "Schrecken der bösen Geister" genannt wird]. Transen sind dämonisch: Sie sind die Galli, die kastrierten Priester der Kybele, der Magna Mater, die Augustinus in den Straßen von Karthago in Frauenkleidern tanzen sah.

Ich will nicht einmal mit der Drag Queen Story Hour anfangen. Für mich braucht es nur diese vier Worte, um vom Bedürfnis überkommen zu werden, mir einen Strick zu besorgen. 

LifeSite: Gibt es noch etwas, das du hinzufügen möchtest?

Milo: Ich habe ein Leben lang eine Neigung zum Absurden und Empörenden gehabt, so dass ein Teil von mir vergnügt den Tag erwartete, an dem ich die moralische Überlegenheit erlangen konnte, wie kurz auch immer, um andere für die Fehler der Frömmigkeit und Dezentheit vorzuladen. Ich hoffe, dass man mich unterstützt und für mich betet, wenn nicht für einen anderen Grund als meine Freude auf die Aussicht von Milo Yiannopoulos zu teilen, gegen Homosexuelle wegen der Sünde des Fleisches blindwütig und ungehalten zu zetern. 

Wie Sie vielleicht erwarten, werden meine professionellen Prioritäten sich nach meinen neuen spirituellen Hauptbeschäftigungen irgendwie verlagern. Über die nächste Dekade würde ich gerne helfen, das zu rehabilitieren, was die Medien "Konversationstherapie" nennt. Es funktioniert, wenn auch nicht für jedermann. Im Hinblick auf meine übrigen Bestrebungen und Pläne gibt es, nun ja, keine Änderungen: Ich habe schon immer Abtreibung als den herausragenden moralischen Horror der menschlichen Geschichte betrachtet. Ich werde das weiterhin so sagen - sogar lauter als zuvor.

Man sagt, dass wenn man eine Sünde hereinlässt, dass andere folgen werden, und ich weiß wahrlich, was das bedeutet als ich anfing, sündhaften sexuellen Begierden zu widerstehen. Ich fand mich weniger trinkend, weniger rauchend, ... Sie wissen schon. Ich bekenne, dass meine Schwäche für Designerschuhe und Handtaschen noch zerstreut werden muss. Aber ich beginne zu realisieren, wenn auch langsam, dass Lust - wie Augustinus sagt - ein ungeordnetes Verlangen für alle Arten von Dingen ist, nicht nur für NFL [Anm.: American Football] Spieler. 


Wie man sieht, bedeutet wohl das nicht das Ende des provokant-kecken Aktivisten. Neben seiner Ankündigung, in Florida ein "Zentrum für Entgiftungstherapie" für Menschen zu eröffnen, die sich von ihrem homosexuellen Neigungen befreien wollen und einer offenen Kritik des "so geboren werden"-Arguments, kündigt er sein Steckenpferd an, das er bereits in der Gamergate-Sache fleißig geritten hat: 






Dienstag, 2. März 2021

Andacht für eine Priesterseele im Fegefeuer


Als Ergänzungen zu dem Artikel über die Allerseelenbruderschaft bei St. Kajetan in München sei eine weitere Andacht empfohlen, die ich zufälligerweise unter einem Stapel Gebets- und Andachtskärtchen in einem Antiquariat gefunden habe und ein zweites Mal in der Bücherauslage einer Kapelle der Piusbruderschaft. Das auf der Rückseite aufgedruckte Impressum gibt neben dem Erscheinungsort "Benediktus-Bote, 1952, Verlag Reisinger, Wels" auch die Imprimatur an: "Mit kirchlicher Druckeraubnis. Cum permissu Superiorum."


