Samstag, 3. April 2021

The Catholic Talk Show: Wer war der Dieb, der neben Jesus gekreuzigt wurde?

 


In ihrer neuesten Folge wendet sich The Catholic Talk Show einer außerhalb der Passion eher wenig beachteten Persönlichkeit zu, die als "erster Heiliger" das Patronat der Gefängnisinsassen, Gefängnissen, Gefägnisseelsorgern, reuigen Verbrechern, (zum Tode) Verurteilten, Sterbenden und der Totengräber sowie der Städte Gallipoli in Italien und Merizo in Guam innehat: Der "Gute Schächer", der neben dem Matthäus- und Markus-Evangelium mit besonderem Augenmerk in der Passion des Lukas-Evangeliums erwähnt wird als Mitgekreuzigter Jesu und auch unter dem Namen "Dismas" bekannt ist. 


Ryan DellaCrosse: Was wissen wir über Dismas bevor er an das Kreuz kam?

Ryan Scheel: Nun ja... Überraschenderweise eine Menge und überraschenderweise nichts, korrekt? Also, alles was wir wissen über Dismas vor dem Karfreitag ist [aus der] Goldenen Legende 
[die als Quelle das apokryphe "Nikodemus-Evangelium" nennt], verstehst du?

Ryan DellaCrosse: Ja.

Ryan Scheel: Also eine dieser Goldenen Legenden - ich denke sie kommt von einer der syrischen Kindheitsevangelien, klar. Eine der syrischen oder arabischen Kindheitserzählungen sagt, dass Sankt Dismas der Name des Guten Schächers, der Name des Bösen Schächer Gestas ist, okay. Und als sie nach dieser Tradition auf der Flucht nach Ägypten - als Maria, Jesus und Joseph nach Ägypten gingen, um dem Herodes zu entkommen - durch die Wüste gingen, um dorthin zu gelangen, war die Welt zu dieser Zeit sehr gefährlich, weil es dort keine Polizeistreifen gab, und wenn man dort unterwegs war, du weißt schon, [konnte] man auf Banditen treffen. Das war eine sehr gewöhnliche Sache. Und nach der Tradition wurde die Heilige Familie von Gestas und Dismas angetroffen, als sie nach Ägypten gingen. Und Gestas sagte: "Schau dir mal diese Familie an. Was ist das da?" Und sie haben diese Reichtümer gesehen, bei denen es sich wahrscheinlich um die Gaben der Weisen [aus dem Morgenland] handelte. Und sie waren der Meinung: "Lass uns diese Leute ausrauben und ... [Geste] umbringen. Und Dismas war aus irgendeinem Grund bewegt bei dem Anblick des Jesuskindes und überzeugte Gestas, das nicht zu tun, und ging sogar so weit, sie unterzubringen und ihnen Essen und Proviant zu geben für ihre Reise. Und dann hat Maria ihm gesagt, dass: "Du wirst eines Tages dafür gesegnet werden. Eine Tages empfängst du einen großen Segen dafür, wie du uns behandelt hast." Und nach der Tradition, trug Dismas dies immer bei sich und hatte die Erwartung, dass das passieren wird, er hatte immer diesen Samen des Glaubens in sich. Nun, das ist eine...

Fr. Rich Pagano: Das ist eine wunderschöne Geschichte. Ich denke, die habe ich noch nie zuvor gehört. Hast du die schon gehört DellaCrosse?

Ryan DellaCrosse: Nein.

Ryan Scheel: Also, ja. Das...

Fr. Rich Pagano: Woher stammt die nochmal?

Ryan Scheel: Es ist eine der Kindheitserzählungen. Sie sind - du weißt schon - Tradition, apokryphisch [Schriften, die von der Kirche bei Zusammenstellung nicht zum Kanon der vom Heilgen Geist inspirierten Heiligen Schriften anerkannt wurden]. Wahrscheinlich nicht wahr oder vielleicht doch. Das waren die Traditionen der frühen Christen.

[...]

Ryan Scheel: Nun, der Name von Dismas kommt von dem griechischen Wort für "Sonnenuntergang". Daher kommt der Name.

Fr. Rich Pagano: Also Sonnenuntergang, um darauf anzuspielen, dass Jesus am Nachmittag gekreuzigt wurde und bis 3 Uhr, als er seinen Geist aushauchte, sich die Sonne verfinsterte und um zu zeigen, dass die Sonne unterging - ihr wisst schon, die Sonne der Gerechtigkeit ging auf in der Menschwerdung; die Sonne ging nieder in seinem Tod und Dunkelheit kam über die Erde und die Erde bebte. Und ihr wisst: Beim Tod von Dismas wurde Dismas zum Produkt von dem, was Jesus im Untergang der Sonne in [/und?] seinem Tod erreicht hat, indem er ihn zum neuen Leben erhob, zum neuen Aufgang, zum neuen Tag, wenn man das so sagen kann, in seiner Auferstehung. "Noch heute wirst d mit mir im Paradiese sein." Das ist das Versprechen, das Wirklichkeit wird in der untergehenden Sonne und wie passend ist es, dass der Name Dismas darauf anspielt. Das ist irgendwie bewegend.

[...]

Ryan Scheel: Und das ist einer dieser Fälle der Begierdetaufe. Okay.

Ryan DellaCrosse: Das ist ein guter Punkt.

Ryan Scheel: Wie konnte der heilige Dismas der erste Heilige werden - ihr wisst schon - er war nicht getauft. Und das war etwas ungewohntes für mich: Er war nicht getauft. Das ist das, was die Kirche als Begierdetaufe lehrt: Er hat es mit seinem ganzen Herzen verlangt, indem er den Retter anerkannte und sagte: "Herr, nimmt mich auf in dein Reich." [...]

Ryan Scheel: Eine andere Sache, die jedes Mal so interessant ist es, den reuigen und den reuelosen Dieb zu vergleichen und um was sie gebeten haben.

Ryan DellaCrosse: Ja.

Ryan Scheel: Dismas, der reuige Dieb hat nicht darum gebeten, heruntergenommen zu werden vom Kreuz. Gestas machte eine auf "Wenn du der Sohn Gottes bist, dann bring uns herunter." Dismas sagte: "Nimmt mich mit zu dir hinauf in dein Reich." So, wenn man am Kreuz ist, gibt es zwei natürliche Reaktionen oder zwei Richtungen: Du gehst runter oder du gehst hoch. Und es ist so interessant, dass er nicht gebeten hat, herabgenommen zu werden. Er hat darum gebeten, hinauf genommen zu werden. Und das ist der Grund, warum er dieser erste Heilige ist im Gegensatz zu Gestas, der als reueloser Sünder bekannt ist, der ... wer weiß, was mit ihm passiert ist.

Ryan DellaCrosse: Ja. Und das Heil kommt offensichtlich durch Leiden. Wie... Du weißt, das ist der Grund, warum wir während der Fastenzeit Opfer bringen. Darum bringen wir unsere Herzen zu Gott durch das Leiden. Leid hat einen Wert für das Reich Gottes, hat einen Wert im Gebet, um den Heiligen Geist auszugießen wie auch immer Gott entscheidet, es zu tun. Aber Gott berücksichtigt dieses Leiden. Wir leben in einer Welt, in der Leiden um jeden Preis ... ihr wisst, man versucht ihm aus dem Weg zu gehen. Wo Jesus das Leiden annimmt und [es] in der Anerkennung des Königs - wie du schon gesagt hast - zwei verschiedene Wege geht.
[...] 


Im Podcast wird außerdem die Kirche Saint Dismas erwähnt, die sich als einzig freistehende Kirche innerhalb eines US-Gefängnisses in New York befindet. Als einer ihrer prominentesten Spender ist der Mafioso Lucky Luciano zu nennen, der seit 1936 im Gefängnis einsaß und die Roteichenholz für die Kirchenbänke stiftete. Auch sollen sich in ihr zwei geschnitzte Engelsfiguren vom Flaggschiff des Seefahrers und Entdeckers Ferdinand Magellans befinden, die von dessen Nachkommen an die Kirche gestiftet wurden. 






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