Für die ärmste Priesterseele
Eine Barmherzige Schwester schrieb am 23. Mai 1952: Euer Hochwürden! Ich lese sehr gerne den Benediktus-Boten. Was mich besonders freut, ist das, daß viele die verlassenen Priesterseelen um Hilfe anrufen und auch erhört werden. Ich bin eine besondere Verehrerin dieser Andacht. Und ich muß sagen, daß ich immer erhört wurde. Daher würde ich mich sehr freuen, wenn Hochwürden so gut wäre und die beiliegende Andacht in die Zeitschrift geben möchte. Vielleicht würden manche Leser diese Andacht verrichten. Ich bete dieselbe ununterbrochen, acht Jahre täglich. Diese Andacht stammt aus einer alten Zeitschrift. Besonders im innerlochen Leben hilft sie wunderbar. Sie wird von unseren Schwestern sehr gern gebetet, wenn sie auch keine Anliegen am Herzen haben. Eine Schwester betete auch die Andacht laufen ein Jahr hindurch. Und dann hatte dieselbe gedacht, ich gebe es wieder auf. Und in derselben Nacht träumte sie: Die Schwester befand sich in der Kapelle und betete diese Andacht, da ging die Sakristeitür auf und es kam ein wunderbar schöner Bischof, segnete sie dreimal sehr würdevoll und kehrte mit Infel und Stab wieder in die Sakristei zurück. Und so faßte die Schwester Mut und betete wieder weiter diese Andacht. Eine zweite Schwester betete im Jahre 1946 diese Andacht, daß ihr Bruder heimkehre, der in Gefangenschaft war; die Andacht war abgeschlossen und nach einigen Tagen kam der Bruder heim. Gerade am Heiligen Abend, wo die Frau mit ihren drei Kindern betete, klopfte es an der Tür. Und der Vater kam heim...

Ich schreibe das, vielleicht wenn es Hochwürden hineingeben würde, um die Leser mehr anzueifern. Ich betete zwei Andachten hintereinander für eine laue Priesterseele. Er war ein Spitalseelsorger und so luden ihn die Ärzte öfter ein. Und es wurde nach 12 Uhr nachts noch Wein getrunken. Eines Tages gab der Priester diese Gewohnheit auf. Er wußte nicht, daß jemand für ihn gebetet hat. Wir waren einige Schwestern, die beteten. Er bekehrte auch den Arzt. Und der Priester führt ein vorbildliches tugendhaftes Leben.

Ich werde besonders Hochwürden in mein Gebet und Opfer einschließen und alle Mitwirkenden. Ich werde auch für die Verbreitung sorgen.

Um den heiligen Segen bitten die Barmherzigen Schwestern ..
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Andacht zu den Armen Seelen
Hauptsächlich zur Seele jenes Priesters, die im Fegfeuer am meisten zu leiden hat, um eine besondere Gnade zu erhalten.

Wenn man bedenkt, daß Gott die Priester, wie seinen Augapfel liebt, ist gewiß, daß man dem Herrn sehr wohlgefalle, wenn man für die Seele jenes Priesters betet, die im Fegfeuer am meisten zu leiden hat, und Gott wird ohne Zweifel die gewünschte Gnade gewähren.

Die hohe Stufe, die den Priestern im Himmel zuerkannt wird sobald sie die Befreiung aus dem Fegfeuer erlangen und das Richteramt, das dieselbe am Letzten Gerichtstage ausüben werden, alles das möge uns aneifern, die folgende Andacht mit größerem Eifer und Vertrauen zu unternehmen, in der besten Überzeugung, daß wir durch die Fürsprache jener Seele erlangen werden, was wir von Gott erbitten.

Die Andacht macht man in folgender Weise: Man wählt die Seele jenes Priesters, die im Fegfeuer am meisten leidet, damit sie uns von Gott die gewünschte Gnade erbitte.

Zu diesem Zwecke opfert man 33mal jeden Tag hindurch zum Andenken der 33 Lebensjahre unseres Herrn Jesus Christus das kostbare Blut auf.

Jeden Sonntag empfängt man die heilige Kommunion, opfert sie für die Seele auf, welche man einschließt. Man schließt die erste Woche in die heilige Wunde der linken Hand, die zweite Woche in die Wunde der rechten Hand, die dritte Woche in  in die Wunde des rechten Fußes, die vierte Woche in  die Wunde des linken Fußes, die letzten fünf Tage in die heilige Seitenwunde unseres Herrn Jesus Christus. Während der ganzen Andacht stellt man sich unter dem Schutz Unserer Lieben Frau, indem man sie täglich anruft, damit sie uns helfen möge. Es hat sich noch nie ereignet, daß derjenige, welcher die genannte Andacht mit Eifer verrichtete, nicht erhielt, um was er flehte.


Gebet

Ewiger Vater, ich opfere dir das kostbare Blut auf für die Seele jenes Priesters, die im Fegfeuer am meisten zu leiden hat und am verlassensten ist.
(Täglich 33mal zu beten.)

Und du, o heilige Seele, erbitte mir die Gnade, wenn es zur Ehre Gottes gereicht und zu meinem Seelenheile. (Hier sagt man ein Anliegen; einmal.)

O unsere Liebe Frau vom Heiligen Herzen, bitte für diese arme Priesterseele. (12mal zu beten.)